{"id":24966,"date":"2025-04-12T02:41:14","date_gmt":"2025-04-12T02:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/24966\/"},"modified":"2025-04-12T02:41:14","modified_gmt":"2025-04-12T02:41:14","slug":"circus-krone-auf-theresienwiese-tierschuetzer-stuermen-weltpremiere-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/24966\/","title":{"rendered":"Circus Krone auf Theresienwiese: Tiersch\u00fctzer st\u00fcrmen Weltpremiere &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Den Atem anhalten, bangen, mitfiebern, das ist die W\u00fcrze einer Zirkusvorstellung. Diesmal aber geht der Schock tiefer, und das gleich zweimal \u2013 nicht nur beim Publikum, sondern ebenso bei den Menschen in der Manege und hinter den Kulissen. Ausgerechnet bei der Weltpremiere des neuen Tournee-Programms des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Circus_Krone\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Circus Krone<\/a> auf der M\u00fcnchner Theresienwiese. Was ist passiert? Zun\u00e4chst st\u00fcrmten Tiersch\u00fctzer die Vorstellung mit Transparenten. Dann st\u00fcrzte eine Reiterin von einem Kamel und musste ins Krankenhaus gebracht werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">W\u00e4hrend die meisten G\u00e4ste sich die gute Laune nicht verderben lie\u00dfen und immer wieder stehend Beifall spendeten, war der Schrecken anderen durchaus anzumerken. Auch einige Prominente schlugen bei der anschlie\u00dfenden Premierenfeier nachdenkliche T\u00f6ne an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/6bf86feb-ade9-4e18-a2ac-9d9f3423f028.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>Wer an diesem Tag in den Zirkus ging, wurde von protestierenden Tiersch\u00fctzern begr\u00fc\u00dft. (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Schon zum Einlaufen am roten Teppich gegen\u00fcber dem m\u00e4chtigen Eingangsportal hatten sich 40 Tierschutzaktivisten postiert und lautstark \u201eKein Applaus f\u00fcr Tierqu\u00e4lerei\u201c skandiert. \u201eSo eine Begr\u00fc\u00dfung macht schon was mit einem\u201c, sagte etwa Markus Othmer. Dabei habe der BR-Radio- und Fernsehmoderator selbst eine \u201egro\u00dfe Zirkusliebe\u201c in sich. Und doch war der Abend nicht ungetr\u00fcbt f\u00fcr ihn. Den Tierschutzprotest fand er zwar angemessen, \u201eweil es darum, geht, Bewusstsein zu schaffen. Aber die L\u00f6wen einfach freizulassen, das geht ja auch nicht.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Sicher nicht f\u00fcr Zirkusdirektor Martin Lacey jr., dessen Raubtierdressur \u2013 angek\u00fcndigt als \u201emeistpr\u00e4mierte der Welt\u201c \u2013 die Zugnummer des Circus Krone ist. Wohl auch in Zukunft. Sein 17-j\u00e4hriger Sohn Alexis Lacey-Krone stand an diesem Abend zum ersten Mal allein vor Publikum im K\u00e4fig mit zwei Tigern und einem L\u00f6wen. Der Vater b\u00e4ndigte insgesamt 15 Raubkatzen, schmuste und raufte mit ihnen, man merkte seine Verbindung zu jedem einzelnen Tier. Die wollte nachher auch ein Ehrengast best\u00e4tigen: Die T\u00e4nzerin und Choreografin Tiger Kirchharz (\u201eBibi Blocksberg\u201c, \u201eStep-up Miami\u201c), erkl\u00e4rte \u201eKatzenfreundin\u201c, sagte, sie kenne Lacey pers\u00f6nlich sehr gut und auch seine F\u00fcrsorge f\u00fcr die Tiere: \u201eDie werden bei ihm zu nichts gezwungen\u201c, sagte sie. Deshalb glaube sie, dass auch die anderen Krone-Artisten ihre Tiere \u201emit Respekt behandeln\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">F\u00fcr die Protestierenden aber ist jede Dressur\u00a0\u201eTierqu\u00e4lerei\u201c. Mit der von der Organisation Animal Rebellion organisierten Demonstration forderten sie ein Ende der \u201eAusbeutung\u201c. Eine Teilnehmerin, die schon seit 15 Jahren dagegen k\u00e4mpfe, beklagte, dass der Circus Krone \u201ezum Teil mit Wildf\u00e4ngen\u201c arbeite und seine \u201eRaubtiere munter weiterz\u00fcchtet und im Sommer durch die ganze Republik schleppt\u201c. Auch Pferde, Hunde und Kamele sollten nicht zur Unterhaltung vorgef\u00fchrt werden. \u201eTiere sind keine Clowns\u201c, stand auf einem Plakat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Nach einer clownesken Nummer einer \u201eHunderasselbande\u201c, in der etwa die ganze Meute Polonaise tanzte, trugen sie den Protest ins Zelt. Vier Aktivistinnen, die sich Karten gekauft hatten, entrollten in den vorderen Reihen zwei \u201eTiere raus aus der Manege\u201c-Banderolen. Ordner entrissen sie ihnen in einem Gerangel. Auf der anderen Seite schafften es zwei St\u00f6rer kurz in die Manege, und wurden ebenso rasch nach drau\u00dfen bef\u00f6rdert und an die Polizei \u00fcbergeben (inzwischen hat die Zirkusleitung Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/97b5bc0c-e09e-4070-9011-8874a8546eb3.