{"id":259,"date":"2025-03-31T04:43:11","date_gmt":"2025-03-31T04:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259\/"},"modified":"2025-03-31T04:43:11","modified_gmt":"2025-03-31T04:43:11","slug":"doge-nimmt-sich-offenbar-cobol-bei-us-sozialkasse-vor-experten-warnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259\/","title":{"rendered":"DOGE nimmt sich offenbar COBOL bei US-Sozialkasse vor \u2013 Experten warnen"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Social Security Administration (SSA) herrscht gerade gro\u00dfe Beunruhigung: Wie jetzt bekannt wurde, sollen IT-Systeme, welche die jahrzehntealte dort eingesetzte Programmiersprache COBOL nutzen, offenbar innerhalb weniger Monate in eine neue L\u00f6sung migriert werden. Das SSA ist so etwas wie die US-Sozialkasse, von hier werden auch Rentenzahlungen an US-B\u00fcrger verwaltet. Experten wittern ein Chaos, manche f\u00fcrchten sogar ausbleibende Rentenzahlungen f\u00fcr Millionen amerikanischer Senioren.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.wired.com\/story\/doge-rebuild-social-security-administration-cobol-benefits\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">US-Magazin Wired<\/a> berichtete zuerst \u00fcber die Pl\u00e4ne und berief sich dabei auf anonyme Quellen aus dem SSA-Umfeld. Die Beh\u00f6rde selbst wollte sich dazu nicht \u00e4u\u00dfern. Bei den Abschaffungspl\u00e4nen f\u00fcr COBOL ist Wired zufolge Steve Davis federf\u00fchrend. Der enge Vertraute von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk arbeitete jahrelang in Spitzenpositionen in dessen Firmenimperium und tut es auch immer noch, nebenbei koordiniert er die Arbeit von DOGE mit.<\/p>\n<p>\u00dcberst\u00fcrztes Handeln bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Ganz nebenbei, das trifft auch die Einstellung ganz gut, mit der Davis aus Sicht der SSA-Verantwortlichen an seine Pl\u00e4ne f\u00fcr COBOL herangeht. COBOL ist eine in den <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/60-Jahre-COBOL-Die-Sprache-die-nicht-totzukriegen-ist-4518334.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1950er Jahren entwickelte, hardwareunabh\u00e4ngige Sprache<\/a> f\u00fcr die Betriebswirtschaft. Sie ist noch immer stark verbreitet, nicht nur bei der SSA. Ein gro\u00dfer Teil der Systeme im globalen Bankenwesen arbeitet zum Beispiel auch noch damit. Eine Migration diesen Umfangs und dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung w\u00e4re f\u00fcr die SSA ein gewaltiges Unterfangen, sagten Experten dem Wired-Magazin. Der enge Zeitrahmen birgt demnach die Gefahr, dass die Zahlungen an die \u00fcber 65 Millionen Menschen in den USA, die derzeit Sozialversicherungsleistungen beziehen, behindert werden.<\/p>\n<p>2017 hatte die SSA schon einmal damit begonnen, ihre Systeme aus COBOL herauszuf\u00fchren, der damals angesetzte Zeitrahmen macht die Dimensionen deutlich: F\u00fcnf Jahre sollte es dauern, 2020 wurde das Projekt jedoch aufgrund von Corona gestoppt. Jetzt will DOGE es wieder versuchen und dabei offenbar auf KI setzen. Wie die Quellen von Wired vermuten, wollen die Entb\u00fcrokratisierer die sch\u00e4tzungsweise 60 Millionen Zeilen COBOL-Code damit in eine andere Programmiersprache \u00fcbersetzen. Auch wichtigste Kernfunktionen wie die Steuerung von Rentenzahlungen werden davon abgedeckt. Sollte DOGE wirklich nach kurzer Zeit ein neues System zustande bringen, m\u00fcsste dieses noch ausgiebig getestet werden. Etwas, was die Befragten ebenfalls f\u00fcr kaum machbar innerhalb von Monaten halten.<\/p>\n<p>Datenverlust bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Das Hauptrisiko sei nicht, dass ein Zahlungsempf\u00e4nger im neuen System pl\u00f6tzlich zu viel oder zu wenig Sozialleistungen bekommen w\u00fcrde. Sondern, dass er im neuen System gar nicht erst auftauchen w\u00fcrde und die SSA auch nicht mehr nachvollziehen k\u00f6nnte, ob er jemals zuvor im System war, verdeutlicht einer der SSA-Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p>Aktuell arbeiten laut Wired zehn DOGE-Angeh\u00f6rige mit der SSA zusammen. Wann eine Migration starten k\u00f6nnte, ist wohl noch nicht klar. Derzeit h\u00e4tten noch andere Projekte Vorrang, wie beispielsweise die Beendung &#8222;nicht-essenzieller Vertr\u00e4ge&#8220; oder die Einf\u00fchrung von KI f\u00fcr bestimmte Schreibarbeit. Was aus Sicht von einem der befragten SSA-Besch\u00e4ftigen aber auch bez\u00fcglich COBOL zeitnah passieren muss: &#8222;Die Verantwortlichen m\u00fcssen verstehen, dass sie es sozusagen mit einem Kartenhaus oder Jenga-Spiel zu tun haben. Wenn sie anfangen, Teile herauszunehmen, was sie bereits angek\u00fcndigt haben, dann kann alles zusammenbrechen.&#8220;<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei der Social Security Administration (SSA) herrscht gerade gro\u00dfe Beunruhigung: Wie jetzt bekannt wurde, sollen IT-Systeme, welche die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":260,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,442,170,169,29,443,444,30,196,171,174,445,446,173,172,64],"class_list":{"0":"post-259","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-cobol","10":"tag-companies","11":"tag-companies-markets","12":"tag-deutschland","13":"tag-doge","14":"tag-elon-musk","15":"tag-germany","16":"tag-it","17":"tag-markets","18":"tag-maerkte","19":"tag-softwareentwicklung","20":"tag-sozialversicherung","21":"tag-unternehmen","22":"tag-unternehmen-maerkte","23":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}