{"id":243776,"date":"2025-07-05T07:54:09","date_gmt":"2025-07-05T07:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/243776\/"},"modified":"2025-07-05T07:54:09","modified_gmt":"2025-07-05T07:54:09","slug":"volkwin-marg-architekt-ueber-hamburger-hafen-man-muss-aufraeumen-und-zwar-strategisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/243776\/","title":{"rendered":"Volkwin Marg: Architekt \u00fcber Hamburger Hafen: \u201eMan muss aufr\u00e4umen \u2013 und zwar strategisch\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Hamburgs Hafen steht vor einem tief greifenden Wandel. Der international renommierte Architekt und Stadtplaner Volkwin Marg fordert dabei mehr Mut vom Senat und eine strategische Neuausrichtung. Die politischen Rahmenbedingungen sein nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Volkwin Marg blickt von seinem B\u00fcro an der Elbchaussee auf den Hamburger Hafen \u2013 und erkennt schon dabei Handlungsbedarf. Der Architekt und Stadtplaner fordert eine grundlegende Reform der Hafenpolitik. Er mahnt: veraltete Gesetze, fehlende Nutzungskonzepte und strategische L\u00fccken blockierten die Entwicklung. Der Hafen m\u00fcsse neu gedacht werden \u2013 als produktiver, urban integrierter Raum.<\/p>\n<p><b>Welt am Sonntag:<\/b> Die Hafencity n\u00e4hert sich ihrer Vollendung. Was sehen Sie heute, wenn Sie auf das Projekt blicken?<\/p>\n<p><b>Volkwin Marg: <\/b>Die Hafencity zeigt wie Hamburg seinen Hafen und die Stadtentwicklung neu gedacht hat. Sie steht f\u00fcr die R\u00fcckgewinnung st\u00e4dtischer Fl\u00e4chen am Wasser. Die Idee entstand als der Warenumschlag in den innenstadtnahen Hafenbecken durch die Containerschifffahrt an Bedeutung verlor und die wachsende Stadt neue Entwicklungsperspektiven brauchte. Die Umsetzung war ein Kraftakt \u2013 politisch, wirtschaftlich und st\u00e4dtebaulich. Heute ist die Hafencity ein vitaler, gemischt genutzter Stadtteil mit hoher Lebensqualit\u00e4t \u2013 und mit der Elbphilharmonie als kulturellem Wahrzeichen, das weit \u00fcber Hamburg hinausstrahlt.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Das klingt nach gro\u00dfer Zufriedenheit\u2026<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Ich h\u00e4tte mir als Hanseat eine Gestaltungssatzung gew\u00fcnscht. Insbesondere im Speicherstadtbereich ein Verbot nicht h\u00f6her zu bauen als die Speicher. Auch \u00e4sthetisch h\u00e4tte ich mir bei aller Vielfalt im Detail mehr Einheitlichkeit im gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang gew\u00fcnscht \u2013 stofflich und bauk\u00f6rperlich &#8211; so wie wir sie aus den gewachsenen Gr\u00fcnderzeitvierteln kennen, die bei aller Vielfalt doch eine morphologische Einheit bilden. Das ist nicht passiert, aus panischer Sorge, es k\u00f6nnte monoton werden. Die Hafencity ist wie ein gesund geborenes Kind, bei dem im Laufe seiner Entwicklung einiges ein wenig zu gro\u00df und anderes etwas zu schwer geworden ist, und das auch nicht ohne einige Blessuren aufgewachsen ist. Aber es ist vital. Und das ist das Entscheidende.<\/p>\n<p><b>WAMS: <\/b>Was war Ihnen bei der Planung besonders wichtig?