{"id":250312,"date":"2025-07-07T21:28:10","date_gmt":"2025-07-07T21:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250312\/"},"modified":"2025-07-07T21:28:10","modified_gmt":"2025-07-07T21:28:10","slug":"zurueck-in-die-alte-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250312\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in die alte Heimat"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" allgemeine=\"\" data-k5a-pos=\"1_giessenerAllgemeine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gie\u00dfener Allgemeine<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/kreis-giessen\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" gie=\"\" data-k5a-pos=\"2_kreisGiessen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreis Gie\u00dfen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 07.07.2025, 21:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/autor\/constantin-hoppe-epalesgiy.html\" title=\"Zur Autorenseite von Constantin Hoppe\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" hoppe=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Constantin Hoppe<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/38879480-con-aussiedler-lich-0507-4c-2Hfe.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"con_aussiedler_lich_0507_4c_3\"\/>Innenminister Roman Poseck (2. v. l.) und Bernd Fabritius (2. v. r.), Beauftragter der Bundesregierung, informieren sich im Gespr\u00e4ch mit J\u00fcrgen Scheuermann (M.), Johann Thie\u00dfen (l.) und Kreisdezernent Frank Ide (r.) \u00fcber das Projekt in Lich. \u00a9\u00a0Constantin Hoppe<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Rund 4000 Sp\u00e4taussiedler kommen pro Jahr aus Russland und anderen Staaten der fr\u00fcheren Sowjetunion nach Deutschland. In einem bundesweiten Pilotprojekt finden sie nun eine erste gemeinsame Unterkunft in Lich. Welche Auswirkungen hat der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine auf die Einwanderung von Sp\u00e4taussiedlern?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es ist ein Thema, bei dem viele eher an die 1990er Jahre denken m\u00fcssen &#8211; die Sp\u00e4taussiedler, die aus Russland wieder zur\u00fcck nach Deutschland kommen. Doch obwohl die 90er Jahre tats\u00e4chlich einen H\u00f6hepunkt der R\u00fcckkehr von Sp\u00e4taussiedlern darstellten, hat die Zuwanderung aus den fr\u00fcheren Staaten der Sowjetunion nie aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u00bbEtwa 4000 Menschen sind es, die derzeit im Jahr kommen\u00ab, erkl\u00e4rte Prof. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Lich. Gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Roman Poseck besuchte er die neue Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Lich, in der ein bundesweites Pilotprojekt gestartet ist. In Lich sollen zuk\u00fcnftig Sp\u00e4taussiedler gemeinsam untergebracht werden. Platz ist dort f\u00fcr bis zu 50 Personen. Aktuell sind es 29 &#8211; zumeist Familien.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Landkreis Gie\u00dfen habe das Innenministerium dieses Projekt zur gemeinsamen Unterbringung von Sp\u00e4taussiedlern \u00bbzur Optimierung zielgerichteter Integrationsma\u00dfnahmen\u00ab ins Leben gerufen, sagte Poseck.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das \u00bbLeuchtturmprojekt\u00ab in Lich strahle weit \u00fcber Hessen hinaus, erkl\u00e4rte Kreisdezernent Frank Ide. \u00bbDas ist unglaublich\u00ab, sagte er. \u00bbEs wird sogar Werbung in Usbekistan und Sibirien gemacht, damit Menschen hierher nach Lich kommen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Bei den Sp\u00e4taussiedlern handelt es sich um die Nachkommen jener Deutschen, die einst ins Zarenreich auswanderten und deren Familien nach dem sogenannten Stalin-Erlass von 1941 nach Sibirien und in andere abgelegene Regionen der Sowjetunion deportiert wurden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Etwa eine Million Menschen mit deutschen Vorfahren leben noch in Russland, Kasachstan und weiteren Staaten der fr\u00fcheren Sowjetunion. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass auch heute noch Menschen als Sp\u00e4taussiedler nach Deutschland kommen, sind vielf\u00e4ltig. Besonders oft spiele Vereinsamung eine Rolle, erkl\u00e4rt Fabritius. \u00bbEs gibt D\u00f6rfer, in denen vor 30 Jahren die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung deutschst\u00e4mmig war, heute sind es vielleicht noch zwei Familien.