{"id":262212,"date":"2025-07-12T10:05:13","date_gmt":"2025-07-12T10:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/262212\/"},"modified":"2025-07-12T10:05:13","modified_gmt":"2025-07-12T10:05:13","slug":"bundestag-liveticker-ex-verfassungsrichter-peter-mueller-sieht-fuehrungsversagen-bei-spahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/262212\/","title":{"rendered":"Bundestag: Liveticker ++ Ex-Verfassungsrichter Peter M\u00fcller sieht &#8222;F\u00fchrungsversagen&#8220; bei Spahn"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Abstimmung im Bundestag \u00fcber die Verfassungsrichter ist gescheitert. Die Unions-Fraktion hatte f\u00fcr eine der drei frei werdenden Stellen den Arbeitsrichter G\u00fcnter Spinner nominiert, die SPD die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf und die Staats- und Verwaltungsrechtlerin Ann-Katrin Kaufhold. Dann aber eskalierte die Debatte.<\/p>\n<p>Alle Entwicklungen im Live-Ticker: 09:53 Uhr \u2013 \u201eSo kann man in einer Demokratie nicht miteinander umgehen\u201c<\/p>\n<p>Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Sonja Eichwede, hat das Festhalten ihrer Partei an der Kandidatur von Frauke Brosius-Gersdorf f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht bekr\u00e4ftigt. Gegen\u00fcber WELT TV betonte Eichwede, man habe \u201eeinen guten Vorschlag, eine herausragende Wissenschaftlerin, die in Karlsruhe sehr gut arbeiten kann\u201c.<\/p>\n<p>Sie kritisierte zugleich, dass in der Debatte um Brosius-Gersdorf \u201enicht Einzelpositionen rausgegriffen werden d\u00fcrfen, ihr zugeschrieben werden d\u00fcrfen, die teilweise falsch dargestellt werden\u201c. So k\u00f6nne man \u201ein einer Demokratie nicht miteinander umgehen\u201c. Sie best\u00e4tigte den Plan der SPD-Fraktionsspitze, dass sich die bei der Union in Teilen unbeliebte Kandidatin in der Bundestagsfraktion von CDU\/CSU vorstellen soll.<\/p>\n<p>Eichwede best\u00e4tigte: \u201eIch glaube, wenn man Kritik \u00e4u\u00dfert, gerade wenn man sehr pers\u00f6nlich wird, ist es gut, sich in die Augen zu gucken und dar\u00fcber zu reden und gegebenenfalls auch Irrt\u00fcmer auszur\u00e4umen.\u201c Brosius-Gersdorf sei bereit, sich der Unionsfraktion pers\u00f6nlich vorzustellen, um Zweifel auszur\u00e4umen und zu zeigen, \u201ewas f\u00fcr eine hervorragende Verfassungsrechtlerin sie ist\u201c.<\/p>\n<p>Einen konkreten Termin f\u00fcr die Vorstellung gebe es allerdings noch nicht, sagte Eichwede. \u201eDas ist zun\u00e4chst einmal ein Vorschlag. Ich glaube, ein Vorschlag, den man schlecht ausschlagen kann, zumindest, wenn man doch in der Demokratie immer bereit sein muss, miteinander zu reden und eben Zweifel auszur\u00e4umen.\u201c Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende zeigte sich \u00fcberzeugt, dass auch die Unionsspitze weiterhin hinter dem Vorschlag stehe. Soweit ihr bekannt sei, seien allerdings \u201enoch keine Terminabsprachen getroffen worden\u201c.<\/p>\n<p>09:51 Uhr \u2013 Ex-CDU-Politiker Peter M\u00fcller sieht \u201eF\u00fchrungsversagen\u201c bei Spahn<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Verfassungsrichter und Ex-CDU-Politiker Peter M\u00fcller hat nach der gescheiterten Richterwahl im Bundestag scharfe Kritik an Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) ge\u00fcbt. Der Vorgang zeige \u201eein eklatantes F\u00fchrungsversagen der Union\u201c, sagte M\u00fcller der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c. \u201eSo etwas darf nicht passieren.