{"id":254804,"date":"2025-07-09T14:14:11","date_gmt":"2025-07-09T14:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/254804\/"},"modified":"2025-07-09T14:14:11","modified_gmt":"2025-07-09T14:14:11","slug":"stadtplanung-in-stuttgart-umbau-der-b-14-nimmt-fahrt-auf-stadtautobahn-wird-zum-boulevard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/254804\/","title":{"rendered":"Stadtplanung in Stuttgart: Umbau der B\u200a14 nimmt Fahrt auf: Stadtautobahn wird zum Boulevard"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahlen sind beeindruckend: Knapp 60\u200a000 Quadratmeter \u2013 davon alleine 30\u200a000 versiegelte \u2013 Fl\u00e4chen k\u00f6nnten neu gewonnen werden. Knapp 10\u200a000 Quadratmeter f\u00fcr Sport, Spiel und Bewegung genutzt sowie 1300 B\u00e4ume gepflanzt werden, 25 zus\u00e4tzliche Querungsm\u00f6glichkeiten und nicht zuletzt ein sieben Kilometer durchgehender Radweg entstehen. Und das im topografisch eingeengten Stuttgarter Talkessel. Kein Wunder ist von vielen Seiten von einem Jahrhundertprojekt die Rede. Der Umbau der B\u200a14, die die Stadt als 4,5 Kilometer lange, breite Schneise zwischen Mineralb\u00e4der und Marienplatz durchschneidet, nimmt langsam Fahrt auf. Die Voraussetzung daf\u00fcr: Wie vom Gemeinderat beschlossen, m\u00fcsste der Verkehr um 50 Prozent gesenkt werden. <\/p>\n<p>Bereits vor f\u00fcnf Jahren war ein Planungswettbewerb <\/p>\n<p> Die Idee ist alles andere als neu: Bereits Mitte der 1980er Jahre wurde \u00fcber eine Umgestaltung der in den 1960er und 1970er Jahren f\u00fcr ein autogerechtes <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> entwickelte \u201eStadtautobahn\u201c diskutiert. Erste Ideen gingen aus den Entw\u00fcrfen der Kooperation von asp Architekten\/<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stadt-baut-einen-neuen-abwasserkanal-18-probebohrungen-entlang-der-cannstatter-strasse.33e5f235-9648-4a06-ae67-4c4ba883afe7.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Koeber<\/a> Landschaftsarchitekten hervor, die im September 2020 aus dem st\u00e4dtebaulichen Planungswettbewerb \u201eNeuer Stadtraum B\u200a14\u201c als Sieger hervorgingen. \u201eKonkret haben wir diese nun im vergangenen Jahr in dem Rahmenplan weiterentwickelt\u201c, erkl\u00e4rte Ulrich Hanselmann vom Stadtplanungsamt im Ausschuss f\u00fcr Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderats. In einem \u201eB-14-Festival\u201c sollen die Pl\u00e4ne im Herbst dieses Jahres im Stuttgarter Stadtpalais vorgestellt und eine B\u00fcrgerbeteiligung gestartet werden. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Juli 2027 der Bebauungsplan ausgearbeitet werden soll, bis Ende 2027 k\u00f6nnte dann der m\u00f6gliche Baubeschluss gefasst werden.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.c601e289-777d-4360-88db-676c6518d0de.original1024.media.jpeg\"\/>     So k\u00f6nnte es unter dem \u00d6sterreichischen Platz einmal aussehen.    Foto: Grafik\/asp Architekten    Zwei anstatt vier Fahrspuren nur auf einem Teilabschnitt <\/p>\n<p>Konkret ist die Umgestaltung der B\u200a14 dabei in sechs Bauabschnitte, sogenannte Sequenzen, unterteilt. Denn die Aufgabe ist vielf\u00e4ltig. \u201eDas konkrete Leitbild sieht vor, neuen Stadtraum zu schaffen, der klimaangepasst ist und auch die verschiedenen Stadtteile besser miteinander verkn\u00fcpft\u201c, erkl\u00e4rt asp-Architekt Cem Arat. Zudem soll vor allem \u201eauch die Sicherheit von Radfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern erh\u00f6ht, aber auch die Belange der geplanten Quartiersentwicklungen entlang der wichtigen Nord-S\u00fcd-Achse