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Es sollte nie wieder eine monofunktionale Stadterweiterung geben. Hamburg hatte die City Nord: eine reine B\u00fcrostadt. Oder den Osdorfer Born: eine reine Wohnsiedlung. Monokultur erstickt die Diversit\u00e4t des Lebens. Die sollte nicht mehr neu entstehen. \u00a0<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b>\u00a0Neben Ex-B\u00fcrgermeister Henning Voscherau waren Sie und Peter Dietrich die treibenden Kr\u00e4fte&#8230;\u00a0<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Ja, unter Peter Dietrich hat die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG getarnt durch die diskrete Tochter GHS (Gesellschaft f\u00fcr Hafen- und Standortentwicklung) begonnen, Firmen in der heutigen HafenCity aufzukaufen. Er tat das absolut heimlich, mit pers\u00f6nlichem Risiko. Die Hamburger Kaufleute hatten zur Kaiserzeit Marx weit links \u00fcberholt und f\u00fcr die Freihafenentwicklung alle Fl\u00e4chen sozialisiert. Jetzt ging es um die Verlagerung von Hafenbetrieben mit langfristigen Mietvertr\u00e4gen. Das war n\u00f6tig, weil der neue Stadtteil sonst nie entstanden w\u00e4re. Die damit verbundenen Spekulationen mit Verlegungskosten w\u00e4ren enorm gewesen. Ich war anfangs der Stadtplaner, der ihn inspirierte: \u201eHafenleute gebt etwas her, was ihr nicht mehr braucht, und ihr kriegt stattdessen, was ihr wirklich braucht.\u201c So bekam die Stadt Fl\u00e4chen f\u00fcr die heutige HafenCity frei und anstelle des Dorfes Altenwerder im Hafenerweiterungsgebiet konnte der erste automatisierte Containerhafen Europas entstehen.<\/p>\n<p><b>WAMS:\u00a0<\/b>Der war revolution\u00e4r f\u00fcr die Umschlagtechnik. Braucht es heute auch wieder eine solche Standortmobilit\u00e4t?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Die br\u00e4uchte es. Der Hafen ist in einem totalen Wandel. Wir kennen die Fragestellungen etwa aus dem Ruhrgebiet: Was macht man mit einer sich wandelnden Industrie, die nicht mehr alles besetzen kann, was sie mal besetzt hatte? Wie steuert man einen Transformationsprozess? Genau das steht Hamburg jetzt bevor.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Was bedeutet das konkret f\u00fcr die Zukunft des Hafens?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Der Hafen war noch nie allein ein Umschlagplatz. Er war immer auch Produktionsstandort, und das muss er wieder werden. Es geht dabei auch um Forschung, Entwicklung, wissensbasierte Arbeit. Das braucht eine moderne Metropole, um mit der Zeit Schritt zu halten. Daf\u00fcr braucht es gut erschlossene Fl\u00e4chen. Und die gibt es reichlich. Der Hafen hat heute Teilbrachen und viele untergenutzte Areale, veraltete Gleisfl\u00e4chen, Lagerpl\u00e4tze an besten Stellen, fast ohne Arbeitspl\u00e4tze. Man muss aufr\u00e4umen. Und zwar strategisch.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Sie sprechen von einer \u201eTeilbrache\u201c. Ist das nicht \u00fcbertrieben?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Nein. Der letzte Hafenentwicklungsplan ist voller Leerfl\u00e4chen \u2013 schauen Sie sich den mal an \u2013 sie finden keinen einzigen gezeichneten Plan f\u00fcr Ver\u00e4nderungen. Nur wolkige Texte, etwa \u00fcber Wasserstoffproduktion als pars pro toto. Keine konkreten Daten oder Bestandsanalysen. Dabei ist der Hafen das besterschlossene Industriegebiet Deutschlands: Mehrere Autobahnen, Eisenbahn mit dem gr\u00f6\u00dften G\u00fcter-Verschiebebahnhof Europas, leere Hafenbecken f\u00fcr Hochseeschiffe, sogar f\u00fcr Airbus eine drei Kilometer lange Landepiste. \u00a0Und trotzdem liegt vieles brach.