{"id":259820,"date":"2025-07-11T12:00:13","date_gmt":"2025-07-11T12:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259820\/"},"modified":"2025-07-11T12:00:13","modified_gmt":"2025-07-11T12:00:13","slug":"landgericht-stellt-verfahren-gegen-rechtsextremistin-liebich-ein-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/259820\/","title":{"rendered":"Landgericht stellt Verfahren gegen Rechtsextremistin Liebich ein \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Fast f\u00fcnf Jahre liegt der Vorfall zur\u00fcck \u2013 am Freitag entschied das Leipziger Landgericht: Das Verfahren gegen die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich und drei Mitangeklagte wird eingestellt, teils unter Auflagen. Dem Quartett lag gemeinschaftliche gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung zur Last, nachdem es bei einer Demonstration am 7. November 2020 in Leipzig einen Fotografen attackiert haben soll.<\/p>\n<p>In erster Instanz hatte das Amtsgericht Leipzig gegen die damals noch unter m\u00e4nnlichem Namen bekannte Marla Svenja Liebich im September 2023 sieben Monate Haft verh\u00e4ngt, wohingegen die Strafen f\u00fcr drei Mitangeklagte zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt worden waren. Alle waren in Berufung gegangen. Das Quartett sollte laut Anklage w\u00e4hrend einer Demo gegen Corona-Ma\u00dfnahmen in Leipzig am 7. November 2020 eine gemeinschaftliche, gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung begangen haben.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/914eb1cda0fe4586941d0b655514c780.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Gerangel auf Corona-Demo 2020<\/p>\n<p>Es war ein Tag mit un\u00fcbersichtlicher Lage, als eine station\u00e4re Kundgebung auf dem Augustusplatz aufgel\u00f6st war und Teilnehmer aus der Versammlung eine Polizeikette auf dem Ring am Wintergartenhochhaus durchbrachen. Dabei wurden auch Einsatzkr\u00e4fte und Pressevertreter zur Zielscheibe von Angriffen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang hatten die Verd\u00e4chtigen laut Staatsanwaltschaft einen Fotografen attackiert. Verwackelte Videos zeigen, dass der seinerzeit Anfang 40-J\u00e4hrige vorab zu einem Schlag gegen den Kopf von Liebich ausgeholt hatte, was er mit einer gef\u00fchlten Bedrohung erkl\u00e4rte. Gegen den Mann liefen ebenfalls Ermittlungen, diese wurden eingestellt.<\/p>\n<p>Nach der Handbewegung hielt Liebich den Mann fest, w\u00e4hrend sich ein Gerangel entwickelte, in dessen Verlauf die Mitangeklagten Caroline K. (28) und Uwe H. (53) auf das Opfer einschlugen bzw. eintraten. Auch Matthias B. (44) schaltete sich am Ende noch in den Tumult ein und beleidigte offenbar den Fotografen, der erheblich verletzt wurde. Herbeigeeilte Bereitschaftspolizisten l\u00f6sten die Situation nach rund 20 Sekunden auf.<\/p>\n<p>Anderes Urteil rechtskr\u00e4ftig, Haftunterbringung offen<\/p>\n<p>Die Dynamik des Geschehens sowie der m\u00f6gliche Schlag des Fotoreporters im Vorfeld waren Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass das Verfahren am Freitag eingestellt wurde, so der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl, der vorab von der M\u00f6glichkeit eines minderschweren Falls sprach. Dazu k\u00f6nnte kommen, dass die zu erwartende Strafe nicht mehr erheblich ins Gewicht f\u00e4llt, da Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich in anderer Angelegenheit zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden ist.<\/p>\n<p>Dieser Richterspruch unter anderem wegen Volksverhetzung, \u00fcbler Nachrede und Beleidigung <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/halle\/burgenland\/naumburg-oberlandesgericht-revision-marla-svenja-liebich-104.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ist seit Mai 2025 rechtskr\u00e4ftig<\/a>: Marla Svenja Liebich muss hinter Gitter. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/halle\/halle\/liebich-urteil-haftstrafe-maenner-frauen-gefaengnis104.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Wann und wo genau, ist derzeit offen<\/a>.\u00a0\u00dcber die 54-J\u00e4hrige hei\u00dft es im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen-Anhalt: \u201eSeit November 2024 ist Sven Liebich nach dem Gesetz \u00fcber die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag Marla Svenja Liebich zu nennen.\u201c<\/p>\n<p>Am Freitag trug sie vor Gericht erneut ein auff\u00e4lliges Outfit. Mit Medien sprechen wollte sie nicht. Noch unter dem fr\u00fcher bekannten Namen wurde Liebich mit regelm\u00e4\u00dfigen Demo-Anmeldungen in Halle, Beleidigungen und massiver Hetze gegen Minderheiten in Verbindung gebracht und mehrfach gerichtlich verurteilt.<\/p>\n<p>Notwehr-Version galt als zweifelhaft<\/p>\n<p>Alle Angeklagten hatten zuletzt \u00fcber ihre Verteidiger eine Beteiligung am Geschehen vom November 2020 einger\u00e4umt und auch Bedauern ge\u00e4u\u00dfert. Dabei hob Liebichs Anwalt Sebastian Lehr nochmals den Schlag des Fotografen gegen seine Mandantin hervor und dass sie nur festgehalten, nicht angegriffen habe. Caroline K. und Uwe H. m\u00fcssen vor der endg\u00fcltigen Einstellung ihres Verfahrens eine Geldauflage zahlen.<\/p>\n<p>In erster Instanz vor dem Leipziger Amtsgericht machten Liebich und die Mitangeklagte Caroline K. im September 2023 geltend, sie h\u00e4tten sich nur gegen den Reporter verteidigen und ihn aufgrund des Schlags gegen Liebich der Polizei \u00fcbergeben wollen.<\/p>\n<p>Die Richterin nahm ihnen diese Notwehr-Version damals nicht ab: Zweifel gab es, da sich die Angeklagten laut Urteil verd\u00e4chtig schnell vom Ort entfernten und man im Pulk aggressiv gegen den Gesch\u00e4digten vorgegangen sei, selbst als von diesem kein Risiko mehr h\u00e4tte ausgehen k\u00f6nnen. F\u00fcr Liebich sah die Richterin eine ung\u00fcnstige Sozialprognose und erkl\u00e4rte auch damit, dass eine Bew\u00e4hrung nicht mehr infrage komme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fast f\u00fcnf Jahre liegt der Vorfall zur\u00fcck \u2013 am Freitag entschied das Leipziger Landgericht: Das Verfahren gegen die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":259821,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,507,29,30,682,4933,71,25627,859],"class_list":{"0":"post-259820","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-demonstration","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-koerperverletzung","13":"tag-landgericht","14":"tag-leipzig","15":"tag-prozessbericht","16":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114834494235434152","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259820\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/259821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}