\u00ab<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Hinzu komme, dass sich seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs eine anti-deutsche Stimmung in Russland ausbreite. Wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine gelte Deutschland an vielen Orten als Feind, sagt Fabritius: \u00bbDarunter leiden vor allem die \u00c4lteren, die noch einen leichten deutschen Akzent haben und auf der Stra\u00dfe auffallen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Rund 7000 Menschen kamen bis 2022 j\u00e4hrlich als Sp\u00e4taussiedler nach Deutschland. 300 bis 500 von ihnen wurden nach Hessen zugewiesen und auf verschiedene Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte verteilt. Zumindest bis zum Ukraine-Krieg, mit dem auch die Zahl der Sp\u00e4taussiedler auf die heutigen 4000 schrumpfte.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zu den Aussiedlern geh\u00f6rt auch J\u00fcrgen Scheuermann. Vor einem Monat kam er aus Sibirien, aus der Region um Nowosibirsk nach Lich. Deutsch spricht er passabel &#8211; bereits in Russland erwarb er ein B1-Sprachzertifikat. Das ist eine Grundlage f\u00fcr die Anerkennung als Sp\u00e4taussiedler. Gemeinsam mit seiner Frau fasste er den Entschluss, in die Heimat seiner Vorfahren zur\u00fcckzukehren. Wie viele andere Aussiedler auch hat er Verwandte, die bereits in Deutschland leben. Sein 27 Jahre alter Sohn lebt derzeit noch in Russland, will aber ebenfalls nach Deutschland ausreisen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das ist wohlgemerkt l\u00e4ngst nicht allen so ohne Weiteres m\u00f6glich, wie Fabritius berichtet. Denn infolge des Ukraine-Krieges werden derzeit viele junge M\u00e4nner in das russische Milit\u00e4r eingezogen. \u00bbWer noch keine solche Aufforderung bekommen hat, traut sich oft nicht, zu den Beh\u00f6rden zu gehen &#8211; aus Angst, zum Kriegsdienst eingezogen zu werden.\u00ab<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Scheuermanns Sohn muss das jedoch nicht f\u00fcrchten &#8211; er sei kriegsuntauglich, berichtet der Vater.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In Unterk\u00fcnften wie in Lich sollen Sp\u00e4taussiedler in Zukunft gemeinsam untergebracht werden. Das soll gro\u00dfe Vorteile mit sich bringen, etwa bei speziell entwickelten Angeboten und Kursen, und soll den Neuankommenden die Eingew\u00f6hnung erleichtern. Auch auf die Beratungs- und Begegnungsst\u00e4tte in Gie\u00dfen wird aufmerksam gemacht, wo Vortr\u00e4ge, Lesungen, Sprachkurse sowie Informationsveranstaltungen angeboten werden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Aufenthalt in der Gemeinschaftsunterkunft dauert in den meisten F\u00e4llen nur drei bis sechs Monate, bevor die Sp\u00e4taussiedler eine eigene Unterkunft finden &#8211; in der Regel in der N\u00e4he ihrer Verwandten in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Neben Poseck und Fabritius informierten sich vergangene Woche in Lich auch der Landesbeauftragte f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Andreas Hofmeister, und der Bundes- und Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Johann Thie\u00dfen, \u00fcber den Projektstand.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00fcr die Umsetzung suchte das Innenministerium einen Kooperationspartner &#8211; diesen fand man im Landkreis, wie Kreisdezernent Frank Ide berichtet. \u00bbHier hatten wir gerade erst eine Fl\u00fcchtlingsunterkunft fertiggestellt, doch nicht gen\u00fcgend ankommende Fl\u00fcchtlinge, um diese auch zu besetzen.\u00ab Gemeinsam mit der zentralen Lage in Hessen seien das gewisserma\u00dfen die perfekten Voraussetzungen f\u00fcr das Projekt gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gie\u00dfener Allgemeine Kreis Gie\u00dfen Stand: 07.07.2025, 21:35 Uhr Von: Constantin Hoppe DruckenTeilen Innenminister Roman Poseck (2. v. l.)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":250313,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-250312","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114814078515038582","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=250312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/250313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=250312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=250312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=250312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}