{"id":250098,"date":"2025-07-07T19:29:10","date_gmt":"2025-07-07T19:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250098\/"},"modified":"2025-07-07T19:29:10","modified_gmt":"2025-07-07T19:29:10","slug":"experiment-an-der-fu-berlin-ein-konzert-zum-einschlafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250098\/","title":{"rendered":"Experiment an der FU Berlin: Ein Konzert zum Einschlafen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 07.07.2025 17:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Beim &#8222;Lullabyte Sleep Concert&#8220; \u00fcbernachteten mehr als 70 Menschen gemeinsam zu den Kl\u00e4ngen von Live-Musik. Ziel ist, dass sie m\u00f6glichst gut schlafen &#8211; das Konzert also gar nicht h\u00f6ren. Was steckt dahinter?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Regine Bruckmann, rbb\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Halle eines ehemaligen Bahngeb\u00e4udes in Berlin Moabit ist der Betonfu\u00dfboden mit Luftmatratzen ausgelegt. An dem warmen Sommerabend trudeln ab 21 Uhr die Teilnehmer des Konzertes im Zentrum f\u00fcr Kunst und Urbanistik (Z\/KU) ein, suchen sich ein Pl\u00e4tzchen aus und verteilen ihre Decken und Kissen darauf. 24 Euro haben sie f\u00fcr ein Ticket bezahlt, um heute Nacht neun Stunden lang bei Live-Musik schlafen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele Erwachsene nutzen entspannende Musik, um besser einschlafen zu k\u00f6nnen. Dazu forscht die Musikerin und Wissenschaftlerin Miriam Akkermann. Ihr Forschungsprojekt &#8222;Lullabyte&#8220; am musikwissenschaftlichen Seminar der FU Berlin soll zeigen, welche Effekte Musik auf den Schlaf hat und wie welche Art von Musik wirkt. Dabei arbeitet Akkermann seit 2022 in einem wissenschaftlichen Netzwerk mit Neurowissenschaftlern, Informatikern, Sound-Designern und Psychologen zusammen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Name &#8222;Lullabyte&#8220; ist Programm: &#8222;Lullaby&#8220; ist englisch f\u00fcr Schlaflied, &#8222;Byte&#8220; eine Einheit zur Darstellung von Daten.<\/p>\n<p>    Schlaflieder f\u00fcr Erwachsene<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Konzept ist im Grunde uralt: Schlaflieder werden Kindern vorgesungen, um sie in den Schlaf zu wiegen. Doch f\u00fcr erwachsene Menschen gibt es etwas vergleichbares kaum. Wer singt schon seiner Partnerin oder seinem Partner zum Einschlafen etwas vor?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn diese L\u00fccke st\u00f6\u00dft Miriam Akkermann mit ihren &#8222;Lullabyte Sleep Concerts&#8220;: &#8222;Als wir mit dem Projekt an die \u00d6ffentlichkeit gegangen sind, haben uns alle ihre Kinderlieder geschickt&#8220;, erz\u00e4hlt die Forscherin. Verbunden waren damit Erfahrungen, was &#8222;besonders gut funktioniert&#8220; habe. &#8222;Aber alle unsere Projekte testen erwachsene Menschen. Deshalb m\u00f6chten wir das anbieten: Ein Konzert mit Musikerinnen, die live f\u00fcr unser Publikum spielen, damit es gut schlafen kann.&#8220;<\/p>\n<p>    Manche mit Schlafanzug, manche mit Fluchtm\u00f6glichkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie funktioniert das in der Praxis? Die Menschen in der Konzerthalle sind neugierig und au\u00dferdem gut vorbereitet. Manche haben Schlafanzug und Zahnb\u00fcrste mitgebracht, andere haben das Auto vor der T\u00fcr stehen lassen, um im Notfall in der Nacht die Halle zu verlassen und nach Hause fahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist schon etwas Besonderes, ein Konzert zu besuchen, das man sehr wahrscheinlich zum gr\u00f6\u00dften Teil verschlafen wird. An der Bar holt sich der eine oder die andere noch ein Wasser oder ein Bier. Die Veranstalter bitten darum, die gelb markierten Fluchtwege frei zu halten. Um 22 Uhr kehrt Ruhe ein, die Menschen liegen auf ihren Luftmatratzen, zum Teil in ihren Stra\u00dfenkleidern auf dem R\u00fccken, zum Teil tief vergraben unter den mitgebrachten Decken. Zwei Musikerinnen sitzen an ihren Laptops und beginnen, sanfte Kl\u00e4nge einzuspielen.