{"id":257154,"date":"2025-07-10T11:49:09","date_gmt":"2025-07-10T11:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/257154\/"},"modified":"2025-07-10T11:49:09","modified_gmt":"2025-07-10T11:49:09","slug":"kunst-im-spaeti-regal-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/257154\/","title":{"rendered":"Kunst im Sp\u00e4ti-Regal \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Hausprojekten und Stra\u00dfenbahnl\u00e4rm bietet die Sp\u00e4tibar Makan auf der Wurzner Stra\u00dfe einen neuen Treffpunkt im Leipziger Osten. Noch vor wenigen Monaten beherbergte die Ladenfl\u00e4che einen kleinen, urigen Gew\u00fcrzladen, dessen Ger\u00fcche noch immer in den W\u00e4nden stecken. Diese Woche wird der Sp\u00e4ti zu einer kreativen Fl\u00e4che f\u00fcr Kunst: Mit ihrer Ausstellung <strong>\u00bb<\/strong>Fragments of Leipzig \u2013 Visuelle Ethnographien im urbanen Raum<strong>\u00ab<\/strong> pr\u00e4sentieren Studierende des Instituts f\u00fcr Ethnologie an der Universit\u00e4t Leipzig die Ergebnisse ihrer ethnographischen Forschung. Durch k\u00fcnstlerische Umsetzung in Texten, Fotografien, Fundst\u00fccken oder Objekten haben sie den urbanen Raum Leipzigs erforscht und Fragestellungen, Perspektiven und Erz\u00e4hlungen der Stadt mit individuellen Forschungsfragen in Verbindung gesetzt.<\/p>\n<p> F\u00fcr Paola Kirchhof, Kuratorin des Projekts und wissenschaftliche Hilfskraft am Institut f\u00fcr Ethnologie bedeutet das Projekt eine Chance, akademische Inhalte an die \u00d6ffentlichkeit zu bringen: \u00bbIch habe mich w\u00e4hrend des Studiums oft gefragt, warum ich wissenschaftliche Texte schreibe, die letztlich nur ein sehr begrenztes Publikum erreichen. Durch meine k\u00fcnstlerische Praxis war das immer ein Thema: Wie kann ich Wissen \u2013 auch akademisches \u2013 zug\u00e4nglicher machen?\u00ab Diesen Ansatz konnte sie als Leiterin eines Methodenseminars direkt umsetzen. <\/p>\n<p>Die Ausstellung zeigt nun, wie die Studierenden ihre Modularbeiten nicht nur wissenschaftlich, sondern auch k\u00fcnstlerisch umsetzten. \u00bbSie haben Beobachtungen gemacht und Interviews gef\u00fchrt und wir \u00fcbersetzen das nun in k\u00fcnstlerische Formen \u2013 Skulpturen, Videos, Bilder. Sogar einen Springbrunnen gibt es\u00ab, so Paola Kirchhof. So entstehe die M\u00f6glichkeit, durch die Ausstellung nicht nur mit den Interviewpartnern, sondern auch mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und das generierte Wissen nach au\u00dfen zu tragen: \u00bbBesonders Menschen, die keinen Zugang zum akademischen Kontext haben. Denn viele Themen sind spannend, aber oft fehlt der Zugang.\u00ab <\/p>\n<p>Eine Gruppe habe sich beispielsweise mit der Frage besch\u00e4ftigt, wer in der \u00d6ffentlichkeit Raum einnehmen darf, erz\u00e4hlt Kirchhof. Sie h\u00e4tten probeweise am Hauptbahnhof gepicknickt, um zu testen, ob und wann sie weggeschickt w\u00fcrden. Eine weitere Studentin hat weibliche Graffiti-Sprayerinnen begleitet, um zu sehen, wie sie in dem immer noch m\u00e4nnlich-dominierten Feld agieren. Entstanden ist daraus ein Fotobuch, das nun im Sp\u00e4ti ausliegt.