{"id":25734,"date":"2025-04-12T09:47:09","date_gmt":"2025-04-12T09:47:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25734\/"},"modified":"2025-04-12T09:47:09","modified_gmt":"2025-04-12T09:47:09","slug":"atomabkommen-pure-angst-warum-der-iran-jetzt-wirklich-mit-den-usa-verhandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25734\/","title":{"rendered":"Atomabkommen: Pure Angst \u2013 Warum der Iran jetzt wirklich mit den USA verhandelt"},"content":{"rendered":"<p>Die USA und der Iran wollen am Samstag im Oman \u00fcber ein neues Atomabkommen verhandeln. Andernfalls, droht US-Pr\u00e4sident Trump, hagele es Bomben. Dass sich Teheran auf diese Gespr\u00e4che einl\u00e4sst, kam f\u00fcr viele \u00fcberraschend. Ein Bericht legt nun nahe, dass dies aus purer Angst geschah.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Vor vier Wochen brachte ein arabischer Vermittler einen pers\u00f6nlichen Brief von Donald Trump in die iranische Hauptstadt Teheran. Der Inhalt, adressiert an das Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, war Gespr\u00e4chsangebot und Drohung zugleich. Der US-Pr\u00e4sident wolle Verhandlungen bez\u00fcglich des von ihm 2015 aufgek\u00fcndigten Atomabkommens wieder aufnehmen, erkl\u00e4rte Trump anschlie\u00dfend vor Journalisten, und dass eine Verhandlungsl\u00f6sung \u201eviel besser f\u00fcr den Iran sein wird\u201c. Ansonsten w\u00fcrden die USA milit\u00e4risch intervenieren \u2013 \u201eund das wird eine f\u00fcrchterliche Sache f\u00fcr sie sein\u201c, warnte er. Der Iran d\u00fcrfe keine Atomwaffen besitzen.<\/p>\n<p>Die erste Reaktion aus Teheran \u00fcberraschte wenig. In einem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255637580\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255637580&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Interview mit der Nachrichtenagentur AFP<\/a> schloss der iranische Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi Verhandlungen aus, sollten die USA weiterhin ihre Droh-Politik gegen\u00fcber dem Iran verfolgen. \u201eWir werden keine direkten Verhandlungen mit den USA aufnehmen, solange sie ihre Politik des maximalen Drucks und ihre Drohungen fortsetzen\u201c, sagte er. Ayatollah Ali Chamenei warnte im Falle eines Angriffs vor einer entschiedenen Reaktion.<\/p>\n<p>Was darauf aus den USA folgte, waren <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255715900\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255715900&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bomben auf die Stellungen der Verb\u00fcndeten<\/a> des Iran, der Huthis in Jemen, \u2013 ein Vorgeschmack auf das, was Teheran bald erwarten k\u00f6nnte \u2013 und Androhungen direkter \u201eBombardements\u201c durch Amerika unter F\u00fchrung des iranischen Erzfeindes Israel. Und pl\u00f6tzlich \u00e4nderte sich die Rhetorik des islamischen Regimes. Als Trump v\u00f6llig \u00fcberraschend vor wenigen Tagen verk\u00fcndete, dass an diesem Samstag direkte Gespr\u00e4che mit \u201ehochrangigen iranischen Vertretern\u201c im Oman f\u00fchren zu lassen, gab es diesmal kein Dementi. Stattdessen best\u00e4tigte der Iran die anstehenden Verhandlungen und verwies lediglich darauf, dass man \u201eindirekt\u201c mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff verhandeln werde.<\/p>\n<p>Der iranische Pr\u00e4sident Massud Peseschkian bot sogar die Aussicht auf amerikanische Investitionen in der Islamischen Republik an, falls die beiden L\u00e4nder eine Einigung erzielen k\u00f6nnen. \u201eSeine Exzellenz hat nichts gegen Investitionen amerikanischer Investoren in Iran\u201c, sagte Peseschkian und bezog sich auf Ajatollah Ali Chamenei. \u201eAmerikanische Investoren: Kommt und investiert.\u201c<\/p>\n<p>Beobachter r\u00e4tselten daraufhin, was die pl\u00f6tzliche kommunikative Kehrtwende des Iran ausgel\u00f6st haben k\u00f6nnte, der sich jahrelang jeden Verhandlungen in Bezug auf sein fortschreitendes Atomprogramm verschlossen hat. Ein Bericht der \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/04\/11\/world\/middleeast\/us-iran-talks-trump-khamenei.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/04\/11\/world\/middleeast\/us-iran-talks-trump-khamenei.