{"id":255286,"date":"2025-07-09T18:28:15","date_gmt":"2025-07-09T18:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/255286\/"},"modified":"2025-07-09T18:28:15","modified_gmt":"2025-07-09T18:28:15","slug":"gunnar-schupelius-mein-aerger-in-berlin-vergammeln-die-besten-orte-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/255286\/","title":{"rendered":"Gunnar Schupelius \u2013 Mein \u00c4rger: In Berlin vergammeln die besten Orte | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin<b> \u2013 Der Teufelsberg mit seinen einst markanten wei\u00dfen US-Army-Kuppeln sollte vor 30 Jahren von einer Investorengruppe entwickelt werden. Vor 20 Jahren erteilte der Senat ein Bauverbot. Heute ist das Gel\u00e4nde ein Albtraum.<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>In den Ruinen auf dem Berg wird am Freitag eine Ausstellung er\u00f6ffnet, mit Werken \u201evon 29 internationalen K\u00fcnstler*innen, die sich mit Demokratieverst\u00e4ndnis und respektvoller Kommunikation im urbanen Raum auseinandersetzen\u201c. Adresse: Radarstation Teufelsberg, Teufelsseechaussee 10, 14193 <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a>. Das Gel\u00e4nde wird, so hei\u00dft es in der Einladung, \u201einzwischen als Galerie f\u00fcr Street-Art betrieben\u201c.<\/p>\n<p><b>Soll man lachen oder weinen? Dieser weltber\u00fchmte Ort des Kalten Krieges, dieses Symbol des freien West-Berlin ist zu einer l\u00e4cherlichen Street-Art-Galerie geschrumpft? Wie kam es dazu? Die Geschichte ist absurd und typisch f\u00fcr Berlin, wo es kleinen Gruppen von Aktivisten gelingt, gro\u00dfe Projekte zu vereiteln. Hier die Geschichte in f\u00fcnf Kapiteln:<\/b><\/p>\n<p>Lesen Sie auch<\/p>\n<p>Erstes Kapitel: Eine Investorengruppe aus <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/nordrhein-westfalen\/home-npIP0qL0giWP1ZFIOHn2\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Westfalen<\/a> kauft 1996 die Teufelsberg-Spitze (f\u00fcnf Hektar) f\u00fcr 5,2 Millionen Mark (2,6 Millionen Euro). Ein Hotel und Tagungsst\u00e4tten sind geplant, in den ehemaligen Radart\u00fcrmen sollen 75 Wohnungen und Lofts eingebaut werden. <\/p>\n<p><b>Zweites Kapitel: Das Baurecht wird erteilt, eine Musterwohnung entsteht und wird allseits bewundert. Das Projekt ist attraktiv, denn der Teufelsberg ist nur zehn Autominuten von der Messe entfernt. Doch es kommt anders.<\/b><\/p>\n<p>Drittes Kapitel: Ein sogenanntes \u201eAktionsb\u00fcndnis\u201c im \u201e\u00d6kowerk\u201c am Teufelsberg bek\u00e4mpft die Pl\u00e4ne, mit Unterst\u00fctzung der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/nordrhein-westfalen\/home-npIP0qL0giWP1ZFIOHn2\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gr\u00fcnen<\/a>. Viertes Kapitel: Als sich die Bebauung verz\u00f6gert und die Baugenehmigung 2004 verl\u00e4ngert werden muss, verweigert die damalige Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer (<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/spd\/spd-alle-infos-76661710.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>) ihre Unterschrift. Die Baugenehmigung sei erloschen, schreibt sie dem Aktionsb\u00fcndnis. Dort knallten die Sektkorken.<\/p>\n<p><b>F\u00fcnftes Kapitel: Junge-Reyer \u00e4ndert den Bebauungsplan, der Teufelsberg gilt pl\u00f6tzlich als Wald und darf nicht mehr bebaut werden. Bis heute hat sich daran nichts ge\u00e4ndert.<\/b><\/p>\n<p>Lesen Sie auch<\/p>\n<p>Mit einer politischen Entscheidung wurde eines der spektakul\u00e4rsten Projekte in Berlin vernichtet. Und es ist nicht das Einzige: Der Flughafen Tempelhof ist 17 Jahre nach der Schlie\u00dfung noch immer ein Sanierungsfall.<\/p>\n<p>Der Flughafen Tegel gleicht f\u00fcnf Jahre nach der Schlie\u00dfung einem Schrottplatz. Beide wurden dem Denkmalschutz unterworfen, der jede Investition und jede Entwicklung verhindert \u2013 so verh\u00e4lt es sich auch mit dem ICC.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Der Checkpoint Charlie ist zwar ein Touristen-Hotspot, \u00fcberzeugt aber nicht wirklich mit seine Attraktivit\u00e4t\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2e8a8d743803e478fa5afa44a518d2f0,9cfad325\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der Checkpoint Charlie ist zwar ein Touristen-Hotspot, \u00fcberzeugt aber nicht wirklich mit seine Attraktivit\u00e4t <\/p>\n<p>Foto: Olaf Selchow<\/p>\n<p>Oder nehmen wir das Beispiel Checkpoint. Seit 35 Jahren will der Senat den legend\u00e4ren Grenz\u00fcbergang als Denkmal der Teilung gestalten. Viel mehr als ein paar Sands\u00e4cke und Bretterbuden und eine Filiale von Kentucky Fried Chicken sind dort bis heute nicht zu sehen. Auch hier wurden die Investoren und Projektentwickler durch immer neue Bedenkentr\u00e4ger vertrieben.<\/p>\n<p><b>Auf der politischen B\u00fchne werden die falschen oder gar keine Entscheidungen getroffen. Das Resultat ist eine grandiose Verwahrlosung an den besten und teuersten Orten der Stadt.<\/b><\/p>\n<p>Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/mailto:gunnar.schupelius@axelspringer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"text-link--external text-link\">gunnar.schupelius@axelspringer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Der Teufelsberg mit seinen einst markanten wei\u00dfen US-Army-Kuppeln sollte vor 30 Jahren von einer Investorengruppe entwickelt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":255287,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,15954,29,30,77972,45,1163],"class_list":{"0":"post-255286","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-checkpoint-charlie","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-schupelius-gunnar","13":"tag-texttospeech","14":"tag-tourismus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114824695975645879","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=255286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255286\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/255287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=255286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=255286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=255286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}