{"id":248625,"date":"2025-07-07T05:49:52","date_gmt":"2025-07-07T05:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/248625\/"},"modified":"2025-07-07T05:49:52","modified_gmt":"2025-07-07T05:49:52","slug":"bebauungsplan-definiert-jetzt-die-kuenftige-wohnbebauung-am-gerichtsweg-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/248625\/","title":{"rendered":"Bebauungsplan definiert jetzt die k\u00fcnftige Wohnbebauung am Gerichtsweg + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Solange es keine anderen Baugesetze gibt, werden Beschl\u00fcsse zu Bauvorhaben in der Stadt immer nur Kompromisse sein. Nicht ganz einfache Kompromisse, schon gar nicht da, wo nach Paragraf 34 des Baugesetzes sowieso schon Baurecht besteht. Und das besteht auf vielen Leipziger Brachen, auf denen in den letzten 35 Jahren k\u00fchlendes Gr\u00fcn gewachsen ist. Gr\u00fcn, das man eigentlich in einer sich aufheizenden Stadt dringend braucht. Weshalb gerade die Anwohner der Fl\u00e4che am Gerichtsweg \/ Ecke T\u00e4ubchenweg vehement um den Erhalt der Gr\u00fcnfl\u00e4che gek\u00e4mpft haben.<\/p>\n<p>Doch die Fl\u00e4che geh\u00f6rt nicht der Stadt. Die Spielr\u00e4ume der Stadt sind also eng, wenn sie hier etwas anderes will als ein einfaches \u201eJa\u201c zu den Baupl\u00e4nen der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmers, der auf dem einst hier befindlichen Fabrikgel\u00e4nde neue Wohnungen bauen will. Man habe mit dem Eigent\u00fcmer AOC auch intensiv verhandelt, berichtete Baub\u00fcrgermeister Thomas Dienberg in der Ratsversammlung am 25. Juni. Und man habe dabei auch eine kooperative Haltung des Bauherren vorgefunden, der sich bereit zeigt, nicht die ganze Fl\u00e4che zu bebauen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c86488837bac4e7cbafd684e0da4e905.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Auch wenn dann der verbleibende Gr\u00fcnstreifen von 2.000 Quadratmetern deutlich weniger ist als das, was Erholungssuchende heute auf der Fl\u00e4che vorfinden, die nach 1990 als Zwischennutzung zu einer der beliebten Leipziger Brachen wurde, die f\u00fcr j\u00fcngere Menschen gar nicht mehr aus dem Stadtbild weggedacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber es ist eben kein gestalteter Park, betonte auch Dienberg. Auch wenn er den Wunsch der Anwohner nach deutlich mehr Gr\u00fcn oder gar dem Gesamterhalt der Gr\u00fcnfl\u00e4che nur zu gut versteht.<\/p>\n<p>Um Spielr\u00e4ume zu erhalten, hat die Stadt sowieso schon eine Ver\u00e4nderungssperre auf das Gel\u00e4nde gelegt, <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024150&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2167779\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Ver\u00e4nderungssperre, die am 25. Juni mit allen Stimmen der anwesenden Stadtr\u00e4te verl\u00e4ngert wurde<\/a>.<\/p>\n<p>Ein bisschen Gr\u00fcn<\/p>\n<p>Gleichzeitig aber nutzt die Stadt hier nun die M\u00f6glichkeit, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024149&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2167777\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit einem Bebauungsplan steuernd einzugreifen<\/a>, sodass eben nicht \u2013 wie urspr\u00fcnglich geplant \u2013 die gesamte Fl\u00e4che wieder bebaut wird, sondern eben auch ein bisschen Platz f\u00fcr Gr\u00fcn erhalten bleibt. Ganz offensichtlich geht der Grundst\u00fcckeigent\u00fcmer diesen Weg mit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751867388_420_Stadtrat-Elisa_Gerbsch-Linke-00009711.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-628010 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751867388_420_Stadtrat-Elisa_Gerbsch-Linke-00009711.jpg\" alt=\"Frau Elisa Gerbsch (Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Elisa Gerbsch (Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Wobei <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025314&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Thema besonders die Linksfraktion besch\u00e4ftigte.<\/a> Denn wenn hier 5.000 Quadratmeter neue Wohnfl\u00e4che entstehen sollen, w\u00e4re es doch \u2013 den Entwicklungszielen der Stadt entsprechend \u2013 nur folgerichtig, wenn davon auch wieder 30 Prozent als gef\u00f6rderter Wohnraum entstehen.