{"id":244101,"date":"2025-07-05T10:50:11","date_gmt":"2025-07-05T10:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/244101\/"},"modified":"2025-07-05T10:50:11","modified_gmt":"2025-07-05T10:50:11","slug":"kommentar-der-schwindende-respekt-vor-dem-fc-bayern-und-max-eberl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/244101\/","title":{"rendered":"Kommentar: Der schwindende Respekt vor dem FC Bayern und Max Eberl"},"content":{"rendered":"<p>Der FC Bayern wirbt intensiv um Nick Woltemade. Deshalb wird es jetzt giftig. Mehrere Gr\u00f6\u00dfen des deutschen Fu\u00dfballs kritisieren den Weltklub. Im Fokus dabei steht Sportvorstand Max Eberl. So geballt gab es dies lange Zeit nicht. Mitunter ist der Tadel aber scheinheilig.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im deutschen Fu\u00dfball ist derzeit eine besondere Entwicklung zu beobachten. Das Verhalten von Verantwortlichen einiger Klubs und Gr\u00f6\u00dfen der Branche gegen\u00fcber dem FC Bayern hat sich ver\u00e4ndert. Ihre Aussagen und ihr Verhalten zeigen, dass der Respekt vor dem deutschen Fu\u00dfball-Rekordmeister schwindet. Von Ehrfurcht ist keine Spur mehr. Den Bayern Paroli zu bieten, sie herauszufordern und zu kritisieren wird immer normaler. <\/p>\n<p>Bis vor wenigen Jahren traute sich kaum jemand von der Konkurrenz, sich \u00f6ffentlich gegen die M\u00fcnchner zu stellen. Nat\u00fcrlich gab es legend\u00e4re Fehden zwischen Uli Hoene\u00df und Willi Lemke oder Christoph Daum, doch die sind Jahrzehnte her. In den 2000ern und vor allem ab dem Triple-Sieg 2013 kam es kaum mehr zu Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Das ist jetzt anders. Es begann mit Fernando Carro. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bayer Leverkusen hatte im vergangenen Jahr auf einem Fantreffen gesagt, dass er \u201enichts, absolut nichts\u201c von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/fifa-klub-wm\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/fifa-klub-wm\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerns Sportvorstand Max Eberl<\/a> halte. Im Fall Florian Wirtz legte Caro k\u00fcrzlich nach, sprach von einer \u201eShow\u201c der Bayern. Und seit dem Werben des Meisters um St\u00fcrmer Nick Woltemade vom VfB Stuttgart geht es richtig rund. Bayern-Bashing ist en vogue.<\/p>\n<p>Der einstige Bundesliga-Trainer Ewald Lienen sagte in einem Podcast, es widere ihn an, es sei l\u00e4cherlich, wenn ein Verein Spieler kaufe, die woanders ausgebildet wurden \u2013 und dieser Klub selbst die Ausbildung junger Spieler vernachl\u00e4ssige. <\/p>\n<p>Auch Andreas Rettig \u00e4u\u00dferte sich in dieser Woche kritisch zu dem von den Bayern erhofften Woltemade-Transfer. Er sagte auf einem Kongress: \u201eIch h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht, dass die Transferpolitik des FC Bayern nicht gerade dann \u00f6ffentlich wird, wenn Nick und der DFB ein gro\u00dfes Endspiel vor der Brust haben. Das finde ich vom Zeitpunkt her suboptimal.\u201c<\/p>\n<p>Wenngleich Rettig offen l\u00e4sst, wem konkret er vorwirft, dass der erhoffte Transfer kurz vor dem Finale der U21-EM, das Deutschland gegen England verlor, \u00f6ffentlich wurde \u2013 er nennt den FC Bayern. Und l\u00e4sst damit die Interpretation zu, dass er das Vorgehen des Meisters kritisch sieht. Das steht Rettig generell zu, er ist ein erfahrener Fu\u00dfball-Manager, der meinungsstark ist \u2013 sein Amt ist in dieser Sache das Problem. <\/p>\n<p>Rettig ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sport des DFB. Als Vertreter des Verbandes sollte er allen deutschen Vereinen gegen\u00fcber so neutral wie m\u00f6glich sein. Die \u00f6ffentliche Bewertung des Vorgehens eines Klubs in Sachen Transfers verbietet sich in dieser Position. <\/p>\n<p>Wenngleich Rettigs Entt\u00e4uschung \u00fcber das verlorene U21-EM-Finale verst\u00e4ndlich und es sein Job ist, die Interessen des DFB deutlich zu machen \u2013 hier w\u00e4re etwas Zur\u00fcckhaltung angebracht. Genauso wie Zur\u00fcckhaltung angebracht w\u00e4re, wenn der 1. FSV Mainz 05, der VfL Wolfsburg oder Borussia Dortmund um Woltemade werben w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Kritik am FC Bayern ist mitunter scheinheilig<\/p>\n<p>Generell ist die Kritik aus der Liga und aus dem deutschen Fu\u00dfball am Vorgehen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Bayern <\/a>mitunter scheinheilig. Im Fu\u00dfball ist es weitverbreitet, auf inoffiziellem Wege Kontakt zu dem Spieler oder dessen Beratern aufzunehmen, bevor man auf den Verein des Spielers zugeht. Man kann das anders handhaben \u2013 aber es ist keine Tods\u00fcnde, es so zu machen. Im Gegenteil: Es ist eine legitime Strategie, ob sie nun aufgeht oder nicht.