{"id":258277,"date":"2025-07-10T21:57:10","date_gmt":"2025-07-10T21:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/258277\/"},"modified":"2025-07-10T21:57:10","modified_gmt":"2025-07-10T21:57:10","slug":"statement-von-rainer-maria-kardinal-woelki-zur-wahl-eines-richters-bzw-einer-richterin-am-bundesverfassungsgericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/258277\/","title":{"rendered":"Statement von Rainer Maria Kardinal Woelki zur Wahl eines Richters bzw. einer Richterin am Bundesverfassungsgericht"},"content":{"rendered":"<p>W\u00fcrde dieses grundlegende Menschenrecht nicht mehr anerkannt, w\u00e4re es nur folgerichtig, dass auch die \u00fcbrigen Menschenrechte au\u00dfer Kraft tr\u00e4ten. Keine menschliche Gesellschaft, auch nicht der Staat, kann darauf verzichten, das Lebensrecht des Menschen, und zwar eines jeden Menschen, anzuerkennen und zu sch\u00fctzen, sei er jung oder alt, geboren oder ungeboren, behindert oder nicht behindert. Wo der Staat das Lebensrecht als Grundrecht des Menschen nicht mehr sch\u00fctzt, sondern es der privaten Verf\u00fcgung \u00fcberl\u00e4sst, hat er sich selbst als Rechtsstaat aufgegeben.<\/p>\n<p>Bislang war das Bundesverfassungsgericht mit seiner Rechtsprechung der Garant f\u00fcr den Schutz der Menschenw\u00fcrde in allen Lebensphasen. Als Christ und Bischof, vor allem aber auch als Staatsb\u00fcrger hoffe ich darauf, dass unser Verfassungsgericht auch in Zukunft die unantastbare und unverlierbare W\u00fcrde eines jeden Menschen vom Augenblick der Empf\u00e4ngnis an ausnahmslos weiterhin sch\u00fctzen und verteidigen wird.<\/p>\n<p>Insofern appelliere ich angesichts der bevorstehenden Wahl neuer Richterinnen und Richter am Bundesverfassungsgericht an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und mit ihrer Wahl ein unmissverst\u00e4ndliches Bekenntnis zur unverlierbaren und unter allen Umst\u00e4nden zu sch\u00fctzenden W\u00fcrde jedes Menschen abzulegen.<\/p>\n<p>Nirgends ist das menschliche Leben verletzlicher als an seinem Beginn und an seinem Ende. Als Kirche setzen wir uns daher besonders in diesen Phasen f\u00fcr den Schutz und den Erhalt des Lebens und der W\u00fcrde eines jeden Menschen ein. Jede und jeder hat als Ebenbild und Gesch\u00f6pf Gottes eine unver\u00e4u\u00dferliche W\u00fcrde. Aus dieser Haltung heraus engagieren wir uns beispielsweise in der palliativen Begleitung, um Menschen ein Leben und Sterben in W\u00fcrde zu erm\u00f6glichen. Deswegen schaffen wir Hilfs- und Unterst\u00fctzungsangebote f\u00fcr Familien, besonders auch f\u00fcr M\u00fctter in Notsituationen. Es erf\u00fcllt uns deshalb mit gr\u00f6\u00dfter Sorge, wenn immer offener in Frage gestellt wird, dass die W\u00fcrde eines Menschen vom Moment der Empf\u00e4ngnis, d.h. von der Entstehung des Lebens an, gilt. Als Kirche wenden wir uns insofern entschieden gegen jedweden Versuch, das Lebensrecht als Grundrecht eines jeden Menschen zu relativieren oder es gar aufzugeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00fcrde dieses grundlegende Menschenrecht nicht mehr anerkannt, w\u00e4re es nur folgerichtig, dass auch die \u00fcbrigen Menschenrechte au\u00dfer Kraft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":258278,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1844],"tags":[1634,3364,29,30,8903,8447],"class_list":{"0":"post-258277","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-karlsruhe","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-karlsruhe","13":"tag-nachrichten-news-aktuelles-erzbistum-koeln"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114831179286702663","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/258277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=258277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/258277\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/258278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=258277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=258277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=258277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}