{"id":252016,"date":"2025-07-08T13:09:12","date_gmt":"2025-07-08T13:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/252016\/"},"modified":"2025-07-08T13:09:12","modified_gmt":"2025-07-08T13:09:12","slug":"bulgariens-angst-vor-dem-teuro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/252016\/","title":{"rendered":"Bulgariens Angst vor dem &#8222;Teuro&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 08.07.2025 14:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Bulgarien bekommt ab n\u00e4chstem Jahr den Euro &#8211; die Einf\u00fchrung nahm heute in Br\u00fcssel die letzte H\u00fcrde. Doch viele Bulgaren bef\u00fcrchten, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verschlechtern wird. Ger\u00fcchte heizen die Stimmung an.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/silke-hahne-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Silke Hahne\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/silke-hahne-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor dem Pr\u00e4sidentenpalast in der bulgarischen Hauptstadt Sofia stehen neun kleine Campingzelte auf dem Steinboden, dazu ein Pavillon. &#8222;Nationaler Protest&#8220; steht auf einem gro\u00dfen Plakat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenige Tage vor der Entscheidung der Euro-Finanzminister campierte hier ein knappes Dutzend Menschen im Protest gegen die Einf\u00fchrung des Euro in Bulgarien, die f\u00fcr den 1. Januar 2026 geplant ist. Sie wollen unbedingt den bulgarischen Lew behalten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Eurozone ist das Schlimmste, was den Bulgaren derzeit passieren kann, denn wir sind ohnehin schon ein unterworfenes Territorium&#8220;, behauptet eine Frau. Unter den Demonstranten herrscht eine allgemein europaskeptische Stimmung. Ein Mann etwa fragt: &#8222;Was sind denn diese europ\u00e4ischen Werte? Wir brauchen den Euro nicht. Wozu \u00fcberhaupt?&#8220;<\/p>\n<p>    Wenige Informationen, viele \u00c4ngste<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchon beim EU-Beitritt 2007 stimmte Bulgarien daf\u00fcr, irgendwann den Euro einzuf\u00fchren. Alle Regierungen in Sofia haben seither darauf hingearbeitet. Im Parlament hat das Vorhaben auch jetzt eine klare Mehrheit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bev\u00f6lkerung aber ist gespalten: Laut der Politikwissenschaftlerin Genowewa Petrowa, die das Umfrage-Institut Alpha Research in Sofia leitet, herrscht zwischen Bef\u00fcrwortern und Gegner Parit\u00e4t. &#8222;Wenn es Bedenken gibt, dann beziehen sie sich auf m\u00f6gliche erwartete Preissteigerung.&#8220; <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngst vor der Inflation also. Laut Petrowa herrscht au\u00dferdem Informationsmangel, wie die Einf\u00fchrung des Euros \u00fcberhaupt ablaufen soll.<\/p>\n<p>    Selbst der Pr\u00e4sident ist dagegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZus\u00e4tzlich verbreiten sich unter anderem in sozialen Medien allerlei Ger\u00fcchte. Zum Beispiel, dass die EU k\u00fcnftig auf die pers\u00f6nlichen Ersparnisse der Bulgaren zugreifen d\u00fcrfe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPetrowa f\u00fchrt den Erfolg solcher Verschw\u00f6rungsmythen auf mehrere Faktoren zur\u00fcck. Unter anderem auf Politiker wie den Staatspr\u00e4sidenten Rumen Radew, der sich gegen die Regierung und ihren Euro-Kurs stellt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Uneinigkeit zwischen den gesellschaftlichen Autorit\u00e4ten f\u00fchre auch zu einer Polarisierung der \u00f6ffentlichen Meinung. &#8222;Der zweite wichtige Faktor ist die Ineffizienz der Institutionen, die bisher den Menschen nicht gezeigt haben, dass ihre Arbeit im Interesse der Gesellschaft ist.&#8220; Das Vertrauen in Politik und staatliche Institutionen in Bulgarien ist gering.<\/p>\n<p>    Schon lange fester Wechselkurs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Petrowa ist au\u00dferdem das Finanzwissen in der Bev\u00f6lkerung schwach. Viele Menschen erinnerten sich auch noch gut an schwere finanzielle Krisen im Land. Eine dieser Krisen f\u00fchrte 1997 dazu, dass die W\u00e4hrung Lew an die deutsche W\u00e4hrung gekoppelt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gibt in Bulgarien schon lange einen festen Wechselkurs zum Euro. Die weit verbreitete Bef\u00fcrchtung, das Land verliere mit der Euro-Einf\u00fchrung geldpolitische Souver\u00e4nit\u00e4t, ist also eigentlich substanzlos. Doch \u00d6konomen dringen mit solchen Einw\u00e4nden kaum durch.<\/p>\n<p>    Die Preise steigen schon vorher<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun versucht es die bulgarische Regierung mit einer Informationskampagne. Darin verspricht sie, f\u00fcr Verbraucherschutz, Preiskontrollen und die faire Anpassung von Geh\u00e4ltern und Renten zu sorgen. Und Verst\u00f6\u00dfe mit aller H\u00e4rte des Gesetzes zu ahnden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPremierminister Rossen Zheljaskow appelliert zudem an die Wirtschaft, jetzt die Preise nicht zu erh\u00f6hen. &#8222;Niemand sollte seine marktbeherrschende oder monopolistische Stellung missbrauchen &#8211; insbesondere dort, wo es keine Alternativen im Angebot gibt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas hindert einige Gesch\u00e4fte allerdings nicht daran, schon jetzt die Preise teilweise anzuheben. Vor allem Grundnahrungsmittel sind zuletzt teurer geworden. Bisher bleibt das f\u00fcr die Unternehmen ohne Folgen. Die Euro-Skepsis in Bulgarien k\u00f6nnte es befeuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 08.07.2025 14:32 Uhr Bulgarien bekommt ab n\u00e4chstem Jahr den Euro &#8211; die Einf\u00fchrung nahm heute in Br\u00fcssel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":252017,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[28206,4788,13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-252016","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-bulgarien","9":"tag-euro","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-welt","19":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114817778787856875","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=252016"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252016\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/252017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=252016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=252016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=252016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}