{"id":251083,"date":"2025-07-08T04:38:10","date_gmt":"2025-07-08T04:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/251083\/"},"modified":"2025-07-08T04:38:10","modified_gmt":"2025-07-08T04:38:10","slug":"leipzig-10-beruehmte-skulpturen-graffiti-und-denkmaeler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/251083\/","title":{"rendered":"Leipzig: 10 ber\u00fchmte Skulpturen, Graffiti und Denkm\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nZwischen der Alten Nikolaischule und der sp\u00e4tgotischen Nikolaikirche erhebt sich eine wei\u00dfe S\u00e4ule. Die Nikolais\u00e4ule ist inspiriert von der wei\u00dfen Innenausstattung der Kirche und erinnert daran, wie sich die Menschen aus der Kirche an die \u00d6ffentlichkeit wagten. Die Palmenwedel auf der S\u00e4ule sind ein Friedenssymbol und sollen an die friedlichen Ziele des Umsturzes erinnern. <\/p>\n<p>Entworfen wurde das Denkmal in den 90er-Jahren von Andreas St\u00f6tzner, ausgef\u00fchrt wurde es 1999 vom Bildhauer Markus Gl\u00e4ser. Er lie\u00df sp\u00e4ter auch eine Metalltafel in den Boden ein, auf der mehrere Fu\u00dfabdr\u00fccke neben dem Schriftzug &#8222;09 Oktober 1989&#8220; an die Demonstrierenden erinnern. Ebenfalls 2014 schuf Tilo Schulz auf dem Nikolaihof die Lichtinstallation &#8222;Public Light&#8220;. Die in den Boden eingelassenen Steine leuchten am Abend in verschiedenen Farben auf und symbolisieren eine friedliche Zusammenkunft.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nNikolaikirchhof<br \/>04109 Leipzig\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung5\" class=\"jumpLabel\">Graffiti zur Friedlichen Revolution in Leipzig-Gohlis<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\n2014, zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution in Leipzig, schuf der Leipziger Graffiti-Verein in Zusammenarbeit mit dem Bundesbeauftragten f\u00fcr Stasi-Unterlagen und der S\u00e4chsischen Bildungsagentur ein gro\u00dfes Wandbild in Leipzig-Gohlis, das an das historische Ereignis erinnern soll. <\/p>\n<p>Mehrere Figuren, die aus einem Schwarz-Wei\u00df-Foto zu stammen scheinen, befinden sich auf einem runden Rasenst\u00fcck. Drei von ihnen arbeiten akribisch an einem St\u00fcck Wand, das aber bereits abzubl\u00e4ttern droht und scheinbar schon ein Bild enth\u00e4lt. Rund um diese Szene rollen sich auf einem Untergrund aus Seifenblasen mehrere Bilder auf, die beispielsweise den Graffiti-Schriftzug &#8222;Freiheit&#8220; zeigen oder ein Urlaubsfoto. Der Titel &#8222;Untold Stories&#8220; im Bild deutet daraufhin, dass die Geschichten der sogenannten Wende vielf\u00e4ltig sind.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nGeorg-Schumann-Stra\u00dfe 25<br \/>04155 Leipzig\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung6\" class=\"jumpLabel\">Denkmalgesch\u00fctztes Graffito in der S\u00fcdvorstadt<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDass Street-Art es oft nicht leicht hat, beweist auch die &#8222;Madonna mit Kind&#8220; von Blek le Rat. Geboren wurde der K\u00fcnstler als Xavier Prou s\u00fcdwestlich von Paris und studierte Grafik und Architektur in der franz\u00f6sischen Hauptstadt. Heute gilt er als einer der Pioniere der Street Art und als Urvater der Stencil-Kunst, also das Sprayen mit Schablone, f\u00fcr die auch der ber\u00fchmte Banksy bekannt ist. Er begann zun\u00e4chst mit kleinformatigen Motiven wie Ratten. Doch sp\u00e4ter brachte er auch immer wieder religi\u00f6se Motive an die W\u00e4nde. <\/p>\n<p>1991 hielt sich der K\u00fcnstler f\u00fcr ein Graffiti-Festival in Leipzig auf, wo er auch seine sp\u00e4tere Frau kennenlernte. Ihr widmete er seine &#8222;Madonna mit Kind&#8220;, f\u00fcr die er sich von Caravaggios &#8222;Madonna der Pilgerer&#8220; inspirieren lie\u00df. Das Werk schien den Weg aller Stra\u00dfenkunst zu gehen und verschwand. Doch eine Leipzigerin entdeckte das Werk 2012 wieder, als die Wand f\u00fcr eine Sanierung von Plakaten gereinigt wurde. <\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler kehrte nach Leipzig zur\u00fcck und erneuerte seine Arbeit. Es sei seine \u00e4lteste erhaltene, wie er selbst meint. Inzwischen steht das Wandbild unter Denkmal-Schutz \u2013 als eine der wenigen Graffiti-Arbeiten in ganz Deutschland. Somit ist es auch ein Sinnbild daf\u00fcr, wie schmal der Grat zwischen Schmiererei und Kunst sein kann.