ber\u00fccksichtigt werden\u201c. Daf\u00fcr soll der gesamte Verkehr durchg\u00e4ngig oberirdisch flie\u00dfen. <\/p>\n<p>Nach den Vorgaben des Ordnungsamtes beschr\u00e4nkt sich der Stra\u00dfenr\u00fcckbau haupts\u00e4chlich auf die Verkehrsbereiche zwischen den zahlreichen Pl\u00e4tzen, lediglich zwischen Marien- und \u00d6sterreichischem Platz sollen die Fahrspuren von vier auf zwei reduziert werden, \u201ewas dennoch gen\u00fcgend Platz f\u00fcr einen multifunktionalen Stadtraum bietet\u201c, betont Arat. So k\u00f6nnten neue Gr\u00fcn- und Aufenthaltsfl\u00e4chen entlang der gesamten B\u200a14 generiert, die Gehwege durchg\u00e4ngig beidseitig auf vier Meter verbreitert werden. Unter anderem unter dem \u00d6sterreichischen Platz eine \u00f6ffentliche Aktionsfl\u00e4che entstehen und mit einem bis zu 16 Meter breiten Gr\u00fcnstreifen in der Mitte der Fahrbahnen zwischen Charlotten- und Gebhard-M\u00fcller-Platz \u2013 der urspr\u00fcnglichen Kulturmeile \u2013 f\u00fcr eine bessere Anbindung von Staatsgalerie an Oper und dem Hauptbahnhof geschaffen werden. <\/p>\n<p>Einw\u00e4nde gab es vom b\u00fcrgerlichen Lager nicht gegen die eigentlichen Planungen als vielmehr wieder einmal am Grundsatzbeschluss f\u00fcr den R\u00fcckbau der Stra\u00dfe. \u201eDass wir 50 Prozent weniger Verkehr einplanen, hei\u00dft nicht, dass es auch 50 Prozent weniger Verkehr geben wird\u201c, begr\u00fc\u00dfte Carl-Christian Vetter (CDU), dass lediglich auf einem Teilst\u00fcck von vier auf zwei Fahrspuren reduziert werden soll. Ganz im Gegenteil gab es erwartungsgem\u00e4\u00df Kritik von der \u00f6kosozialen Seite an den \u201enach wie vor \u00fcberdimensionierten Verkehrsknotenpunkten anstatt wirklicher Pl\u00e4tze\u201c, so Hannes Rockenbauch (S\u00d6S). Dass man nun wieder von einstmals drei auf vier Verkehrsspuren hochgehe, sei nicht Bestandteil des damaligen Siegerentwurfes gewesen, \u201eweshalb dieser auch ausgew\u00e4hlt wurde\u201c. <\/p>\n<p>Der Startschuss k\u00f6nnte in der Cannstatter Stra\u00dfe erfolgen <\/p>\n<p>In den vergangenen Jahrzehnten ist der Verkehr in der Innenstadt laut Stephan Oehler tats\u00e4chlich zur\u00fcckgegangen. Trotzdem m\u00fcsse man schauen, dass \u201edas Infrastrukturnetz weiter funktionsf\u00e4hig bleibt\u201c. Und selbst bei einer Reduzierung von 50 Prozent des Verkehrs \u201ebleiben von t\u00e4glich 80\u200a000 Autos die \u00fcber die B\u200a14 fahren, immer noch 40\u200a000 \u00fcbrig\u201c, betonte der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung. Freie W\u00e4hler und FDP setzen dabei auch auf die Karte, dass der Umbau in Abschnitten erfolgen soll. \u201eVielleicht gibt es \u00fcber die Jahre noch neue Erkenntnisse\u201c, so Michael Schrade (Freie W\u00e4hler). Schlie\u00dflich soll sich die Gesamtma\u00dfnahme bis zum Jahr 2048 hinziehen.<\/p>\n<p>Aus Sicht von SPD und Gr\u00fcnen soll der Umbau dagegen nicht mehr weiter hinausgeschoben werden. F\u00fcr Bj\u00f6rn Peterhoff (B\u00fcndnis 90\/Gr\u00fcne) r\u00fccken dabei die Randlagen in den Fokus. Vor allem der Abschnitt zwischen Neckartor und Mineralb\u00e4dern. Denn unter der Cannstatter Stra\u00dfe, wie die B\u200a14 dort hei\u00dft, wird ab Ende 2025 bis Anfang der 2030er Jahre ein Abwasserkanal f\u00fcr den Nesenbach neu gebaut. \u201eIm Zuge dessen soll auch die Oberfl\u00e4che gleich in den angedachten Endzustand gebracht werden.\u201c <\/p>\n<p> Sechs Sequenzen <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Verschiedene Abschnitte<\/strong><br \/>Um den Verkehr nicht komplett zum Erliegen zu bringen, wurde das Mammutprojekt in sechs Abschnitte unterteilt, sogenannte Sequenzen. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sequenz 1<\/strong><br \/>Zwischen Marien- und \u00d6sterreichischem Platz sollen die Fahrspuren von vier auf zwei reduziert werden. Im Vorfeld zur Zufahrt zum City-Ring k\u00f6nnte so ein kleiner Klimapark entstehen, der in einer \u00f6ffentlichen Aktionsfl\u00e4che unterhalb endet. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sequenz 2<\/strong><br \/>Bis zum Wilhelmsplatz bleiben vier Fahrspuren, \u201ewas dennoch gen\u00fcgend Platz f\u00fcr einen multifunktionalen Stadtraum bietet\u201c, betont Arat. Der Wilhelmsplatz wird verkehrsfrei und zur Fl\u00e4che f\u00fcr Sport und Bewegung. In der Unterf\u00fchrung entsteht ein Logistik-Hub f\u00fcr den Lieferverkehr in die City. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong> Sequenz 3<\/strong><br \/>Im Vorfeld des Charlottenplatzes wird bereits die Idee der Kulturmeile aufgegriffen. Vor dem neuen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.baustellen-in-stuttgart-damals-wie-heute-wenn-einzelhaendler-um-ihre-existenz-bangen-muessen.b89e58e6-8a25-46ac-91b3-e61a03af08af.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mobility-Hub und dem Haus f\u00fcr Film und Medien auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Breuninger-Parkhauses im Bohnenviertel <\/a> entsteht ein Freiraum mit Anbindung an die geplante <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgarter-innenstadt-das-neue-schwabenzentrum-als-tor-zur-city.08c62d87-e590-4892-8fe9-c97efb1ec9e3.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umgestaltung des Schwaben-Zentrums auf der anderen Seite<\/a>.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sequenz 4<\/strong><br \/>F\u00fcr die eigentliche Kulturmeile bis zum Gebhard-M\u00fcller-Platz werden die Fahrbahnen an die Seiten verlegt. So entsteht ein bis zu 16 Meter breiter, \u00f6ffentlicher Gr\u00fcnstreifen f\u00fcr Veranstaltungen und Freizeit.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sequenz 5<\/strong><br \/>Unterst\u00fctzt wird die bessere Anbindung von Staatsgalerie an die Oper und den Hauptbahnhof bis zum Neckartor von den sogenannten Bonatz-Terrassen.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sequenz 6<\/strong><br \/>Auf dem letzten Abschnitt bis zum Schwanenplatztunnel soll der Radweg direkt an der Cannstatter Stra\u00dfe verlaufen sowie die Schallschutzwand zum Schlossgarten an mehreren Stellen ge\u00f6ffnet werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Zahlen sind beeindruckend: Knapp 60\u200a000 Quadratmeter \u2013 davon alleine 30\u200a000 versiegelte \u2013 Fl\u00e4chen k\u00f6nnten neu gewonnen werden.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":254805,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[13497,1634,7399,3364,29,30,69188,77864,77863,1441],"class_list":{"0":"post-254804","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-b14","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-charlottenplatz","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-kulturmeile","15":"tag-neuer-stadtraum-b14","16":"tag-stadtumgestaltung","17":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114823696708093414","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=254804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254804\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/254805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=254804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=254804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=254804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}