{"id":245107,"date":"2025-07-05T20:04:17","date_gmt":"2025-07-05T20:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/245107\/"},"modified":"2025-07-05T20:04:17","modified_gmt":"2025-07-05T20:04:17","slug":"hamburger-autor-michel-ruge-berichtet-von-extrem-fastenkur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/245107\/","title":{"rendered":"Hamburger Autor Michel Ruge berichtet von Extrem-Fastenkur"},"content":{"rendered":"<p><strong>Er war satt vom \u00dcberfluss unserer Wohlstandsgesellschaft \u2013 und hungrig nach einer Extremerfahrung: 40 Tage wollte es der Hamburger Autor Michel Ruge ohne Nahrung aushalten. \u00dcber seine radikale Fastenkur berichtet der 55-J\u00e4hrige aus St. Pauli in der MOPO.<\/strong><\/p>\n<p>Ich wollte: Mich wieder intensiver wahrnehmen, beweglicher werden, schmerzfrei sein \u2013 und vor allem ausprobieren, ob ich als Teil unserer Wohlstandsgesellschaft noch Verzicht \u00fcben kann. Wie: <a href=\"https:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/40-tage-fasten-hamburger-kiez-autor-zieht-bilanz-und-rechnet-ab\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit einer 40-t\u00e4gigen Fastenkur.<\/a><\/p>\n<p>Schaffe ich das? 40 Tage ohne Essen? So wie Jesus, der 40 Tage und N\u00e4chte in der W\u00fcste gefastet hat? Ich war mir sicher: ja.<\/p>\n<p>Satt vom \u00dcberfluss<\/p>\n<p>Denn ich war satt. Satt vom \u00dcberfluss, \u00dcberangebot, von der st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit von allem. Das galt sowohl f\u00fcr k\u00f6rperliche als auch f\u00fcr geistige Nahrung. Obwohl, vieles n\u00e4hrte mich gar nicht. Es f\u00fcllte mich lediglich.<\/p>\n<p> 20 Kilo weniger: der Hamburger Autor Michel Ruge aus St. Pauli vor und nach seiner 40-t\u00e4gigen Fastenkur. Fritz Jaenecke\/Facebook<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/michel-ruge-fasten-facebook.jpg\" alt=\"20 Kilo weniger: der Hamburger Autor Michel Ruge aus St. Pauli vor und nach seiner 40-t\u00e4gigen Fastenkur.\" class=\"\" data-recalc-dims=\"1\"\/>20 Kilo weniger: der Hamburger Autor Michel Ruge aus St. Pauli vor und nach seiner 40-t\u00e4gigen Fastenkur.<\/p>\n<p>Hinzu kamen Schmerzen im R\u00fccken und in der Schulter und eine ungewohnte Unbeweglichkeit. K\u00f6rper und Geist wussten einfach nicht mehr wohin mit all dem Zeug, das t\u00e4glich reinkam.<\/p>\n<p>Der K\u00f6rper fegt gr\u00fcndlich aus<\/p>\n<p>Dabei hat der K\u00f6rper eigens einen Mechanismus, um aufzur\u00e4umen und Zellschrott zu entfernen: Autophagie beschreibt den Prozess, bei dem der K\u00f6rper gr\u00fcndlich ausfegt und daf\u00fcr sorgt, dass alles rauskommt, was nicht reingeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Weil unsere Gesellschaft aber zum st\u00e4ndigen Essen verf\u00fchrt, werden diese notwendigen Zeitfenster immer kleiner. Also beschloss ich, dieses Fenster m\u00f6glichst weit zu \u00f6ffnen und die innere Bude mal so richtig aufzur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Tees und Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<\/p>\n<p>Weil 40 Tage schon recht lang sind, holte ich mir die Hilfe vom Heilpraktiker Miguel Gahn, der mir nach einer gr\u00fcndlichen Anamnese eine Reihe von Teesorten und Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln aufschrieb, damit es meinem K\u00f6rper nicht an dringend ben\u00f6tigten N\u00e4hrstoffen mangelt. Anschlie\u00dfend a\u00df ich zwei Tage nur Leichtverdauliches, sah zu, dass meine Eingeweide leer wurden \u2013 und stellte das Essen schlie\u00dflich ganz ein.<\/p>\n<p>Mit knurrendem Magen und viel Langeweile ging es durch die Woche. Ich merkte nicht nur, wie viel Befriedigung das Essen bringt, sondern auch, wie viel Zeit es am Tag einnimmt. Einkaufen, Vorbereiten, Kochen und Essen \u2013 rund vier Stunden des Tages sind damit gef\u00fcllt. Die waren pl\u00f6tzlich \u00fcber.<\/p>\n<p>K\u00f6rper schaltet in Turbomodus<\/p>\n<p>Genau so viele Stunden, wie ich ab der zweiten Woche nur noch Schlaf brauchte. Mein K\u00f6rper schaltete in eine Art Turbomodus, und so stand ich nach vier Stunden Schlaf senkrecht im Bett. Das Wachsein hatte pl\u00f6tzlich eine andere Qualit\u00e4t, ich war ausgeschlafen, fit und alle Sinne stellten sich scharf.<\/p>\n<p>Gleichzeitig kehrte eine besondere Art der Ruhe ein, sodass mich selbst der Stra\u00dfenverkehr nicht mehr aufregte. Stau, st\u00e4ndig rote Ampeln und meckernde Fahrradfahrer lie\u00dfen mich v\u00f6llig kalt.<\/p>\n<p>Genuss bei Koch-Tutorials<\/p>\n<p>Die Gedanken ans Essen wurden weniger, stattdessen bekam ich pl\u00f6tzlich Lust darauf Brot zu backen. Ich setzte meinen ersten Sauerteig an, den ich im Gegensatz zu mir regelm\u00e4\u00dfig f\u00fctterte. Mit gro\u00dfem Genuss schaute ich mir Back- und Koch-Tutorials im Internet an und besch\u00e4ftigte mich auf ganz neue Art mit dem Thema Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Am Ende der zweiten Woche verschwanden schlie\u00dflich alle k\u00f6rperlichen Beschwerden und ich konnte mir wieder problemlos die Schn\u00fcrsenkel zubinden, ohne dass es im R\u00fccken zog. Ich war beweglich wie lange nicht mehr \u2013 k\u00f6rperlich und geistig.