{"id":255567,"date":"2025-07-09T21:07:13","date_gmt":"2025-07-09T21:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/255567\/"},"modified":"2025-07-09T21:07:13","modified_gmt":"2025-07-09T21:07:13","slug":"landwirtschaft-agrarministerkonferenz-umweltstandards-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/255567\/","title":{"rendered":"Landwirtschaft \u2013 Agrarministerkonferenz: Umwelt\u00adstandards in Gefahr"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img308372\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/308372.jpeg\" alt=\"Gegenw\u00e4rtig \u00e4chzt die Landwirtschaft unter D\u00fcrre und Hitze, vielerorts musste Getreide wie hier im Osten Brandenburgs mit geringem Ertrag vorzeitig geerntet werden. Aktivisten sagen, h\u00f6here Klimaschutzauflagen w\u00fcrden den Bauern langfristig helfen.\"\/><\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig \u00e4chzt die Landwirtschaft unter D\u00fcrre und Hitze, vielerorts musste Getreide wie hier im Osten Brandenburgs mit geringem Ertrag vorzeitig geerntet werden. Aktivisten sagen, h\u00f6here Klimaschutzauflagen w\u00fcrden den Bauern langfristig helfen.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Patrick Pleul<\/p>\n<p>\u00bbDas jetzige F\u00f6rdersystem der EU m\u00e4stet schon jetzt auf Kosten der Gemeinschaft die, die schon l\u00e4ngst alles haben.\u00ab Das sagte Reinhild Benning von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) am Dienstag gegen\u00fcber Journalisten. Immer noch w\u00fcrden F\u00f6rdermittel nach dem Gie\u00dfkannenprinzip an die ohnehin gro\u00dfen und industriellen Landwirtschaftsbetriebe gezahlt.<\/p>\n<p>Die DUH geh\u00f6rt zum <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188259.agrarpolitik-gruene-woche-auch-wir-haben-es-satt-kaempft-mit-mks.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcndnis \u00bbWir haben es satt!\u00ab<\/a>, das seit 2011 gegen eine umweltzerst\u00f6rerische Agrarpolitik k\u00e4mpft. Wenn sich an diesem Donnerstag die Landwirtschaftsminister der Bundesl\u00e4nder zu einer Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) treffen, will das B\u00fcndnis sie mit einer Aktion am Versammlungsort in Berlin auffordern, sich gegen die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1189377.europaeische-union-bruessel-setzt-auf-deregulierung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pl\u00e4ne der EU-Kommission <\/a>zu stellen. Sie will n\u00e4mlich das Budget f\u00fcr die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) k\u00fcrzen und die Umweltstandards, an die die Vergabe der F\u00f6rdermittel gekn\u00fcpft ist, weiter senken. Die Agrarminister wollen \u00fcber die Zukunft der GAP nach 2027 \u2013 bis zum kommenden Jahr l\u00e4uft der aktuelle F\u00f6rderzyklus \u2013 beraten. Mit einem Ergebnis wird nicht gerechnet. Gleichwohl wurden im Rahmen der sogenannten Vereinfachungspakete bereits Umwelt- und Klimaschutzstandards gesenkt.<\/p>\n<p>Seit 1962 wird die F\u00f6rderung der Landwirtschaft auf europ\u00e4ischer Ebene geregelt. Zun\u00e4chst sollten Regeln festgelegt werden, wie die Einkommen der Landwirt*innen gesichert und l\u00e4ndliche Gebiete entwickelt werden k\u00f6nnen. J\u00fcngst legte die EU in ihren Strategiepl\u00e4nen fest, dass dabei die Ziele des europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deals und der Biodiversit\u00e4tsstrategie zu beachten seien. Immerhin hatte sich das Staatenb\u00fcndnis mal das Ziel gesetzt, 40\u2005Prozent der F\u00f6rdermittel so einzusetzen, dass Treibhausgase reduziert werden.