{"id":252497,"date":"2025-07-08T17:22:11","date_gmt":"2025-07-08T17:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/252497\/"},"modified":"2025-07-08T17:22:11","modified_gmt":"2025-07-08T17:22:11","slug":"bischof-bertram-meier-gott-stuetzt-mich-und-haelt-mich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/252497\/","title":{"rendered":"Bischof Bertram Meier: Gott st\u00fctzt mich und h\u00e4lt mich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der 65. Geburtstag gilt wohl \u2013 trotz allen Wandels \u2013 als ein Meilenstein in unserem Lebenslauf, bedeutete er doch viele Jahre den Eintritt in den Ruhestand. F\u00fcr Priester gilt das so nicht \u2013 und f\u00fcr Bisch\u00f6fe noch weniger. Wir fragten unseren <a href=\"https:\/\/bistum-augsburg.de\/Bistum\/Bischof-Bertram\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Di\u00f6zesanbischof<\/a> Bertram Meier anl\u00e4sslich seines Geburtstags am 20. Juli, wie er diesen Tag begehen m\u00f6chte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>AUGSBURG JOURNAL Reporter: Bischof Bertram, was w\u00fcnschen Sie sich zum 65. Geburtstag?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bischof Bertram Meier<\/strong>: Ich bin ein Mensch, der sich gerne von der Familie und von Freunden \u00fcberraschen l\u00e4sst, deshalb \u00e4u\u00dfere ich in der Regel keine besonderen W\u00fcnsche. Allerdings erbitte ich mir, je \u00e4lter ich werde, immer bewusster im Gebet eine stabile Gesundheit, um meinen Dienst f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen im Bistum ausf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Andererseits sind Zuversicht und Gelassenheit Haltungen, um die ich mich m\u00fche.<\/p>\n<p><strong>AJR: Gefragt nach Ihrem liebsten oder unvergesslichsten Geburtstagsgeschenk \u2013 was f\u00e4llt Ihnen da spontan ein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meier<\/strong>: Materielle Dinge sind mir, der ich in j\u00fcngeren Jahren sehr oft umgezogen bin, nicht so im Ged\u00e4chtnis geblieben. Doch seit ich als Sch\u00fcler erfuhr, dass der 20. Juli 1944 ein zentrales Datum des Widerstandes gegen die NS-Diktatur war, erinnere ich mich mit Dankbarkeit an die Menschen, die ihr Leben in die Waagschale warfen, um den furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten ein Ende zu bereiten. Ich habe mich daher schon fr\u00fch mit Christen wie Alfred Delp, Pater Rupert Mayer und dem erst vor kurzem selig gesprochenen Max Josef Metzger besch\u00e4ftigt. Im R\u00fcckblick muss ich sagen: Sie haben meine Sicht auf das Leben und die Verantwortung, die jedem Menschen zukommt, entscheidend gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bischof Bertram Meier: Heilige Messe mit einem Ulrichsfenster neu ausgestatteten Kathedrale<\/p>\n<p><strong>AJR: Der 20. Juli 2025, ein Sonntag, wenige Tage vor den gro\u00dfen Ferien, allerorten viel Betriebsamkeit \u2013 k\u00f6nnen Sie (und wenn ja wie und mit wem) Ihren Geburtstag da \u00fcberhaupt feiern?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meier<\/strong>: Ja, tats\u00e4chlich: Weil es ein Sonntag ist, kann ich zusammen mit allen, die sich dem Dom und dem Bistum verbunden f\u00fchlen, eine Heilige Messe in unserer, jetzt auch mit einem Ulrichsfenster neu ausgestatteten Kathedrale feiern. Au\u00dferdem werden Sch\u00fclerchor und \u2013orchester des Gymnasiums Maria Stern unter der Leitung von Frau Christina Drexel dabei die Ulrichsmesse zu Geh\u00f6r bringen, die vor einiger Zeit ihre Premiere in Rom hatte. Das freut mich sehr und ist wirklich ein besonders kostbares Geschenk!