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">New York Times<\/a>\u201c legt nun nahe, dass hochrangige iranische Beamte Chamenei zu einem Kurswechsel gedr\u00e4ngt haben, was genauso ungew\u00f6hnlich wie brisant w\u00e4re. Dazu sollen sich Pr\u00e4sident Peseschkian und die Spitzen von Justiz und Parlament laut zwei iranischen Beamten im vergangenen Monat mit dem obersten F\u00fchrer getroffen haben. Die Botschaft soll laut US-Zeitung eindeutig gewesen sein: Falls Chamenei keinen \u2013 falls n\u00f6tig auch direkten \u2013 Verhandlungen zustimmt, m\u00fcsse er damit rechnen, dass die aktuelle iranische Herrschaft gest\u00fcrzt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Iranische Wirtschaft w\u00fcrde umfassenden Krieg nicht verkraften<\/p>\n<p>Die Kriegsgefahr mit den USA und Israel sei \u00e4u\u00dferst ernst, sollen die Regierungsvertreter gewarnt haben. Sollten die Verhandlungen scheitern, seien Milit\u00e4rschl\u00e4ge auf die beiden wichtigen iranischen Atomanlagen Natanz und Fordo unvermeidlich. Weil der Iran dann gezwungen sei, einen Gegenschlag durchzuf\u00fchren, best\u00fcnde die Gefahr eines umfassenden Krieges, der die ohnehin am Boden liegende iranische Wirtschaft weiter schw\u00e4chen und Unruhen befeuern w\u00fcrde. Der Iran leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise, verst\u00e4rkt durch die internationalen Sanktionen nach Scheitern des ersten Atomabkommens. Zudem gibt es massive Engp\u00e4sse bei Gas, Strom und Wasser.<\/p>\n<p>Erst am Ende des stundenlangen Gespr\u00e4chs soll Chamenei nachgegeben und indirekten Gespr\u00e4chen, zun\u00e4chst \u00fcber einen Vermittler, zugestimmt haben \u2013 offenbar aus purer Angst. Schlie\u00dflich hatte US-Pr\u00e4sident Trump in den vorangegangenen Tagen bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Milit\u00e4rschl\u00e4gen gedroht, sollten die Gespr\u00e4che scheitern. Ein Eskalationsrisiko, das das iranische Regime offenbar nicht bereit ist zu tragen. Die Zeitung berichtet weiter, dass beide Seiten vorerst in getrennten R\u00e4umen tagen und omanische Diplomaten Botschaften austauschen werden. Trump behauptet hingegen, die Gespr\u00e4che w\u00fcrden direkt stattfinden.<\/p>\n<p>Direkt oder indirekt sind die beginnenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ein entscheidender Schritt zur L\u00f6sung des dr\u00e4ngenden Atombomben-Problems. \u201eHerrn Chameneis Kehrtwende zeigt, dass er seit Langem an seinem Grundprinzip festh\u00e4lt, dass \u201adie Erhaltung des Regimes das Notwendigste ist\u2018\u201c, sagte Hossein Mousavian, ein ehemaliger Diplomat, der 2015 im iranischen Atomverhandlungsteam f\u00fcr ein Abkommen mit dem Iran sa\u00df, der \u201eNew York Times\u201c. <\/p>\n<p>Das Nachrichtenportal \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.axios.com\/2025\/03\/19\/trump-letter-iran-nuclear-deal\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.axios.com\/2025\/03\/19\/trump-letter-iran-nuclear-deal&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Axios<\/a>\u201c berichtet au\u00dferdem, dass der Iran auf Zeit spielen k\u00f6nnte. So habe Trump in seinem Brief erkl\u00e4rt, er wolle keine Verhandlungen mit offenem Ende und habe deshalb eine zweimonatige Frist f\u00fcr die Erzielung einer Einigung gesetzt. Diese Frist w\u00e4re inzwischen zur H\u00e4lfte abgelaufen. Das Mullah-Regime k\u00f6nnte demnach nun eine Interimsl\u00f6sung anstreben, um Zeit f\u00fcr Verhandlungen \u00fcber ein umfassendes Atomabkommen zu gewinnen. Ein Scheitern der Verhandlungen mit den USA, so scheint es vor der Zusammenkunft im Oman, will und kann sich der Iran nicht mehr leisten.<\/p>\n<p><b>Sandra Hackenberg ist Redakteurin im Wirtschaftsressort. Sie schreibt \u00fcber den Standort Deutschland, internationale Wirtschaftspolitik und <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/immobilien\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/finanzen\/immobilien\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Immobilien<\/b><\/a><b>. Aktuell arbeitet sie f\u00fcr mehrere Monate f\u00fcr WELT in den USA.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die USA und der Iran wollen am Samstag im Oman \u00fcber ein neues Atomabkommen verhandeln. 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