{"id":25527,"date":"2025-04-12T07:50:09","date_gmt":"2025-04-12T07:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25527\/"},"modified":"2025-04-12T07:50:09","modified_gmt":"2025-04-12T07:50:09","slug":"warum-gibt-es-jetzt-gespraeche-mit-den-usa-ueber-irans-atomprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25527\/","title":{"rendered":"Warum gibt es jetzt Gespr\u00e4che mit den USA \u00fcber Irans Atomprogramm?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 12.04.2025 07:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Heute sollen indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran \u00fcber dessen Nuklearprogramm beginnen. Wieso kommt es jetzt dazu? Und worum geht es eigentlich? Die wichtigsten Fragen im \u00dcberblick.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWestliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Islamische Republik bestreitet das. Allerdings hat der Iran die Produktion von Uran mit einer Anreicherung auf einen nahezu waffenf\u00e4higen Grad signifikant ausgeweitet. <\/p>\n<p>Einem Bericht der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde IAEA zufolge verf\u00fcgte der Iran Anfang Februar \u00fcber knapp 275 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert ist. Das entspreche einem Anstieg um 92 Kilogramm seit Ende Oktober 2024. Die monatliche Produktionskapazit\u00e4t sei demnach von rund acht Kilogramm auf bis zu 40 Kilogramm hochgeschnellt. Im August vergangenen Jahres habe der Iran nur \u00fcber rund 165 Kilogramm entsprechend angereichertes Uran verf\u00fcgt. <\/p>\n<p>IAEA-Chef Rafael Grossi wies in dem Bericht darauf hin, dass der Iran der einzige Staat ohne Atomwaffen sei, der solches Material herstelle. Die &#8222;signifikant gestiegene Produktion und Anh\u00e4ufung&#8220; von 60-prozentigem Uran gebe Anlass zu ernster Sorge. Nach IAEA-Angaben reichen etwa 42 Kilogramm 60 Prozent angereichertes Uran theoretisch aus, um eine Atombombe herzustellen, wenn es weiter auf 90 Prozent angereichert wird. <\/p>\n<p>Technisch gesehen ist dies nur ein kurzer Schritt, und nach Einsch\u00e4tzung Grossis k\u00f6nnte der Iran mehrere Atombomben bauen, falls er sich dazu entschl\u00f6sse. Dies wollen unter anderem die USA und europ\u00e4ische Staaten verhindern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Iran hatte 2015 mit den f\u00fcnf UN-Vetom\u00e4chten USA, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Russland und China sowie mit Deutschland vereinbart, sein Nuklearprogramm so umzugestalten, dass er keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug wurden die Wirtschaftssanktionen gelockert. <\/p>\n<p>Allerdings zog US-Pr\u00e4sident Donald Trump die USA\u00a02018 w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit einseitig aus dem Abkommen zur\u00fcck und f\u00fchrte Sanktionen gegen Teheran wieder ein. Auch der Iran f\u00fchlt sich sp\u00e4testens seitdem nicht mehr an das Abkommen gebunden, begann, Uran \u00fcber das erlaubte Ma\u00df hinaus anzureichern und schr\u00e4nkte Kontrollen der IAEA ein. F\u00f6rmlich gilt <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/resource\/blob\/202512\/87f8ae7922334e695673db364acaa4bd\/150720-unscr-res2231-download-data.pdf\" title=\"Resolution 2231 (2015) des UN-Sicherheitsrats\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">der durch eine UN-Resolution in Kraft gesetzte Pakt<\/a> noch bis Oktober 2025. <\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten f\u00fchrten Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien ohne die Vereinigten Staaten Gespr\u00e4che \u00fcber ein m\u00f6gliches neues Abkommen, bislang ohne Erfolg. Separat f\u00fchrt der Iran auch mit Russland und den China Verhandlungen. Am Dienstag fanden in Moskau auf Expertenebene Gespr\u00e4che zwischen den drei L\u00e4ndern statt. Peking und Moskau stellen sich dabei demonstrativ auf die Seite des Iran und verurteilen Sanktionen gegen das Land.<\/p>\n<p>Der Iran ist weiterhin Unterzeichnerstaat des Vertrags \u00fcber die Nichtverbreitung von Kernwaffen. Damit hat er sich verpflichtet, keine Kernwaffen zu erwerben, hat aber das Recht auf die friedliche Nutzung von Kernenergie. In den Gespr\u00e4chen mit Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien hatte der Iran Ende November jedoch mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag gedroht. <\/p>\n<p>Offiziell beharrt der\u00a0Iran\u00a0darauf, kein Atomarsenal anzustreben. In letzter Zeit haben sich jedoch einige iranische Offizielle \u00fcber eine m\u00f6gliche Abkehr von dieser Doktrin ge\u00e4u\u00dfert und damit die internationale Sorge um das iranische Atomprogramm weiter befeuert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach seiner R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus k\u00fcndigte Trump an, die w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit verfolgte Politik des &#8222;maximalen Drucks&#8220; auf den Iran weiterzuf\u00fchren. Zugleich schlug er ein &#8222;Atom-Friedensabkommen&#8220; mit Teheran vor.