<\/p>\n<p>\u201eDas Problem ist nicht Wohnraummangel, sondern das bezahlbarer Wohnraum fehlt\u201c, brachte Linke-Stadtr\u00e4tin Dr. Elisa Gerbsch das Problem auf den Punkt. Denn wenn der Eigent\u00fcmer hier baut, werden wohl nur Eigentumswohnungen gebaut, die f\u00fcr normalverdiendende Leipziger uneschwinglich sind.<\/p>\n<p>Was ja auch ein Kritikpunkt der Anwohner war. Denn hochpreisige Eigentumswohnungen sorgen dann wohl wieder daf\u00fcr, dass auch in dieser Gegend das Mietniveau weiter anzieht. CDU-Stadtr\u00e4tin Dr. Sabine Heymann suggerierte zwar, dann w\u00fcrden ja vielleicht ein paar gut verdienende Leipziger ihre Mietwohnung in Schleu\u00dfig aufk\u00fcndigen und in eine Eigentumswohnung ziehen.<\/p>\n<p>Nur dominieren den Eigentumswohnungsmarkt in Leipzig eben nicht die Leipziger, die oft gar nicht in den Dimensionen verdienen, mit denen sie sich eine Eigentumswohnung leisten k\u00f6nnten. Es sind gr\u00f6\u00dftenteils gut verdienende K\u00e4ufer aus S\u00fcd- und Westdeutschland, die die Eigentumswohnungen kaufen. Und f\u00fcr den Bauherrn ist es der schnellste Weg, seine Investitionskosten wieder reinzuholen.<\/p>\n<p>Mehr Gr\u00fcn in den Nebenstra\u00dfen<\/p>\n<p>Aber aus Sicht der Linken war auch die verbleibende Gr\u00fcnfl\u00e4che zu klein. Die Linksfraktion beantragte deshalb eine Verdoppelung der Fl\u00e4che. Was dann eigentlich bedeutet h\u00e4tte, dass der Bebauungsplan noch einmal aufgeschn\u00fcrt h\u00e4tte werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00009683.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-627997 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00009683.jpg\" alt=\"Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Einen anderen Weg, den Gr\u00fcnverlust ein wenig zu kompensieren, schlug Dr. Tobias Peter f\u00fcr die Gr\u00fcnen vor. Die Gr\u00fcnen sahen eine m\u00f6gliche Kompensation nicht im Plangebiet selbst, sondern in zwei Nachbarstra\u00dfen, die verkehrsberuhigt werden k\u00f6nnten und mehr Gr\u00fcn bekommen sollten. I<\/p>\n<p>n der Formulierung <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025167&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">des Gr\u00fcnen-Antrags:<\/a> \u201eDie Perthesstra\u00dfe und die Fromannstra\u00dfe werden in den dem Bebauungsplangebiet entsprechenden Abschnitten verkehrsberuhigt und begr\u00fcnt. Eine teilweise oder vollst\u00e4ndige Entwidmung der Stra\u00dfenabschnitte wird gepr\u00fcft. Die Ma\u00dfnahmen werden zeitlich abgestimmt mit der Realisierung der Bauvorhaben im Bebauungsplangebiet umgesetzt. Der Vorhabentr\u00e4ger ist durch St\u00e4dtebaulichen Vertrag finanziell zu beteiligen.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Anliegen zu \u00fcbernehmen, sahen weder Baub\u00fcrgermeister Thomas Dienberg noch OBM Burkhard Jung ein Problem. Daf\u00fcr sah AfD-Stadtrat Udo B\u00fctow darin ein Problem und w\u00fcnschte die Einzelabstimmung \u00fcber den Gr\u00fcnen-Antrag.<\/p>\n<p>Aber eine Stadtratsmehrheit von 30:25 bei f\u00fcnf Enthaltungen sah sehr wohl einen Gewinn, wenn die Stadt sich um Begr\u00fcnung und Verkehrsberuhigung in diesen beiden Stra\u00dfen bem\u00fcht. Das Anliegen wurde also Teil <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024149&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2167777\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Vorlage selbst,<\/a> die mit 39:10 Stimmen bei 12 Enthaltungen auch die n\u00f6tige Mehrheit fand. Sodass jetzt klar ist, in welchem Ausma\u00df der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer hier bauen darf.<\/p>\n<p>Nur die beiden Anliegen der Linksfraktion fanden an diesem Tag keine Mehrheit. Auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass \u00fcberhaupt nicht sicher ist, ob es k\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch Wohnungsbauf\u00f6rderung vom Freistaat Sachsen geben wird. Der Antrag wurde mit 11:34 Stimmen bei 15 Enthaltungen abgelehnt. Wobei die Enthaltungen durchaus von Sympathie f\u00fcr das Anliegen sprechen, aber auch von der Unm\u00f6glichkeit, das im Bebauungsplan mit unterzubringen.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Solange es keine anderen Baugesetze gibt, werden Beschl\u00fcsse zu Bauvorhaben in der Stadt immer nur Kompromisse sein. 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