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>Die Pudel tanzen Polonaise, das gef\u00e4llt den Demonstrierenden nicht. (Foto: Stephan Rumpf)<img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/5bf19f3f-4a73-4f1a-8c18-36928e4d54ac.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>Auf Plakaten fordern sie zum Beispiel \u201eTiere raus aus der Manege\u201c w\u00e4hrend der Vorstellung. (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Er habe durchaus Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Anliegen der Tiersch\u00fctzer, sagte Zirkuschef Martin Lacey hinterher, \u201eaber das hier waren Fanatiker\u201c. Mit dem schnellen Eingreifen der Ordner habe man Publikum und Artisten sch\u00fctzen m\u00fcssen (w\u00e4hrend die Tiersch\u00fctzer beteuern, von ihnen sei keinerlei Gefahr ausgegangen, vielmehr seien sie verletzt worden). Nach einer folgenden Klavier-Clownerei schien die Lage beruhigt. Aber der Schreck sa\u00df tief, wie der routinierte Clown-Star Fumagalli sp\u00e4ter sagte. \u201eKatastrophe!\u201c, meinte der Italiener zu den Aktivisten, \u201edie sind doch doof.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Vielleicht sp\u00fcrten einige Tiere die Nervosit\u00e4t der Artisten. Seine Raubtiere habe er beruhigen k\u00f6nnen, erkl\u00e4rte Lacey. Aber vielleicht sei die Kamelreiterin letztlich wegen der Aktion gest\u00fcrzt, fragte er und zog die Schultern hoch. Vielleicht, so mutma\u00dften einige Zuschauer, war auch der Applaus zu viel f\u00fcr die Tiere. Jedenfalls war eines von drei Kamelen (so wie auch ein Pferd) sichtlich st\u00f6rrisch, sch\u00e4umte im Maul, musste gef\u00fchrt und mit Leckereien geb\u00e4ndigt werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Beim Herauslaufen aus der Manege bockte es jedoch kurz wie ein Rodeo-Pferd, warf die zierliche Reiterin ab (nach Angaben des Zirkus Noemi aus der \u201eMongoljingoo\u201c-Truppe), die knallte aus etwa 1,80 Meter H\u00f6he mit dem R\u00fccken auf die S\u00e4gesp\u00e4ne. Bewegungsunf\u00e4hig und mit Schmerz im Gesicht musste sie von zwei Helfern hinter die Kulissen getragen werden; Sanit\u00e4ter eilten hinzu. Sp\u00e4ter kam sie zur Sicherheit ins Krankenhaus. Zum Finale winkte sie schon wieder ins Publikum. Es sei \u201enichts Schlimmes passiert\u201c, hie\u00df es am Tag nach der Vorstellung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Der Schreckmoment und die Proteste legten einen Schatten \u00fcber das \u201eFarbenspiel \u2013 Gold Edition\u201c. So hei\u00dft das neue Programm, das bis 21. April jeden Tag zweimal im neuen weltgr\u00f6\u00dften Zirkusreisezelt zu sehen ist (dank zwei 23 Meter hohen B\u00f6gen ohne die Sicht st\u00f6renden Innenmasten und mit Platz f\u00fcr 2000 Zuschauer). Leuchtb\u00e4nder an den Handgelenken der Besucher, LED-Effekte und bunte Scheinwerfer peppen das nostalgische Spektakel auf.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die Weltklasse-Artistik etwa vom Diabolo-Jongleur Chu Chuan-Ho aus Taiwan, der Flying Tabares aus den USA mit ihrem dreifachen Salto mortale am Hochtrapez oder die Gruppe \u201eMystery of Gentleman\u201c aus der Mongolei, die sich auf gro\u00dfen Kugeln balancierend gegenseitig durch die Kuppel katapultierten, wurden kr\u00e4ftig beklatscht. \u201eDer Applaus verpflichtet mich weiterzumachen\u201c, sagte Martin Lacey. W\u00e4hrend eine Aktivistin sagte: \u201eIch verstehe nicht, warum der Circus Krone so verbissen an der Tierhaltung festh\u00e4lt. Er hat Weltklasse-Artistik im Programm, die gen\u00fcgend Publikum anziehen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den Atem anhalten, bangen, mitfiebern, das ist die W\u00fcrze einer Zirkusvorstellung. 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