{"id":258890,"date":"2025-07-11T03:33:10","date_gmt":"2025-07-11T03:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/258890\/"},"modified":"2025-07-11T03:33:10","modified_gmt":"2025-07-11T03:33:10","slug":"macron-und-starmer-schmieden-neue-kooperation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/258890\/","title":{"rendered":"Macron und Starmer schmieden neue Kooperation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Emmanuel Macron und Keir Starmer haben eine engere milit\u00e4rische Verzahnung ihrer L\u00e4nder beschlossen. Im Ernstfall sollen Atomwaffen gemeinsam eingesetzt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr den Fall einer Waffenruhe in der Ukraine ist zudem eine europ\u00e4ische Friedenstruppe geplant.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron bei einer Videokonferenz mit weiteren Mitgliedern der \u00abKoalition der Willigen\u00bb am Donnerstag.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5232\" height=\"3485\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ef69a946-c445-49b1-93bf-8fd00c371590.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron bei einer Videokonferenz mit weiteren Mitgliedern der \u00abKoalition der Willigen\u00bb am Donnerstag. <\/p>\n<p>Leon Neal \/ Getty<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivpnlhma1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Drei Tage weilte Emmanuel Macron zum Staatsbesuch im Vereinigten K\u00f6nigreich. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident verhandelte ein Migrationsabkommen mit Premierminister Keir Starmer, verk\u00fcndete die Leihgabe des weltber\u00fchmten Teppichs von Bayeux an London und zelebrierte mit einer Rede im Parlament die wiederauferstandene franko-britische Freundschaft. F\u00fcr das meiste Aufsehen sorgte aber eine gemeinsame Erkl\u00e4rung vom Donnerstag, laut der Frankreich und Grossbritannien ihre Streitkr\u00e4fte im Fall einer \u00abextremen Bedrohung\u00bb noch enger verzahnen wollen \u2013 bis hin zum m\u00f6glichen gemeinsamen Einsatz von Atomwaffen.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Gegr\u00fcndet werden soll dazu eine Gruppe f\u00fcr nukleare Aufsicht unter dem gemeinsamen Vorsitz des \u00c9lys\u00e9e-Palastes und des britischen Kabinettsb\u00fcros. \u00abEs gibt keine extreme Bedrohung f\u00fcr Europa, die nicht eine Reaktion beider L\u00e4nder hervorrufen w\u00fcrde\u00bb, heisst es in der Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqabc4g0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Westeuropa sind Frankreich und Grossbritannien die einzigen L\u00e4nder mit Atomwaffen. Das britische Arsenal ist jedoch von amerikanischen Tr\u00e4gerraketen abh\u00e4ngig und eng in die Abschreckung der Nato eingebunden. Derzeit k\u00f6nnen die Waffen nur von U-Booten abgefeuert werden. Das franz\u00f6sische Atomwaffenarsenal hingegen ist sowohl luft- als auch U-Boot-gest\u00fctzt und nicht an Nato-Strukturen oder amerikanische Technologie gebunden. Auf diese Unabh\u00e4ngigkeit ist man in Paris stolz.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqi1bgn1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dass Macron und Starmer ihre nukleare Abschreckung nun strategisch aufeinander abstimmen wollen, ist ein deutliches Signal an Russland, aber auch an die USA. Dem Kreml demonstrieren zwei europ\u00e4ische F\u00fchrungsm\u00e4chte, im Ernstfall geschlossen reagieren zu k\u00f6nnen; Washington zeigen sie, dass sich die beiden Atomm\u00e4chte mehr sicherheitspolitische Eigenst\u00e4ndigkeit zutrauen und notfalls auch ohne R\u00fcckendeckung aus Amerika handeln k\u00f6nnten. \u00abIn Europa besteht die Erwartung, dass unsere beiden L\u00e4nder angesichts revisionistischer Nachbarn eine besondere Verantwortung f\u00fcr die Sicherheit des Kontinents tragen\u00bb, sagte Macron in seiner Rede vor beiden Kammern des britischen Parlaments.