{"id":261284,"date":"2025-07-12T01:26:04","date_gmt":"2025-07-12T01:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261284\/"},"modified":"2025-07-12T01:26:04","modified_gmt":"2025-07-12T01:26:04","slug":"borussia-dortmund-die-wahrheit-ueber-die-bvb-finanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261284\/","title":{"rendered":"Borussia Dortmund: Die Wahrheit \u00fcber die BVB-Finanzen"},"content":{"rendered":"<p>Champions League, Klub-WM, Jamie Gittens teuer verkauft: Bei Borussia Dortmund l\u00e4uft es finanziell. Und dennoch steht relativ wenig Geld f\u00fcr Transfers zur Verf\u00fcgung. Was der BVB einnimmt und wohin das Geld flie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Transferzeit ist ein wenig wie Weihnachten. Man kann sich viel w\u00fcnschen. Ob man es dann bekommt? Das ist die andere Frage! Der Wunschzettel der BVB-Fans ist jedenfalls lang \u2013 und teuer. Das Gef\u00fchl der Anh\u00e4nger: Nach der erneuten Champions-League-Qualifikation, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/article256355104\/Borussia-Dortmund-Nach-BVB-Aus-kritisiert-Niko-Kovac-die-Klub-WM.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/article256355104\/Borussia-Dortmund-Nach-BVB-Aus-kritisiert-Niko-Kovac-die-Klub-WM.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Klub-WM-Teilnahme<\/a>, dem Verkauf von Jamie Gittens, der f\u00fcr rund 60 Millionen Euro zu Chelsea wechselt \u2013 da muss doch jetzt eine Menge Geld f\u00fcr neue Superstars vorhanden sein. <\/p>\n<p>Die entscheidende Nachricht vorweg: Ja, es ist Geld vorhanden. Aber mit rund 40 Millionen Euro l\u00e4ngst nicht so viel, wie manch einer annimmt. Darum wird Sportdirektor Sebastian Kehl aktuell nicht mehr Transfer-Budget zum Einkaufen freigegeben.<\/p>\n<p>Die Kader-Kosten <\/p>\n<p>In der vergangenen Saison lagen die Grundgeh\u00e4lter f\u00fcr die gesamte Profi-Abteilung bei rund 120 Millionen Euro, hinzu kamen Pr\u00e4mien-Zahlungen, die sich bei circa 25 Millionen Euro einpendelten, sowie Sonderzahlungen, die sich im \u00e4hnlichen Bereich bewegten. Die Bosse um Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lars Ricken sind sich bewusst: Diese immensen Kosten sind nur dann auf Dauer zu stemmen, wenn der Klub einen Spieler j\u00e4hrlich zu einem hohen Preis verkauft. Wie nun Gittens. Das ist das Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p>Kehl und Ricken vergeben sehr leistungsbezogene Vertr\u00e4ge. Was zum einen gut ist, weil Misserfolg abgefedert wird. Aber: Schafft der BVB dank einer ordentlichen Bundesliga-Saison die Champions-League-Qualifikation, die in der j\u00e4hrlichen Kalkulation stets eingepreist ist, wird es teuer. Allein ein Sieg in der Liga sowie in der K\u00f6nigsklasse kostet <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/borussia-dortmund\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den BVB<\/a> rund eine halbe Million Euro an Punktpr\u00e4mien. Einige Spieler bekommen bis zu 20.000 Euro zus\u00e4tzlich \u2013 pro Punkt. F\u00fcr einen Sieg also 60.000 Euro.<\/p>\n<p>Verpasst die Mannschaft die K\u00f6nigsklasse, muss sie finanzielle Einbu\u00dfen in Kauf nehmen. Rund 20 Prozent des Grundgehalts fallen dann in der n\u00e4chsten Saison weg, die Punktpr\u00e4mien werden ebenfalls nicht in G\u00e4nze ausgezahlt. In beiden Szenarien \u2013 mit oder ohne K\u00f6nigsklasse \u2013 bewegt sich der Kader mehr als nur an der finanziellen Schmerzgrenze.<\/p>\n<p>Bleiben die Sonderzahlungen. Darunter fallen etwa Handgelder f\u00fcr Spieler bei der Verpflichtung oder Vertragsverl\u00e4ngerung oder auch Abfindungszahlungen, wenn ein Kontrakt fr\u00fchzeitig auf Wunsch des Klubs aufgel\u00f6st wird. Auch in diesem Sommer musste der BVB diese Sonderzahlungen bereits leisten. Jobe Bellingham (19) erhielt im Zuge seiner Unterschrift ein Handgeld von rund 1,5 Millionen Euro \u2013 was f\u00fcr einen Spieler seiner Kategorie sehr gering ist. <\/p>\n<p>Die Abl\u00f6sesummen<\/p>\n<p>Bereits im vergangenen Sommer investierte der BVB rund 70 Millionen f\u00fcr neue Spieler \u2013 