{"id":250851,"date":"2025-07-08T02:27:12","date_gmt":"2025-07-08T02:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250851\/"},"modified":"2025-07-08T02:27:12","modified_gmt":"2025-07-08T02:27:12","slug":"forschende-weisen-erstmals-doppelte-sternexplosion-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250851\/","title":{"rendered":"Forschende weisen erstmals doppelte Sternexplosion nach"},"content":{"rendered":"<p>Als Supernova bezeichnen Astronomen die Explosion eines Sterns. Bei manchen Supernovae knallt es nicht nur einmal, sondern gleich zweimal, wie jetzt ein internationales Forschungsteam erstmals nachweisen konnte.<\/p>\n<p>Als Supernova bezeichnen Astronomen die Explosion eines Sterns. Bei manchen Supernovae knallt es nicht nur einmal, sondern gleich zweimal, wie jetzt ein internationales Forschungsteam erstmals nachweisen konnte.<\/p>\n<p>Bei einer 160&#8217;000 Lichtjahre entfernten Gaswolke in der Grossen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstrasse, handelt es sich um den \u00dcberrest einer solchen doppelten Sternexplosion, wie die Wissenschaftler im Fachblatt &#8222;Nature Astronomy&#8220; berichten.<\/p>\n<p>Die meisten Supernovae k\u00fcnden vom Tod eines grossen, massereichen Sterns. Wenn solche Sterne ihren Vorrat an nuklearem Brennstoff verbraucht haben, geraten sie aus dem Gleichgewicht. W\u00e4hrend ihr Inneres zusammenst\u00fcrzt und zu einem Neutronenstern oder gar einem schwarzen Loch wird, katapultiert die dabei entstehende Druckwelle ihre Aussenschichten ins All und l\u00e4sst den sterbenden Stern hell aufleuchten.<\/p>\n<p>Doppeldetonation im Doppelsystem<\/p>\n<p>Doch es gibt auch v\u00f6llig andere Sternexplosionen, von den Astronomen als &#8222;Typ Ia&#8220; bezeichnet. Zu diesen Supernovae kommt es, wenn ein Weisser Zwergstern mit einem weiteren, gr\u00f6sseren Stern ein enges Doppelsystem bildet. Dann n\u00e4mlich kann von dem gr\u00f6sseren Stern Gas auf den Weissen Zwerg herabstr\u00f6men. Erreicht das angesammelte Gas eine kritische Menge, so kommt es zu einer thermonuklearen Explosion &#8211; einer Supernova vom Typ Ia -, die den Weissen Zwerg zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>&#8222;Die Explosionen von Weissen Zwergen spielen eine entscheidende Rolle in der Astronomie&#8220;, erl\u00e4utert Priyam Das von der University of New South Wales in Australien, der das Forschungsteam geleitet hat. Denn sie dienen den Himmelsforschern als kosmische Messlatte: Aus der Helligkeit der Explosion ergibt sich ihre Entfernung und damit k\u00f6nnen die Astronomen dann die Expansion des Weltalls messen. &#8222;Doch trotz ihrer Bedeutung ist das seit langem bestehende R\u00e4tsel um den genauen Mechanismus, der eine solche Explosion ausl\u00f6st, noch immer ungel\u00f6st&#8220;, betont Das.<\/p>\n<p>Mechanismus lange ein R\u00e4tsel<\/p>\n<p>Denn theoretische \u00dcberlegungen zeigen eine Alternative zu dem geschilderten Szenario auf. Darin bildet das von dem zweiten Stern kommende Gas zun\u00e4chst eine H\u00fclle um den Weissen Zwerg. Und diese H\u00fclle kann instabil werden und sich thermonuklear entz\u00fcnden. Die Stosswelle dieses ersten Knalls trifft dann auf den Weissen Zwerg, staucht ihn gewissermassen zusammen und l\u00f6st so eine zweite Detonation aus. Doch bislang gab es keine sichtbaren Beweise f\u00fcr solche doppelten Explosionen.<\/p>\n<p>Das hat sich jetzt ge\u00e4ndert. Mit einem speziellen Zusatzger\u00e4t, dem &#8222;Multi Unit Spectroscopic Explorer&#8220; (MUSE), am Very Large Telescope der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) in Chile haben Das und seine Kollegen die Gaswolke 0509-67.5 genau unter die Lupe genommen. Bei diesem auff\u00e4llig ringf\u00f6rmigen Objekt handelt es sich, das wussten die Astronomen seit langem, um den \u00dcberrest eines Sterns, der vor etwa 400 Jahren explodiert ist. Aber hat es dabei einmal oder zweimal geknallt?<\/p>\n<p>&#8222;Auch ein visuelles Spektakel&#8220;<\/p>\n<p>MUSE erzeugt Spektren, zerlegt die Strahlung des Gases also in seine Wellenl\u00e4ngen. So k\u00f6nnen die Forscher erkennen, woraus das Gas besteht und wie es sich bewegt. Wie sich zeigte, enth\u00e4lt die Wolke viel Kalzium, das bei der thermonuklearen Explosion entstanden ist. Und dieses Kalzium konzentriert sich in zwei Schalen der Wolke &#8211; f\u00fcr die Astronomen der Beweis, dass sich das Kalzium nicht bei einer einzigen, sondern bei zwei aufeinander folgenden Explosionen gebildet hat.<\/p>\n<p>&#8222;Dieser konkrete Beweis f\u00fcr eine doppelte Detonation tr\u00e4gt nicht nur zur L\u00f6sung eines langj\u00e4hrigen R\u00e4tsels bei, sondern bietet auch ein visuelles Spektakel&#8220;, begeistert sich Das. Denn die von der Supernova erzeugte Gaswolke besitze eine &#8222;wundersch\u00f6n geschichtete Struktur.&#8220; Und f\u00fcr ihn als Astronomen sei es &#8222;unglaublich erhellend, die inneren Vorg\u00e4nge einer so spektakul\u00e4ren kosmischen Explosion aufzudecken.&#8220;<\/p>\n<p>Notiz:<\/p>\n<p>Fachartikelnummer DOI: 10.1038\/s41550-025-02589-5 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Supernova bezeichnen Astronomen die Explosion eines Sterns. 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