{"id":260070,"date":"2025-07-11T14:19:21","date_gmt":"2025-07-11T14:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/260070\/"},"modified":"2025-07-11T14:19:21","modified_gmt":"2025-07-11T14:19:21","slug":"frankreichs-warnung-an-london-wir-sind-keine-muellhalde-fuer-migranten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/260070\/","title":{"rendered":"Frankreichs Warnung an London: Wir sind keine M\u00fcllhalde f\u00fcr Migranten"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/shutterstock_2263882927-6813b0aed3f172f8.jpeg\"  width=\"6240\" height=\"3506\"  alt=\"Fl\u00fcchtlinge wagen die \u00dcberfahrt mit dem Boot, werden aber gestoppt.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Alec Tassi \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/pozzallo-ragusa6-february-2023over-two-hundred-2263882927\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">R\u00fcckf\u00fchrungen nach Frankreich sollen illegale Migration stoppen. Doch die Vereinbarung ist umstritten \u2013 auf beiden Seiten des Kanals.<\/p>\n<p>Rekordverd\u00e4chtige 21.117 Fl\u00fcchtlinge haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in kleinen Booten den \u00c4rmelkanal von Frankreich nach Gro\u00dfbritannien \u00fcberquert. Das sind 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, und diese Entwicklung setzt die Regierung von Keir Starmer erheblich unter Druck.<\/p>\n<p>Um den Zustrom zu stoppen, haben der britische Premierminister und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron bei einem Gipfeltreffen in London ein neues Abkommen ausgehandelt. Es sieht vor, dass Gro\u00dfbritannien f\u00fcr jeden Migranten, den es nach Frankreich zur\u00fcckschickt, im Gegenzug einen Migranten mit famili\u00e4ren Bindungen zu Gro\u00dfbritannien aufnimmt \u2013 nach dem Prinzip &#8222;einer rein, einer raus&#8220;.<\/p>\n<p>Pilotprojekt startet mit 50 R\u00fcckf\u00fchrungen pro Woche<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst soll das Abkommen als Pilotprojekt starten. Berichten zufolge will Gro\u00dfbritannien anfangs etwa 50 Migranten pro Woche nach Frankreich zur\u00fcckschicken.<\/p>\n<p>Nur Erwachsene sind betroffen, denen zuvor mitgeteilt wurde, dass ihr Asylantrag unzul\u00e4ssig ist, weil sie aus einem sicheren Land kamen. Sie werden dann inhaftiert und nach Frankreich abgeschoben.<\/p>\n<p>Im Gegenzug kann die gleiche Zahl an Migranten aus Frankreich legal nach Gro\u00dfbritannien einreisen, sofern sie famili\u00e4re Verbindungen dorthin nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Starmer unter Druck \u2013 Reform UK auf dem Vormarsch<\/p>\n<p>F\u00fcr den britischen Premierminister Starmer ist das Abkommen innenpolitisch wichtig. Denn seine Zustimmungswerte sind gesunken, auch weil er die illegale Migration bisher nicht in den Griff bekommen hat.<\/p>\n<p>Laut einer Umfrage ist das Thema Einwanderung und Asyl f\u00fcr 51 Prozent der Briten derzeit am wichtigsten, <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2025\/7\/10\/whats-in-the-one-in-one-out-migrant-deal-between-the-uk-and-france\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">berichtet<\/a> Al-Jazeera. Davon profitiert haupts\u00e4chlich die rechtsextreme und migrationsfeindliche Partei Reform UK. Sie verspricht, alle illegalen Migranten festzunehmen, abzuschieben und notfalls nach Frankreich zur\u00fcckzubringen.<\/p>\n<p>Starmer dagegen setzt auf Kooperation mit Frankreich. &#8222;Wir k\u00f6nnen eine Herausforderung wie die Abwendung der Boote nicht alleine bew\u00e4ltigen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2025-07-10\/uk-and-france-agree-one-in-one-out-migrant-returns-deal\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte er<\/a> laut Bloomberg. Sein Ziel ist es, mit dem Abkommen einen ersten Schritt zu machen, um Migranten abzuschrecken, die gef\u00e4hrliche \u00dcberfahrt zu wagen. Langfristig sollen die R\u00fcckf\u00fchrungen nach Frankreich ausgeweitet werden.