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Was meinen Sie, wenn Sie sagen, der Hafen m\u00fcsse \u201eaufger\u00e4umt\u201c werden?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Viele Fl\u00e4chen im Hafen sind freie oder arbeitsarme Lagerfl\u00e4chen f\u00fcr LKW. An den besten Stellen, auch f\u00fcr die urbane Erschlie\u00dfung. Das ist absurd. Es fehlt eine \u00fcbergeordnete, eine aufeinander abgestimmte Strategie mit der Stadtentwicklung. Das ist dringend n\u00f6tig. Der Hafen ist nicht nur voller Brachfl\u00e4chen, besonders dort, wo sich die Petroindustrie zur\u00fcckgezogen hat. Viele Fl\u00e4chen k\u00f6nnten f\u00fcr neue Nutzungen erschlossen werden \u2013 aber daf\u00fcr braucht es Planung, und vor allem den politischen Willen das l\u00e4ngst veraltete Hafenentwicklungsgesetz durch ein neues zu ersetzen, weil es jede multifunktionale Entwicklung verbindet, die sich nicht unmittelbar aus dem G\u00fcterumschl\u00e4gen am Kai ergibt. Jeder Quadratmeter in der Stadt unterliegt einem ordnenden Rechtsprozess mit langfristigen Entwicklungsperspektiven und Bebauungspl\u00e4nen. Im Hafen verweilt man in einer anderen Welt mit \u00fcberkommenen Strukturen und wartet, womit einen die Zukunft \u00fcberrascht.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Haben Sie ein konkretes Beispiel?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Es gibt zum Beispiel keine Planung, wo Gefahrengut sinnvoll und sicher gelagert werden darf \u2013 stattdessen liegt es verstreut an attraktivsten Stellen. Das blockiert nahegelegene Arbeitspl\u00e4tze oder urbane Entwicklungsfl\u00e4chen, etwa f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Hafenmuseum oder neue Stadtquartiere am Hafenrand. Wussten Sie das: Die Musicalh\u00e4user im Hafen m\u00fcssen im Ernstfall das Publikum drinnen behalten, wenn es nebenan Gefahrgutalarm gibt? Und auf die 34 Millionen restaurierte Vier-Mastbark \u201ePeking\u201c vor den Denkmalschuppen d\u00fcrfen nur ganz wenige Besucher, weil auch dort nebenan Gefahreng\u00fcter lagern. Dabei g\u00e4be es im Hafen genug Raum, um das Gefahrgut in Hafenbereiche zu verlagern, wo es nur Industrie gibt und kaum jemand gef\u00e4hrdet w\u00fcrde. Aber es braucht den Willen, das systematisch zu l\u00f6sen. Jetzt wird aus diesem logistischen Detail ein Handicap f\u00fcr st\u00e4dtebauliche Entwicklung.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Zust\u00e4ndig ist daf\u00fcr zumeist die Hamburg Port Authority. Was m\u00fcsste die HPA tun?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Die HPA geh\u00f6rt zur Wirtschaftsbeh\u00f6rde und die m\u00fcssen beide intensiv auf gleicher Augenh\u00f6he mit der Stadtentwicklungsbeh\u00f6rde f\u00fcr eine gemeinsame \u00fcbergeordnete Strategie im Sinne des st\u00e4dtischen Entwicklungsinteresses planen. Nur so werden die Potenziale des Hafens auch f\u00fcr die Stadtentwicklung fruchtbar.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> W\u00e4re das nicht auch eine politische Aufgabe? Etwa f\u00fcr die Wirtschaftssenatorin?