{"id":249384,"date":"2025-07-07T12:59:09","date_gmt":"2025-07-07T12:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/249384\/"},"modified":"2025-07-07T12:59:09","modified_gmt":"2025-07-07T12:59:09","slug":"truegerische-augenhoehe-mit-real-biederer-bvb-redet-sich-niederlage-bei-klub-wm-tuechtig-schoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/249384\/","title":{"rendered":"Tr\u00fcgerische Augenh\u00f6he mit Real: Biederer BVB redet sich Niederlage bei Klub-WM t\u00fcchtig sch\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr Borussia Dortmund ist die Klub-WM beendet. Gegen Real Madrid kommt im Viertelfinale das Aus. Spieler und Verantwortliche sehen sich fast ebenb\u00fcrtig mit dem gro\u00dfen Gegner &#8211; doch der Anschein tr\u00fcgt.<\/strong><\/p>\n<p>Niederlagen sind immer Ansichtssache. Es gibt knappe Niederlagen, es gibt klare Niederlagen. Und es gibt nat\u00fcrlich auch verdiente Niederlagen und unverdiente &#8211; je nach Blickwinkel. Genauso war es mit dem 2:3 von Borussia Dortmund am Samstag im Viertelfinale der FIFA-Klub-WM in East Rutherford gegen Real Madrid.<\/p>\n<p>Wer nur auf die Nachspielzeit schaute, der musste dem BVB eine tolle Moral, gro\u00dfartige Comeback-Qualit\u00e4ten und einen unb\u00e4ndigen Willen attestieren, dieses Spiel doch noch drehen zu wollen. Denn zun\u00e4chst hatte Maximilian Beier mit einem platzierten Schuss auf 1:2 verk\u00fcrzt (90.+2). Und als im Gegenzug Superstar Kylian Mbapp\u00e9 den Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte, kamen die Borussen erneut zur\u00fcck, trafen durch einen von Serhou Guirassy verwandelten Foulelfmeter zum 2:3 (90.+8).<\/p>\n<p>BVB genie\u00dft Rolle des knappen Verlierers<\/p>\n<p>Und dann hatte Marcel Sabitzer tats\u00e4chlich mit der letzten Aktion noch die Chance zum Ausgleich. Doch seinen 14-Meter-Drehschuss hinderte Real-Torwart Thibout Courtois mit einer Glanzparade am \u00dcberschreiten der Torlinie. Bei Waldemar Anton war &#8222;der Frust sehr gro\u00df&#8220;. Er k\u00f6nne &#8222;immer noch nicht fassen&#8220;, bekannte der BVB-Verteidiger, &#8222;wie er den Ball rausholt, das war unglaublich&#8220;. Sein Fazit: Das &#8222;Qu\u00e4ntchen Gl\u00fcck&#8220; sei nicht auf der Dortmunder Seite gewesen. Am Ende sei, glaube er, &#8222;ein bisschen mehr drin&#8220; gewesen, res\u00fcmierte Sportdirektor Sebastian Kehl. Und Mittelfeldw\u00fchler Pascal Gro\u00df befand: &#8222;Heute war Real das eine Tor besser.&#8220;<\/p>\n<p>Borussia Dortmunds Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lars Ricken war sogar hochzufrieden mit dem Abschneiden seines Klubs. &#8222;Wir haben den BVB, die Stadt Dortmund und die Bundesliga bei der FIFA-Klub-WM w\u00fcrdig vertreten&#8220;, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. &#8222;Wir sind Achter im europ\u00e4ischen Ranking, standen im Viertelfinale der Champions League und nun unter den besten Acht der Welt. Das kann sich sehen lassen&#8220;, sagte Ricken. &#8222;International war in den vergangenen beiden Jahren keine deutsche Mannschaft besser als wir.