{"id":259382,"date":"2025-07-11T08:04:09","date_gmt":"2025-07-11T08:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259382\/"},"modified":"2025-07-11T08:04:09","modified_gmt":"2025-07-11T08:04:09","slug":"armid-umfrage-zu-haftungsrisiken-in-aufsichtsgremien-mittelstaendischer-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259382\/","title":{"rendered":"ARMID-Umfrage zu Haftungsrisiken in Aufsichtsgremien mittelst\u00e4ndischer Unternehmen \/ &#8230;"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">11.07.2025 \u2013 09:45<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von ARMID\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/178261\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARMID<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a data-category=\"citylink-story-view\" data-action=\"click\" data-label=\"Citylink in Meldungsansicht\" class=\"story-city event-trigger\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/regional\/M%FCnchen\" title=\"News aus M\u00fcnchen \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> (ots)<\/p>\n<p> 30 Prozent der Aufsichts- und Beir\u00e4te mittelst\u00e4ndischer Unternehmen haben in dieser Funktion Haftungssituationen bereits selbst erlebt oder bei anderen Mitgliedern beobachtet. <\/p>\n<p> Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des ARMID. Im ARMID sind \u00fcber 400 Aufsichts- und Beir\u00e4te von Unternehmen mit einem Umsatz von mehreren Hundert Millionen Euro zusammengeschlossen. An der Befragung haben 112 ARMID-Mitglieder teilgenommen. <\/p>\n<p><b>Klaus F. Jaenecke,<\/b> Vorsitzender des ARMID, erl\u00e4utert: &#8222;Haftungsfragen f\u00fcr Mitglieder in Aufsichtsr\u00e4ten gewinnen zunehmend an Dynamik. Von der aktuellen gerichtlichen Aufarbeitung des Wirecard-Skandals sind wegweisende Urteile in Richtung einer Versch\u00e4rfung der Haftung von Aufsichtsr\u00e4ten zu erwarten.&#8220; <\/p>\n<p> Neben Ex-CEO Markus Braun und weiteren operativen Managern sind auch ehemalige Aufsichtsr\u00e4te ins Visier der Justiz geraten. Die 140 Millionen Euro Schadensersatzklage des Wirecard-Insolvenzverwalters Michael Jaff\u00e9 ist unter anderem auch an zwei fr\u00fchere Aufsichtsratsmitglieder adressiert, denen die Zustimmung zu einem ungesicherten 100-Millionen-Euro Kredit sowie zu einer ebenso hohen Bond-Zeichnung vorgeworfen wird. Derzeit pr\u00fcft das Gericht in Bezug auf die Aufsichtsr\u00e4te noch, ob deren pflichtwidriges &#8222;Durchwinken&#8220; kausal f\u00fcr den Schaden war. <\/p>\n<p> Grunds\u00e4tzlich gehen \u00fcber 80 Prozent der befragten ARMID-Mitglieder von einer Versch\u00e4rfung der Situation in Haftungsfragen f\u00fcr Mitglieder von Aufsichtsgremien aus. Klaus F. Jaenecke: &#8222;Dennoch untersch\u00e4tzen noch viele Gremienmitglieder die Risiken ihrer T\u00e4tigkeit.&#8220; So hat bislang nur eine Minderheit von 17 Prozent der befragten Aufsichts- und Beir\u00e4te ein Mandat in einem Kontrollgremium aus Sorge vor Haftung abgelehnt. Und auch nur sechs Prozent sch\u00e4tzen das Risiko, pers\u00f6nlich f\u00fcr Fehlentscheidungen oder Pflichtverletzungen in ihrer Funktion als Gremiumsmitglied haftbar gemacht zu werden, f\u00fcr &#8222;hoch&#8220; ein. 61 Prozent halten das Risiko f\u00fcr &#8222;gering&#8220; beziehungsweise f\u00fcr &#8222;sehr gering&#8220;. <\/p>\n<p> Wie d\u00fcnn die Verteidigungslinie von Aufsichtsr\u00e4ten im Krisenfall ist, belegt beispielsweise der Fall der b\u00f6rsennotierten Walter Nagel AG. Der Aufsichtsrat genehmigte jahrelang riskante Berater- und Finanzgesch\u00e4fte, obwohl sich die Insolvenzreife abzeichnete. Das OLG D\u00fcsseldorf verurteilte vier Aufsichtsratmitglieder zu rund vier Millionen Euro Schadenersatz. Jeder Aufsichtsrat habe eine eigenst\u00e4ndige Pflicht, so die Begr\u00fcndung, zweifelhafte Vorstandsgesch\u00e4fte zu stoppen und bei drohender Insolvenz unverz\u00fcglich Gegenma\u00dfnahmen einzuleiten. <\/p>\n<p> Auch bei der Signa-Insolvenz hat die Masseverwalterin der Signa Prime-Einheit Aufsichtsr\u00e4te aufgefordert &#8211; darunter den ehemaligen \u00d6sterreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer &#8211; ihre pers\u00f6nliche Haftung &#8222;konstitutiv anzuerkennen&#8220;. Klagen werden vorbereitet. Bemerkenswert ist, dass der Signa-Beirat statuarisch nur beratend war, faktisch aber Aufsichtsratsfunktionen wahrnahm. Mittelst\u00e4ndische &#8222;Beir\u00e4te light&#8220; k\u00f6nnen demnach m\u00f6glicherweise auf in Regress genommen werden. <\/p>\n<p> Zur\u00fcck zur ARMID-Befragung. Das wenig ausgepr\u00e4gte Bewusstsein f\u00fcr potenzielle zivil- und strafrechtliche Haftungsanspr\u00fcche geht auch aus einer weiteren Fragestellung hervor. So glauben sich lediglich 42 Prozent der befragten Kontrollmitglieder seitens einer speziellen Haftpflichtversicherung (D&amp;O-Versicherung) als &#8222;vollst\u00e4ndig abgesichert&#8220;. Die Mehrheit der Antworten verteilt sich auf &#8222;teilweise abgesichert&#8220; und &#8222;nicht abgesichert&#8220;. Sechs Prozent der Befragten ist \u00fcber einen Versicherungsschutz nicht informiert. Klaus F. Jaenecke sieht dies kritisch: &#8222;Es kann sich rasch als fahrl\u00e4ssig bis ruin\u00f6s herausstellen, keine ausreichende Haftpflichtversicherung zu besitzen. Es f\u00e4hrt ja auch niemand ohne Versicherung Auto, auch wenn man nicht t\u00e4glich einen schweren Unfall baut.&#8220; <\/p>\n<p> Grunds\u00e4tzlich halten sich Mitglieder von Aufsichts- und Beir\u00e4ten mittelst\u00e4ndischer Unternehmen \u00fcber zivil- und strafrechtliche Risiken ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr gut informiert (65 Prozent), 14 Prozent sogar f\u00fcr sehr gut informiert. <\/p>\n<p> Die ARMID-Befragung gibt ebenfalls Auskunft, in welchen Feldern die Gremienmitglieder den h\u00f6chsten Bedarf an Aufkl\u00e4rung sehen. So w\u00fcrden sich jeweils 57 Prozent Schulungen und Informationen zu den Themen &#8222;Haftungsvermeidung&#8220; und &#8222;Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen&#8220; w\u00fcnschen. Auch bei den Themen &#8222;Allgemeine Haftung&#8220; (39 Prozent) und &#8222;Pflichten bei Interessenkonflikten&#8220; (36 Prozent) besteht seitens der Aufsichtsr\u00e4te Informationsbedarf. Das Feld der &#8222;Versicherungsoptionen&#8220; (16 Prozent) wird als nicht so aufkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig erachtet (Mehrfachnennungen m\u00f6glich). <\/p>\n<p class=\"contact-headline\">Pressekontakt:<\/p>\n<p class=\"contact-text\">Klaus F. Jaenecke                                                                                            <br \/><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/178261\/mailto: k.jaenecke@armid.de\" class=\"uri-mailto\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> k.jaenecke@armid.de<\/a><br \/>Medienkontakt<br \/>Dr. Klaus Westermeier Medienb\u00fcro<br \/>0172-8433232<br \/><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/178261\/mailto: info@kwestermeier.de\" class=\"uri-mailto\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> info@kwestermeier.de<\/a><\/p>\n<p class=\"originator\">Original-Content von: ARMID, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"11.07.2025 \u2013 09:45 ARMID M\u00fcnchen (ots) 30 Prozent der Aufsichts- und Beir\u00e4te mittelst\u00e4ndischer Unternehmen haben in dieser Funktion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":108,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[78959,29,2050,2051,30,61508,78958,2052,4563,178,180,179,181,4649],"class_list":{"0":"post-259382","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-aufsichtsrte","9":"tag-deutschland","10":"tag-frankfurt","11":"tag-frankfurt-am-main","12":"tag-germany","13":"tag-haftung","14":"tag-haftungsansprche","15":"tag-hessen","16":"tag-mittelstand","17":"tag-presse","18":"tag-pressemeldung","19":"tag-pressemitteilung","20":"tag-pressemitteilungen","21":"tag-umfrage"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114833566350750461","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259382"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259382\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}