\u201c M\u00fcller war von 2011 bis 2023 Richter am Bundesverfassungsgericht. Davor war er Ministerpr\u00e4sident des Saarlands.<\/p>\n<p>M\u00fcller \u00e4u\u00dferte die Sorge, \u201edass die politische Mitte in Deutschland nur noch begrenzt handlungsf\u00e4hig ist\u201c. Dass es Vorbehalte gegen Personalvorschl\u00e4ge f\u00fcr Karlsruhe gebe, sei zwar nichts Neues, sagte der 69-J\u00e4hrige. \u201eNur: Bisher wurde das im Vorfeld gekl\u00e4rt\u201c \u2013 und hier habe es Vers\u00e4umnisse aufseiten der von Spahn gef\u00fchrten Unionsfraktion gegeben.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nne nicht der SPD zusagen, die Wahl einer Richterkandidatin mitzutragen, \u201eum sp\u00e4ter festzustellen, dass die notwendigen Mehrheiten in der eigenen Fraktion daf\u00fcr nicht vorhanden sind\u201c, kritisierte M\u00fcller. Das Bundesverfassungsgericht sei allerdings arbeitsf\u00e4hig, stellte M\u00fcller klar. Dies sei so, weil \u201edie drei Richter, deren Amtszeit zu Ende ist, so lange bleiben, bis die gew\u00e4hlten Nachfolger \u00fcbernehmen k\u00f6nnen\u201c. Nun m\u00fcsse die politische Mitte \u201eumsichtig\u201c nach einem neuen Kompromiss suchen. <\/p>\n<p>01:50 Uhr \u2013 Brosius-Gersdorf steht f\u00fcr Gespr\u00e4ch mit Union bereit<\/p>\n<p>Nach der vorerst gescheiterten Wahl dreier Verfassungsrichter durch den Bundestag will die SPD ihre umstrittene Richter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf einem Bericht zufolge vor der Unionsfraktion auftreten lassen. Brosius-Gersdorf soll pers\u00f6nlich mit den Abgeordneten von CDU und CSU \u00fcber ihre Kandidatur sprechen, wie \u201eBild\u201c am Freitag berichtete. Auch der \u201eTagesspiegel\u201c meldete, Brosius-Gersdorf stehe f\u00fcr ein offenes und klares Gespr\u00e4ch mit der Union bereit. <\/p>\n<p>Laut \u201eBild\u201c hatte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch bei einer am Freitagabend per Videoschalte einberufenen SPD-Fraktionssitzung die Idee eines direkten Treffens zwischen Brosius-Gersdorf und der Unionsfraktion unterbreitet. Er st\u00fcnde mit Brosius-Gersdorf in engem Kontakt, sagte Miersch demnach und erkl\u00e4rte, diese wolle an ihrer Kandidatur festhalten. <\/p>\n<p>Ein SPD-Abgeordneter aus der Fraktionsspitze sagte \u201eBild\u201c: \u201eWir hoffen, dass die Bedenken gegen Brosius-Gersdorf bei dem Termin in der Unionsfraktion ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen. Viele ihrer Positionen wurden v\u00f6llig verdreht dargestellt.\u201c <\/p>\n<p>Laut Informationen des \u201eTagesspiegel\u201c\u00a0will die SPD Brosius-Gersdorf keine lange Ungewissheit zumuten. Die \u00dcberlegungen gehen in Richtung einer Sondersitzung des Bundestages etwa im August, hie\u00df es. Es bleibe definitiv bei Brosius-Gersdorf als Kandidatin. Es ist aus Sicht der SPD an der Union, in den eigenen Reihen f\u00fcr die verabredete Mehrheit zu sorgen. <\/p>\n<p>01:30 Uhr \u2013 \u201eDie einzigen Gewinner sind die Rechtsradikalen\u201c, sagt Ralf Stegner<\/p>\n<p>Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner hat die gescheiterte Wahl scharf kritisiert und vor den Folgen f\u00fcr die schwarz-rote Koalition gewarnt. \u201eDas ist ein Debakel\u201c, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). \u201eUnd die einzigen Gewinner sind die Rechtsradikalen. Wenn wir bei so kleinen Dingen schon anfangen zu scheitern, dann ist das Schiff in schwerer See, und zwar ziemlich schnell.