{"id":256095,"date":"2025-07-10T02:00:13","date_gmt":"2025-07-10T02:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/256095\/"},"modified":"2025-07-10T02:00:13","modified_gmt":"2025-07-10T02:00:13","slug":"klimawandel-macht-wald-in-deutschland-zur-co2-schleuder-als-folge-der-trockenheit-verlieren-erste-waelder-ihre-funktion-als-klimapuffer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/256095\/","title":{"rendered":"Klimawandel macht Wald in Deutschland zur CO2-Schleuder &#8211; Als Folge der Trockenheit verlieren erste W\u00e4lder ihre Funktion als Klimapuffer"},"content":{"rendered":"<p>Dies enth\u00fcllte: Vor 2006 war der Wald noch eine CO2-Senke, er nahm im Schnitt 391 Gramm Kohlenstoff pro Quadratmeter und Jahr auf. Nach 2018 \u00e4ndert sich dies jedoch: Der Wald wurde von der CO2-Senke zur CO2-Quelle. So lag seine CO2-Emission in den hei\u00dfen und eher trockenen Jahren 2019, 2020, 2022 und 2023 bei bis zu 329 Gramm Kohlenstoff pro Quadratmeter. Nur im nassen und k\u00fchlen Jahr 2021 verhielt sich das \u00d6kosystem nahezu kohlenstoffneutral und setzte nur 13 Gramm pro Quadratmeter frei, wie die Forschenden ermittelten.<\/p>\n<p>\u201eKipppunkt \u00fcberschritten\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnsere Daten zeigen, dass sich der Wald durch die wiederkehrenden Hitzewellen und D\u00fcrren seit 2018 fundamental ver\u00e4ndert und einen <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossier\/fragile-schalter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kipppunkt<\/a> \u00fcberschritten hat. Er ist von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle geworden\u201c, sagt Haberstroh. \u201eGrund f\u00fcr diesen Wandel ist vor allem das massive Absterben der Kiefern.\u201c Die \u00fcberlebenden Kiefern zeigten einen stark verringerten Wassertransport. An ihre Stelle traten zunehmend Laubb\u00e4ume wie die Hainbuche, die Linde oder die Rotbuche.\n<\/p>\n<p>Dadurch wirkt der Wald zwar erholt und gr\u00fcn, doch seine Funktion ist noch immer nachhaltig gest\u00f6rt, wie die Messungen belegen. \u201eZwar werden die Kiefern langsam von Laubb\u00e4umen ersetzt, doch das kann die negative CO2-Bilanz noch nicht kompensieren\u201c, erkl\u00e4rt Haberstroh. Seniorautorin Christiane Werner von der Universit\u00e4t Freiburg erg\u00e4nzt: \u201eDie Verschiebung von Nadel- zu Laubwald f\u00fchrt nicht automatisch zu einer Erholung von Wald\u00f6kosystemen.\u201c\n<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkte Klimafolgen durch \u201eLegacy-Effekte\u201c<\/p>\n<p>Diese Ergebnisse best\u00e4tigen Bef\u00fcrchtungen, dass der Klimawandel die Pufferwirkung der W\u00e4lder nachhaltig schw\u00e4chen kann \u2013 und so eine positive R\u00fcckkopplung ausl\u00f6st. Bisher galten vor allem die Tropenw\u00e4lder als Kippelemente im Klimasystem: \u00dcberschreiten ihre Sch\u00e4den eine bestimmte Schwelle, verlieren sie ihre Funktion und treten in ein neues Regime ein \u2013 in diesem Fall das einer CO2-Quelle. Die aktuellen Resultate legen nun nahe, dass auch W\u00e4lder in unseren Breiten ihre Pufferfunktion verlieren k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Diese sogenannten \u201eLegacy-Effekte\u201c k\u00f6nnten dazu beitragen, den Klimawandel weiter zu verst\u00e4rken. \u201eWenn dieser in Hartheim beobachtete Effekt gro\u00dffl\u00e4chig auftritt, w\u00fcrden wir die Funktion der W\u00e4lder verlieren, menschgemachte CO2 Emissionen teilweise zu binden und die Klimawirkung unserer Emissionen abzuschw\u00e4chen\u201c, erkl\u00e4rt Haberstrohs Kollege Andreas Christen. \u201eDas w\u00fcrde den Klimawandel weiter beschleunigen.\u201c\n<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen die Resilienz unserer W\u00e4lder gegen\u00fcber Klimastress nicht \u00fcbersch\u00e4tzen und brauchen mehr Forschung, um die Ver\u00e4nderungen und Sch\u00e4digungen von Wald\u00f6kosystemen durch den Klimawandel zu verstehen\u201c, sagt Werner. (Plant Biology, 2025; <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/plb.70066\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1111\/plb.70066<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg im Breisgau<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>9. Juli 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dies enth\u00fcllte: Vor 2006 war der Wald noch eine CO2-Senke, er nahm im Schnitt 391 Gramm Kohlenstoff pro&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":256096,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[4652,331,3924,332,3922,9180,78165,78166,3364,29,949,30,13,11607,78167,71308,78168,952,14,3923,15,3921,12,78169],"class_list":{"0":"post-256095","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-wald","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","11":"tag-aktuelle-news","12":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","13":"tag-baeume","14":"tag-co2-quelle","15":"tag-co2-senke","16":"tag-de","17":"tag-deutschland","18":"tag-duerre","19":"tag-germany","20":"tag-headlines","21":"tag-hitze","22":"tag-kiefernwald","23":"tag-kipppunkt","24":"tag-klimapuffer","25":"tag-klimawandel","26":"tag-nachrichten","27":"tag-nachrichten-aus-deutschland","28":"tag-news","29":"tag-news-aus-deutschland","30":"tag-schlagzeilen","31":"tag-waldschaeden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114826472574590088","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=256095"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256095\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/256096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=256095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=256095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=256095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}