{"id":248256,"date":"2025-07-07T02:05:21","date_gmt":"2025-07-07T02:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/248256\/"},"modified":"2025-07-07T02:05:21","modified_gmt":"2025-07-07T02:05:21","slug":"tanz-den-gasteig-in-muenchen-wo-70-jaehrige-zu-k-pop-tanzen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/248256\/","title":{"rendered":"Tanz den Gasteig in M\u00fcnchen: Wo 70-J\u00e4hrige zu K-Pop tanzen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Er f\u00e4llt auf. Rotes Polohemd, der Kragen ein wenig verrutscht, graue Bermudashorts, randlose Brille\u00a0\u2013 und dann noch diese grauen Haare. Das l\u00e4sst ihn herausstechen, weil um ihn herum vor allem junge Menschen tanzen. Auf der B\u00fchne vor der Isarphilharmonie stehen zwei Frauen und bringen der Menge das Tanzen zu K-Pop bei. K-Pop hei\u00dft so, weil diese Art der Popmusik aus Korea kommt. Die Tanzbewegungen dazu wirken mal sportlich, mal lasziv, immer geschmeidig. Arme, Beine, Oberk\u00f6rper sind permanent in Bewegung, \u201eForever young\u201c dr\u00f6hnt aus den Boxen. Der Mann in Rot geh\u00f6rt zur Vorg\u00e4ngergeneration der K-Pop-Community, mindestens. Er l\u00e4sst den Kopf kreisen, malt mit den H\u00e4nden einen Smiley unters Gesicht. Er macht alles mit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Detlef Krauel sticht heraus aus der Masse der meist jungen und weiblichen K-Pop-T\u00e4nzerinnen.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/901fec62-9d07-4c5a-93a6-bc88b613b144.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Detlef Krauel sticht heraus aus der Masse der meist jungen und weiblichen K-Pop-T\u00e4nzerinnen. (Foto: Robert Haas)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u00dcberhaupt, alle machen alles bei \u201eTanz den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gasteig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gasteig<\/a>\u201c. Das Ausweichquartier HP8 wird am Samstag zum Multi-Dancefloor, mehrere Tausend Menschen d\u00fcrften es sein, die in die Isarphilharmonie, die umliegenden S\u00e4le und aufs Freigel\u00e4nde str\u00f6men. Der Eintritt ist frei und gez\u00e4hlt wird nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Es soll ein Fest f\u00fcr alle sein, und das ist es. Es kommen Junge und Senioren, Gro\u00dfe und Kleine, D\u00fcnne und Bauchige, Trainierte und solche, die erst anfangen. Kein Schaulaufen, kein Wettbewerb, einfach mitmachen und Freude haben bei allen m\u00f6glichen Workshops, drinnen und drau\u00dfen. Afro-Dance, House Dance, Kinderdisco, Silent Disco. Bei Letzterer kriegt jeder einen Kopfh\u00f6rer auf und darf aus drei verschiedenen Musikrichtungen w\u00e4hlen. An der Farbe des Ger\u00e4ts ist zu erkennen, was der oder die andere gerade h\u00f6rt, so bilden sich Tanz-Rudel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Bei der Silent Disco tanzt jeder mit Kopfh\u00f6rer zu seiner Musik.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/7f20fe74-a644-4063-86cc-70b2736b324f.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Bei der Silent Disco tanzt jeder mit Kopfh\u00f6rer zu seiner Musik. (Foto: Robert Haas)<img decoding=\"async\" alt=\"Verena Trollmann probiert im HP8 das Tanzen mit Hula-Hoop-Reifen aus.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/11c724bb-7819-43c1-8bf4-8923c5ba3613.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Verena Trollmann probiert im HP8 das Tanzen mit Hula-Hoop-Reifen aus. (Foto: Robert Haas)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Vor dem Haupteingang drehen sich die Hula-Hoop-Reifen, das braucht Platz, bis hinauf zur Bushaltestelle an der Bruderm\u00fchlstra\u00dfe kreisen die Becken. Isa Hirschauer, die Trainerin, spornt gut 100 Reifen-Menschen an. \u201eDas schaut so mega aus!\u201c, ruft sie ihren Sch\u00fclerinnen (die Frauenquote d\u00fcrfte bei 90 Prozent liegen) zu. \u201eCool! Schaut Hammer aus!\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Verena Trollmann, 20, hat mitgemacht beim Reifen-Kreisen und zuvor schon beim Swing. Sind das nicht etwas altmodische T\u00e4nze? Ja, schon, sagt sie, und genau deshalb probiere sie es mal aus, \u201eweil\u2019s etwas Altes ist\u201c. Sie studiere Wirtschaftsmathematik. Normalerweise tanze sie Lateinamerikanisch, Bachata zum Beispiel. Ihre Kommilitonin Tanja Wolf, auch 20, sagt, dass sie nicht gleich einen wochenlangen Kurs besuchen w\u00fcrde f\u00fcr Hula-Hoop oder Swing. Aber hier reize es sie, das mal auszuprobieren. \u201eHier kann man einfach mal drauflos machen.\u201c Vorher waren die beiden schon ein paar Meter weiter beim Charleston dabei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Parkplatz vor dem Probensaal ist Swing-Areal. Auch hier stehen Dutzende Menschen, ihre Schuhsohlen reiben rhythmisch und synchron auf dem Asphalt. \u201eTapp-tapp.\u201c Christine von Scheidt gibt von der B\u00fchne die Kommandos: \u201eArme hoch. Eins, zwei, drei, vier.\u201c Dutzende Knie gehen nach innen und nach au\u00dfen. Der Gasteig swingt, zwischen Autowerkst\u00e4tten und Bierb\u00e4nken.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Eine Stunde l\u00e4uft der K-Pop-Workshop schon. Eins, zwei, drei, vier \u2026 jede Zahl eine weitere Bewegung. Die Vort\u00e4nzerin erkl\u00e4rt, dass bei sieben die H\u00e4nde nach unten fallen und bei acht das rechte Bein nach vorne geht. \u201eAufmachen, zur\u00fcck. Aufmachen, zur\u00fcck.\u201c Der Mann in Rot macht alles mit, blo\u00df nicht seine Haare. Die sind zu kurz, um so mitzuschwingen wie bei vielen Frauen. Dann, eine Stunde Choreo-Kurs ist um, verl\u00e4sst er den Dancefloor. Was ist los?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Detlef Krauel hei\u00dfe er, sagt er beim Gespr\u00e4ch vor der Halle, und jetzt, jetzt reiche es, er k\u00f6nne nicht mehr. 70 Jahre alt sei er, sagt Krauel und er scheint sich zu freuen, weil man\u2019s kaum glauben mag. Er habe neben seinem Job als Software-Ingenieur viele Jahre Tanzen als Sport betrieben, erz\u00e4hlt er, richtig intensiv, Deutscher Meister sei er gewesen, wenn auch nicht oberste Liga. Vor ein paar Jahren habe er wegen einer Fu\u00dfverletzung aufh\u00f6ren m\u00fcssen. Aber bei K-Pop, da m\u00fcsse man nicht so viel mit den F\u00fc\u00dfen arbeiten, da stehe man mit beiden Beinen auf dem Boden, das sei gut f\u00fcr ihn. \u201eDas hat wieder Spa\u00df gemacht.\u201c Und wo sind jetzt seine Frau und die anderen aus der Gruppe? Detlef Krauel schaut sich um, sucht sie, gelangt zum House-Dance-Workshop. Die anderen findet er nicht, egal, er f\u00e4ngt an mitzuwippen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er f\u00e4llt auf. 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