\u201c Stegner f\u00fcgte hinzu: \u201eEs gab einen gemeinsamen Vorschlag. Und der ist nach Meldungen in irgendwelchen rechten Netzwerken verschwunden.\u201c Das k\u00f6nne nicht sein.<\/p>\n<p>00:41 Uhr \u2013 Abgesagte Wahl laut Ex-Verfassungsrichter Huber \u201ekeine Katastrophe\u201c<\/p>\n<p>Nach der abgesagten Wahl dreier neuer Verfassungsrichter sieht das fr\u00fchere Mitglied des Bundesverfassungsgerichts, Peter Michael Huber, keinen Schaden f\u00fcr das h\u00f6chste deutsche Gericht, warnt aber gleichzeitig die Politik davor, die Debatte weiterzutreiben. \u201eEs war sicher keine Sternstunde, dass diese Wahl abgesetzt werden musste, es ist aber auch keine Katastrophe\u201c, erkl\u00e4rte Huber im Fernsehsender phoenix. Dass es im Parlament eine Zweidrittelmehrheit f\u00fcr neue Richter geben m\u00fcsse, \u201eimpliziert, dass es auch mal danebengehen kann\u201c. Wenn sich der Pulverdampf verzogen habe und die Besonnenheit zur\u00fcckgekehrt sei, \u201ewird auch der Schaden \u00fcberschaubar sein\u201c. <\/p>\n<p>Allerdings m\u00fcsse die Politik jetzt auch Grenzen der Auseinandersetzung erkennen. \u201eWenn diese Diskussion weitergef\u00fchrt wird, kann das schon dazu f\u00fchren, dass das Bundesverfassungsgericht, wie der amerikanische Supreme Court, Objekt der Polarisierung werden wird und seine Integrationsfunktion in Zukunft nicht mehr in der Weise wahrnehmen kann, wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist\u201c, warnte Huber. <\/p>\n<p>00:30 Uhr \u2013 Ha\u00dfelmann dr\u00e4ngt auf Sondersitzung des Bundestags: \u201eWollen keine H\u00e4ngepartie\u201c<\/p>\n<p>Das vorl\u00e4ufige Scheitern der Richterwahl l\u00e4sst aus Sicht von Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Britta Ha\u00dfelmann das Bundesverfassungsgericht, die drei Richterkandidaten und auch das Parlament als Verlierer zur\u00fcck. Das Gericht und die drei Kandidaten h\u00e4tten \u201emassiven Schaden genommen\u201c und auch dem Parlament h\u00e4tten die Vorg\u00e4nge \u201eunglaublich\u201c geschadet, sagte Ha\u00dfelmann im \u201eheute journal up:date\u201c des ZDF. Sie sprach vom Eindruck einer fehlenden F\u00e4higkeit, ohne die AfD Zwei\u00addrit\u00adtel\u00admehr\u00adheiten herzustellen. <\/p>\n<p>\u201eDaf\u00fcr tr\u00e4gt Jens Spahn die Verantwortung\u201c, sagte sie \u00fcber den Unionsfraktionsvorsitzenden. Sie warf dem CDU-Politiker \u201eDilettantismus\u201c vor. Im Richterwahlausschuss h\u00e4tten Union und SPD noch ihren gemeinsamen Vorschlag f\u00fcr die drei Kandidaten pr\u00e4sentiert, dieser habe dort auch eine Zweidrittelmehrheit bekommen. Ha\u00dfelmann bekr\u00e4ftigte die Forderung ihrer Fraktion, f\u00fcr die Wahl schon kommende Woche in einer Sondersitzung des Bundestages einen Neuanlauf vorzunehmen. \u201eWir wollen doch keine H\u00e4ngepartie \u00fcber den ganzen Sommer\u201c, sagte sie. Am Freitag ist der Bundestag eigentlich in die parlamentarische Sommerpause gestartet. <\/p>\n<p>19:00 Uhr \u2013 Ex-Verfassungsrichter: Wahlabsage hat Folgen f\u00fcr Karlsruhe<\/p>\n<p>Die abgesagte Wahl hat nach Aussage des ehemaligen Vizepr\u00e4sidenten des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, auch