{"id":25085,"date":"2025-04-12T03:47:08","date_gmt":"2025-04-12T03:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25085\/"},"modified":"2025-04-12T03:47:08","modified_gmt":"2025-04-12T03:47:08","slug":"russlands-raumfahrt-unter-druck-mdr-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25085\/","title":{"rendered":"Russlands Raumfahrt unter Druck | MDR.DE"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die russische wissenschaftliche Raumfahrt sind momentan die westlichen Sanktionen, die den Zugang zu Schl\u00fcsseltechnologien und internationalen Projekten erschweren. &#8222;Die Zusammenarbeit mit Europa war f\u00fcr beide Seiten vorteilhaft&#8220;, sagt Dr. Dmitry Payson, ehemaliger Direktor des analytischen Zentrums der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos und Mitglied der Internationalen Akademie f\u00fcr Astronautik (IAA).\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Russland lieferte Tr\u00e4gerraketen, integrierte eigene Technik in europ\u00e4ische Raumsonden und erhielt im Gegenzug einen erheblichen Anteil an Beobachtungszeit f\u00fcr Teleskope. So entstanden Projekte wie &#8218;Integral&#8216; oder &#8218;Mars Express&#8216;. Der deutsche R\u00f6ntgenteleskop-Sensor wurde in die russische Raumsonde &#8218;Spektr-RG&#8216; integriert. Nun sind solche Kooperationen eingefroren. Der R\u00fcckzug westlicher Unternehmen erschwert den Zugang zu moderner Elektronik, was zu steigenden Kosten und l\u00e4ngeren Entwicklungszeiten f\u00fchrt&#8220;, so Payson.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung1\" class=\"jumpLabel\">Was wird aus der Internationalen Raumstation?<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch in der bemannten Raumfahrt spielte internationale Zusammenarbeit mit dem Westen seit der Gr\u00fcndung von Roskosmos im Jahr 1992 eine zentrale Rolle. Das wichtigste Kooperationsprojekt in diesem Bereich war die Internationale Raumstation ISS. Die in Russland entwickelten Module bildeten Ende 1998 den Grundstein daf\u00fcr, w\u00e4hrend die russischen Sojus- und Progress-Raumschiffe \u00fcber Jahrzehnte hinweg Besatzungen und Fracht zur ISS transportierten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch nach Beginn des Ukraine-Krieges wurde die russische Raumfahrt zur Geisel der geopolitischen Lage. Im Sommer 2022 k\u00fcndigte der damalige Roskosmos-Chef Juri Borissow an, dass Russland das ISS-Projekt nach 2024 verlassen werde. Bis 2032 ist die Errichtung einer eigenen russischen Raumstation (ROS) geplant. Payson bezweifelt jedoch, dass dieses ehrgeizige Vorhaben, dessen Kosten auf mindestens 600 Milliarden Rubel (rund 6,4 Milliarden Euro) gesch\u00e4tzt werden, umsetzbar ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;In der westlichen Raumfahrt geht der Trend zu kleineren, privat finanzierten Orbitalstationen. Staatliche Raumfahrtbeh\u00f6rden wie die NASA oder die Chinesen blicken eher in Richtung Mond oder Mars. Vielleicht gelingt es Russland, eine eigene, aus zwei bis drei Modulen bestehende Station zusammenzubauen, doch der wissenschaftliche und praktische Nutzen eines solchen Projekts ist fraglich&#8220;, so Dr. Dmitry Payson im Gespr\u00e4ch mit dem MDR.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Wissenschaftler geht davon aus, dass Russland die ISS bis Ende der 2020er Jahre noch unterst\u00fctzen wird \u2013 insbesondere, wenn der Weltraum zu einem Bereich der Ann\u00e4herung mit den USA werden soll. Allerdings, so Payson, wird die ISS technisch veralten, und in den kommenden Jahren werden sich alle Teilnehmer aus dem Projekt zur\u00fcckziehen.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">Verluste bei kommerzieller Raumfahrt<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch im kommerziellen Startmarkt hat Russland massiv an Boden verloren. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde Russland zum Vorreiter des Weltraumtourismus, als es 2001 mit Dennis Tito den ersten Weltraumtouristen in die Umlaufbahn brachte. Au\u00dferdem verdiente Roskosmos an der Bef\u00f6rderung von NASA-G\u00fctern und amerikanischen Astronauten zur ISS, denn nach dem Aus der US-Space-Shuttles war Russland das einzige Land, das Menschen zur Raumstation und wieder zur\u00fcck zur Erde bringen konnte.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch diese Zeiten sind vorbei. Der Abbruch der internationalen Kooperation fiel mit dem Aufstieg von SpaceX zusammen, das alle wichtigen Konkurrenten vom Markt dr\u00e4ngte. Seit 2020 transportieren Dragon-Raumschiffe von SpaceX Besatzungen, Fracht und Weltraumtouristen zur ISS \u2013 ein Bereich, in dem Russland einst Monopolist war.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn Russland wird unterdessen an den Tr\u00e4gerraketen der neuen Generation &#8222;Sojus-5&#8220; und &#8222;Amur-SPG&#8220; gearbeitet. Technisch sei das machbar, doch die wirtschaftlichen Aussichten seien unklar, meint der russische Raumfahrtexperte Dr. Payson. &#8222;Der Erfolg von SpaceX beruht auf modernen Fertigungstechnologien und der massiven Unterst\u00fctzung durch Staat und Privatwirtschaft. Der russische Binnenmarkt f\u00fcr neue Raketen ist begrenzt, und ein Einstieg in den internationalen Markt ist derzeit nicht in Sicht.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die russische wissenschaftliche Raumfahrt sind momentan die westlichen Sanktionen, die den Zugang zu Schl\u00fcsseltechnologien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25086,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,14794,227,13,699,81,14,10581,15,14795,426,14793,4043,4044,850,307,859,860,12,5870,861,64,103,10156],"class_list":{"0":"post-25085","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-all","11":"tag-china","12":"tag-headlines","13":"tag-indien","14":"tag-mdr","15":"tag-nachrichten","16":"tag-nasa","17":"tag-news","18":"tag-raketen","19":"tag-raumfahrt","20":"tag-roskosmos","21":"tag-russia","22":"tag-russian-federation","23":"tag-russische-foederation","24":"tag-russland","25":"tag-sachsen","26":"tag-sachsen-anhalt","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-spacex","29":"tag-thueringen","30":"tag-usa","31":"tag-welt","32":"tag-weltall"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114322947690002727","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}