<\/p>\n<p>Dass die Bayern mit der Woltemade-Seite verhandeln, ist also legitim. Auch w\u00e4hrend der U21-EM. Die M\u00fcnchner sind nicht verantwortlich f\u00fcr den Erfolg einer Junioren-Nationalmannschaft. Und den Fokus eines Spielers. Hier R\u00fccksicht zu nehmen, w\u00e4re schlicht unprofessionell. <\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt w\u00e4re es an Woltemade und seinem Management gewesen, die Verhandlungen und Gespr\u00e4che auf die Zeit nach dem Finale zu legen. Doch im schnelllebigen Milliarden-Gesch\u00e4ft Profifu\u00dfball ist ein perfektes Timing, mit dem alle Seiten zufrieden sind, kaum bis gar nicht mehr m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Und der VfB Stuttgart w\u00e4re wohl ebenfalls verstimmt gewesen, h\u00e4tten die Bayern vorher mitgeteilt, dass sie Woltemade wollen. Rettig und alle anderen im Verband sollten \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 mit dem Spieler kl\u00e4ren, ob das Timing nicht h\u00e4tte ein anderes sein k\u00f6nnen oder m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ob es der Fall Wirtz, die Personalie Woltemade oder die Transferpolitik der Bayern generell ist: Vieles entl\u00e4dt sich seit einigen Monaten an der Person Eberl. Kollegialit\u00e4t im Haifischbecken Bundesliga zu erwarten, w\u00e4re naiv. Doch es ist schon erstaunlich, wie respektlos in der Liga mitunter \u00f6ffentlich \u00fcber den Sportvorstand und die Transferpolitik unter ihm gesprochen wird oder Andeutungen gemacht werden.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist das deshalb, weil Eberl selbst mit Kritik oder Meinungen zu anderen Vereinen immer zur\u00fcckhaltend ist. In Michael Olise ist ihm einer der besten Transfers aller Bundesligaklubs der vergangenen Jahre gelungen. Zudem hat er die Vertr\u00e4ge von Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Alphonso Davies langfristig verl\u00e4ngert. <\/p>\n<p>An der Spitze des Klubs steht keine Fu\u00dfball-Gr\u00f6\u00dfe<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise sp\u00fcrt die Konkurrenz, dass Eberl aber auch intern Fragen beantworten musste. Uli Hoene\u00df und Karl-Heinz Rummenigge sind \u00f6ffentlich nicht immer pr\u00e4sent, mit Vorstandschef Jan-Christian Dreesen steht keine Fu\u00dfball-Gr\u00f6\u00dfe an der Spitze des Klubs \u2013 diese Situation hat viele im deutschen Fu\u00dfball offensichtlich mutiger werden lassen.<\/p>\n<p>Es gibt offene Baustellen im Kader der Bayern. Die Suche nach einem Au\u00dfenst\u00fcrmer erinnert manchen an die lange Trainersuche vor einem Jahr, gerade verl\u00e4ngerte Wunschspieler Nico Williams bei Athletic Bilbao bis 2035. Eberl hat seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr nicht alles richtig gemacht, das hat er reflektiert und selbstkritisch auch \u00f6ffentlich zugegeben. Dass er zuletzt auch mal die \u201eAbteilung Attacke\u201c \u00fcbernahm und seinen Klub verteidigt, tut ihm gut. Es ist notwendig. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/video-highlights\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/video-highlights\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der VfB Stuttgart <\/a>hat deutlich gemacht, dass er viel Geld f\u00fcr Woltemade will. Auch hier ist keine Ehrfurcht vor den Bayern zu sp\u00fcren. Der Deal k\u00f6nnte sehr kostspielig werden. Doch die Verpflichtung w\u00fcrde Sinn ergeben. Und w\u00e4re f\u00fcr Eberl und den FC Bayern, sollte der Spieler nicht mehr als 60 Millionen Euro kosten, ein Erfolg.<\/p>\n<p><b>Julien Wolff ist Sportredakteur. Er berichtet <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/julien-wolff\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/julien-wolff\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>f\u00fcr WELT<\/b><\/a><b> seit vielen Jahren aus M\u00fcnchen \u00fcber den FC Bayern und die Nationalmannschaft sowie \u00fcber weitere Fu\u00dfball- und Fitness-Themen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der FC Bayern wirbt intensiv um Nick Woltemade. Deshalb wird es jetzt giftig. 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