Folgen f\u00fcr die Arbeit des h\u00f6chsten deutschen Gerichts. Die Unabh\u00e4ngigkeit und Funktionsf\u00e4higkeit des Verfassungsgerichts sieht Kirchhof durch die gescheiterte Wahl zwar nicht gef\u00e4hrdet, weil ausscheidende Richter ihr Amt fortf\u00fchren m\u00fcssen, bis ein Nachfolger gew\u00e4hlt ist, wie er bei \u201eZDF heute live\u201c sagte. Jedoch werde das Gericht voraussichtlich nur noch kurze Verfahren durchf\u00fchren k\u00f6nnen, denn \u201eRichter m\u00fcssen immer in derselben Besetzung in einer Sache entscheiden, von Anfang bis zu Ende\u201c. \u201eDie schwierigen, die langen Verfahren werden aufgeschoben und erst wieder gestartet, wenn der Senat in neuer Besetzung vollst\u00e4ndig ist.\u201c<\/p>\n<p>Kirchhof zeigte sich \u201eetwas erstaunt, dass man nicht eine L\u00f6sung gefunden hat, die in dem Wahlausschuss schon vorher abgestimmt war und auch mit den Fraktionen abgestimmt worden ist.\u201c Der 75-J\u00e4hrige sprach von einer \u201ePanne in einer Personalauswahl, von der man sich eigentlich vorgenommen hat, dass sie im Konsens und ohne Aussprache oder gar Angriff auf eine Person geschieht\u201c. Wissenschaftlich sieht er Brosius-Gersdorf \u201enat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht besch\u00e4digt\u201c. Gleichzeitig sagte Kirchhof: \u201eEs ist neu und unerfreulich, dass eine Kandidatin so sehr ins Licht der \u00d6ffentlichkeit in negativer Weise gezerrt wird.\u201c<\/p>\n<p>Kirchhof war von 2007 bis 2018 Verfassungsrichter. Von 2010 an war auch er Vizepr\u00e4sident und Vorsitzender des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts.<\/p>\n<p>18:26 Uhr \u2013 Miersch: \u201eHalten an unseren Kandidatinnen fest\u201c<\/p>\n<p>SPD-Fraktionschef Matthias Miersch schlie\u00dft nach der geplatzten Richterwahl eine L\u00f6sung \u00fcber einen Kompromisskandidaten mit der Union praktisch aus. \u201eF\u00fcr mich ist klar: Wir halten an unseren Kandidatinnen fest. Ich erwarte, dass die Mehrheit steht\u201c, schrieb Miersch in einer pers\u00f6nlichen Erkl\u00e4rung zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause. Die gelte zumal, da Vorw\u00fcrfe eines Plagiats von dem eigentlichen Verfasser nicht aufrechterhalten w\u00fcrden. Eine herausragende Kandidatin f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht mit einwandfreiem Werdegang und bester Qualifikation sei \u201eOpfer einer beispiellosen Schmutzkampagne\u201c geworden, betonte Miersch und stellte sich damit vor die Jura-Professorin Frauke Brosius-Gersdorf.<\/p>\n<p>\u201eDer heutige Tag h\u00e4tte sich nie so abspielen d\u00fcrfen, gerade weil wir unsere Kandidatinnen mit der Unionsf\u00fchrung abgestimmt haben. Wir haben uns auf den gemeinsamen Vorschlag geeinigt\u201c, schreibt Miersch. Entsprechend habe der gemeinsame Vorschlag am Montag die n\u00f6tige Zweidrittelmehrheit im Richterwahlausschuss erhalten. Die Wochen der parlamentarischen Sommerpause m\u00fcssten zwingend genutzt werden, um den Vorgang mit der Union in aller Gr\u00fcndlichkeit aufzuarbeiten.<\/p>\n<p>17:56 Uhr \u2013\u00a0Justizministerin: Absage der Richterwahl verantwortungslos<\/p>\n<p>Durch die abgesagte Richterwahl im Bundestag ist aus Sicht von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ein Schaden verursacht worden, der vermeidbar gewesen w\u00e4re. \u201eWer gezielt \u00c4mter und Personen besch\u00e4digt, gef\u00e4hrdet die Integrit\u00e4t unseres demokratischen Gemeinwesens\u201c, sagte die Ministerin der \u201eRheinischen Post\u201c. \u201eDer Vorgang ist beispiellos und verantwortungslos und produziert sehr viele Verlierer.