<\/p>\n<p><strong>AJR: Bisch\u00f6fe bieten dem Papst in der Regel mit Erreichen des 75. Geburtstags ihren Amtsverzicht an. Dann \u201ed\u00fcrften\u201c Sie noch zehn Jahre bleiben. M\u00f6chten Sie das (mit dem Amtieren, Stand heute) gerne \u2013 oder k\u00f6nnten Sie sich einen fr\u00fcheren Amtsverzicht vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meier<\/strong>: Grunds\u00e4tzlich habe ich von Anfang an meine Bereitschaft signalisiert, den Bischofsdienst ohne Einschr\u00e4nkung zu \u00fcbernehmen, und ich hoffe, dass meine Gesundheit noch so lange mitmacht. Nach f\u00fcnf Jahren im Amt merke ich schon, wie sehr es an den Kr\u00e4ften zehrt. Aber ich vertraue darauf, dass unser guter Gott mich st\u00fctzt und h\u00e4lt. Dar\u00fcber hinaus wei\u00df ich auch, wie viel ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bischofshaus und im Ordinariat verdanke. Nicht zuletzt erfahre ich immer wieder das Getragensein im Gebet von vielen Gl\u00e4ubigen \u2013 auch das ist ein vollkommenes Geschenk!<\/p>\n<p><strong>AJR: Gut f\u00fcnf Jahre ist es nun her, dass Sie am 6. Juni 2020 zum Bischof geweiht worden sind (die Ernennung in der Corona-Zeit war ja schon zuvor). Eine kleine Bilanz nach f\u00fcnf Jahren: Ist Bischof zu sein so, wie Sie sich es sich anfangs vorgestellt hatten? Was ist anders, was sind unerwartete Schwierigkeiten der Position, was freut Sie besonders an diesem Amt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meier<\/strong>: Der Start war aufgrund der zahlreichen Lockdowns wirklich schwierig und auch dann hat es Jahre gedauert, bis es m\u00f6glich war, frei und unter normalen Bedingungen die Gemeinden im Bistum zu besuchen. Organisatorisch ist es nicht immer leicht, alle Verpflichtungen, auch die auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz wie das Engagement f\u00fcr die Weltkirche sowie \u00d6kumene und Interreligi\u00f6sen Dialog, unter einen Hut zu bringen. Doch gleichzeitig erfahre ich auch Synergieeffekte und sehe es als Bereicherung an, dass ich den weltweiten Horizont immer wieder in unser Bistum hineinspiegeln kann. Dass wir als Kirche in der Vergangenheit viel Vertrauen verspielt haben, besch\u00e4ftigt mich sehr. Denn ich selbst war und bin immer gerne ein Teil dieser weltumspannenden Gemeinschaft von Menschen, die sich dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn eng verbunden wissen. Daher ist es f\u00fcr mich ein gro\u00dfer Schmerz, wenn so viele der Kirche den R\u00fccken kehren. Ich mache mir aber immer wieder bewusst, dass die Sorgen und Probleme nicht die Oberhand gewinnen d\u00fcrfen; sind es doch nicht wir, die die Kirche und die Welt retten, sondern unser Erl\u00f6ser ist und bleibt Jesus Christus. Ihm Raum zu geben oder ins Gespr\u00e4ch zu bringen, darin sehe ich meine Hauptaufgabe und das ist auch die Quelle meiner Freude!<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/09_Papst-Franziskus-im-Gespraech-mit-Bischof-Bertram-Foto-Vatican-Media_Romano-Siciliani_KNA-1024x68.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Mehrfach begegneten sich Bischof Bertram und der k\u00fcrzlich verstorbene Papst Franziskus in Rom. Foto: Romano Sciliani KNA<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/45_Profanierung-der-Kirche-Zu-den-Acht-Seligkeiten-in-Fuessen-Foto-Ulrich-Bobinger-pba-1024x768.jpg\"\/><\/p>\n<p>Einweihungen, Er\u00f6ffnungsfeiern und dergleichen geh\u00f6ren zu den regelm\u00e4\u00dfigen Aufgaben eines Bischofs. Bertram Meier musste im Jahr 2024 aber auch anderes tun: In F\u00fcssen wurde die bauf\u00e4llige Kirche \u201eZu den acht Seligkeiten\u201c profaniert und anschlie\u00dfend abgerissen.<br \/>Foto: pba\/Nicolas Schnall<\/p>\n<p>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.augsburg-journal.de\/news\/bischof-bertram-kirche-dem-erdboden-gleichgemacht\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bischof Bertram: Kirche \u201edem Erdboden gleichgemacht\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der 65. 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