{"id":259224,"date":"2025-07-11T06:35:15","date_gmt":"2025-07-11T06:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259224\/"},"modified":"2025-07-11T06:35:15","modified_gmt":"2025-07-11T06:35:15","slug":"gastronomie-wer-in-muenchen-draussen-gut-essen-will-ohne-steif-zu-sitzen-ist-hier-genau-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259224\/","title":{"rendered":"Gastronomie: Wer in M\u00fcnchen drau\u00dfen gut essen will, ohne steif zu sitzen \u2013 ist hier genau richtig"},"content":{"rendered":"<p>Was, wenn ein Drei-Sterne-Koch Fine Dining gegen Sommer-Leichtigkeit tauscht? Unser Kolumnist Christian Bau besucht Tohru Nakamuras \u201eBar Tatar\u201c \u2013 M\u00fcnchens wohl charmantestes Innenhof-Lokal. Hier gibt es pr\u00e4zise Gourmethappen, serviert ohne Hipster-All\u00fcren.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">M\u00fcnchen, Ende Mai. Am Vortag hatten wir im \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article256282980\/Tantris-Gruender-Fritz-Eichbauer-ist-tot-Wie-der-Bauunternehmer-die-deutsche-Spitzenkueche-erfand.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article256282980\/Tantris-Gruender-Fritz-Eichbauer-ist-tot-Wie-der-Bauunternehmer-die-deutsche-Spitzenkueche-erfand.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tantris<\/a>\u201c gekocht \u2013 ein gro\u00dfartiger Abend im Kreis der \u201eLes Grandes Tables du Monde\u201c \u2013 und uns entschieden, noch eine Nacht dranzuh\u00e4ngen. Kein Fine Dining dieses Mal, einfach gutes Essen, aber bitte drau\u00dfen, es war eine lauschige Nacht angek\u00fcndigt. <\/p>\n<p>Ein Freund gab uns den Tipp: \u201eGeht zu <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article251052422\/Fisch-Beim-Schneiden-gibt-es-damit-keine-dieser-typischen-Saegebewegungen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article251052422\/Fisch-Beim-Schneiden-gibt-es-damit-keine-dieser-typischen-Saegebewegungen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tohru Nakamura<\/a> in die ,Bar Tatar\u2018 im Innenhof der Schreiberei.\u201c In seinem Gourmetlokal im ersten Stock hat Tohru gerade den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/bayern\/article256268514\/Muenchen-hat-ein-zweites-Drei-Sterne-Restaurant.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/bayern\/article256268514\/Muenchen-hat-ein-zweites-Drei-Sterne-Restaurant.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dritten Stern<\/a> erkocht \u2013 dazu m\u00f6chte ich ihm hier ganz herzlich gratulieren! In seiner fr\u00fcheren Wirkungsst\u00e4tte, dem Restaurant \u201eWerneckhof\u201c war ich sicher sechsmal und wei\u00df: Der Mann kann kochen.\u00a0<\/p>\n<p>Meine Frau las die Karte vor: Chateaubriand f\u00fcr zwei, Sauce b\u00e9arnaise, d\u00fcnne Pommes, Tatar-Kollektion, Austern. Klang vielversprechend. Am Abend empfing uns ein charmanter Innenhof \u2013 eng bestuhlt, lebendig. Jeder Tisch besetzt. Um uns herum das typische M\u00fcnchner Innenstadtpublikum. Viel Bussi-Bussi, viel Cartier und Louis Vuitton. <\/p>\n<p>Aber: Es passt. Die Atmosph\u00e4re ist angenehm mond\u00e4n, nie aufdringlich. Der Service pr\u00e4sent, aber nicht aufgesetzt. Schwarz uniformiert, ohne Hipster-All\u00fcren. W\u00e4hrend das Personal andernorts mitunter allzu leger gekleidet ist, tr\u00e4gt man hier noch Jackett.