\u201c<\/p>\n<p>17:01 Uhr \u2013 SPD-Vize Rehlinger attestiert Union F\u00fchrungsschw\u00e4che<\/p>\n<p>SPD-Vize Anke Rehlinger kritisiert die Vorg\u00e4nge um die geplatzte Wahl scharf und bescheinigt der Unionsspitze Schwierigkeiten. \u201eIch bin entsetzt. Es scheint ein F\u00fchrungsproblem in der Union zu geben\u201c, sagte die saarl\u00e4ndische Ministerpr\u00e4sidentin der \u201eStuttgarter Zeitung\u201c und den \u201eStuttgarter Nachrichten\u201c. Sie verwies darauf, dass die Personalien seit Wochen bekannt waren. Die Union habe Zustimmung signalisiert und dann \u00fcberraschend keine eigene Mehrheit daf\u00fcr sichern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eUnd dann wird eine hochqualifizierte Kandidatin mit pers\u00f6nlichen Angriffen diskreditiert\u201c, sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf die von der SPD vorgeschlagene Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf. Rehlinger, die zurzeit auch Pr\u00e4sidentin des Bundesrats ist, kritisierte: \u201eDie Reputation des Bundesverfassungsgerichts wird durch diese Kampagne auf unverantwortliche Weise besch\u00e4digt.\u201c<\/p>\n<p>16:27 Uhr \u2013\u00a0Immer mehr Verb\u00e4nde beklagen \u201eKampagne\u201c gegen Brosius-Gersdorf<\/p>\n<p>Auch drei Juristinnenverb\u00e4nde beklagen eine \u201eKampagne\u201c gegen Frauke Brosius-Gersdorf. \u201eWenn politische Akteure Kandidatinnen nach Abschluss von Einigungsprozessen und ohne stichhaltige Belege in letzter Minute aus dem Verfahren dr\u00e4ngen, untergr\u00e4bt das das Vertrauen in die Stabilit\u00e4t und Neutralit\u00e4t unserer Verfassungsorgane\u201c, hei\u00dft es in einem gemeinsamen Statement des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb), der Neuen Richter*innenvereinigung e.V. (NRV) und des Deutschen Frauenrats e.V. (DF). Richter-Kandidaten f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht w\u00fcrden eingehend auf ihre Qualifikationen und ihre pers\u00f6nliche Eignung gepr\u00fcft. F\u00fcr die aktuellen Vorg\u00e4nge gelte: \u201eDer Schaden f\u00fcr Demokratie und Rechtsstaat ist immens.\u201c<\/p>\n<p>15:28 Uhr \u2013\u00a0Uni sieht derzeit keinen Anlass zur Pr\u00fcfung von Brosius-Gersdorfs Doktorarbeit<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Hamburg sieht aktuell keinen Anlass, die Doktorarbeit der Bundesrichter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zu \u00fcberpr\u00fcfen. Das machte die Universit\u00e4t auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur deutlich. Der \u00f6sterreichische Plagiatssucher Stefan Weber hatte am Donnerstag auf \u00dcbereinstimmungen zwischen der Dissertation Brosius-Gersdorfs und der Habilitationsschrift ihres Ehemanns hingewiesen.