{"id":25890,"date":"2025-04-12T11:18:32","date_gmt":"2025-04-12T11:18:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25890\/"},"modified":"2025-04-12T11:18:32","modified_gmt":"2025-04-12T11:18:32","slug":"pro-leipzig-schreibt-einen-offenen-brief-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/25890\/","title":{"rendered":"Pro Leipzig schreibt einen Offenen Brief \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am 16. April steht der Planungsbeschluss zur Umsetzung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig auf der Tagesordnung des Stadtrates. 500.000 Euro sollen die Planungen f\u00fcr das Denkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz kosten. Die Grundsteinlegung soll am 9. Oktober 2025 erfolgen. Doch nicht nur Leipziger Architekten sind ungl\u00fccklich mit der gefundenen L\u00f6sung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Auch der Verein Pro Leipzig \u00e4u\u00dfert sich in einem Offenen Brief kritisch zum Standort.<\/p>\n<p>Und auch die Einbettung in die <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2024\/03\/berliner-buro-gewinnt-freiflachenwettbewerb-wilhelm-leuschner-platz-entschieden-580372\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">geplante Freifl\u00e4chengestaltung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz<\/a> sieht der Offene Brief kritisch.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/b07a5131cfd94277832ea8bc7324bbdb.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/04\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eDer Zeitplan zur Umsetzung des Freiheits- und Einheitsdenkmals orientiert sich an der Zeitschiene zur Umsetzung des Siegerentwurfs \u00d6KOTOPIA des Wettbewerbs zur Freifl\u00e4chengestaltung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz\u201c, hei\u00dft es i<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2020150&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">n der Vorlage aus dem Kulturdezernat<\/a>.<\/p>\n<p>\u201eDie Platzfl\u00e4che und das Freiheits- und Einheitsdenkmal sollen sp\u00e4testens bis zum 40. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9.10.2029 insgesamt fertiggestellt werden. Die Planungs- und Realisierungszeitr\u00e4ume beider Prozesse sind auf diese Vorgabe einzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Rund 5 Millionen Euro sind dabei noch f\u00fcr den Aufbau des Freiheits- und Einheitsdenkmals in den Jahren 2025\/2026 vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Offene Brief<\/p>\n<p>Offener Brief zum Freiheits- und Einheitsdenkmal<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der Dauer-Misere der Berliner \u201eEinheitswippe\u201c und nach der teuren Schlappe des ersten Leipziger Denkmal-Wettbewerbs zeichnet sich ab, dass auch der zweite Anlauf stark umstritten ist. Der 50-teilige Siegerentwurf \u201eBanner, Fahnen, Transparente\u201c aus wei\u00df lackiertem Edelstahl soll nach Absicht der Autoren im \u00fcbertragenen Sinn als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr freie W\u00fcnsche und Gedanken sowie als Zeichen f\u00fcr Gewaltlosigkeit stehen.<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4schetrockenplatz\u201c, \u201eRaum f\u00fcr Eintragungen\u201c, \u201ePlatz der Kapitulation\u201c \u2013 so die ersten, freilich etwas anders gearteten Deutungen aus der B\u00fcrgerschaft, der ausgerechnet in der Denkmalfrage eine Grundsatzentscheidung versagt wurde.<\/p>\n<p>Die ma\u00dfgeblichen Orte im Herbst 1989 waren neben der Nikolaikirche der Nikolaikirchhof, der Karl-Marx-Platz und in ganz besonderer Weise der Ring. Auf dem Nikolaikirchhof erinnern heute die Palmens\u00e4ule, der Brunnen und die eigentlich leuchtenden Pflastersteine an die Geschehnisse.<\/p>\n<p>Obwohl der Wilhelm-Leuschner-Platz damals keine Rolle spielte, wurde er mit der Bezeichnung \u201ePlatz der Friedlichen Revolution\u201c ideell \u00fcberh\u00f6ht und so als Denkmalstandort legitimiert.<\/p>\n<p>Diesbez\u00fcgliche Kritiken fanden kein Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>Die Platzfl\u00e4che, die in der st\u00e4dtebaulichen Planung unbedingt gr\u00f6\u00dfer als die des alten K\u00f6nigsplatzes sein sollte, wurde inzwischen g\u00e4nzlich aufgegeben und wird sich nun zum Park wandeln \u2013 ein Paradigmenwechsel. Wie und wo genau die Stahlteile eingeordnet werden sollen, blieb bislang vage. Verdichtet \u201ein der N\u00e4he des City-Rings\u201c hie\u00df es, wohl um den inhaltlichen Bezug assoziierbarer zu machen.<\/p>\n<p>Generell ist das Durchsetzen der anspruchsvollen, differenziert und feinsinnig bepflanzten Parklandschaft mit einer solch gro\u00dfen Menge abstrahierter Demonstrations- und Kundgebungs-Elemente mehr als fragw\u00fcrdig. Die Gefahr der Zergliederung und \u00dcberfrachtung ist real.<\/p>\n<p>Absehbar ist zudem, dass die Transparente innerhalb k\u00fcrzester Zeit ihr strahlendes Wei\u00df verlieren werden. Soll es dann einmal im Jahr ein Reinigungs-Happening geben, oder wird eine Art Bauh\u00fctte installiert, eine permanent in Bereitschaft stehende K\u00e4rcher- und Malerbrigade, die bem\u00fcht ist, den Urzustand umgehend und immer wieder herzustellen? Vielleicht obsiegt ja auch die Lesart, all die zu erwartenden \u201eBeitr\u00e4ge\u201c, die gespr\u00fchten Chiffren, Zeichen und Parolen und die Unmengen bunter Werbeaufkleber als urbanes Zeitbild und schrilles Spektrum spontaner Meinungs\u00e4u\u00dferungen zu tolerieren?<\/p>\n<p>Letzteres h\u00e4tte dann sehr viel mit der aktuellen Jugend- und Sprayerszene zu tun, deutlich weniger mit den an ein Freiheits- und Einheitsdenkmal gekn\u00fcpften Intentionen und rein gar nichts mit den nat\u00fcrlichen Qualit\u00e4ten der k\u00fcnftigen Stadtoase.<\/p>\n<p>So oder so, das \u201eF\u00fcnf-Millionen-Geschenk\u201c von Bund und Freistaat d\u00fcrfte in dieser Gestalt weder eine lokale Bereicherung darstellen noch den erhofften Status nationaler, gar internationaler Bedeutung erlangen \u2013 es ist verzichtbar.<\/p>\n<p>Pro Leipzig e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 16. 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