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Melanie Leonhard ist eine sympathische und kluge Frau. Sie ist in ihrer Rolle als Wirtschaftssenatorin nicht nur dem Hafen, sondern der ganzen Stadt verpflichtet. Allein die HPA ist eine Riesenbeh\u00f6rde mit rund 1800 Mitarbeitenden. Die vertritt ein\u00e4ugig die Interessen der Hafenwirtschaft nach Ma\u00dfgabe des veralteten Hafenentwicklungsgesetzes. Genau das gilt es aber in Frage zu stellen und zu reformieren. Bei dem Konflikt Tunnel oder Br\u00fccke hat sie politischen Mut bewiesen. Aber f\u00fcr eine grundlegende Reform des Hafenentwicklungsgesetztes mit Ber\u00fccksichtigung gesamtst\u00e4dtischer Interessen fehlt es wohl noch an fachlichem Rat.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Sie deuten es an: Bei der Entscheidung f\u00fcr eine neue K\u00fchlbrandbr\u00fccke hat es den Anschein gemacht, als h\u00e4tte Melanie Leonhard die fortgeschrittenen Tunnelpl\u00e4ne gestoppt\u2026<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Ja. Auch Hamburg kann sich nur leisten, was es auch bezahlen kann. Urspr\u00fcnglich war ein Tunnel geplant \u2013 was auch sinnvoll gewesen w\u00e4re. Aber man hat sich erst nachtr\u00e4glich mit dem Untergrund besch\u00e4ftigt. Jetzt muss es aus Kostengr\u00fcnden eine neue h\u00f6here Br\u00fccke werden.<\/p>\n<p>WAMS: Ist die Br\u00fccke denn \u00fcberhaupt noch entscheidend f\u00fcr den Hafen?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Ja, die alte h\u00e4lt nicht mehr ewig. Die Br\u00fccke war aber weniger wegen ihrer inzwischen zu geringen H\u00f6he das Problem. Viel vern\u00fcnftiger w\u00e4re es gewesen politisch eine Allianz mit anderen deutschen H\u00e4fen am tiefen Wasser zu bilden \u2013 mit Bremen, mit Wilhelmshaven. Aber das hat man nicht geschafft. \u00a0Das vertiefte Elbfahrwasser und die bestehenden Hamburger Containerterminals samt ihren Fl\u00e4chenreserven sind nicht problematisch. Das eigentliche Problem besteht darin, dass die Automatisierung beim Umschlag Arbeitspl\u00e4tze vermindert, weil solche nur noch dort entstehen, wo Container gef\u00fcllt und geleert werden, leider weit weg vom Hafen. Darum braucht Hamburg f\u00fcr den Hafen eine zukunftsweisende Belebung.<\/p>\n<p><b>WAMS: <\/b>Viele Hamburgerinnen und Hamburger h\u00e4ngen aber an ihrer K\u00f6hlbrandbr\u00fccke. K\u00f6nnen Sie das nachvollziehen?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Nat\u00fcrlich. Die Gew\u00f6hnung an ein Sinnbild wird zum Sentiment. Das ist wie bei allem Nippes. Erst findet man\u2019s komisch, dann wird\u2019s geliebt.<\/p>\n<p><b>WAMS: <\/b>Wird das wohl auch beim Elbtower einmal so sein? Glauben Sie an dessen Zukunft?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Ja, nat\u00fcrlich. Der Elbtower wird gebaut. Da ist eine halbe Milliarde Euro schon versenkt \u2013 wenn man den jetzt abrei\u00dfen oder stoppen wollte, w\u00fcrde das noch mal eine Viertelmilliarde kosten. Das kann sich niemand w\u00fcnschen. Also wird er fertig gebaut. Alles andere w\u00e4re weitere Vergeudung.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Die Stadt diskutiert \u00fcber eine m\u00f6gliche Nutzung durch das Naturkundemuseum. Was halten Sie davon?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Ich kann die Stadt gut verstehen. Der Inhalt ist schon da. Sie will das Museum bauen, aber nicht zu teuer. Und sie weigert sich eine kapitalistische Fehlspekulation mit Steuergeldern zu retten. Aber ein Mietvertrag als Ankermieter zur Animation neuer Investitionen \u2013 dar\u00fcber muss man jetzt verhandeln. Es geht nur noch um den Preis. Und nat\u00fcrlich muss man ein bisschen pokern. Das ist Taktik.