{"id":247244,"date":"2025-07-06T16:31:42","date_gmt":"2025-07-06T16:31:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/247244\/"},"modified":"2025-07-06T16:31:42","modified_gmt":"2025-07-06T16:31:42","slug":"neuer-bildband-einblicke-in-ralph-gibsons-stilpraegende-fotografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/247244\/","title":{"rendered":"Neuer Bildband: Einblicke in Ralph Gibsons stilpr\u00e4gende Fotografie"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/covergibson-100.webp\" alt=\"Cover Simon Ralph Gibson, &quot;Photographs 1960\u20132024&quot;\" title=\"Cover Simon Ralph Gibson, &quot;Photographs 1960\u20132024&quot; | Taschen\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 04.07.2025 09:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Obwohl seine Werke in allen bedeutenden Fotosammlungen der USA vertreten ist, gilt Ralph Gibson hierzulande noch immer als Geheimtipp. Ein neuer Bildband k\u00f6nnte das \u00e4ndern. Auf 550 Seiten nimmt Gibson uns mit auf eine fotografische Reise durch sein Leben.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Silke Lahmann-Lammert<\/p>\n<p class=\"\">\nDas Foto, das Ralph Gibson an den Anfang seines Buches stellt, zeigt wenig &#8211; und erz\u00e4hlt doch viel: Zu sehen sind die verschr\u00e4nkten Arme eines Mannes hinter seinem R\u00fccken. Seine Jacke ist abgewetzt, die H\u00e4nde von harter Arbeit gezeichnet. Umso zarter und zerbrechlicher wirkt die Rose, die er zwischen seinen Fingern h\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"\">\nRalph Gibson hat das R\u00fcckenportr\u00e4t 1960 in San Francisco aufgenommen. Schon damals interessierte er sich f\u00fcr Details, f\u00fcr Nahaufnahmen und Ausschnitte, die die Fantasie in Gang setzen: Wer ist der Mann mit den schmutzigen H\u00e4nden? Arbeitet er in einer Werkstatt oder den nahegelegenen Docks? Und f\u00fcr wen ist die Rose bestimmt?<\/p>\n<p class=\"\">\nAls Gibson die Aufnahme machte, war er 21 und auf der Suche nach seinem eigenen Stil. Ein Kunst-Studium brach er ab, um als Assistent bei Fotografie-Gr\u00f6\u00dfen wie Dorothy Lange und Robert Frank zu arbeiten.<\/p>\n<blockquote><p>\n        In den ersten Jahren war ich mit meiner Arbeit so unzufrieden, dass ich das meiste davon wegwarf.<\/p>\n<p>                Leseprobe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Mit der Kamera durch New Yorks pulsierende Stra\u00dfen<\/p>\n<p class=\"\">\nDie wenigen Fr\u00fchwerke, die Gibsons gnadenloser Selbstkritik standhielten, bilden den Auftakt einer Reise durch das Oeuvre des 86-j\u00e4hrigen Fotografen. 1967 zog er von der Westk\u00fcste nach New York:<\/p>\n<blockquote><p>\n        \u2026 mit drei Leicas und 200 Dollar in der Tasche. Ich mietete ein Zimmer im Chelsea Hotel, in dem ich drei Jahre lang blieb. New York und ich passten wunderbar zueinander, als h\u00e4tten wir aufeinander gewartet.<\/p>\n<p>                Leseprobe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">\nGibson fotografiert die Neonbuchstaben der K\u00fcnstlerherberge vor einem schwarzen Nachthimmel. &#8222;Hotel&#8220; &#8211; und im rechten Winkel darunter: &#8222;Chelsea&#8220;. Mit einem Gesp\u00fcr f\u00fcr geometrische Formen, f\u00fcr Licht und Schatten bringt er Struktur und Rhythmus in seine Bilder. Manche Aufnahmen erinnern an Arbeiten des russischen Konstruktivisten Alexander Rodtschenko. Gibson zieht mit seiner Kamera durch die Stra\u00dfen, f\u00e4ngt die pulsierende Stimmung ein, den Geschmack von Freiheit und Aufbruch, der Ende der 1960er-Jahre in der Luft liegt.<\/p>\n<p>    &#8222;The Somnambulist&#8220;: Der Durchbruch eines vision\u00e4ren Fotografen<\/p>\n<p class=\"\">\n1970 ver\u00f6ffentlicht er &#8222;The Somnambulist&#8220;, ein Buch, das ihn auf einen Schlag ber\u00fchmt macht. Fotos, die wie Traumsequenzen wirken, zeigen r\u00e4tselhafte, oft unheimliche Szenen: Eine nackte Frau treibt auf einem See. Zwei Menschen sitzen mit verbunden Augen auf einer Parkbank. Ein \u00e4lterer Herr am Steuer einer gl\u00e4nzenden Limousine wendet sich erschreckt zur Seite.<\/p>\n<p class=\"\">\nManche Aufnahmen sind stark angeschnitten und erinnern an Filmstills. Kein Wunder: Gibsons Vater arbeitete bei Warner Brothers und vermittelte seinem Sohn Statistenrollen in Hitchcock-Filmen. Eine Erfahrung, die ihn pr\u00e4gte: Wie der britische Regisseur arbeitet er mit Hinweisen und Andeutungen und \u00fcberl\u00e4sst es dem Publikum, sich das Unheimliche und Befremdliche auszumalen.<\/p>\n<p>    Gibsons magische Bildsprache und die Macht der Atmosph\u00e4re<\/p>\n<p class=\"\">\nDie Aufnahmen in dem neuen Bildband nehmen uns mit nach Europa, nach Afrika, S\u00fcdostasien und S\u00fcdamerika. Doch mehr als die Angabe, an welchem Ort wir uns befinden, bekommen wir nicht. Ralph Gibson ist kein Dokumentarfotograf. Seine Bilder atmen die Atmosph\u00e4re, die Stimmung einer Stadt. Das, was einen Ort faszinierend, geheimnisvoll und manchmal auch gef\u00e4hrlich macht. Es sind Fotos, die &#8211; wie ein Film &#8211; in unseren K\u00f6pfen weiterlaufen.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/covergibson-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/covergibson-100.webp\" alt=\"Cover Simon Ralph Gibson, &quot;Photographs 1960\u20132024&quot;\" title=\"Cover Simon Ralph Gibson, &quot;Photographs 1960\u20132024&quot; | Taschen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>        <\/a><\/p>\n<p>      Ralph Gibson. Photographs 1960-2024<\/p>\n<p>von <\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>552 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Bildband<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>Taschen Verlag<\/dd>\n<dt>ISBN:<\/dt>\n<dd>978-3-7544-0268-9<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>60 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.07.2025 09:03 Uhr Obwohl seine Werke in allen bedeutenden Fotosammlungen der USA vertreten ist, gilt Ralph Gibson&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":247245,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,9225,9229,29,214,9226,1885,76381,8081,30,1794,10796,215,76382],"class_list":{"0":"post-247244","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-bildband","10":"tag-bildbaende","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-fotobuch","14":"tag-fotografie","15":"tag-fotografische-werke","16":"tag-geheimtipp","17":"tag-germany","18":"tag-kunst-und-design","19":"tag-portraetfotografie","20":"tag-unterhaltung","21":"tag-us-amerikanische-fotografie"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114807248347733500","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/247244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=247244"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/247244\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/247245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=247244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=247244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=247244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}