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nKarl-Liebknecht-Stra\u00dfe 7<br \/>04107 Leipzig\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung7\" class=\"jumpLabel\">&#8222;Friedensfenster&#8220; von David Schnell in der Thomaskirche<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nBereits 1998 entstanden Pl\u00e4ne f\u00fcr ein neues Fenster an der S\u00fcdseite der Leipziger Thomaskirche. Als die Finanzierung daf\u00fcr im Jahr 2006 gesichert war, konnte sich David Schnell mit seinem Entwurf durchsetzen. Der K\u00fcnstler wurde 1971 in der N\u00e4he von K\u00f6ln geboren und studierte an der Leipziger Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst unter anderem bei Arno Rink. Sein &#8222;Friedensfenster&#8220; steht in einer Reihe mit Personalfenstern, die beispielsweise den Reformator Martin Luther oder den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy zeigen und die dort bei einer umfassenden Umgestaltung der Kirche im 19. Jahrhundert eingesetzt wurden. Doch sollte sich das neue Fenster bewusst von dem neugotischen Stil absetzen. <\/p>\n<p>Das &#8222;Friedensfenster&#8220; bildet einen Gegenpol zum Kriegsged\u00e4chtnisfenster, das an die Soldaten des Ersten Weltkriegs erinnerte. David Schnell besch\u00e4ftigt sich in seiner Kunst mit der friedlichen Demonstration als eine Art Gegenpol zur Gewalt. In den 80er-Jahren wurden Kirchen in der DDR zu wichtigen Orten des gesellschaftlichen Austauschs und aus den immer politischer werdenden Friedensgebeten entwickelten sich Ende der Achtziger die Montagsdemonstrationen. <\/p>\n<p>Das Fenster von David Schnell versucht, das widerzuspiegeln: Es besteht aus kleinen l\u00e4nglichen Fl\u00e4chen, die vor allem in Rot und Gr\u00fcn gehalten sind. Was auf den ersten Blick wie abstrakte Farbspielereien wirkt, mutet dann an als h\u00e4tte sich ein Geb\u00e4ude aufgel\u00f6st und w\u00fcrde sich nun mit der Natur verbinden. Darum ging es dem K\u00fcnstler: Die Menschen blieben nicht im Kirchenhaus, sondern gingen nach drau\u00dfen. Auch die Dynamik des Glasbildes ist wichtig: F\u00fcr Schnell ist Frieden ein aktiver Prozess, der gestaltet werden muss.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nThomaskirche<br \/>Thomaskirchhof 18<br \/>04109 Leipzig<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten:<br \/>t\u00e4glich: 10 bis 18 Uhr\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung8\" class=\"jumpLabel\">Figurenreliefs in der Leipziger Messehofpassage<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Leipziger Innenstadt ist gepr\u00e4gt von hohen Fassaden und allerlei Durchg\u00e4ngen, sogenannten Passagen. Sie verbinden die verschiedenen Geb\u00e4ude und bieten zahlreichen Gesch\u00e4ften Platz. Eine dieser Passagen befindet sich im Messehof: Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Pl\u00e4ne ausgearbeitet, die Leipziger Mustermesse wiederzubeleben. Sie war immerhin die erste ihrer Art und deswegen bleibt das ber\u00fchmte Doppel-M bis heute das Emblem der Leipziger Messe. Zwischen der Petersstra\u00dfe und dem Neumarkt wurde daher neuer Baugrund erschlossen und bis 1950 ein siebengeschossiges Messehaus mit schlichter Fassade geschaffen.