{"id":260576,"date":"2025-07-11T18:46:10","date_gmt":"2025-07-11T18:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/260576\/"},"modified":"2025-07-11T18:46:10","modified_gmt":"2025-07-11T18:46:10","slug":"energiewende-in-stuttgart-enbw-startet-in-stuttgart-offensive-fuer-neue-fernwaermekunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/260576\/","title":{"rendered":"Energiewende in Stuttgart: EnBW startet in Stuttgart Offensive f\u00fcr neue Fernw\u00e4rmekunden"},"content":{"rendered":"<p>Der Energieversorger will den Menschen in vier Quartieren aktiv Anschlussangebote machen. An der W\u00e4rmeplanung der Stadt gibt es insgesamt erhebliche Kritik: diese sei zu unverbindlich.<\/p>\n<p> Die EnBW als Betreiber des Fernw\u00e4rmenetzes in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> m\u00f6chte verst\u00e4rkt um neue Kunden werben. In diesem Jahr soll es drei bis vier Veranstaltungen in verschiedenen Stadtvierteln geben, bei denen sich interessierte Eigent\u00fcmer informieren k\u00f6nnen. Neben dem Energieversorger seien jeweils auch Vertreter der Stadt sowie Heizungsfachbetriebe vor Ort, so dass direkte Kontakte gekn\u00fcpft werden k\u00f6nnten, betont Marc J\u00fcdes, der Leiter des Bereiches <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fernw%C3%A4rme\" title=\"Fernw\u00e4rme\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fernw\u00e4rme<\/a> bei der EnBW.<\/p>\n<p>Bereits im M\u00e4rz hat es einen solchen <a href=\"https:\/\/www.enbw.com\/fernwaerme\/neckarvorstadt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infoabend in der Neckarvorstadt<\/a> nahe des Rosensteinparks gegeben. In dem Viertel liegen bereits Fernw\u00e4rmerohre, die EnBW kann sich aber auch vorstellen, das Netz in manche noch unerschlossene Stra\u00dfen hinein zu verl\u00e4ngern, wenn sich mindestens die H\u00e4lfte der Haushalte f\u00fcr Fernw\u00e4rme entschlie\u00dfen w\u00fcrde. Diese potenzielle Erweiterung betrifft etwa Teile der Hall- und der Haldenstra\u00dfe. Im Fr\u00fchjahr 2026 k\u00f6nnte die W\u00e4rmelieferung dort f\u00fcr neue Kunden beginnen. Es sei effektiver, wenn Bagger nur einmal anr\u00fccken m\u00fcssten, begr\u00fcndete J\u00fcdes diese Vertriebsoffensive.<\/p>\n<p>Ein Anschluss an die Fernw\u00e4rme kann teuer werden <\/p>\n<p>Weitere Infoabende sollen folgen, wobei jeweils alle Eigent\u00fcmer im Viertel pers\u00f6nlich angeschrieben werden. Um welche Quartiere es sich dann handelt, sagt J\u00fcdes noch nicht. Insgesamt m\u00f6chte die EnBW dabei mit den Eigent\u00fcmern von rund 1000 Liegenschaften in Kontakt kommen. \u201eIndem wir ganze Stadtquartiere gleichzeitig ansprechen, rechnen wir damit, dass sich die Zahl der realisierten Fernw\u00e4rmeanschl\u00fcsse im Vergleich zur bisherigen geb\u00e4udeweisen Vorgehensweise deutlich vervielfacht\u201c, sagt J\u00fcdes. Ein klein wenig \u00e4ndert die EnBW damit ihre bisherige Strategie. Bis jetzt hat der Energieversorger nur bei konkreten Anfragen ein Angebot unterbreitet, jetzt wird er selbst sehr aktiv.<\/p>\n<p>Wie erfolgreich diese Offensive sein wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Denn f\u00fcr die Kunden gibt es eine H\u00fcrde: der Anschluss ans Fernw\u00e4rmenetz ist oft teuer und aufw\u00e4ndig. Es muss eine Leitung von der Stra\u00dfe ins Haus verlegt werden. Es muss im Haus ein W\u00e4rmetauscher installiert werden. Und wenn bisher Gasetagenheizungen vorhanden sind, m\u00fcssen im Haus auch neue Wasserleitungen vom Keller in die Wohnungen eingezogen werden.