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sollen bewusst au\u00dferhalb des akademischen Kontextes sichtbar gemacht werden \u2013 der Sp\u00e4tverkauf als allt\u00e4glicher, \u00f6ffentlicher Raum wird dabei zum Ort der Begegnung. Statt Limoflaschen und Bierkisten s\u00e4umen Kunstwerke aller Art die Regale \u2013 durch QR-Codes gibt es zu jedem Ausstellungsst\u00fcck weiterf\u00fchrende audiovisuelle Infos. Den Raum hat Paola Kirchhof mit den Studierenden gezielt ausgew\u00e4hlt. Im Gegensatz zu einer Galerie oder einem Museum erm\u00f6glicht der Sp\u00e4ti als informeller und offener Ort eine andere Art der Kunstvermittlung. \u00bbKunst kann eine M\u00f6glichkeit sein, Wissen auf eine andere Weise weiterzugeben oder zu \u00fcbersetzen. Oft ist jedoch die Kunstwelt, \u00e4hnlich wie die akademische Welt, sehr elit\u00e4r. Der Zugang zu Museen ist zwar theoretisch da, praktisch aber oft nicht gegeben.\u00ab<\/p>\n<p> Der Sp\u00e4ti soll f\u00fcr Paola Kirchhof dabei insbesondere Menschen, die mit Kunst bisher wenig Ber\u00fchrungspunkte hatten, eine M\u00f6glichkeit bieten, k\u00fcnstlerische Inhalte zu entdecken: \u00bbVielleicht haben sie grunds\u00e4tzlich Interesse an Kunst und Wissenschaft, w\u00fcrden aber nie ins Museum gehen. Viele empfinden diese Orte als einsch\u00fcchternd \u2013 alles wirkt sehr schick, und man hat das Gef\u00fchl, nicht dazuzugeh\u00f6ren. Das wollte ich aufbrechen. Kunst in den \u00f6ffentlichen Raum bringen, Wissenschaft und Kunst verbinden, aber eben nicht im klassischen Sinne als Street Art oder Graffiti im ganz \u00f6ffentlichen Raum, sondern in einem semi-\u00f6ffentlichen Raum.\u00ab<\/p>\n<p>Heute er\u00f6ffnet die Ausstellung mit einer Vernissage, bei der Forschende wie Kunstschaffende dazu einladen, gemeinsam in den Austausch zu kommen. Neben Gespr\u00e4chen gibt es Performances und DJ-Sets ab 18 Uhr.<\/p>\n<p>&gt; Vernissage: 10. Juli, 18 Uhr, Sp\u00e4ti Bar Makan (Wurzner Str. 3, Leipzig)<br \/>&gt; \u00d6ffnungszeiten Ausstellung 10.-13. Juli:<strong>\u00a0<\/strong>Donnerstag 14 Uhr &#8211; 01 Uhr,\u00a0Freitag &amp; Samstag 14 Uhr &#8211; 03 Uhr, Sonntag 11 Uhr &#8211; 22 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Hausprojekten und Stra\u00dfenbahnl\u00e4rm bietet die Sp\u00e4tibar Makan auf der Wurzner Stra\u00dfe einen neuen Treffpunkt im Leipziger Osten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":257155,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[25437,3803,11621,2076,3364,29,597,30,2075,71,78425,810,10164,859,17027,34508,78426,5162,3699,33065,3866,75766,33066,20183,33068,843,193],"class_list":{"0":"post-257154","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-dj","9":"tag-studierende","10":"tag-uni","11":"tag-ausstellung","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-forschung","15":"tag-germany","16":"tag-kunst","17":"tag-leipzig","18":"tag-methode","19":"tag-musik","20":"tag-osten","21":"tag-sachsen","22":"tag-seminar","23":"tag-spaeti","24":"tag-studi","25":"tag-universitaet","26":"tag-veranstaltung","27":"tag-veranstaltung-leipzig","28":"tag-veranstaltungen","29":"tag-veranstaltungsbericht","30":"tag-veranstaltungseroeffnung","31":"tag-veranstaltungshinweis","32":"tag-veranstaltungstipp","33":"tag-verkauf","34":"tag-wissenschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114828788578802971","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/257154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=257154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/257154\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/257155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=257154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=257154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=257154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}