&#8220;<\/p>\n<p>Sie f\u00fchlten sich insgesamt recht wohl in ihrer Rolle als knappe Verlierer, diese Dortmunder. Ein Team, das den gro\u00dfen Favoriten, Xabi Alonsos Real Madrid, fast noch in die Verl\u00e4ngerung gezwungen h\u00e4tte. Und, bezogen auf die Nachspielzeit, stimmt das sogar. Doch wer sich das gesamte Spiel anschaut, das gro\u00dfe, ganze Bild dieser Viertelfinal-Partie betrachtet, der muss unweigerlich zu der Erkenntnis kommen, dass diese 2:3-Niederlage der Borussia verdient war &#8211; und gar nicht mal so knapp, wie es das Endergebnis vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wie New York und New Jersey<\/p>\n<p>Denn Real Madrid gegen Borussia Dortmund, das war wie New York City und New Jersey. Das MetLife Stadium steht in East Rutherford &#8211; und somit im US-Bundesstaat New Jersey. Trotzdem wird es immer nach New York verortet, wenngleich es mindestens eine halbe Autostunde vom Big Apple entfernt ist. New York klingt halt nach Metropole, gro\u00dfer Welt, nach Glanz, Glamour und Sex-Appeal. Niemand k\u00e4me auf die Idee, die Stadt in Zusammenhang mit New Jersey zu bringen, obwohl beide eine knapp 80 Kilometer lange Grenze verbindet, sie also ineinander \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>New Jersey wiederum wird eigentlich immer mit dem Zusatz &#8222;New York&#8220; erw\u00e4hnt &#8211; um es geografisch besser einzuordnen oder um es halt einfach etwas gr\u00f6\u00dfer, etwas cooler und etwas kosmopolitischer zu machen, als es tats\u00e4chlich ist. Real Madrid war in diesem ungleichen Duell New York &#8211; und der BVB eben das kleine, beschauliche New Jersey, das gerne gro\u00df sein w\u00fcrde, aber, als es drauf ankam, letztlich nicht \u00fcber seine Rolle des Anh\u00e4ngsels hinauskam.<\/p>\n<p> Im Vorfeld weltm\u00e4nnisch, auf dem Rasen Vorort<\/p>\n<p>Dabei waren die Dortmunder im Vorfeld ziemlich weltm\u00e4nnisch aufgetreten. Man sei nicht chancenlos, hatte beispielsweise BVB-Chef Hans-Joachim Watzke vor der Partie noch betont. Wenn man nun &#8222;schon mal in New York&#8220; sei, erg\u00e4nzte Lars Ricken, Borussias Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sport, dann wolle &#8222;man auch da bleiben&#8220;, da ja das Halbfinale und auch das Endspiel ebenfalls hier stattfinden w\u00fcrden. Nur weil der Gegner Real Madrid hei\u00dfe, schlie\u00dfe man &#8222;nichts aus&#8220;, so Ricken weiter. Vom Mund her waren sie also Manhattan &#8211; von der Leistung letztlich aber nichts anderes als irgendein New Yorker Vorort in New Jersey. Zwar mit Blick auf die imposante Skyline der Weltmetropole, mit all ihren Wolkenkratzern, aber eben trotzdem viele, viele Kilometer weit weg.<\/p>\n<p>&#8222;Heute war es das erste Mal, dass man von der Atmosph\u00e4re, vom ganzen Drumherum das Gef\u00fchl hatte, man ist bei einer Klub-WM&#8220;, betonte Gro\u00df. Denn zuvor hatte Dortmund unter anderem in der Vorrunde vor gerade mal knapp 8000 Zuschauern gespielt. Diesmal hingegen durften die Borussen auf die gr\u00f6\u00dfte B\u00fchne dieses Turniers, ins MetLife Stadium mit seinen 82.500 Pl\u00e4tzen. Und die Arena war mit 76.611 Fans auch bestens gef\u00fcllt &#8211; wenngleich gef\u00fchlte 99,7 Prozent von ihnen wegen Real Madrid gekommen waren.