{"id":261325,"date":"2025-07-12T01:49:11","date_gmt":"2025-07-12T01:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261325\/"},"modified":"2025-07-12T01:49:11","modified_gmt":"2025-07-12T01:49:11","slug":"wann-marah-woolf-ihr-buch-liest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261325\/","title":{"rendered":"Wann Marah Woolf ihr Buch liest"},"content":{"rendered":"<p>Frau Woolf, Sie sind zum ersten Mal in Syke \u2013 und das im Zuge der Namenlosen Tage. Was war Ihr erster Gedanke, als Sie eingeladen wurden?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Marah Woolf: Was ist das? (lacht) Nein, aber im Ernst, der junge Mann, der mich da eingeladen hat (Matthias M\u00fcller vom Organisationsteam der Namenlosen Tage, Anmerkung der Redaktion), hat mir das so interessant verkauft, dass ich mir dachte: Okay, dann fahre ich mal in die N\u00e4he von Bremen. Ich hatte sowieso vor, im Herbst eine Lesereise zu machen. Normalerweise bin ich in Buchhandlungen. Ich finde es aber immer auch spannend, mal in einer Location zu sein, die losgel\u00f6st vom Buchhandel ist. Meistens ist es ein bisschen lockerer, es ist neues Publikum f\u00fcr mich dabei, es gibt noch etwas Drumherum und das finde ich eigentlich immer ganz sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Wie wichtig ist Ihnen denn der direkte Kontakt zu ihrer Leserschaft, also zum Beispiel \u00fcber Events wie die Namenlosen Tage?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Das ist mir schon sehr, sehr wichtig. Darum mache ich auch jedes Jahr ein, zwei Lesereisen. Ich sitze sonst hier in meinem stillen K\u00e4mmerlein und schreibe vor mich hin. Ich schicke zwar ein paar E-Mails raus, bin in den sozialen Medien, aber der pers\u00f6nliche Kontakt ist halt doch noch mal etwas ganz anderes.<\/p>\n<p>Da ist gerade im Fantasybereich die Begeisterung sehr gro\u00df. Was glauben Sie, warum Fantasy so viele Menschen begeistert?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Interessanterweise hat Fantasy eine sehr breit gef\u00e4cherte Leserschaft. Mein Genre, die Romantasy, entf\u00fchrt in eine Welt, die im Gegensatz zur High Fantasy mit ihrem Weltenbau, wie zum Beispiel Herr der Ringe oder Rad der Zeit, sich immer noch sehr nah anf\u00fchlt. Jede Leserin und jeder Leser kann sich ein St\u00fcck weit hineinversetzen, weil die Probleme, die auftreten, den Problemen \u00e4hneln, denen wir uns gegen\u00fcbersehen. Ob das im Politischen, im Gesellschaftlichen oder im Pers\u00f6nlichen ist. Es ist also einerseits eine Flucht aus unserem Alltag \u2013 das spiegeln mir viele Leser zumindest wider \u2013 aber es ist nicht so fremd, dass man sich nicht doch auch heimisch f\u00fchlen kann. Man kann sich reinversetzen in die Probleme der Protagonisten. Es ist also auch wie ein Ankommen. Und ich glaube, das ist das Faszinierende daran.<\/p>\n<p>Was war denn Ihr pers\u00f6nlicher Einstieg in die Fantasy?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Das war tats\u00e4chlich Twilight. Ich hatte vor Twilight noch nie ein Buch gelesen, das nicht in unserer realen Welt spielt, mit diesen fantastischen Elementen, die einen dann ja auch so fesseln. Ich hatte zun\u00e4chst den Film mit meiner Tochter gesehen und dann habe ich mir gedacht, so etwas w\u00fcrde ich auch gerne mal schreiben. Ich lese schon seit ich klein bin, aber ich hatte noch nie vorher einen Gedanken daran verschwendet, ein eigenes Buch zu schreiben. Das \u00e4nderte sich durch Twilight.<\/p>\n<p>Und das Ergebnis haben Sie dann an Verlage und Agenturen geschickt?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ich habe ein, zwei Agenturen angeschrieben, aber haupts\u00e4chlich Verlage. Ich hatte keine Ahnung, wie das so funktioniert. Und keiner wollte es.