{"id":246577,"date":"2025-07-06T10:22:11","date_gmt":"2025-07-06T10:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/246577\/"},"modified":"2025-07-06T10:22:11","modified_gmt":"2025-07-06T10:22:11","slug":"sag-mal-wo-kommst-du-denn-her-herkunftsfaelschung-bei-franzoesischem-og-article","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/246577\/","title":{"rendered":"Sag mal, wo kommst du denn her? \u2013 Herkunftsf\u00e4lschung bei franz\u00f6sischem O+G | Article"},"content":{"rendered":"<p>Wie Claire Tillier f\u00fcr R\u00e9ussir.fr berichtet, hatte der Betrieb Fruits rouges du P\u00e9rigord \u00fcber 400 Tonnen Fr\u00fcchte zwischen 2020 und 2021 als franz\u00f6sisch ausgegeben, obwohl sie unter anderem aus Portugal, Marokko oder Guatemala stammten. Betroffen waren v.\u202fa. Beeren, aber auch Kiwis und Kastanien. Erste Untersuchungen fanden 2022 statt, 2023 wurde der Betrieb aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"picture\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Kontrolleur checkt die Herkunft von Obst im Lager\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/141128_chatgptimage4.juli202517_04_49_460313.jpg\"  loading=\"eager\" class=\"lazyloaded\" width=\"1536\" height=\"1024\"\/><\/p>\n<p>Erneut 10.000 Kontrollen in 2025 angesetzt<\/p>\n<p>2025 wird die franz\u00f6sische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbeh\u00f6rde DGCCRF 10.000 Kontrollen durchf\u00fchren, um die Herkunft von Produkten zu verifizieren, k\u00fcndigte die franz\u00f6sische Landwirtschaftsministerin Annie Genevard im Mai an. Die Herkunftsl\u00fcge schade direkt der franz\u00f6sischen Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, so die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Fortsetzung der bereits 2024 erfolgten umfangreichen Kontrollen. Das Fazit im Vorjahr: 1.800 Verwarnungen, 560 Bu\u00dfgelder. Rund 30 % Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten habe man festgestellt, auch schwere Vergehen waren dabei: Im Sommer 2024 wurde ein Gro\u00dfh\u00e4ndler aus dem D\u00e9partement Loir-et-Cher zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt, der Beeren aus Spanien oder Marokko als \u201cHerkunft: Frankreich\u201d verkauft hatte, berichtet r\u00e9ussir.<\/p>\n<p>Kiwis: Herkunft \u201cFrankreich\u201d wissenschaftlich abgrenzbar<\/p>\n<p>Bei bestimmten Produkten kann inzwischen sogar wissenschaftlich gegen falsch deklarierte Waren vorgegangen werden, wie Emmanuelle Pell\u00e9 f\u00fcr das Fachportal v\u00e9g\u00e9table.fr berichtet:\u00a0Mit der Datenbank \u201cOrigine France\u201d will die interprofessionelle Kiwi-Branchenvereinigung (BIK) durch Isotopenanalysen und Magnetresonanzspektroskopie gegen falsch deklarierte Produkte vorgehen. Nach dreij\u00e4hriger Aufbauarbeit seien die Testergebnisse inzwischen sehr zuverl\u00e4ssig, im Kampf gegen die Falschkennzeichnung von Obst sieht sich die franz\u00f6sische Kiwi-Branche auf gutem Weg, wie die Organisation als Zwischenbilanz im Juni 2024 pr\u00e4sentierte.\u00a0Das Verfahren kombiniert Isotopenanalysen mit Kernspinresonanz (r\u00e9sonance magn\u00e9tique nucl\u00e9aire) und k\u00f6nne mit\u00a099\u202f% Wahrscheinlichkeit die Herkunft Frankreich identifizieren,\u00a0 bei ausl\u00e4ndischen Proben lag die Trefferquote immerhin bei 72\u202f%, wie\u00a0Freddy Thomas (R&amp;D Eurofins) aufzeigte. 2024 soll die Kiwi-Datenbasis weiter ausgebaut werden \u2013 insbesondere durch die Einbeziehung zus\u00e4tzlicher Importproben. Ziel ist es laut BIK, die Herkunft \u201eFrankreich\u201c wissenschaftlich abgrenzbar zu machen und so besser vor betr\u00fcgerischer Umdeklarierung, der sog. \u201cFrancisation\u201d, zu sch\u00fctzen. Die Methode gilt nun als ausreichend stabil, um mittelfristig zur Kontrolle und Absicherung der franz\u00f6sischen Kiwi-Herkunft beitragen zu k\u00f6nnen, res\u00fcmiert Pell\u00e9.