<\/p>\n<p>An der Petersstra\u00dfe wird der Eingangsbereich von einer Reliefs\u00e4ule gest\u00fctzt. Mit feinen Vertiefungen, in schlichtem, fast schon schematischem Stil sind darauf vier Personen in voller Statur abgebildet. Gezeigt werden vier arbeitende Menschen: Ein Bergarbeiter, eine Spinnerin, ein Bauer und ein Intellektueller (also ein Mensch, der mit seinem Verstand arbeitet). Das Relief passt zum Sozialistischen Realismus, der die Lebensumst\u00e4nde der arbeitenden Bev\u00f6lkerung widerspiegeln sollte und vom DDR-Staat gef\u00f6rdert und gefordert wurde. Geschaffen wurde das Relief von Alfred Thiele, der sich zuvor schon in der Kunstkammer der Nazis integriert hatte.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nPetersstra\u00dfe 15<br \/>04109 Leipzig\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung9\" class=\"jumpLabel\">Wandbild f\u00fcr Comic-K\u00fcnstler Ralph Niese im Leipziger Westen<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nUnter Comic-Fans war er auf der ganzen Welt angesehen: Ralph Niese. Von anderen Comic-Artists wie Schwarwel wurde er f\u00fcr seine freundliche Art und f\u00fcr seinen \u00fcberbordenden Stil gesch\u00e4tzt. Niese war gepr\u00e4gt von Underground-Comics. Seine Panels waren immer abgerundet und die Schrift in den Sprechblasen war immer etwas \u00fcbertrieben. Auch seine Figuren waren bunt und irgendwie laut. 2020 starb er im Alter von nur 37 Jahren in seiner Geburtsstadt Leipzig. <\/p>\n<p>Seit 2022 erinnert ein gro\u00dfes Wandbild im Leipziger Westen an den Comic-K\u00fcnstler. 24 Leipziger K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler haben an dem riesigen Gem\u00e4lde gearbeitet, das zahlreiche von Nieses Figuren unter einem pink-roten Himmel versammelt. Da steht eine struppige, d\u00fcster-dreinschauende Gestalt ganz in schwarz. Von oben schaut ein Kopf in einem futuristischen Helm und darunter ist ein zorniges Gesicht zu sehen, dessen Kopfbedeckung an die albernen Zeiten von Marvel-Comics erinnert. Weiter unten staksen ein Mann mit einem wei\u00dfen Zaubererhut und eine Frau mit einem dunklen Hexenhut durch ein Fl\u00fcsschen. Es ist ein Denkmal f\u00fcr die wilde Fabulierlust und die Comic-Stadt Leipzig.\n<\/p>\n<p>\nWo?<br \/>\nAngerstra\u00dfe 55<br \/>04177 Leipzig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen der Alten Nikolaischule und der sp\u00e4tgotischen Nikolaikirche erhebt sich eine wei\u00dfe S\u00e4ule. Die Nikolais\u00e4ule ist inspiriert von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":251084,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[86,3903,96,3364,29,89,98,92,30,2989,99,95,87,88,91,80,84,2075,90,71,100,101,93,81,85,82,97,83,859,10279,13096,11838,94,16172,1467],"class_list":{"0":"post-251083","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-artour","9":"tag-ausflug","10":"tag-buehne","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-erlebnis-musik","14":"tag-feature","15":"tag-film","16":"tag-germany","17":"tag-geschichte","18":"tag-hoerspiele","19":"tag-kino","20":"tag-kino-royal","21":"tag-kinoroyal","22":"tag-klassik","23":"tag-kultur","24":"tag-kulturfernsehen","25":"tag-kunst","26":"tag-lebenslaeufe","27":"tag-leipzig","28":"tag-lesezeit","29":"tag-lesung","30":"tag-literatur","31":"tag-mdr","32":"tag-mdr-figaro","33":"tag-mdr-kultur","34":"tag-oper","35":"tag-radio","36":"tag-sachsen","37":"tag-sehenswuerdigkeit","38":"tag-sightseeing","39":"tag-skulptur","40":"tag-theater","41":"tag-tipp","42":"tag-tipps"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114815769254562472","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/251083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=251083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/251083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/251084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=251083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=251083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=251083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}