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Hamburg erkl\u00e4rte, erste Anlaufstelle f\u00fcr Hinweise auf m\u00f6gliches wissenschaftliches Fehlverhalten sei die Ombudsstelle der Hochschule, oberstes Gebot der Ombudsarbeit sei die Vertraulichkeit. Die Ombudsstelle werde t\u00e4tig, wenn hinreichend belegte Hinweise auf einen m\u00f6glichen Versto\u00df gegen die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis an sie herantragen w\u00fcrden. Eine Ver\u00f6ffentlichung von Hinweisen auf einer externen Website stelle keine Meldung im Sinne der Satzung dar und stehe nicht im Einklang mit der satzungsgem\u00e4\u00dfen Vertraulichkeit, so die Hochschule. <\/p>\n<p>15:23 Uhr \u2013\u00a0SPD-Frauen beklagen \u201eantifeministische Hetzkampagne\u201c<\/p>\n<p>Die SPD-Frauen, die Frauenorganisation der SPD, verurteilen in einem Statement die Vorg\u00e4nge um die abgesagte Wahl. Es handle sich um eine \u201eantifeministische Hetzkampagne\u201c gegen Frauke Brosius-Gersdorf, die einen \u201eBacklash\u201c in der Gesellschaft zeige. Man werde nicht zulassen, \u201edass Antifeminismus wieder salonf\u00e4hig wird\u201c, schreiben die beiden Bundesvorsitzenden der SPD-Frauen, Maria Noichl und Ulrike H\u00e4fner. Man k\u00f6nne einen \u201egezielten Versuch\u201c beobachten, \u201estarke Frauen aus dem \u00f6ffentlichen Raum zu dr\u00e4ngen\u201c. Und weiter: \u201eWer Frauen wie Frau Brosius-Gersdorf \u00f6ffentlich diffamiert, weil sie sich f\u00fcr die reproduktive Selbstbestimmung von Frauen einsetzt, greift unsere demokratischen Grundwerte an.\u201c<\/p>\n<p>15:15 Uhr \u2013\u00a0Dann gehe das Land \u201ekaputt\u201c \u2013\u00a0Klingbeil kritisiert Union<\/p>\n<p>SPD-Chef Lars Klingbeil \u00e4u\u00dfert Kritik an der Union. F\u00fchrung und Verantwortung seien nicht f\u00fcr Sonntagsreden. \u201eSondern wenn hier strittige Abstimmungen sind, dann muss es F\u00fchrung und Verantwortung auch geben\u201c, sagte der Bundesfinanzminister in einer Haushaltsrede im Bundestag. Das bedeute auch, dass man manche schwierige Entscheidungen mittragen m\u00fcsse. \u201eDas ist der Wert eines Kompromisses.\u201c Klingbeil sprach von einer \u201esehr klaren Erwartung\u201c.<\/p>\n<p>Klingbeil sagte, die Gleichheit der Geschlechter und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen h\u00e4tten in Deutschland zu Recht Verfassungsrang. \u201eDas zu sch\u00fctzen ist \u00fcbrigens Aufgabe von Richterinnen und Richtern, erst recht am Bundesverfassungsgericht.\u201c Es habe in Deutschland immer Kontroversen zum Paragraphen 218 und zu Fragen der Abtreibung gegeben. Die SPD habe eine klare Position. \u201eAber wir respektieren andere Meinungen.\u201c Das Land gehe \u201ekaputt\u201c, wenn politische Debatten immer nach dem Motto gef\u00fchrt w\u00fcrden: Wer nicht zu 100 Prozent der eigenen Meinung sei, sei ein Gegner, so der SPD-Chef. <\/p>\n<p>\u201eWenn eine Richterin eine kritische Position zu 218 hat, dann ist das mehr als legitim in unserem Land. Das Bundesverfassungsgericht ist eine der wichtigsten Institutionen unseres Landes, und es lebt von Unabh\u00e4ngigkeit und von Vertrauen\u201c, sagte Klingbeil. Es habe im Bundestag immer einen breiten Konsens der demokratischen Mitte gegeben zur Ernennung von Richterinnen und Richtern. \u201eUnd das ist heute nicht passiert.\u201c<\/p>\n<p>14:50 Uhr\u00a0\u2013 Deutscher Anwaltverein kritisiert parteipolitischen Streit<\/p>\n<p>Der Deutsche Anwaltverein hat sich entsetzt \u00fcber die gescheiterte Wahl dreier neuer Verfassungsrichter gezeigt. Man bedauere, dass die Besetzung des Bundesverfassungsgerichts zunehmend in parteipolitischen Streit und tagesaktuelle Auseinandersetzungen hineingezogen werde, sagte Ulrich Karpenstein, Vizepr\u00e4sident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), dem \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/schwarz-rot-wird-sich-bei-brosius-gersdorf-nicht-einig-parlament-vertagt-wahl-der-drei-verfassungsrichter-14006552.html\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/schwarz-rot-wird-sich-bei-brosius-gersdorf-nicht-einig-parlament-vertagt-wahl-der-drei-verfassungsrichter-14006552.