<\/p>\n<p>      Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p class=\"opt-in__description\">\n    Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Inhalt geladen.\n  <\/p>\n<p>        Externen Inhalt jetzt laden\n      <\/p>\n<p>Macron sieht Gro\u00dfbritannien in der Pflicht<\/p>\n<p>Doch in Frankreich regt sich Widerstand gegen diese Pl\u00e4ne. Pr\u00e4sident Macron machte deutlich, dass er von Gro\u00dfbritannien mehr Gegenleistung erwartet. &#8222;Frankreich kann nicht zur M\u00fcllhalde f\u00fcr Menschen werden, denen Sie kein Asyl gew\u00e4hren&#8220;, sagte er demnach an die Adresse Starmers.<\/p>\n<p>Er forderte, dass Frankreich die abgelehnten Migranten in die EU-L\u00e4nder zur\u00fcckf\u00fchren kann, in denen sie zuerst angekommen sind, etwa Spanien, Italien oder Griechenland.<\/p>\n<p>Auch franz\u00f6sische Beamte f\u00fcrchten, dass ihr Land zum &#8222;R\u00fcckf\u00fchrungszentrum&#8220; f\u00fcr unerw\u00fcnschte Migranten aus Gro\u00dfbritannien werden k\u00f6nnte. &#8222;Wir begeben uns in die H\u00e4nde der Briten, ohne minimale Gegenleistungen zu erhalten&#8220;, kritisierte ein Beamter, der anonym bleiben wollte, gegen\u00fcber der Zeitung Le Monde.<\/p>\n<p>Sprache, Arbeit, Sicherheit \u2013 was Migranten nach Gro\u00dfbritannien lockt<\/p>\n<p>Doch warum zieht es so viele Migranten \u00fcberhaupt nach Gro\u00dfbritannien? Experten sehen daf\u00fcr mehrere Gr\u00fcnde: Viele haben bereits Verwandte oder Bekannte dort und sprechen die englische Sprache.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien macht es illegal einreisenden Fl\u00fcchtlingen aber auch leicht, unterzutauchen. Es gibt hier keine allgemeine Meldepflicht, was eine illegale Einreise, ob im Schlauchboot oder versteckt in Lkws, relativ attraktiv macht. Von franz\u00f6sischer Seite wurde das zuvor <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/migration-frankreich-grossbritannien-100.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">immer wieder kritisiert<\/a>.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Dank eines <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2023-11\/migration-grossbritannien-brexit-arbeitskraefte-asylpolitik\/komplettansicht\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">informellen Arbeitsmarkts<\/a> ist es vielen Fl\u00fcchtlingen m\u00f6glich, in Gro\u00dfbritannien Besch\u00e4ftigung zu finden. Auch wenn die Arbeit oftmals illegal aufgenommen wird, so stellt die M\u00f6glichkeit auch einen Anreiz dar. Belastbare Zahlen fehlen hier allerdings.<\/p>\n<p>Da es kaum regul\u00e4re Einreisem\u00f6glichkeiten gibt, bleibt vielen nur der gef\u00e4hrliche Weg \u00fcber den \u00c4rmelkanal.<\/p>\n<p>Abkommen st\u00f6\u00dft auf Kritik<\/p>\n<p>Ob das neue Abkommen daran etwas \u00e4ndern wird, bezweifeln viele Beobachter. Kritiker halten die Zahl der geplanten R\u00fcckf\u00fchrungen f\u00fcr viel zu gering, um Migranten wirklich abzuschrecken. &#8222;Die Abschiebung von 50 Menschen pro Woche wird das Gesch\u00e4ftsmodell der Schlepper kaum st\u00f6ren&#8220;, sagte der Migrationsforscher Sunder Katwala laut Bloomberg.<\/p>\n<p>Auch der konservative Oppositionspolitiker Chris Philp h\u00e4lt das Abkommen demnach f\u00fcr &#8222;erb\u00e4rmlich&#8220;. Es bedeute, dass 94 Prozent der illegalen Migranten in Gro\u00dfbritannien bleiben d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Menschenrechtsorganisationen kritisieren zudem, dass das Abkommen gegen die UN-Fl\u00fcchtlingskonvention versto\u00dfen k\u00f6nnte, die Asylsuchenden das Recht auf Schutz garantiert.<\/p>\n<p>Auch andere EU-L\u00e4nder sind skeptisch. Sie f\u00fcrchten, dass Migranten, die Frankreich aus Gro\u00dfbritannien zur\u00fccknimmt, in andere europ\u00e4ische Staaten weiterziehen k\u00f6nnten. Frankreich habe das Abkommen ohne R\u00fccksprache mit der EU ausgehandelt, beschwerte sich ein EU-Diplomat laut Al-Jazeera.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0Alec Tassi \/ Shutterstock.com) R\u00fcckf\u00fchrungen nach Frankreich sollen illegale Migration stoppen. 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