{"id":246732,"date":"2025-07-06T11:46:12","date_gmt":"2025-07-06T11:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/246732\/"},"modified":"2025-07-06T11:46:12","modified_gmt":"2025-07-06T11:46:12","slug":"putins-russland-und-die-neue-verehrung-von-stalin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/246732\/","title":{"rendered":"Putins Russland und die neue Verehrung von Stalin"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 06.07.2025 13:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach seinem Tod wurde der Kult um Stalin beendet. Zu schlimm war die Terrorpolitik des Sowjetdiktators gewesen. Doch unter Russlands Pr\u00e4sident Putin wird die Verehrung neu verordnet. Warum?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/frank-aischmann-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Frank Aischmann, MDR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/aischmann-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wer ist f\u00fcr Sie die herausragendste Pers\u00f6nlichkeit aller Zeiten und Nationen?&#8220;, fragte vor einigen Tagen das unabh\u00e4ngige russische Lewada-Zentrum.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.levada.ru\/2025\/06\/17\/samye-vydayushhiesya-lyudi-vseh-vremyon-i-narodov\/\" title=\"Umfrage des Lewada-Zentrums\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Das Ergebnis<\/a> war eindeutig und ist repr\u00e4sentativ f\u00fcr die \u00f6ffentliche Meinung in Russland: Josef Stalin gilt mit weitem Abstand als die bedeutendste Person, gefolgt von Pr\u00e4sident Wladimir Putin, auf Platz drei ist Wladimir Iljitsch\u00a0Lenin.<\/p>\n<p>    &#8222;Ordnung&#8220;, &#8222;Disziplin&#8220; und der Sieg im Krieg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch woher kommt die Stalin-Begeisterung? Unter seiner F\u00fchrung habe Russland den Sieg im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg &#8211; dem Zweiten Weltkrieg &#8211; errungen, erkl\u00e4rt eine Frau im Zentrum Moskaus. Deshalb sei er so bedeutend.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir hatten das Motto: Wir sind f\u00fcr die Heimat und f\u00fcr Stalin in den Tod gegangen. Vielleicht war er streng, vielleicht war er hart, aber damals brauchte man nichts anderes. Es gab Ordnung, es gab Disziplin, und das Volk folgte ihm&#8220;, meint eine andere Passantin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJosef Stalin als strahlender Sieger \u00fcber Nazi-Deutschland: Per Erlass ordnete Putin Ende April an, den Flughafen von Wolgograd wieder in Stalingrad umzubenennen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGeorgij Filimonow ist Gouverneur von Wologda nord\u00f6stlich von Moskau. Er ist stolz auf mehrere neue Stalin-Denkm\u00e4ler in seinem Gebiet. Als er zum Tag des Sieges \u00fcber Deutschland am 9. Mai an einer der B\u00fcsten Blumen niederlegte, sagte er: Der Sieg im Zweiten Weltkrieg trage den Namen von Stalin. Intellekt und F\u00fchrungsgenie des Oberbefehlshabers seien ausschlaggebend gewesen. &#8222;Deshalb m\u00fcssen wir sein Andenken ehren.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>    Stalins Politik des Terrors scheint vergessen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer brutale Diktator Stalin dagegen scheint in Vergessenheit zu geraten: der Architekt des gro\u00dfen Terrors nach 1936, mit Massenverhaftungen, sogenannten S\u00e4uberungen in Partei und Armee, der Ermordung Hunderttausender sogenannter Volksfeinde. Stalin, der Verantwortliche f\u00fcr Massendeportationen, Zwangsarbeit und einer katastrophalen Hungersnot nach der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOrganisationen, die das aufzuarbeiten versuchten, sind inzwischen in Russland verboten &#8211; allen voran die verdienstvolle <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/memorial-aufloesung-101.html\" title=\"Kommentar zu Memorial: Kein Platz f\u00fcr die Wahrheit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Menschenrechtsorganisation Memorial<\/a>. &#8222;Es ist ein Prozess der Restalinisierung im Gange. Warum werden Denkm\u00e4ler f\u00fcr Opfer politischer Repressionen zerst\u00f6rt oder gesch\u00e4ndet, aber Stalins Denkm\u00e4ler und Reliefs errichtet?&#8220;, fragt Boris Wischnewskij, Politiker der oppositionellen Jabloko-Partei in St. Petersburg.<\/p>\n<p>    Stalin-Verehrung um Putin zu st\u00e4rken?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeine Frage beantwortete er im YouTube-Kanal Schiwoj Gwosd gleich selbst.\u00a0Der Staat habe unter Stalin Verbrechen begangen, &#8222;Unschuldige verurteilt, erschossen, ins Exil, ins Gef\u00e4ngnis oder in ein Lager geschickt&#8220;, sagt Wischnewskij.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Vielleicht sind die, die heute bei uns f\u00fcr ihre Worte vor Gericht gestellt und zu sechs, sieben oder acht Jahren Haft verurteilt werden, genauso unschuldig wie diejenigen, die zu Stalins Zeiten verurteilt wurden? Damit den Leuten solche Analogien gar nicht erst in den Sinn kommen &#8211; deshalb wird die Erinnerung an Stalins Repressionen ausgel\u00f6scht, und die Organisatoren dieser Repressionen und die Henker werden gelobt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Opposition gegen Stalin-Kult nicht erlaubt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf dem Taganka-Platz in Moskau sollte es diese Woche eine kleine Protestaktionen geben &#8211; beantragt von der kleinen oppositionellen Jabloko-Partei Wischnewskijs. Der Grund: ein gro\u00dfes Stalin-Relief in der naheliegenden U-Bahnstation. Das Relief war Jahre nach dem Tod des Diktators abgerissen worden &#8211; doch jetzt ist es wieder da. \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Namen der Opfer der Stalin-Unterdr\u00fcckung sollte dagegen protestiert werden. Ganze 20 Teilnehmer waren zur Aktion angemeldet, aber die\u00a0Moskauer Stadtverwaltung sagte mit einer liebgewordenen Ausrede aus Covid-Zeiten ab: Die epidemiologische Lage sei schwierig und lasse das nicht zu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz des Verbots hat Jabloko eine Unterschriftensammlung f\u00fcr die Demontage des Stalin-Denkmals gestartet. Sie ist ohne jede Aussicht auf Erfolg. Dennoch: Es kamen bislang immerhin 5.000 Unterschriften zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 06.07.2025 13:03 Uhr Nach seinem Tod wurde der Kult um Stalin beendet. 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