<\/p>\n<p>Dortmund nicht hungrig und \u00fcberzeugt genug<\/p>\n<p>Allerdings, und das ist nat\u00fcrlich bei dem Kontrahenten keine Katastrophe, aber eben trotzdem die Erkenntnis dieses Aufeinandertreffens, war dieses Turnier f\u00fcr Dortmund dann mit dem ersten Auftritt im ganz gro\u00dfen Theater und gegen das erste ganz gro\u00dfe Gegen\u00fcber auch sofort vorbei. Dieses Stadion, diese B\u00fchne, dieses Real Madrid &#8211; all das ist halt dann doch nicht die Kragenweite der Borussia.<\/p>\n<p>K\u00f6rperspannung, K\u00f6rperhaltung, Ausstrahlung &#8211; einfach alles bei den Dortmundern sah von Beginn an nach Zufriedenheit aus. Zufrieden, es so weit gebracht zu haben. Zufrieden, mit vier Auftritten bei diesem Turnier 54 Millionen Dollar eingenommen zu haben. Zufrieden, mal in einem Atemzug mit vielen europ\u00e4ischen Gro\u00dfklubs genannt zu werden. Mehr aber auch nicht. Kaum Spielideen, keine echte \u00dcberzeugung, hier tats\u00e4chlich eine \u00dcberraschung schaffen zu k\u00f6nnen und zu wollen.<\/p>\n<p>Madrid mit Dienst nach Vorschrift<\/p>\n<p>Niemand beim BVB hat die Chance genutzt, sich gegen Real Madrid in den Vordergrund zu spielen. Die K\u00f6niglichen wiederum mussten nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches leisten, um diese Dortmunder in diesem Viertelfinale an diesem 5. Juli 2025 in East Rutherford zu besiegen. Sie hatten in der zehnten Minute einmal von links in den Strafraum gepasst und dort durch Gonzalo Garcia zum 1:0 vollendet und in der 20. Minute eine Hereingabe von rechts in den Sechszehner in Person von Fran Garcia mit dem 2:0 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Ansonsten war es viel Dienst nach Vorschrift bei den Spaniern, die unter anderem durch Aurelien Tchouameni noch den Pfosten (62. Minute) trafen. Madrid habe nach dem 2:0 &#8222;nur noch verwaltet&#8220;, meinte BVB-Mann Anton. Das stimmt zwar, allerdings zwangen die Dortmunder Real eben auch nicht dazu, aus ihrem Verwaltungsmodus herauskommen zu m\u00fcssen &#8211; weil die Qualit\u00e4t der Borussia einfach nicht vorhanden war.<\/p>\n<p>Ulsan, Salzburg, Mamelodi oder Dortmund &#8211; ganz egal<\/p>\n<p>Wer in den USA gro\u00df herauskommen will, muss Entertainer sein, die Massen unterhalten k\u00f6nnen, etwas ganz Besonderes bieten. Dortmund hatte nichts dergleichen. Sie waren einfach nur der biedere Gegner von Real Madrid &#8211; und sie waren somit komplett austauschbar. Es h\u00e4tten auch Ulsan HD, Salzburg oder die Mamelodi Sundowns hier spielen k\u00f6nnen, f\u00fcr Real und deren Fans h\u00e4tte es keinen Unterschied gemacht. Und schon bald wird sich au\u00dferhalb der BVB-Blase niemand an diesen Tag, dieses Spiel oder irgendeinen Borussen zur\u00fcckerinnern. Warum auch?<\/p>\n<p>Madrid hingegen wird auf der gro\u00dfen Weltb\u00fchne bleiben und nun am Mittwoch im Halbfinale von East Rutherford auf Paris Saint-Germain treffen. Dortmund wird dann l\u00e4ngst wieder in Dortmund sein, irgendwo in Germany. Weil Dortmund eben, fu\u00dfball-global gesehen, derzeit nicht mehr als irgendein Verein aus irgendwo in Germany ist &#8211; daran \u00e4ndern auch ein paar spannende Minuten in der Nachspielzeit gegen Real Madrid nichts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Borussia Dortmund ist die Klub-WM beendet. Gegen Real Madrid kommt im Viertelfinale das Aus. 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