{"id":2583,"date":"2025-04-02T15:24:10","date_gmt":"2025-04-02T15:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2583\/"},"modified":"2025-04-02T15:24:10","modified_gmt":"2025-04-02T15:24:10","slug":"arzttermin-verpasst-ist-bald-eine-knackige-strafgebuehr-faellig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2583\/","title":{"rendered":"Arzttermin verpasst: Ist bald eine knackige Strafgeb\u00fchr f\u00e4llig?"},"content":{"rendered":"<p>Sch\u00e4tzfrage: Wie viele Arzttermine fallen hierzulande aus, weil Patientinnen und Patienten nicht auftauchen? Die Antwort laut der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung (KBV): 10 bis 20 Prozent. Und das, obwohl viele Menschen lange auf einen Termin warten m\u00fcssen, besonders in fach\u00e4rztlichen Praxen.<\/p>\n<p>Falsches Datum eingetragen, Termin ganz vergessen, trotz Krankheit nicht abgesagt, in der Fr\u00fch verschlafen: Die Liste m\u00f6glicher Gr\u00fcnde ist lang. Aber egal, ob der Einzelfall nachvollziehbar sein mag \u2013 die schiere Zahl der ausgefallenen Termine ist ein gro\u00dfes Problem. Der Sprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugend\u00e4rzte,\u00a0Jakob Maske, fordert jetzt via &#8222;Bild&#8220;-Zeitung: &#8222;Es ist nicht mehr zu akzeptieren, dass Patienten Termine verbindlich vereinbaren und diese nicht wahrnehmen.&#8220; Laut Maske w\u00e4re, je nach L\u00e4nge des vorgesehenen Termins, ein Ausfallhonorar von bis zu 100 Euro n\u00f6tig. <\/p>\n<p>Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Bayerns: Strafgeb\u00fchr schon m\u00f6glich<\/p>\n<p>Auch die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ist offen f\u00fcr Ausfallgeb\u00fchren bei unentschuldigt verpassten Terminen, nennt dabei aber keine konkrete H\u00f6he. Auf BR24-Anfrage betont Peter Heinz, erster stellvertretender KVB-Vorstandsvorsitzender: &#8222;W\u00fcrden alle zu ihren Terminen erscheinen oder rechtzeitig absagen, dann h\u00e4tten wir auch keine Terminengp\u00e4sse in den Praxen.&#8220; Eine Geb\u00fchr bei Nichterscheinen k\u00f6nne dazu f\u00fchren, dass Patienten ihre Termine verbindlicher wahrnehmen.<\/p>\n<p>Die KVB betont, dass &#8222;No-Show-Geb\u00fchren&#8220; schon jetzt m\u00f6glich seien \u2013 wenn die Praxis das vorab bei der Terminvereinbarung kommuniziert. Sollte es eine generelle Strafgeb\u00fchr f\u00fcr geschw\u00e4nzte Arzttermine geben, m\u00fcsste die Zahlung aus KVB-Sicht \u00fcber die Krankenkassen laufen. Begr\u00fcndung: Die Strafgeb\u00fchren einzeln von den (Nicht-)Patienten einzutreiben, w\u00e4re im Alltag f\u00fcr die Praxen zu kompliziert und aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Gesetzliche Krankenkassen stellen sich gegen Ausfallhonorare<\/p>\n<p>Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen weist <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/arzttermin-geschwaenzt-strafgebuehren-fuer-patienten-sinnvoll,UOEiQ23\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Forderungen<\/a> allerdings scharf zur\u00fcck. Vor einem &#8222;besch\u00e4menden \u00dcberbietungswettbewerb&#8220; warnt Sprecher Florian Lanz auf dpa-Anfrage. Die Erfahrungen der Patientinnen und Patienten seien &#8222;vielmehr volle Wartezimmer, in denen trotz eines Termins lange gewartet werden muss&#8220;.<\/p>\n<p>Die Deutsche Stiftung Patientenschutz betont, schon heute verlangten Praxen teilweise Strafgeb\u00fchren f\u00fcr ausgefallene Termine. Vorstand Eugen Brysch spricht von &#8222;Abzocke&#8220;, wenn die Kassen\u00e4rzte von den Krankenversicherungen weiteres Geld forderten. Brysch zufolge m\u00fcssten dann auch \u00c4rzte den Patienten und Krankenkassen Ausfallgeb\u00fchren zahlen, wenn sie Termine absagten. <\/p>\n<p>Skeptisch ist auch die Verbraucherzentrale Bayern. Durch eine neue Strafgeb\u00fchr w\u00fcrden lediglich neue Probleme entstehen, hie\u00df es zuletzt. Ausfallhonorare seien rechtlich nicht einfach umzusetzen; der Arzt oder die \u00c4rztin m\u00fcsse genau nachweisen, dass die Kapazit\u00e4ten der Praxis im besagten Zeitraum nicht anderweitig genutzt werden konnten. Gepr\u00fcft werden m\u00fcsse immer der Einzelfall, weil man auch unverschuldet einen Termin verpassen k\u00f6nne. Fazit der Verbraucherzentrale: Neue Strafgeb\u00fchren w\u00fcrden einen Haufen neue B\u00fcrokratie bedeuten.<\/p>\n<p>Geschw\u00e4nzte Termine: Besonders Fach\u00e4rzte betroffen<\/p>\n<p>Der Bayerische Haus\u00e4rzteverband teilt \u00fcbrigens auf BR24-Anfrage mit, das Thema habe f\u00fcr die haus\u00e4rztlichen Praxen keine Relevanz. Der Landesvorsitzende Wolfgang Ritter betont: &#8222;Wir sind auch gegen Strafzahlungen unserer Patienten, Fehlentwicklungen sollten \u00fcber Anreize behoben werden.&#8220;<\/p>\n<p>Laut der KVB sind in erster Linie Fach\u00e4rzte von unentschuldigt geschw\u00e4nzten Terminen betroffen. Die Organisation macht gleichzeitig deutlich, dass eine m\u00f6gliche Strafe ganz leicht zu vermeiden w\u00e4re: &#8222;Wer wie vereinbart in die Praxis kommt, w\u00e4re von einer Geb\u00fchr ohnehin nicht betroffen.&#8220;<\/p>\n<p>Gesundheitsministerin Gerlach: Strafgeb\u00fchren &#8222;nicht zielf\u00fchrend&#8220;<\/p>\n<p>Gegen Strafgeb\u00fchren f\u00fcr verpasste Arzttermine ist Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Auf BR24-Anfrage teilt sie mit: Ein Ansatz f\u00fcr eine bessere Patientensteuerung k\u00f6nne das &#8222;Prim\u00e4rarztprinzip sein, bei dem ein Hausarzt an Fach\u00e4rzte \u00fcberweist&#8220;. Nicht zielf\u00fchrend sei eine Debatte allein \u00fcber Strafgeb\u00fchren. &#8222;Solche Strafgeb\u00fchren schaffen enorme B\u00fcrokratie, sind rechtlich sehr kompliziert zu begr\u00fcnden und umzusetzen \u2013 und w\u00fcrden wohl oft auch die Falschen treffen.&#8220;<\/p>\n<p>Mit Informationen von dpa und KNA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sch\u00e4tzfrage: Wie viele Arzttermine fallen hierzulande aus, weil Patientinnen und Patienten nicht auftauchen? 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