\u00a0<\/p>\n<p>Er drohte immer wieder damit, andernfalls milit\u00e4risch zu intervenieren. &#8222;Wenn sie sich nicht einigen, wird es Bomben geben&#8220;, hatte Trump etwa Ende M\u00e4rz NBC News gesagt. &#8222;Es wird ein Bombardement geben, wie sie es noch nie zuvor gesehen haben.&#8220; Zuletzt sagte Trump w\u00e4hrend des Treffens mit Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu am Montag, der Iran werde &#8222;in gro\u00dfer Gefahr&#8220; sein, sollten die Gespr\u00e4che \u00fcber eine Beendigung des iranischen Atomprogramms scheitern. Israel und die USA betonen regelm\u00e4\u00dfig, sie w\u00fcrden niemals zulassen, dass Teheran in den Besitz einer Atomwaffe gelangt. <\/p>\n<p>Am Montag dann k\u00fcndigte Trump eine neue Runde der Atomgespr\u00e4che an. Damit bekommen die festgefahrenen Verhandlungen nach Monaten politischer und milit\u00e4rischer Spannungen wieder neuen Schwung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIrans Staatsf\u00fchrung steht vor einem Dilemma. Aus ideologischen Gr\u00fcnden lehnt der Iran Verhandlungen mit seinem Erzfeind USA eigentlich strikt ab. Auch wenn der gem\u00e4\u00dfigte Pr\u00e4sident, Massud Peseschkian, vermutliche sogar zu direkten Gespr\u00e4chen bereit w\u00e4re &#8211; der m\u00e4chtigste Mann im Land, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-usa-atomprogramm-100.html\" title=\"Iran erteilt Atomverhandlungen erneut Absage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ayatollah Ali Khamenei, weigerte sich bis vor kurzem, \u00fcberhaupt zu verhandeln<\/a>. <\/p>\n<p>Andererseits befindet das Land sich in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die iranische W\u00e4hrung Rial verliert w\u00f6chentlich an Wert und liegt auf einem Rekordtief.\u00a0Die harten internationalen Sanktionen haben die Wirtschaft gel\u00e4hmt und die Mittelschicht erodieren lassen. <\/p>\n<p>Zudem ist der Iran seit der Eskalation des Kriegs im Nahen Osten politisch und milit\u00e4risch stark in der Defensive, seine Verb\u00fcndeten in der Region sind dezimiert. Denn die Terrororganisationen Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Libanon sind massiv geschw\u00e4cht, das Assad-Regime in Syrien gibt es nicht mehr, Russlands Pr\u00e4senz ist dadurch geringer, und die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/us-angriffe-jemen-100.html\" title=\"US-Milit\u00e4r setzt Angriffe auf Huthi im Jemen fort \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Huthi-Miliz im Jemen wird derzeit verst\u00e4rkt von den USA bombardiert<\/a>. Auch der Iran selbst war Ziel von israelischen Angriffen. Israels Regierung droht wiederholt auch mit der Bombardierung iranischer Nuklearanlagen. <\/p>\n<p>Und so hat Teheran sich nun darauf eingelassen, \u00fcber Vermittlerstaaten zu verhandeln. Der iranische Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi soll heute im Oman indirekte Gespr\u00e4che mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff f\u00fchren, best\u00e4tigte das Au\u00dfenministerium in Teheran. Die Ank\u00fcndigung l\u00f6ste am iranischen Devisenmarkt einen Aufschwung aus, der Rial legte gegen\u00fcber dem Euro schlagartig um rund f\u00fcnf Prozent zu. <\/p>\n<p>Doch zu welchen Zusagen der Iran bei Verhandlungen bereit sein wird, ist unklar. Strategisch befindet sich der Iran in einer Zwickm\u00fchle: Denn die derzeit sehr aggressive Milit\u00e4rpolitik Israels und die zumindest sehr aggressive Rhetorik der USA machen zwar Angriffe auf den Iran wahrscheinlicher &#8211; aber sie machen aus iranischer Sicht auch eine nukleare Bewaffnung n\u00f6tiger denn je.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 12.04.2025 07:43 Uhr Heute sollen indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran \u00fcber dessen Nuklearprogramm&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25528,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,346,782,13,345,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-25527","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-atomprogramm","11":"tag-faq","12":"tag-headlines","13":"tag-iran","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-united-states","18":"tag-united-states-of-america","19":"tag-us","20":"tag-usa","21":"tag-vereinigte-staaten","22":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114323903163219039","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25527\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25528"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}