{"id":257367,"date":"2025-07-10T13:42:11","date_gmt":"2025-07-10T13:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/257367\/"},"modified":"2025-07-10T13:42:11","modified_gmt":"2025-07-10T13:42:11","slug":"verfassungsgericht-kippt-entfristungsregel-fuer-berliner-hochschulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/257367\/","title":{"rendered":"Verfassungsgericht kippt Entfristungsregel f\u00fcr Berliner Hochschulen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 10.07.2025 14:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nachwuchswissenschaftler in Berlin sollten entfristet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Doch das Bundesverfassungsgericht hat nun die Regelung im Berliner Hochschulrecht aufgehoben.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/lagmoeller-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Alena Lagm\u00f6ller\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/lagmoeller-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n#IchbinHanna &#8211; unter diesem Hashtag <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/ichbinhanna-101.html\" title=\"#IchBinHanna: Protest von jungen Wissenschaftlern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schilderten im Jahr 2021 viele Nachwuchswissenschaftler ihre schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen<\/a>: Es geht um Kettenbefristungen, schlechte Bezahlung, viel Arbeit und wenig Anerkennung. Gerade die Befristungen stellen eine erhebliche Belastung f\u00fcr viele junge Forschende dar.<\/p>\n<p>    Unbefristete Stelle nur zu bestimmten Zeitpunkten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Regel k\u00f6nnen Nachwuchswissenschaftler sechs Jahre vor der Promotion und sechs Jahre nach der Promotion an den Universit\u00e4ten besch\u00e4ftigt werden. Wer danach keine unbefristete Stelle oder eine Professur bekommt, hat es schwer und muss meist den akademischen Betrieb verlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Constanze Baum, Vorstandssprecherin der Landesvertretung Akademischer Mittelbau Berlin, sind Bew\u00e4hrungsproben f\u00fcr Nachwuchswissenschaftler zumindest vor der Promotion sinnvoll: &#8222;Aber mit der Promotion, die quasi das Meisterst\u00fcck in der wissenschaftlichen Karriere ist, sollten viel mehr M\u00f6glichkeiten geschaffen werden, um solch einem Befristungswahnsinn vorzubeugen.&#8220; Sich alle zwei Jahre \u00fcberlegen zu m\u00fcssen, wo man eine Anschlussstelle bekomme, l\u00e4hme auch die wissenschaftliche T\u00e4tigkeit, so Baum.<\/p>\n<p>    Berliner Sonderweg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWohl unter dem Eindruck von #IchbinHanna schlug die damalige rot-rot-gr\u00fcne Berliner Regierung einen Sonderweg ein. Ende 2021 wurde eine neue Regelung in das Landeshochschulgesetz eingef\u00fcgt: Wissenschaftliche Mitarbeiter mit Doktorgrad sollten eine dauerhafte Stelle bekommen, wenn sie ein Qualifikationsziel, zum Beispiel eine Habilitation, erreichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Berliner Hochschulen protestierten vehement gegen diese \u00c4nderung. Die Pr\u00e4sidentin der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t, Sabine Kunst, trat aus Protest sogar zur\u00fcck. Die Kritik: Die unbefristeten Stellen k\u00f6nnten nicht finanziert werden und es gebe dann keinen Platz mehr f\u00fcr die n\u00e4chste Generation von Nachwuchsforschern.<\/p>\n<p>    Humboldt-Universit\u00e4t ging nach Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Humboldt-Universit\u00e4t legte deshalb Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein &#8211; mit Erfolg. Die Regelung sei nicht mehr von der Gesetzgebungsbefugnis des Landes gedeckt, so Carla K\u00f6hler, Pressesprecherin am Bundesverfassungsgericht: &#8222;Der Bundesgesetzgeber hat in diesem Bereich abschlie\u00dfende Regelungen dahingehend getroffen, dass die Arbeitsvertr\u00e4ge ohne weitere Voraussetzungen befristet werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie praktischen Auswirkungen dieser Entscheidung f\u00fcr die Berliner Wissenschaft sind jedoch gering. Die Entfristungsregel wurde bisher nicht angewendet. Der Start wurde mehrfach vom Berliner Senat verschoben, zuletzt auf unbestimmte Zeit. Mit der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde ist der Berliner Sonderweg nun endg\u00fcltig vom Tisch.<\/p>\n<p>    Hoffnungen liegen jetzt auf dem Bund<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nConstanze Baum setzt nun auf den Bund: &#8222;Ich hoffe, dass das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zeitnah angepasst wird und endlich von dort entscheidende Reformen ausgehen.&#8220; Eigentlich wollte noch die Ampelkoalition das <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/wissenschaft-zeitvertragsgesetz-protest-101.html\" title=\"Neues Gesetz geplant: Aufstand der Wissenschaftler\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenschaftszeitvertragsgesetz<\/a> reformieren. Doch schon am Gesetzesentwurf gab es viel Kritik von Gewerkschaften, Forschern und Studierendenvertretungen. Letztlich scheiterte das Vorhaben auch am fr\u00fchzeitigen Ende der Ampelkoalition.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie neue schwarz-rote Bundesregierung m\u00f6chte einen neuen Versuch starten und das Wissenschaftszeitvertragsgesetz bis Mitte 2026 reformieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.07.2025 14:00 Uhr Nachwuchswissenschaftler in Berlin sollten entfristet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. 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