<\/p>\n<p>EU-Gelder f\u00fcr Landwirt*innen sind daran gekoppelt, dass Umwelt- und Klimaschutzstandards eingehalten werden. Schon die geltenden werden von Umweltverb\u00e4nden und Wissenschaftler*innen als unzureichend kritisiert. Vor zwei Jahren zeigte eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), dass die Art, wie die Mittel eingesetzt werden, kaum Klimaeffekte habe. Das Amt empfahl deshalb Ver\u00e4nderungen bestehender Gesetze, die Wiedervern\u00e4ssung von Mooren, eine effizientere Nutzung von D\u00fcngemitteln, die regionale Reduktion von Tierzahlen und bessere Geldverteilung.<\/p>\n<p>Da der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen in Deutschland auf mehr als 8\u2005Prozent gesch\u00e4tzt wird, h\u00e4lt das UBA eine Steuerung f\u00fcr dringend geboten. Auch weil \u00fcber die H\u00e4lfte der Emissionen der Landwirtschaft auf den Aussto\u00df des besonders klimasch\u00e4dlichen Methans zur\u00fcckgeht. Das Gas entsteht bei der Verdauung von Rindern und anderen Wiederk\u00e4uern, aber auch in Biogasanlagen.<\/p>\n<p>CDU und CSU fordern jedoch beim GAP-Budget bislang lediglich einen Inflationsausgleich, w\u00e4hrend die EU-Kommission sogar \u00fcber K\u00fcrzungen nachdenkt. Dazu kommt, dass unionsgef\u00fchrte Bundesl\u00e4nder dem Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer folgen wollen, die Standards f\u00fcr eine gute und \u00f6kologische Landwirtschaft zu senken. Das Motto: B\u00fcrokratieabbau.<\/p>\n<p>Reinhild Benning f\u00fcrchtet, dass Rainer die \u00bbohnehin schon minimalen Standards im Tier- und Umweltschutz weiter schleifen\u00ab will. Dazu kommen Bestrebungen, f\u00fcr die Landwirtschaft Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn zu erwirken, was vor allem schlecht bezahlte Saisonarbeiter*innen treffen w\u00fcrde. Das B\u00fcndnis fordert demgegen\u00fcber, Subventionen an strengere Umweltziele zu koppeln und eine staatliche Kennzeichnungspflicht f\u00fcr die Tierhaltung einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der EU-Forderung, das Einkommen der Landwirt*innen durch verbindliche Vertr\u00e4ge zwischen Verarbeitungsindustrie und Superm\u00e4rkten zu st\u00e4rken, schlie\u00dft sich das B\u00fcndnis an. Dem Preisdumping in der Lebensmittelproduktion m\u00fcsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Gro\u00dfe Molkereien wie das Deutsche Milchkontor und Einzelhandelsketten wie Aldi, Lidl und Co. k\u00f6nnten durch intransparente und sp\u00e4te Zahlungen an die Produzenten immer noch Dumpingpreise f\u00fcr Rohmilch erzwingen.<\/p>\n<p>Benning betonte, das jetzige System n\u00fctze vor allem gro\u00dfen Unternehmen, die viel f\u00fcr den Export produzieren. Die Agrarsubventionen werden immer noch \u00fcberwiegend pro Hektar gezahlt, wovon auch und insbesondere Holdings wie das Pharma-Unternehmen Merckle, der Heiztechnik-Hersteller Viessmann oder Aldi profitieren, die teils Agrarbetriebe besitzen. F\u00fcr Benning ist klar, dass Umwelt- und Klimaschutzma\u00dfnahmen sowie Sozialstandards auch den Landwirten nutzen: \u00bbOhne ein stabiles Klima, einen funktionierenden Wasserhaushalt, Artenvielfalt und gesunde B\u00f6den wird die Erzeugung von Lebensmitteln langfristig immer schwieriger.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gegenw\u00e4rtig \u00e4chzt die Landwirtschaft unter D\u00fcrre und Hitze, vielerorts musste Getreide wie hier im Osten Brandenburgs mit geringem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":255568,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,158,30,4615,1940,1938],"class_list":{"0":"post-255567","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-germany","15":"tag-landwirtschaft","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114825321190614794","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=255567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/255568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=255567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=255567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=255567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}