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqisb110\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Ank\u00fcndigung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt f\u00fcr den Kontinent. Russland hatte die Ukraine allein in der Nacht auf Mittwoch mit 728 Drohnen und 13 Raketen angegriffen, der h\u00f6chsten Zahl eingesetzter Flugk\u00f6rper seit Kriegsbeginn. In der Nacht auf Donnerstag feuerte Russland weitere 400 Drohnen und 18 Raketen ab. Vor diesem Hintergrund gewann ein Treffen der sogenannten \u00abKoalition der Willigen\u00bb auf dem britischen Nato-St\u00fctzpunkt Northwood zus\u00e4tzliche Dringlichkeit. Die L\u00e4ndergruppe unter F\u00fchrung von Frankreich und Grossbritannien setzt sich daf\u00fcr ein, dass die Ukraine verl\u00e4sslich mit Waffen unterst\u00fctzt wird. Zugleich treibt sie die Planungen f\u00fcr eine europ\u00e4isch gef\u00fchrte Friedenstruppe voran, die nach einem m\u00f6glichen Waffenstillstand in der Ukraine zum Einsatz kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Waffenlieferungen gehen weiter<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqkt0g80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Macron und Starmer hatten die Koalition im Fr\u00fchjahr unter dem Eindruck gegr\u00fcndet, dass der amerikanische Pr\u00e4sident Donald Trump die Ukraine im Stich lassen w\u00fcrde. Erst vergangene Woche hatte das Pentagon (mit Verweis auf knappe Best\u00e4nde) die Aussetzung von Waffenlieferungen an Kiew angeordnet. Doch bereits am Montag gab Trump bekannt, dass die Lieferungen wieder aufgenommen w\u00fcrden. Dies betrifft unter anderem den Transfer von 155-Millimeter-Artilleriemunition und von pr\u00e4zisionsgelenkten Boden-Boden-Raketen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqm6sm10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch Deutschland sagte der Ukraine neue Milit\u00e4rhilfe zu. Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich per Video aus Rom nach Northwood zuschaltete, k\u00fcndigte dazu den Ankauf weiterer Patriot-Systeme aus den USA an, um die ukrainische Luftverteidigung gegen russische Angriffe zu st\u00e4rken. Parallel zum Treffen der Koalition der Willigen wurde in Rom eine internationale Wiederaufbaukonferenz f\u00fcr die Ukraine abgehalten. Dort warb der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodimir Selenski um langfristige Investitionen f\u00fcr sein Land und forderte erneut die Freigabe eingefrorener russischer Verm\u00f6genswerte zur Finanzierung des Wiederaufbaus. Vor allem aber erinnerte Selenski die Europ\u00e4er daran, dass Putin sein Land in diesen Tagen mit \u00abreinem Terror\u00bb \u00fcberziehe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqnktbl0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Tats\u00e4chlich ist ein Waffenstillstand derzeit kaum in Sicht. Russland intensiviert seine Angriffe, und diplomatische Signale bleiben vage. Zwar trafen sich am Donnerstag am Rande der Asean-Konferenz in Kuala Lumpur der russische Aussenminister Sergei Lawrow und sein amerikanischer Amtskollege Marco Rubio, doch von greifbaren Fortschritten konnte keine Rede sein.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivqo2q0r1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die von Macron und Starmer gef\u00fchrte L\u00e4ndergruppe will dennoch f\u00fcr die Zeit eines etwaigen Friedensabkommens vorbereitet sein. Macron sagte dazu in Northwood, es gebe einen Plan, der innerhalb von Stunden nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands umgesetzt werden k\u00f6nne. Die Koalition der Willigen bestehe aus dreissig L\u00e4ndern, Hunderte Soldaten seien mobilisierbar, und auch einen Generalstab werde man aufbauen. Das werde erm\u00f6glichen, so Macron, \u00abeinen Waffenstillstand dauerhaft einzuhalten und ihn in der Luft, auf See und durch eigene Kr\u00e4fte glaubw\u00fcrdig zu machen\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Emmanuel Macron und Keir Starmer haben eine engere milit\u00e4rische Verzahnung ihrer L\u00e4nder beschlossen. 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