{"id":261329,"date":"2025-07-12T01:51:16","date_gmt":"2025-07-12T01:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261329\/"},"modified":"2025-07-12T01:51:16","modified_gmt":"2025-07-12T01:51:16","slug":"wenn-cosmo-verstummt-verlieren-wir-diversitaet-sichtbarkeit-und-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/261329\/","title":{"rendered":"\u201eWenn Cosmo verstummt, verlieren wir Diversit\u00e4t, Sichtbarkeit und Zukunft\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Noch immer ist das Schicksal des Radiosenders Cosmo nicht entschieden. Im Zuge der ARD-Sparma\u00dfnahmen sollte der interkulturelle Sender ganz abgeschafft werden. Daran hat auch die erfolgreiche <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/innn.it\/savecosmoradio\">Petition mit 66.000 Unterzeichnern<\/a>, die auch Herbert Gr\u00f6nemeyer, Fatih Akin, Chilly Gonzalez, Jan Delay und die Staatsministerin im Ausw\u00e4rtigen Amt, Serap G\u00fcler (CDU), unterschrieben haben, noch nicht viel ge\u00e4ndert. Auch die ARD-Intendantenkonferenz Ende Juni, auf der die verantwortlichen Anstalten WDR und RBB das Thema bescheiden wollte, blieb vage dazu.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der WDR, gemeinsam mit dem RBB eine der hauptverantwortlichen Anstalten f\u00fcr Cosmo, hat inzwischen angek\u00fcndigt, das Programm \u201eweiterentwickeln\u201c zu wollen. Der Verlust w\u00fcrde eine gro\u00dfe migrantische Community und Fangemeinde sehr betroffen machen, sehen diese doch im interkulturellen Programm ein St\u00fcck Heimat. Oder wie es ein Unterschreiber der Petition formulierte: \u201eWenn Cosmo verstummt, verlieren wir mehr als Musik. Wir verlieren Diversit\u00e4t, Sichtbarkeit, Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Lage im Haus ist sehr angespannt\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der RBB, der sich bislang zur\u00fcckhielt mit Cosmo-Solidarit\u00e4tsadressen, vermeldet in dieser Woche, dass sich Rundfunkratsmitglieder f\u00fcr den Erhalt ausgesprochen haben. Weiter hei\u00dft es: \u201eAuch im Zusammenhang mit seinen Sparma\u00dfnahmen hatte der RBB angek\u00fcndigt, sein Engagement bei Cosmo zu \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/rbb-vor-dem-abgrund-250-jobs-in-gefahr-nur-die-chefetage-kassiert-weiter-ab-li.2313690\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Insgesamt will der Sender rund 22 Millionen Euro an Personal- und Honoraraufwand<\/a> einsparen, Cosmo macht lediglich 0,13 Prozent seines Gesamtbudgets aus. Der Reform-Rundfunkstaatsvertrag f\u00fcr ganz Deutschland will 16 Radiowellen einsparen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch die Cosmo-Mitarbeiter selbst setzen sich vehement f\u00fcr den Erhalt ihres Senders und nat\u00fcrlich ihrer Arbeitspl\u00e4tze ein. Doch w\u00e4hrend man \u201edrau\u00dfen\u201c noch Hoffnung auf den Erhalt der beliebten Welle hat, manifestiert sich innerhalb des Senders die Angst: \u201eDie Lage im Haus ist sehr angespannt\u201c, sagt ein Mitarbeiter, der seit langem dabei ist, aber lieber anonym bleiben m\u00f6chte, \u201eunsere Infos \u00fcber den Stand der Dinge holen wir von au\u00dfen, die Gesch\u00e4ftsleitung h\u00fcllt sich in Schweigen. \u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Man glaube zwar erst, dass man keine Zukunft mehr habe, wenn einer der Verantwortlichen das Aus verk\u00fcnden w\u00fcrde, aber diese Schwebesituation w\u00fcrde die Mitarbeiter zusehends zerm\u00fcrben. Hinzu komme, dass auch aus der Chefredaktion \u201enur noch kalter Wind und Halbs\u00e4tze\u201c k\u00e4men, wie es die Belegschaft empfindet, und beides nichts Gutes verhei\u00dfe, auch wenn man sich an Spekulationen nicht beteiligen m\u00f6chte.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cosmo_(Radiosender)\">Cosmo ist aus dem Radiosender \u201eMultikulti\u201c<\/a> hervorgegangen, der 2008 von der ehemaligen RBB-Intendantin Dagmar Reim abgeschaltet wurde, \u201eohne auch nur an ad\u00e4quaten Ersatz zu denken&#8220;, formuliert es der Cosmo-Mitarbeiter. W\u00e4hrend die Welle fr\u00fcher das mediale Zuhause vieler Migrantinnen und Migranten und das einzige Radioprogramm der ARD war, das seine Inhalte in verschiedenen Sprachen pr\u00e4sentierte, richtet es sich heute an ein junges, internationales und queeres Publikum.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Cosmo (vormals \u201eFunkhaus Europa\u201c) hat Redaktionen in K\u00f6ln, Bremen und Berlin. Den Anfang machte 1994 das \u201eRadiomultikulti\u201c als Antwort auf die Ausschreitungen gegen Migranten in den damals neuen Bundesl\u00e4ndern. Vorher gab es sogenannte \u201eGastarbeiterprogramme\u201c, die Migranten in Deutschland medial versorgten. Da sich Deutschland aber inzwischen als Einwanderungsland begreift, sind solche Begriffe \u00fcberholt, heute spricht man lieber von \u201eDiversity\u201c. Rund 21,2 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Migrationsgeschichte. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es jede dritte Person, im Sendegebiet NRW sogar jeder zweite.<\/p>\n<p>Cosmo erste Welle, die ihr Programm in Podcasts \u00fcberf\u00fchrte<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Generell hat das Team von Cosmo zahlreiche Reformen durchgemacht, manche sogar gern und kreativ. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/cosmo\/index.html\">\u201eImmerhin waren wir die ersten, die das Radioprogramm erfolgreich in Podcasts \u00fcberf\u00fchrt hat\u201c<\/a>, beschreibt der langj\u00e4hrige Cosmo-Mitarbeiter die Situation im Hause. Aber jetzt habe man in der internationalen Redaktion ein Gef\u00fchl, \u201eals w\u00fcrde die Arbeit, die bis dahin immer gelobt worden ist, auf einmal nichts mehr wert sein\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Auch <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/presse.wdr.de\/plounge\/radio\/cosmo\/2025\/05\/20250522_diversity_tag.html\">Serap G\u00fcler (CDU)<\/a> bekr\u00e4ftigt gegen\u00fcber der Berliner Zeitung noch einmal, wie wichtig die Existenz von Cosmo ist: \u201eF\u00fcr viele Menschen mit internationaler Geschichte ist Cosmo mehr als nur ein Radiosender \u2013 es ist ein St\u00fcck zuhause, eine Plattform, in der ihre Lebensrealit\u00e4ten, Sprachen und Geschichten Raum bekommen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung brauchen wir Medienangebote wie Cosmo, die Br\u00fccken bauen, statt Gr\u00e4ben zu vertiefen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch immer ist das Schicksal des Radiosenders Cosmo nicht entschieden. 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