<\/p>\n<p>Daraufhin haben Sie dann entschieden: Dann mache ich es eben selbst?<\/p>\n<p>Genau.<\/p>\n<p>Wie aufwendig ist das? An so einer Buchver\u00f6ffentlichung h\u00e4ngt schlie\u00dflich so einiges dran.<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Klar! Und das muss man dann nat\u00fcrlich alles selbst machen. Ich habe mir eine Lektorin gesucht und eine Korrektorin und jemanden, der mein Cover gestaltet. Und dann habe ich mir das angeguckt. Ich konnte auch niemanden fragen, weil das Self-Publishing damals 2011 erst Fahrt aufnahm. Da musste ich mich selbst so ein bisschen durchwurschteln: Wie mache ich ein E-Book? Wie lade ich das hoch und so weiter und so fort. Aber irgendwie hat das dann alles geklappt. Dann wurde das Buch (Der erste Teil der inzwischen vierteiligen Mondlicht-Saga \u201eMondSilberLicht\u201c, Anmerkung der Redaktion) entdeckt, gekauft und gelesen. Dann habe ich den zweiten und den dritten Teil geschrieben. Mittlerweile verlege ich auch meine Printb\u00fccher und meine H\u00f6rb\u00fccher selbst. Das ist eine Entwicklung von 14 Jahren. Und das ist schon aufwendig. Es ist ein richtiges Business, jenseits des Schreibens.<\/p>\n<p>Was ist denn das Sch\u00f6nste und was ist das Herausfordernde am Leben als Autorin?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Das Schreiben. Das ist im Grunde die Substanz dessen, was ich tue. Das Sch\u00f6nste ist immer, wenn man mit einer neuen Idee anf\u00e4ngt, das ist aber gleichzeitig auch das Schwierigste, weil man ganz viele Dinge in seinem Kopf hat, und das muss man alles zu Papier bringen. Dabei soll es auch noch verst\u00e4ndlich sein, es soll am besten eine dreiteilige Geschichte ergeben, und das ist dann nat\u00fcrlich eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Haben Sie daf\u00fcr Schreibrituale oder besondere Routinen, die Ihnen helfen?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">N\u00f6. Ich setze mich einfach an meinen Rechner und dann schreibe ich drauflos.<\/p>\n<p>Sie haben unterschiedliche Welten kreiert. Ihre Themen sind vielf\u00e4ltig. Gibt es da etwas, das Ihnen hilft, kreativ zu sein, oder haben Sie eine bevorzugte Methode, um Themen oder Motive zu finden?<\/p>\n<p>Nein, normalerweise ist es so, dass die Idee irgendwann zu mir kommt. Ich bin nicht auf der Suche nach Ideen, sondern irgendwann f\u00e4llt mir etwas ein und dann kommt es ein bisschen darauf an. Wenn die Idee l\u00e4nger bleibt, ich ein paar Tage dar\u00fcber nachdenke und das in meinem Kopf weiterspinne, dann mache ich mir irgendwann ein paar Notizen dazu, damit ich sie nicht vergesse. Und dann schreibe ich die Geschichte, normalerweise. Es gibt nat\u00fcrlich ein paar Ideen, die bisher nicht geschrieben wurden, aber ich musste mich bis jetzt auch noch nie besonders auf die Suche nach Ideen machen. Irgendetwas f\u00e4llt mir immer ein.<\/p>\n<p>Haben Sie denn schon festgestellt, was Sie da am ehesten inspiriert? Ist das eher die Welt, die Figuren oder der Plot?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Das kann ich gar nicht so genau sagen. Das ist ganz unterschiedlich. Ich bin nat\u00fcrlich sehr gepr\u00e4gt durch alles, was ich jemals gelesen habe. Haupts\u00e4chlich \u00fcber alle m\u00f6glichen Mythen, Legenden, Religionen und alles, womit ich mich im Lauf meines Lebens besch\u00e4ftigt habe. Daraus entstehen dann diese Ideen, die mich irgendwann anspringen. Zum Beispiel habe ich meine G\u00f6tterfunke-Saga geschrieben, weil ich an die Ode \u201ePrometheus\u201c von Goethe gedacht habe. Das war in meiner Schulzeit mein Lieblingsgedicht. Ich dachte \u201aOh, Prometheus, ein guter Charakter. Dar\u00fcber kann man ein gutes Buch schreiben.