{"id":250967,"date":"2025-07-08T03:32:10","date_gmt":"2025-07-08T03:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250967\/"},"modified":"2025-07-08T03:32:10","modified_gmt":"2025-07-08T03:32:10","slug":"berlin-brandenburg-verleimt-statt-gebogen-tischler-bauen-neuen-spreewaldkahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/250967\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: Verleimt statt gebogen: Tischler bauen neuen Spreewaldkahn"},"content":{"rendered":"<p>                    Berlin &amp; Brandenburg<br \/>\n                Verleimt statt gebogen: Tischler bauen neuen Spreewaldkahn<\/p>\n<p>\t\t\t\t              08.07.2025, 05:03 Uhr<\/p>\n<p><strong>Zwei Tischler aus Straupitz haben eine neue Bauweise f\u00fcr den traditionellen Spreewaldkahn entwickelt. Sie reagieren damit auf moderne Herausforderungen.<\/strong><\/p>\n<p>L\u00fcbben\/Straupitz\/Berlin (dpa\/bb) &#8211; Ein traditionsreiches Symbol des Spreewalds bekommt eine Neuinterpretation: Zwei Tischler aus Straupitz haben einen neuartigen Spreewaldkahn gebaut \u2013 nicht traditionell aus einem einzigen langen Holzst\u00fcck, sondern aus verleimten Holzplatten. &#8222;Wir wollen nicht, dass der Holzkahn ausstirbt&#8220;, sagt Marcel M\u00fcller von der Tischlerei Vollholzschmiede.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Die Seiten eines traditionellen Kahns bestehen aus einem einzigen langen Holzst\u00fcck, das \u00fcber Feuer gebogen wird&#8220;, erkl\u00e4rt er. Doch genau dieses lange, hochwertige Holz sei heute kaum noch zu beschaffen.\u00a0<\/p>\n<p>Statt massiver Bohlen nutzt die Tischlerei daher kleinere Furnierbl\u00e4tter, die kreuzweise verleimt und in Form gepresst werden. Das Ergebnis: ein formstabiler, spannungsfreier Kahn. Das Verfahren stamme aus dem Bootsbau, so M\u00fcller.\u00a0<\/p>\n<p>Prototyp ist erst einmal untergegangen<\/p>\n<p>Der erste Prototyp misst 6,5 Meter und wurde k\u00fcrzlich zu Wasser gelassen. &#8222;Der Kahn ist nat\u00fcrlich erst einmal untergegangen wie jeder traditionelle Kahn&#8220;, erz\u00e4hlt M\u00fcller. Das sei aber ganz normal, denn im Wasser quelle das Holz auf, daher sei das Holz jeweils mit Abstand verschraubt. Erst durch das Aufquellen werde der Boden dicht.\u00a0<\/p>\n<p>Der Spreewaldverein begr\u00fc\u00dft die Innovation: &#8222;Es ist absolut unterst\u00fctzenswert, dass sich hier jemand mit der Verf\u00fcgbarkeit von Rohstoffen auseinandersetzt und neue Wege geht, um den Spreewaldkahn zukunftsf\u00e4hig zu machen&#8220;, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Melanie Kossatz. Der Verein hatte zuvor ma\u00dfgeblich daran mitgewirkt, dass der Bau und die Nutzung des Spreewaldkahns als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.\u00a0<\/p>\n<p>Die neue Bauweise k\u00f6nnte eine Nische f\u00fcr Liebhaber traditioneller Holzk\u00e4hne schaffen \u2013 insbesondere in einer Zeit, in der Aluminiumk\u00e4hne aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden dominieren. Erste Auftr\u00e4ge seien bereits eingegangen, sagt M\u00fcller: &#8222;Es gibt Menschen, die Holz lieben \u2013 genau wie wir.&#8220;<\/p>\n<p>Zusammenarbeit mit BTU Cottbus geplant<\/p>\n<p>Noch ist aber nicht alles ausgereift. Die Beschichtung des Kahns, derzeit ein nat\u00fcrlicher Wurzelteer aus Schweden, stellt die Entwickler vor Herausforderungen. &#8222;Fr\u00fcherer Holzteer ist nicht mehr zugelassen und die neuen Mittel sind nicht so haltbar&#8220;, erl\u00e4utert M\u00fcller. Dennoch ist die Tischlerei optimistisch und plant eine Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus, um weitere L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Einst waren Einb\u00e4ume unterwegs<\/p>\n<p>Der Spreewaldkahn ist eine Weiterentwicklung des Einbaums, der noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Gebrauch war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man K\u00e4hne aus mehreren L\u00e4ngs- und Querbrettern herzustellen. Ab 1966 kam Stahlblech als neuer Werkstoff zum Einsatz. 1973 wurden die ersten Aluminiumk\u00e4hne hergestellt, hei\u00dft es in einer Beschreibung zum Kulturerbe.\u00a0<\/p>\n<p>Heute gibt es demnach nur noch drei Tischlereibetriebe, die gewerblich Holzk\u00e4hne herstellen und drei Metallbaubetriebe, die Spreewaldk\u00e4hne aus Aluminium anfertigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; Brandenburg Verleimt statt gebogen: Tischler bauen neuen Spreewaldkahn 08.07.2025, 05:03 Uhr Zwei Tischler aus Straupitz haben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":250968,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,296,1956,1890,29,30,77089,20623,77088],"class_list":{"0":"post-250967","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin","13":"tag-berlin-und-brandenburg","14":"tag-brandenburg","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-spreewaldkahn","18":"tag-tischler","19":"tag-verleimt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114815509771191294","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250967","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=250967"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250967\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/250968"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=250967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=250967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=250967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}