<\/p>\n<p>Das lohnt sich f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user in der Regel nicht. Doch in den Quartieren, die die EnBW im Blick hat, stehen vor allem Mehrfamilienh\u00e4user. Auch wenn die gesamten Kosten oft deutlich sechsstellig sind, kann sich ein Anschluss lohnen, wenn man die staatliche und st\u00e4dtische F\u00f6rderung ber\u00fccksichtigt und wenn sich viele Parteien in einem Haus die Kosten teilen k\u00f6nnen. Marc J\u00fcdes ist mit der bisherigen Resonanz zufrieden: \u201eWir hatten schon eine signifikante Zahl individueller Vor-Ort-Begehungen.\u201c<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich geht es bei dem Vorsto\u00df der EnBW also um die Verdichtung des bestehenden Fernw\u00e4rmenetzes, in geringem Umfang k\u00f6nnte es aber eben auch zu einem Ausbau kommen. In der Vergangenheit hatte der Energieversorger immer betont, dass es keine neuen Ausbaugebiete geben werde, solange der Streit mit der Stadt Stuttgart dar\u00fcber andauere, wem das Netz geh\u00f6re. Marc J\u00fcdes betont jetzt aber auch, das Netz sei in Stuttgart schon aus Gr\u00fcnden der Topografie weitgehend an seinen Grenzen angelangt. Aus technischen Gr\u00fcnden k\u00f6nnten die Leitungen nur bis auf eine H\u00f6he von 300 Metern \u00fcber Null verlegt werden. <\/p>\n<p>In besagtem Streit liegt der Ball bei der Stadt, aber es tut sich seit anderthalb Jahren \u00fcberraschend wenig. Denn eigentlich hatte der Bundesgerichtshof schon im Dezember 2023 letztinstanzlich geurteilt, dass die EnBW Eigent\u00fcmerin des Netzes sei, dass aber die Stadt, in deren Grund und Boden die Leitungen liegen, ein Konzessionsverfahren durchf\u00fchren k\u00f6nne mit dem Ziel, einen neuen Betreiber zu suchen. Im Fr\u00fchjahr 2024 fasste der Gemeinderat den Beschluss, zuerst eine Markterkundung zu starten. <\/p>\n<p>Das sei auch weiter das Ziel, sagte die Sprecherin der Stadt, Katharina Ronge, auf Anfrage. Es h\u00e4tten zun\u00e4chst Gespr\u00e4che mit dem Bundeskartellamt gef\u00fchrt und Daten aufbereitet werden m\u00fcssen, zudem habe ein Personalwechsel stattgefunden. Jetzt solle das Markterkundungsverfahren neu aufgesetzt werden: \u201eHier sollen die Zielvorstellungen der Stadt konkretisiert werden, eine rechtssichere Gestaltung ist dabei essenziell.\u201c In der zweiten Jahresh\u00e4lfte will die Stadt ins formale Verfahren eintreten.<\/p>\n<p>Insgesamt gibt es in Stuttgart an der bisherigen kommunalen W\u00e4rmeplanung erhebliche Kritik. Ein Umweltb\u00fcndnis aus vier Verb\u00e4nden, darunter BUND und Naturfreunde, aber auch Teile des Gemeinderates halten die bisherige W\u00e4rmeplanung der Stadt f\u00fcr viel zu wenig ambitioniert und f\u00fcr viel zu wenig konkret. Noch immer sei recht unklar, wann wo neue Nahw\u00e4rmenetze entst\u00fcnden, moniert Michael Jantzer, SPD-Gemeinderat und BUND-Kreisvorstand. Und man d\u00fcrfe sich beim Ausbau nicht daran orientieren, was EnBW und Stadtwerke schaffen k\u00f6nnten, sondern m\u00fcsse W\u00e4rmenetze dort erm\u00f6glichen, wo sie sinnvoll seien. Bei entsprechenden Konditionen w\u00fcrden sich sicherlich auch Drittfirmen finden lassen.<\/p>\n<p>Eine starke Verdichtung des Fernw\u00e4rmenetzes in der Innenstadt sei jedenfalls von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung f\u00fcr die Erreichung der Klimaziele, so Jantzer weiter. Bisher ist die Stuttgarter Fernw\u00e4rme allerdings nur zu etwa einem Viertel klimaneutral. Die EnBW investiert laut Marc J\u00fcdes eine Milliarde Euro, um in den Kraftwerken von Kohle auf Gas umzustellen. In Gaisburg war dies 2018 der Fall, in M\u00fcnster geht die neue Anlage dieses Jahr noch in Betrieb, in Altbach 2026. Dadurch verringern sich die CO2-Emissionen bereits enorm. Wirklich klimaneutral w\u00e4ren die Kraftwerke aber erst, wenn in den 2030er Jahren wie geplant gr\u00fcner Wasserstoff als Brennstoff eingesetzt werden k\u00f6nnte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Energieversorger will den Menschen in vier Quartieren aktiv Anschlussangebote machen. 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