\u2018 Der Titel meines Buches \u201a1000 Mal schon\u2018 stammt aus einer Liedzeile. Und zu meiner Angelus-Saga hat mich ein Vorschlag meiner Coverdesignerin zu einer anderen Reihe inspiriert.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich eins Ihrer Settings aussuchen k\u00f6nnten, um da einen Tag zu verbringen, welches w\u00e4re das und warum?<\/p>\n<p>Da stellt sich ein bisschen die Frage, ob ich in Wirklichkeit so k\u00e4mpferisch w\u00e4re, dass ich in einer dieser Geschichten auftauchen w\u00fcrde. Also, wenn ich es mir aussuchen k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich vielleicht \u201aBookless\u2018 w\u00e4hlen. Sch\u00f6n gem\u00fctlich in der B\u00fccherei sitzen. Da kann mir nichts passieren (lacht).<\/p>\n<p>Gibt es noch ein Genre oder ein Thema, das Sie irgendwann einmal literarisch erkunden m\u00f6chten?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ich w\u00fcrde schon ganz gerne irgendwann mehr Romance schreiben, aber nur, wenn ich gerade v\u00f6llig \u00fcberlastet mit Arbeit bin. Dann stelle ich mir immer vor, dass es doch viel einfacher ist, eine Liebesgeschichte zu schreiben. Das sind unterhaltsame Geschichten, die mag ich sehr. Auch da kann man sich ein bisschen austoben. Also das ist schon etwas, wo ich denke, \u201aoh ja, das schreibst du irgendwann mal wieder.\u2018 Einfach nur so aus Spa\u00df.<\/p>\n<p>Woran arbeiten Sie denn gerade? D\u00fcrfen wir uns bald auf ein neues Buch freuen?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ich mache jetzt erstmal die Schmuckausgabe der \u201eEngel\u201c. Und dann \u00fcberlege ich mir, was ich im n\u00e4chsten Jahr herausbringen m\u00f6chte. Aber erstmal ist der erste Teil, \u201eR\u00fcckkehr der Engel\u201c am 1. Juli erschienen, der zweite erscheint am 2. September und der dritte am 4. November. Das ist erstaunlicherweise doch noch mal mehr Arbeit, als ich urspr\u00fcnglich dachte, daf\u00fcr, dass die B\u00fccher noch mal erschienen sind. Und im n\u00e4chsten Jahr schaue ich dann mal. Ich habe ein paar Ideen, aber es kann immer sein, dass eine andere Idee dazwischenkommt.<\/p>\n<p>    <strong>Das Interview f\u00fchrte Sarah Essing.<\/strong><\/p>\n<p>                Zur Person<\/p>\n<p>Marah Woolf (53) geh\u00f6rt mit rund drei Millionen verkauften B\u00fcchern zu den erfolgreichsten Self-Publishern in Deutschland. Besonders bekannt und beliebt sind ihre Fantasy-B\u00fccher, die Fantastik und Romantik verbinden. Die gelernte Bankkauffrau ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt und arbeitet in Magdeburg.<\/p>\n<p>    Die Namenlosen Tage werfen ihre Schatten voraus. Die 35. Ausgabe der Spiele-Convention findet von Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. September in der Realschule Syke statt. Im Zuge des Events wird am Sonnabend, 27. September, Marah Woolf aus ihrem Roman &#8222;Zorn der Engel&#8220; lesen. Die Lesung beginnt um 16 Uhr. Karten sind zum Preis von 15 Euro im Vorverkauf erh\u00e4ltlich. Sie k\u00f6nnen in allen Filialen der Buchhandlung Sch\u00fcttert oder \u00fcber Nordwestticket erworben werden. Die Tickets gelten f\u00fcr die Lesung und f\u00fcr die Namenlosen Tage.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc818c2mwqxvq1144y8kj5\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/landkreis-diepholz\/stadt-syke\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frau Woolf, Sie sind zum ersten Mal in Syke \u2013 und das im Zuge der Namenlosen Tage. 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