<\/p>\n<p><b>WAMS:\u00a0<\/b>Sie haben in ihren 60 Jahren in Hamburg viele Projekte miterlebt. Wie bewerten Sie die Entstehungsgeschichte des Elbtowers?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Unser damaliger B\u00fcrgermeister Olaf Scholz wollte den Bau an dieser markanten Stelle nach den negativen Erfahrungen mit der Elbphilharmonie zur Chefsache machen. Das kann ich verstehen. Aber dass die Stadt und sogar die finanzierenden Investoren auf einen Scharlatan hereingefallen sind \u2013 das ist in einer Kaufmannsstadt schon bemerkenswert. Er war nicht der erste. Ich denke da an J\u00fcrgen Schneider in den 1990er Jahren. Erfahrung ist leider nicht erblich, also probiert man sie immer neu. Das haben wir alles schon erlebt. Ich beneide solche Zauberer fast \u2013 sie sind geniale T\u00e4uscher und legen alle rein. Ich w\u00fcnschte, man k\u00f6nnte das mal f\u00fcr gute Zwecke machen.<\/p>\n<p><b>WAMS: <\/b>Bleiben wir kurz bei Olaf Scholz. Es gibt ein weiteres Projekt, das er zur Chefsache gemacht hat, mit dem er aber grandios gescheitert ist: die Olympiabewerbung 2015. Nun bewirbt sich Hamburg erneut. Was halten Sie davon?<\/p>\n<p><b>Marg:<\/b> Die letzte Bewerbung war brillant. Unabh\u00e4ngig davon, ob man Olympia will oder nicht \u2013 das Konzept war hervorragend. Es ging nicht darum, f\u00fcr zwei Wochen ein Milliarden-Spektakel zu veranstalten, sondern darum, einen neuen Stadtteil zu bauen. Olympia war nur der Katalysator. Alles h\u00e4tte man dauerhaft nutzen k\u00f6nnen: das ungebaute Stadion als Wohnungsring wie eine Piazza Navona, die Schwimmhalle als Cruise Center. Es w\u00e4re eine Synthese aus Stadtentwicklung und sportlichem Gro\u00dfereignis geworden. Die jetzige Bewerbung hat diese brillanten Standortvorteile nicht.<\/p>\n<p><b>WAMS: <\/b>Wenn alles so brillant war, warum ist es gescheitert?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Weil Olaf Scholz als erfahrender Taktiker nichts falsch machen wollte. Und was macht man, wenn man nichts falsch machen will? Man macht nichts oder man sichert sich Hunderttausendfach ab. Also hat er eine unn\u00f6tige Volksabstimmung angesetzt. Und die ist schiefgegangen. Das war ein Schuss in den Ofen.<\/p>\n<p><b>WAMS:<\/b> Ist damit die Chance vertan, den Sprung \u00fcber die Elbe zu schaffen?<\/p>\n<p><b>Marg: <\/b>Nein, das nicht. Der ist zu einer st\u00e4dtebaulichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden. Dazu war damals die Synergie mit Olympia als Katalysator hilfreich. Es w\u00e4re leichter gewesen und ein starkes Signal \u201eHafen und Stadt\u201c gemeinsam zu entwickeln. Aber die Stadt w\u00e4chst und braucht weiterhin eine klare, langfristige Strategie, und da vertraue ich auf eine gut beratene B\u00fcrgerschaft und einen etwas mutigeren Senat.<\/p>\n<p><b>Redakteurin <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/julia-witte\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/julia-witte\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Julia Witte genannt Vedder<\/b><\/a><b> arbeitet in der <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Hamburg-Redaktion<\/b><\/a><b> von WELT und WELT AM SONNTAG. Seit 2011 berichtet sie \u00fcber Themen aus Hamburg und Norddeutschland. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburgs Hafen steht vor einem tief greifenden Wandel. 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