<\/p>\n<p class=\"picture\"><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Forscherteam untersucht eine Kiwi im Labor\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/141129_firefly_realisticscientificillustrationaslicedkiwibeinganalyzedinamodernfoodlabo873109_5976.j.jpeg\"  loading=\"lazy\" class=\"lazyloaded\" width=\"2304\" height=\"1792\"\/><\/p>\n<p>Drastische Preisunterschiede und andere Auff\u00e4lligkeiten<\/p>\n<p>Bei franz\u00f6sischem Spargel ist diese Art der Herkunftsanalyse bisher noch kein Thema. \u201cDie Investitionen sind erheblich\u201c, kommentierte die Direktorin der Branchenorganisation AOPn Asperges de France, Astrid \u00c9t\u00e8venaux, gegen\u00fcber Julia Commandeur (R\u00e9ussir.fr), man m\u00fcsse sich bislang auf Marktbeobachtung und Auff\u00e4lligkeiten in Preis und Verpackung verlassen. Mitte Mai habe die Vereinigung \u201cwiederholte Verdachtsf\u00e4lle\u201c bei wei\u00dfem Spargel gemeldet, vor allem auf Wochenm\u00e4rkten und im Einzelhandel au\u00dferhalb der gro\u00dfen Ketten. Die Preisunterschiede seien drastisch, erkl\u00e4rte \u00c9t\u00e8venaux: W\u00e4hrend franz\u00f6sische Ware bei etwa 6\u202f\u20ac\/kg lag, wurde Importware mitunter f\u00fcr 1,50\u202f\u20ac\/kg gehandelt \u2013 teils sogar in Verpackungen, die typisch f\u00fcr ausl\u00e4ndische Herkunft sind.<\/p>\n<p>UNCGFL: Kein Generalverdacht f\u00fcr Gro\u00dfh\u00e4ndler!\u00a0<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Verband der Obst- und Gem\u00fcse-Gro\u00dfh\u00e4ndler UNCGFL (Union Nationale du Commerce de Gros en Fruits et L\u00e9gumes) hat indes auf die Berichterstattung anl\u00e4sslich der Verurteilung des Gro\u00dfh\u00e4ndlers aus dem D\u00e9partement Dordogne reagiert und sich \u201cdeutlich von dem Vorfall distanziert\u201d, bei dem es sich um einen Einzelfall handele. Der Verband kritisiert, dass in einigen Medien direkt der gesamte Berufsstand unter Generalverdacht st\u00fcnde, was dem Ruf der Branche schade. Der interprofessionelle Dachverband Interfel, dem der UNCGFL angeh\u00f6rt, habe die festgestellten Arbeitsweisen ebenfalls klar verurteilt und trete in solchen F\u00e4llen regelm\u00e4\u00dfig als Nebenkl\u00e4gerin auf, teilt der UNCGFL weiter mit. Abschlie\u00dfend hei\u00dft es: \u201cGro\u00dfh\u00e4ndler spielen eine Schl\u00fcsselrolle in der Lebensmittelkette. Als regional verankerte, kundennahe Akteure versorgen die Gro\u00dfh\u00e4ndler jeden Tag Tausende von Fachleuten &#8211; lokale Gesch\u00e4fte, M\u00e4rkte, Kantinen, Krankenh\u00e4user, Restaurants usw. &#8211; mit frischem, gesundem und frischem Obst und Gem\u00fcse. Hunderte von engagierten Unternehmen tragen dazu bei, die Erwartungen von Millionen von Verbrauchern zu erf\u00fcllen.\u201d<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie Claire Tillier f\u00fcr R\u00e9ussir.fr berichtet, hatte der Betrieb Fruits rouges du P\u00e9rigord \u00fcber 400 Tonnen Fr\u00fcchte zwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":246578,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-246577","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114805797763127571","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/246577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=246577"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/246577\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/246578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=246577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=246577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=246577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}