{"id":259581,"date":"2025-07-11T09:49:20","date_gmt":"2025-07-11T09:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259581\/"},"modified":"2025-07-11T09:49:20","modified_gmt":"2025-07-11T09:49:20","slug":"asylverfahren-dobrindt-will-anwaltspflicht-bei-abschiebehaft-streichen-pro-asyl-spricht-von-fatalem-signal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259581\/","title":{"rendered":"Asylverfahren: Dobrindt will Anwaltspflicht bei Abschiebehaft streichen \u2013 Pro Asyl spricht von \u201efatalem Signal\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundestag hat am Donnerstag \u00fcber die Pl\u00e4ne der Bundesregierung zur vereinfachten Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsstaaten beraten. Die Ausweitung soll k\u00fcnftig per Rechtsverordnung m\u00f6glich sein. Gr\u00fcne und Linke kritisierten die Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bundesinnenminister <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/alexander-dobrindt\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/alexander-dobrindt\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alexander Dobrindt (CSU)<\/a> verteidigte im Bundestag seine Pl\u00e4ne, k\u00fcnftig Bundestag und Bundesrat nicht mehr an der Entscheidung zu beteiligen, welche L\u00e4nder als sichere Herkunftsstaaten eingestuft werden. Dobrindt betrachtet das als wichtiges Vorhaben zur \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256377876\/illegale-zuwanderung-wie-migrations-sheriff-dobrindt-schon-die-naechste-verschaerfung-plant.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256377876\/illegale-zuwanderung-wie-migrations-sheriff-dobrindt-schon-die-naechste-verschaerfung-plant.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wirksamen Begrenzung der illegalen Migration<\/a>\u201c. Er warf den Gr\u00fcnen vor, in den vergangenen Jahren immer wieder die Einstufung von L\u00e4ndern als sicherer Herkunftsstaat im Bundesrat blockiert zu haben. \u201eDas muss ein Ende haben.\u201c<\/p>\n<p>Asylantr\u00e4ge von Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten gelten grunds\u00e4tzlich als \u201eoffensichtlich unbegr\u00fcndet\u201c. Bisher m\u00fcssen Bundestag und Bundesrat der Einstufung zustimmen. Derzeit gilt diese f\u00fcr zehn L\u00e4nder. Zuletzt wurden nach langem Hin und Her Ende 2023 Georgien und Moldau aufgenommen.<\/p>\n<p>Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsstaaten<\/p>\n<p>Die schwarz-rote Bundesregierung will laut <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/koalitionsverhandlungen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/koalitionsverhandlungen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Koalitionsvertrag<\/a> auch Algerien, Indien, Marokko und Tunesien sowie in der Folge weitere L\u00e4nder auf die Liste setzen. Dobrindt erhofft sich dadurch auch ein Signal an die Menschen aus diesen Staaten: \u201eWer nicht bleiben kann, der braucht erst gar nicht zu kommen\u201c, sagte der CSU-Minister. \u201eDamit reduzieren wir Pull-Effekte.\u201c<\/p>\n<p>Der gr\u00fcne Abgeordnete Helge Limburg warf Dobrindt vor, die Beteiligung von Bundestag und Bundesrat solle \u201eausgehebelt\u201c werden. Diese Einschr\u00e4nkung parlamentarischer Kontrolle sei \u201ebeispiellos\u201c und \u201ev\u00f6llig inakzeptabel\u201c. Die Gr\u00fcnen w\u00fcrden \u201ealles in unserer Macht stehende tun, um zu verhindern, dass der Bundesinnenminister k\u00fcnftig per Federstrich auch die Rechte von Gefl\u00fcchteten einschr\u00e4nkt\u201c.<\/p>\n<p>Dobrindt will Anwaltspflicht streichen<\/p>\n<p>Gr\u00fcne und Linke kritisierten auch einen weiteren Teil des Gesetzentwurfs. Dieser soll die Verpflichtung zur Bestellung eines Anwalts in F\u00e4llen von Abschiebehaft und Ausreisegewahrsam wieder streichen, die von der Ampel-Regierung eingef\u00fchrt worden war. <\/p>\n<p>Auch die Fl\u00fcchtlingsorganisation Pro Asyl lehnte dieses \u201efatales Signal bez\u00fcglich der Rechte von nach Deutschland gefl\u00fcchteten Menschen\u201c ab. Denn nach Angaben von Anw\u00e4lten k\u00e4men rund die H\u00e4lfte aller Menschen \u201ezu Unrecht in Abschiebehaft\u201c.<\/p>\n<p>Die Linkspartei warf der Bundesregierung vor, mit der Gesetzes\u00e4nderung bewusst Artikel 16a des Grundgesetzes zu umgehen, \u201eder eine Zustimmung des Bundesrats verlangt\u201c, wie die Abgeordnete Clara B\u00fcnger sagte. Ziel sei es offensichtlich, durch die Ausweitung der Zahl sicherer Herkunftsl\u00e4nder \u201eein Asylverfahren zweiter Klasse\u201c zu schaffen.<\/p>\n<p>Der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler wies dies zur\u00fcck. \u201eDas Schutzniveau bleibt nat\u00fcrlich erhalten\u201c, sagte er. \u201eEinzelfallpr\u00fcfungen bleiben davon v\u00f6llig unber\u00fchrt.\u201c Asylverfahren k\u00f6nnten dadurch aber schneller ablaufen.<\/p>\n<p>Von der AfD kam grunds\u00e4tzlich Zustimmung zu Dobrindts Pl\u00e4nen, auch wenn diese \u201emutlos\u201c blieben. Zudem sei bei den sicheren Herkunftsstaaten offen, \u201eob dieser Weg juristisch h\u00e4lt\u201c, sagte der AfD-Abgeordnete Christian Wirth offenbar mit Blick auf m\u00f6gliche Klagen gegen die Aufhebung der Parlamentsbeteiligung. Das Gesetzesvorhaben wurde am Donnerstag zur weiteren Beratung in die zust\u00e4ndigen Aussch\u00fcsse \u00fcberwiesen. Aus Sicht der Bundesregierung muss der Bundesrat dem Gesetz nicht zustimmen.<\/p>\n<p>afp\/ly<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Bundestag hat am Donnerstag \u00fcber die Pl\u00e4ne der Bundesregierung zur vereinfachten Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsstaaten beraten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":259582,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[7285,78988,35348,13,47967,14,15,110,12,78987,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-259581","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-alexander","9":"tag-asylverfahren-ks","10":"tag-dobrindt","11":"tag-headlines","12":"tag-migrationspolitik-ks","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-newsteam","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-sichere-herkunftsstaaten-ks","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-welt","23":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114833978974468623","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259581\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/259582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}