{"id":256190,"date":"2025-07-10T02:50:19","date_gmt":"2025-07-10T02:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/256190\/"},"modified":"2025-07-10T02:50:19","modified_gmt":"2025-07-10T02:50:19","slug":"gazastreifen-israel-plant-auffanglager-sorge-vor-vertreibung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/256190\/","title":{"rendered":"Gazastreifen: Israel plant Auffanglager &#8211; Sorge vor Vertreibung"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 09.07.2025 18:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Israels Verteidigungsminister will im S\u00fcden des Gazastreifens ein Lager f\u00fcr 600.000 Menschen errichten. Er selbst spricht von einer &#8222;humanit\u00e4ren Stadt&#8220; &#8211; viele Pal\u00e4stinenser sehen darin jedoch eine Vorstufe zur Vertreibung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julio-segador-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julio Segador\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julio-segador-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie Figuren auf einem Schachbrett werden seit Beginn des Gazakriegs vor 21 Monaten die Pal\u00e4stinenser in dem schmalen K\u00fcstenstreifen hin- und hergeschoben. Von einer sogenannten humanit\u00e4ren Zone in die n\u00e4chste. Zonen, die sich oft genug als Todesfallen erweisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun die n\u00e4chste Idee, vorgebracht von Israels Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Hintergrundgespr\u00e4ch mit Journalisten: Er schl\u00e4gt eine sogenannte humanit\u00e4re Stadt &#8211; wie er sie selbst nennt &#8211; vor. Gemeint ist eine Zeltstadt, ein Auffanglager buchst\u00e4blich auf den Tr\u00fcmmern von Rafah, ganz im S\u00fcden des Gazastreifens, f\u00fcr Hunderttausende Menschen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nItay Blumenthal, Milit\u00e4rkorrespondent des Senders KAN, war bei dem Gespr\u00e4ch mit Verteidigungsminister Katz dabei. &#8222;Ziel ist es, eine r\u00e4umliche Trennung zwischen der Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens und den Hamas-Terroristen zu schaffen, die sich unter der Bev\u00f6lkerung aufhalten. 600.000 Pal\u00e4stinenser sollen in diese Stadt kommen und wer sie betritt, wird nicht mehr zur\u00fcckgehen k\u00f6nnen&#8220;, berichtet er.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Vertriebene Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen: Israel plant ein Lager f\u00fcr 600.000 Menschen.\n                    <\/p>\n<p>    Eine Art \u00dcbergangslager<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSollte das geplante 60-Tage-Waffenruheabkommen, \u00fcber das derzeit verhandelt wird, in den n\u00e4chsten Tagen Wirklichkeit werden, will Israel mit dem Bau des Auffanglagers beginnen. Eine Art \u00dcbergangslager &#8211; mit dem Ziel, von dort aus m\u00f6glichst viele Pal\u00e4stinenser umzusiedeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Verteidigungsminister hatte dies vor wenigen Tagen noch verklausuliert einger\u00e4umt. &#8222;Wenn die Menschen im S\u00fcden sind, im Al-Mawasi-Gebiet, dann werden sie von dort aus nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Das wiederum wird f\u00fcr die Logik sorgen, sie zu evakuieren &#8211; und der Gro\u00dfteil will es auch.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch genau das ist umstritten. Nur wenige Pal\u00e4stinenser haben in den zur\u00fcckliegenden Wochen den Gazastreifen freiwillig verlassen. Dazu kommt, dass die arabischen Nachbarl\u00e4nder bisher nicht bereit sind, Pal\u00e4stinenser in gr\u00f6\u00dferer Anzahl aufzunehmen.<\/p>\n<p>    &#8222;Ich verlasse Gaza nicht&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAbu Samir Al-Fakaawi, ein Fl\u00fcchtling aus Gaza, macht im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters klar, dass er in Gaza bleibt:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Ich verlasse Gaza nicht. Dies ist unsere Heimat. Sollen wir sie einfach aufgeben und weggehen? Unsere Kinder, unsere Toten, sie sind hier begraben. Wem \u00fcberlassen wir unser Land? Einer Bande von Kriminellen? Wir werden auf diesem Land bleiben, egal was Trump und Netanjahu und alle anderen sagen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei seinem Besuch in den USA hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu immer wieder die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/trump-netanjahu-treffen-100.html\" title=\"Netanjahu und Trump sprechen \u00fcber Pal\u00e4stinenser-Umsiedlung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umsiedelung der Menschen in Gaza<\/a> angesprochen. Anders als seine rechtsextremen Koalitionspartner, die auf eine zwangsweise Umsiedelung setzen, betonte Netanjahu die Freiwilligkeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Hamas muss ihre Waffen niederlegen. Gaza wird vollst\u00e4ndig entmilitarisiert, und wir werden den Trump-Plan umsetzen. Der ist richtig, revolution\u00e4r und besagt etwas Einfaches: Die Bewohner Gazas, die gehen wollen, werden gehen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>    Historiker: Weder &#8222;humanit\u00e4r&#8220; noch &#8222;Stadt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKlare Worte findet der Holocaust-Historiker an der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem, Amos Goldberg. In der englischen Zeitung The Guardian wird er mit folgenden Worten zitiert: Es handele sich weder um ein humanit\u00e4res Lager noch um eine Stadt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVerteidigungsminister Katz, so der Historiker Goldberg, habe klare Pl\u00e4ne vorgelegt f\u00fcr die ethnische S\u00e4uberung des Gazastreifens und die Errichtung eines Durchgangslagers f\u00fcr Pal\u00e4stinenser vor ihrer Vertreibung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Organisationen wie Caritas International kritisieren die Pl\u00e4ne der israelischen Regierung deutlich: Angesichts von zwei Millionen Menschen, die sich in einer dramatischen humanit\u00e4ren Notlage befinden, sei der Begriff &#8222;humanit\u00e4re Stadt&#8220; zynisch, inhuman und realit\u00e4tsfern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.07.2025 18:25 Uhr Israels Verteidigungsminister will im S\u00fcden des Gazastreifens ein Lager f\u00fcr 600.000 Menschen errichten. 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