<\/p>\n<p>Kreislauf schw\u00e4chelte regelm\u00e4\u00dfig<\/p>\n<p>Doch, es gab nat\u00fcrlich auch Nachteile: Der Kreislauf schw\u00e4chelte regelm\u00e4\u00dfig. Wenn ich nachts aufstand, musste ich mich hin und wieder an der Wand abst\u00fctzen, das Hochsteigen der Hafentreppe kam einer Bergbesteigung gleich, meine Haut wurde trocken, ich fror trotz Sonnenschein und der Geschmack von Kr\u00e4utertee l\u00f6ste mittlerweile W\u00fcrgereiz aus.<\/p>\n<p>Anders der Teller Br\u00fche, den ich alle paar Tage a\u00df und die winzigen Lutschtabletten vom Heilpraktiker, die ich mit gro\u00dfem Genuss zu mir nahm. Auch das Z\u00e4hneputzen wurde zum kulinarischen Highlight und die Zahnpasta l\u00f6ste Schluckreflexe aus.<\/p>\n<p>\u201eMein K\u00f6rper war so beweglich wie mein Geist\u201c<\/p>\n<p>Was nicht eintrat, war, zum Gl\u00fcck, die bef\u00fcrchtete \u00dcbellaunigkeit oder Gereiztheit. Stattdessen versorgte ich meine Familie mit frischem Sauerteigbrot und fing an, die Wohnung zu renovieren.<\/p>\n<p>Schon nach drei Wochen hatte ich alle meine Ziele erreicht \u2013 mein K\u00f6rper war ebenso beweglich wie mein Geist. Meine Gedanken konnten sich frei in alle Richtungen bewegen, ohne sich zu verfangen.<\/p>\n<p>Mit dem Alter mehr auf sich achtgeben<\/p>\n<p>Doch, da war noch ein Ziel: Ich wollte auch mit \u00fcber 50 Jahren nicht einfach hinnehmen, dass die Waage mehr anzeigt als n\u00f6tig oder als es gesund ist. F\u00fcr mich geh\u00f6rt der Bauch ab einem gewissen Alter nicht dazu.<\/p>\n<p>Im Gegenteil \u2013 je \u00e4lter man wird, umso mehr sollte man auf sich achtgeben. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, aber auch, um meiner Tochter ein Vorbild zu sein. Denn ich habe selbst seit meiner Kindheit ein Vorbild, das mich zum Kampfsport animiert hat: Bruce Lee.<\/p>\n<p>\u201eAuf ganzer Linie vom Fasten profitiert\u201c<\/p>\n<p>Tja, und was soll ich sagen \u2013 jetzt, nach 40 Tagen, bin ich nicht nur schmerzfrei, rundherum beweglich und f\u00fchle mich wie ein frisch gewaschenes wei\u00dfes Laken, das in der Sonne getrocknet ist, sondern bin meinem Idol k\u00f6rperlich n\u00e4her als je zuvor. Egal, was die Meckerer in den sozialen Medien auch sagen \u2013 mein Beitrag \u00fcber das Fasten hatte nach zwei Tagen auf Facebook bereits 250.000 Aufrufe \u2013 ich habe auf ganzer Linie vom Fasten profitiert.<\/p>\n<p>Es war eine sehr besondere Z\u00e4sur, die mich auf vielen Ebenen ber\u00fchrt und nachhaltig ver\u00e4ndert hat. Machen wir uns nichts vor \u2013 dass wir in der westlichen Welt mehr essen und uns weniger Dinge wirklich bewusst machen als n\u00f6tig, ist ein Problem.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/wir-ich-es-geschafft-habe-50-kilo-abzunehmen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Radikaler Schritt einer Hamburgerin: \u201eWie ich es geschafft habe, 50 Kilo abzunehmen\u201c (M+)<\/a><\/p>\n<p>Die Begegnung mit dem Hunger hat gleichzeitig meinen Lebenshunger neu geweckt. Ich m\u00f6chte m\u00f6glichst alt werden und auch mit 85 Jahren noch mit meiner Tochter spazieren gehen k\u00f6nnen und die Kraft haben, meine Enkelkinder auf den Schultern zu tragen. Das ist es, was ich will. Und deshalb will ich auch in Zukunft regelm\u00e4\u00dfig fasten.<\/p>\n<p><strong>Hinweis der Redaktion:<\/strong> Eine Extrem-Fastenkur kann der Gesundheit schaden. Mehr dazu <a href=\"https:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/40-tage-fasten-das-sagt-ein-hamburger-arzt-dazu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" class=\"vg_wort_pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/vgzm.1021513-mopo-1575610.gif\" alt=\"\" style=\"width: 1px; height: 1px; position: absolute; pointer-events: none;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er war satt vom \u00dcberfluss unserer Wohlstandsgesellschaft \u2013 und hungrig nach einer Extremerfahrung: 40 Tage wollte es der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":245108,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1776],"tags":[1801,29,214,30,1802,215],"class_list":{"0":"post-245107","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente","8":"tag-celebrities","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-prominente","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114802423469190331","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/245107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=245107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/245107\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/245108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=245107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=245107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=245107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}