{"id":249577,"date":"2025-07-07T14:48:10","date_gmt":"2025-07-07T14:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/249577\/"},"modified":"2025-07-07T14:48:10","modified_gmt":"2025-07-07T14:48:10","slug":"die-welt-wird-unsicherer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/249577\/","title":{"rendered":"Die Welt wird unsicherer"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tDer Ukraine-Krieg als Pr\u00fcfstein f\u00fcr die NATO\t\t<\/p>\n<p class=\"text-to-speech-chunk\">Die neue US-Regierung wirbelt nicht nur die Weltwirtschaft durchei-nander, sondern auch die Weltpolitik. Dass Trumps Versprechen, den Krieg in der Ukraine in einem Tag zu beenden, nicht einl\u00f6sbar sein w\u00fcrde, war klar. Aber selbst ein halbes Jahr nach Amtsantritt ist der Fort- und Ausgang des Konflikts unklar, was auch ein St\u00fcck weit auf Trumps Schlingerkurs zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Immerhin scheint er die USA vorl\u00e4ufig in der NATO halten zu wollen. F\u00fcr die Europ\u00e4er bedeutet das h\u00f6chstens einen Zeitgewinn, um Russland in einigen Jahren aus eigener Kraft von einem Angriff auf weitere osteurop\u00e4ische Staaten abschrecken zu k\u00f6nnen. Je st\u00e4rker sich Trump f\u00fchlt, desto weniger wird er auf Europas Interessen eingehen. In einem Punkt kann man die Kritik an Europa verstehen: Die sicherheitspolitische Trittbrettfahrerei der j\u00fcngeren Jahre ging auf Kosten der USA. Europa bekommt nun schonungslos seine selbstverschuldete Hilflosigkeit vorgef\u00fchrt und muss sich nicht wundern, dass es weltpolitisch keine Rolle spielt und nicht einmal mehr konsultiert wird. <\/p>\n<p>Formelle B\u00fcndnisse mit den USA sind wenig wert\t\t<\/p>\n<p class=\"text-to-speech-chunk\">Dessen ungeachtet: Die US-Politik gegen\u00fcber Russland l\u00e4sst sich nur als dilettantisch bezeichnen. Dem Aggressor von Beginn an so weit entgegen zu kommen, wie Trump es getan hat, widerspricht jeder Verhandlungslogik. Die Ukraine zum Angreifer zu stempeln, also die Umkehr der Kriegsschuld, untergr\u00e4bt nicht nur das Vertrauen bisheriger US-Verb\u00fcndeter in die alte F\u00fchrungsmacht, sondern auch das potenzieller neuer. F\u00fcr einen (Rohstoff-)Deal mit Putin und in der irrationalen Hoffnung, Russland damit von China losl\u00f6sen zu k\u00f6nnen, scheint der US-Pr\u00e4sident bereit zu sein, \u00fcber Jahrzehnte gewachsene Beziehungen in die Tonne zu treten. In seinem Auftreten mag Trump stark erscheinen, er signalisiert anderen Staaten aber zuv\u00f6rderst, dass sie sich nicht auf die USA verlassen k\u00f6nnen. Formelle B\u00fcndnisse geraten zunehmend in Frage. Die Nachbarstaaten Mexiko und Kana-da bekommen das besonders schmerzlich zu sp\u00fcren. Abstruse Forde-rungen, den n\u00f6rdlichen Nachbarn zum 51. Bundesstaat der USA zu machen, sind nur ein Beispiel. <\/p>\n<p>Asiens Vertrauen in die USA nimmt ab\t\t<\/p>\n<p class=\"text-to-speech-chunk\">Auch im (geo-) politischen Wettbewerb mit China d\u00fcrfte diese Haltung die USA auf l\u00e4ngere Sicht erheblich schw\u00e4chen. Der Ausstieg der USA aus zahlreichen internationalen Vertr\u00e4gen und Organisationen l\u00f6st vor allem in Ost- und S\u00fcdostasien Verunsicherung aus. Die L\u00e4n-der der Region haben gro\u00dfes Interesse an einer regelbasierten Weltordnung, die sie gegen\u00fcber Anspr\u00fcchen der Gro\u00dfm\u00e4chte sch\u00fctzt. Die USA brachen in der Vergangenheit zwar immer wieder internationale Vorgaben, aber angesichts Chinas \u00f6konomischer Dominanz und regi-onaler Gebietsanspr\u00fcche (etwa im S\u00fcdchinesischen Meer) waren die USA ein willkommenes Gegengewicht. Trump untergr\u00e4bt das Vertrau-en in die USA als strategischen Partner. Die noch von Obama vorangetriebene Allianz der USA mit asiatisch-pazifischen Staaten (Trans Pacific Partnership) hat Trump verworfen. Stattdessen setzt er selbst traditionelle Verb\u00fcndete wie Japan oder S\u00fcdkorea mit Z\u00f6llen unter Druck und stellt Sicherheitsversprechen in Frage. Das US-Commitment zu Taiwan scheint zwar Bestand zu haben, es ist aber vor allem durch den Kongress getragen und nicht durch Trump selbst. Dieser erzeugt stattdessen mit widerspr\u00fcchlichen Aussagen und seiner transaktionalen Art f\u00fcr Verunsicherung.<\/p>\n<p class=\"text-to-speech-chunk\">Unterdessen wenden sich bisher auf Ausgleich bedachte L\u00e4nder wie Vietnam, Malaysia oder Singapur, denen teils noch h\u00f6here Z\u00f6lle drohen, verst\u00e4rkt China zu, um den \u00f6konomischen Schaden auszuglei-chen, aber auch um die Beziehungen zur Volksrepublik zu stabilisie-ren. Bereits jetzt ist China wichtigster Handelspartner f\u00fcr die meisten ASEAN-Staaten (Abb. 1). Die \u00f6ffentliche Meinung war bereits vor Trumps zweiter Amtszeit oftmals US-kritisch. Die massive K\u00fcrzung der US-Entwicklungshilfe sowie die strikte Einwanderungspolitik wer-den die Soft Power der USA in der Region weiter schw\u00e4chen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Ukraine-Krieg als Pr\u00fcfstein f\u00fcr die NATO Die neue US-Regierung wirbelt nicht nur die Weltwirtschaft durchei-nander, sondern auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":249578,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-249577","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114812505767559472","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249577"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249577\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/249578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}