und erwirtschaftete ein Transfer-Minus von rund 35 Millionen Euro, das durch den Verkauf von Donyell Malen im Winter an Aston Villa (25 Millionen) nicht komplett aufgefangen werden konnte. Zumal die Borussia in Ersatztorh\u00fcter Diant Ramaj (f\u00fcnf Millionen) nochmals investierte. Dies bedeutet, dass die Gesch\u00e4ftsgrundlage, in jedem Jahr ein Transfer-\u00dcberschuss zu erzielen, verfehlt wurde. <\/p>\n<p>Auch in diesem Sommer hat der Revierklub schon viel Geld ausgegeben: Die Abl\u00f6se f\u00fcr Yan Couto (25 Millionen) muss bezahlt werden, zudem f\u00fcr Jobe Bellingham (30 Millionen) und Daniel Svensson (sieben Millionen). W\u00e4hrend Couto \u2013 beruhend auf seiner j\u00fcngsten Leihsaison in Dortmund \u2013 deutlich zu teuer zu sein scheint, sind die beiden anderen Deals Top-L\u00f6sungen. Denn: Bellingham hatte bei seinem Ex-Verein Sunderland eine Ausstiegsklausel, die bei 45 Millionen Euro lag. F\u00fcr englische Klubs w\u00e4ren sogar 50 Millionen Euro festgeschrieben gewesen. Die Bosse dr\u00fcckten den Preis also massiv. Aber: Die Abl\u00f6se, die Gittens nun einbringt, ist im Grunde schon vorab ausgegeben worden.<\/p>\n<p>Personelle Fehlentscheidungen<\/p>\n<p>Ex-Trainer Nuri Sahin erhielt vor rund einem Jahr einen Dreijahres-Vertrag, wurde im vergangenen Januar jedoch schon freigestellt. In seinem Kontrakt war eine sogenannte Feuerklausel eingebaut, also eine finanzielle Regelung f\u00fcr eine vorzeitige Vertragsaufl\u00f6sung. Diese wird aktuell vollzogen. Sahin kassiert eine Abfindung von rund 3,5 Millionen Euro \u2013 mindestens das Jahresgehalt eines vielversprechenden Nachwuchsspielers. <\/p>\n<p>Eine solche L\u00f6sung gibt es bei Ex-Kaderplaner Sven Mislintat nicht. Der im vergangenen Februar wegen interner Querelen freigestellte Technische Direktor muss weiterhin bezahlt werden. Sofern Mislintat den bis 2028 g\u00fcltigen Vertrag nicht selbst aufk\u00fcndigt, um zu einem anderen Verein wechseln zu k\u00f6nnen, zahlt ihm der BVB weiterhin j\u00e4hrlich knapp eine Million Euro.<\/p>\n<p>Hohe Abgaben<\/p>\n<p>Durch den Einzug ins Viertelfinale der Klub-WM kassierte der BVB von der Fifa Pr\u00e4mien von insgesamt 44 Millionen Euro. Wovon allerdings nur ein Bruchteil auf dem Vereinskonto landet. Allein die Reise-, Hotel- und Transport-Kosten belaufen sich f\u00fcr die Zeit in den USA auf fast zehn Millionen Euro. Die Fifa \u00fcbernimmt f\u00fcr jeden Teilnehmer des Turniers die Reisekosten zu den Spielen und zur\u00fcck \u2013 jedoch nur f\u00fcr 55 Personen. Der BVB ist schon mit allein 28 Spielern unterwegs, hinzu kommen Trainer, Bosse, Betreuer-Stab. Durch Abgaben wie Steuern und Pr\u00e4mien f\u00fcr die Mannschaft (insgesamt rund drei Millionen Euro) bleiben dem Klub am Ende nur rund die H\u00e4lfte der urspr\u00fcnglichen Summe \u00fcbrig.<\/p>\n<p> Teure Infrastruktur<\/p>\n<p>Der BVB investiert in Steine oder besser gesagt: in Beton. Das Westfalenstadion, 1974 fertig errichtet, zollt der Zeit mittlerweile Tribut. Der Beton, aus dem die R\u00e4nge und die meisten Pfeiler bestehen, muss quasi permanent restauriert werden, um die Risse auszubessern. Gesamtkosten f\u00fcr die Instandhaltung der Heimst\u00e4tte pro Jahr: f\u00fcnf bis zehn Millionen Euro. <\/p>\n<p>Auch in neue Projekte investiert der Klub: So wird neben der Profi-Gesch\u00e4ftsstelle ein neues Medizin-Zentrum f\u00fcr mindestens 20 Mio. Euro entstehen. Dieses soll sich \u00fcber die Jahre durch externe Patienten refinanzieren, in Vorleistung treten muss jedoch zun\u00e4chst der BVB.<\/p>\n<p>Und so m\u00fcssen die Bosse weiterhin vor allem kluge Entscheidungen treffen \u2013 anstatt teure W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen<\/p>\n<p><b>Der Artikel wurde f\u00fcr das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) verfasst und zuerst in SPORT BILD ver\u00f6ffentlicht.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Champions League, Klub-WM, Jamie Gittens teuer verkauft: Bei Borussia Dortmund l\u00e4uft es finanziell. 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