<\/p>\n<p>    Wie klingen Bali und Brandenburg?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMiriam Akkermann hat f\u00fcr das Konzert zwei Komponistinnen aus dem Bereich der Neuen Musik eingeladen: Alice Eldridge von Universit\u00e4t Sussex und Kirsten Reese von der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin. Wichtig f\u00fcr die Auswahl: Beide waren bereit, vor und nach ihrer eigentlichen Arbeit mit den Doktorandinnen aus dem Forschungsnetzwerk zusammen zu arbeiten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEldridge und Reese nutzen Fieldrecording f\u00fcr ihre Kompositionen, Aufzeichnungen von nat\u00fcrlichen Kl\u00e4ngen. Diese mixen sie mit elektronischer Musik. Aufnahmeorte waren unter anderem Bali und Brandenburg. Der Soundmix klingt manchmal wie eine Aufnahme unter Wasser, dann wieder, als st\u00fcnde man im Wald. Viele Vogelger\u00e4usche sind zu h\u00f6ren. Auf das Publikum wirkt das offensichtlich beruhigend und einschl\u00e4fernd. Nur wenige verlassen ihr Lager im Laufe der Nacht.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Nach dem Schlafkonzert haben die Forschenden f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck gesorgt &#8211; und f\u00fcr eine Auswertung.\n                    <\/p>\n<p>    Fr\u00fchst\u00fcck und Fragen inklusive<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWissenschaftlich verl\u00e4ssliche Daten liefert das &#8222;Lullabyte Sleep Concert&#8220; nicht. Keiner der Schlafenden ist verkabelt, um die Gehirnstr\u00f6me w\u00e4hrend der Nacht aufzuzeichnen. F\u00fcr Miriam Akkermann ist das Konzert eine k\u00fcnstlerische Intervention entlang der Fragestellungen ihrer Forschungsarbeit. Beim Fr\u00fchst\u00fcck am n\u00e4chsten Morgen werden Frageb\u00f6gen verteilt, auf denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeben k\u00f6nnen, wie sie geschlafen haben, wie ihnen die Musik gefallen und was sie gest\u00f6rt hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach und nach tauchen die Menschen auf der Terrasse des Z\/KU auf &#8211; mit verschlafenen Gesichtern und verwuschelten Haaren. Ein Mann gibt an, er habe bis nachts um drei Uhr wach gelegen, unter anderem gest\u00f6rt vom knarzenden Ger\u00e4usch der Luftmatratzen. Ein anderer berichtet begeistert, wie selbstverst\u00e4ndlich sich der Klangteppich mit Schlaf und Tr\u00e4umen verwoben habe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo scheint sich zu bewahrheiten, was Akkermann auf die Frage nach dem Charakter von schlaff\u00f6rdernden Kl\u00e4ngen immer wieder antwortet: Es h\u00e4nge zum Teil von kulturellen Pr\u00e4gungen ab, welche Art von Musik den Schlaf unterst\u00fctzt, ob man Stille und Dunkelheit zum Schlafen bevorzuge oder Nachtlichter und Hintergrundkl\u00e4nge. Aber auch individuell sei das vollkommen unterschiedlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.07.2025 17:13 Uhr Beim &#8222;Lullabyte Sleep Concert&#8220; \u00fcbernachteten mehr als 70 Menschen gemeinsam zu den Kl\u00e4ngen von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":250099,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1310,80,1940,1938,12226],"class_list":{"0":"post-250098","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-konzert","15":"tag-kultur","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin","18":"tag-schlaf"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114813610645525746","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=250098"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250098\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/250099"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=250098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=250098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=250098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}