\u00a0<\/p>\n<p>Die Karte ist kompakt und durchdacht. Zehn kleine Vorspeisen, die sich teilen lassen, eine wechselnde Auswahl an Bratenst\u00fccken, an diesem Abend das besagte Chateaubriand, dazu ein vegetarisches Gericht und Seezunge. Dazwischen Austern, Tatar, Cocktails. Eine \u00dcberraschung war der Garnelencocktail: die Garnelen handwarm, frisch ged\u00e4mpft und gepult, mit einer feinen Cocktailsauce \u00fcberzogen. Die klassische Rezeptur, aber mit Geschmack und Pr\u00e4zision und eben nicht aus dem K\u00fchlschrank. Bei der Gr\u00f6\u00dfe des Restaurants so etwas \u00e0 la Minute zu schicken, zeigt den Anspruch, mit dem hier gekocht wird.<\/p>\n<p>Die Vorspeisen lesen sich unspektakul\u00e4r, sind es aber keineswegs: Blumenkohl in Panko, serviert mit Mayo, Erdnuss und Koriander \u2013 ein vegetarischer \u201eFried Chicken\u201c-Remix mit Crunch und Tiefe. Eine ged\u00e4mpfte japanische Aubergine als Salat, Hamachi-Sashimi mit Buttermilch-Vinaigrette und Kohlrabi, gezupftes Brath\u00e4hnchen mit Caesar-Dressing. Alles sauber gekocht, geschmacklich pointiert, man sp\u00fcrt Tohru Nakamuras Handschrift. Wer ihn schon in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article246450864\/Dreisternekoch-Christian-Bau-Ueber-Sigi-Schelling-und-den-Werneckhof-in-Muenchen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article246450864\/Dreisternekoch-Christian-Bau-Ueber-Sigi-Schelling-und-den-Werneckhof-in-Muenchen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eWerneckhof\u201c<\/a> erlebt hat, erkennt ihn hier wieder \u2013 nur l\u00e4ssiger, verspielter.\u00a0<\/p>\n<p>Aus der Tatar-Kollektion w\u00e4hlen wir ein thail\u00e4ndisch mariniertes Lachstatar mit knusprigen Ingwerstreifen sowie ein kleines Kunstst\u00fcck aus Kartoffelr\u00f6sti, Rindertatar und Kaviar \u2013 eine augenzwinkernde Hommage an das Signature-Gericht aus dem Drei-Sterne-Restaurant \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article250611028\/Restaurant-Waldhotel-Sonnora-Man-will-sich-nicht-fragen-was-der-Koch-jetzt-Irres-damit-sagen-wollte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/essen-und-trinken\/article250611028\/Restaurant-Waldhotel-Sonnora-Man-will-sich-nicht-fragen-was-der-Koch-jetzt-Irres-damit-sagen-wollte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sonnora<\/a>\u201c. <\/p>\n<p>Danach das Ch\u00e2teaubriand: zart, auf den Punkt, wie man sie sich in einem Pariser Bistro w\u00fcnschen w\u00fcrde. Zum Dessert gab es dann ein Paris-Brest mit Schokoladen-Miso-Cr\u00e8me, warmen Mandelsplittern, Schokosauce. Nicht zu s\u00fc\u00df, nicht zu schwer \u2013 ein gelungener Schlusspunkt.\u00a0<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bietet die \u201eBar Tatar\u201c keine kulinarische Offenbarung im Sinne von Sternen und Sensationen, aber darum geht es in diesem Innenhof auch nicht. Es geht um Leichtigkeit. Um einen Sommerabend, an dem einfach alles gepasst hat: Stimmung, Musik, Licht, Temperatur \u2013 und das Essen. Die Preise? M\u00fcnchner Innenstadtniveau, aber fair: 13 Euro f\u00fcr den Blumenkohl, 18 f\u00fcr das gezupfte Huhn, 24 f\u00fcr den Garnelencocktail. Austern zu sieben Euro das St\u00fcck. <\/p>\n<p>Wer unter freiem Himmel gut essen will, ohne steif zu sitzen \u2013 der ist hier richtig. Wenn ich morgen wieder in M\u00fcnchen w\u00e4re, ich w\u00fcrde ohne Z\u00f6gern zur\u00fcckkehren. Dieselbe Ecke, dieselbe Stimmung, ein paar Austern, ein Tatar \u2013 mehr braucht es manchmal nicht.<\/p>\n<p>Unser Kolumnist <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/christian-bau\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/christian-bau\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christian Bau<\/a> kocht im \u201eVictor\u2019s Fine Dining\u201c in Perl-Nennig, das mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was, wenn ein Drei-Sterne-Koch Fine Dining gegen Sommer-Leichtigkeit tauscht? 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