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">Tagesspiegel<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>\u201eV\u00f6llig inakzeptabel ist es, wenn Kampagnen gegen designierte Kandidatinnen und Kandidaten betrieben und dabei wissenschaftlich vertretbare \u00c4u\u00dferungen aus ihrem Kontext gerissen werden. Wenn dies Schule macht, w\u00fcrde nicht nur das Richterwahlverfahren, sondern das Bundesverfassungsgericht als solches besch\u00e4digt\u201c, so Karpenstein. Im Deutschen Anwaltverein sind \u00fcber 60.000 Rechtsanw\u00e4lte organisiert.<\/p>\n<p>14:41 Uhr \u2013\u00a0Reichinnek bef\u00fcrchtet Ann\u00e4herung an \u201eblau-schwarze Koalition\u201c<\/p>\n<p>Die Linke der Union eine Ann\u00e4herung an die AfD vor. \u201eWie die Union die von ihrer Koalitionspartnerin vorgeschlagene Kandidatin attackiert und diskreditiert, ist unw\u00fcrdig\u201c, erkl\u00e4rte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek schriftlich. \u201eIn trauter Einigkeit mit Rechtspopulisten und Rechtsextremisten hat die Union eine Kampagne gefahren, die nicht weniger als skandal\u00f6s ist.\u201c<\/p>\n<p>In einem Statement im Bundestag erg\u00e4nzte Reichinnek, Unionsfraktionschef Jens Spahn habe f\u00fcr den Richtervorschlag der Union bewusst Stimmen der AfD in Kauf genommen. \u201eF\u00fcr mich zeichnet sich am Horizont auch nach heute immer deutlicher eine blau-schwarze Koalition ab\u201c, sagte Reichinnek.<\/p>\n<p>13:40 Uhr \u2013 Union will sich noch einmal besprechen13:30 Uhr \u2013  Linke: \u201eBesch\u00e4digung einer der wichtigsten Institutionen\u201c<\/p>\n<p>Die Th\u00fcringer Justizpolitikerin Ulrike Grosse-R\u00f6thig (Linke) wirft Bundeskanzler Merz und Unionsfraktionschef Spahn (beide CDU) vor, das Bundesverfassungsgericht besch\u00e4digt zu haben. Ihrer Ansicht nach h\u00e4tte angesichts einer \u201erechten Kampagne gegen eine respektable Kandidatin f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht\u201c von der CDU-Partei- und Fraktionsf\u00fchrung l\u00e4ngst ein Stopp-Signal kommen m\u00fcssen, sagte Grosse-R\u00f6thig in Erfurt. \u201eStattdessen haben Merz und Spahn alles laufen lassen und damit bewusst die Besch\u00e4digung einer der wichtigsten Institutionen unseres Rechtsstaates herbeigef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>12:55 Uhr \u2013 Wahl kommt nach der Sommerpause<\/p>\n<p>Nach Kritik aus Teilen der Union an einer SPD-Kandidatin soll die Wahl nun nach der Sommerpause stattfinden. Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner hat angek\u00fcndigt, sich noch zu der Entscheidung zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>12:52 Uhr \u2013 SPD beklagt \u201eSchmutzkampagne\u201c<\/p>\n<p>Im Nachgang der abgesagten Richterwahl f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht nimmt die SPD ihre Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf in Schutz: \u201eWir werden gerade Zeuge, wie eine hochqualifizierte Kandidatin mit makellosem Werdegang und breiter fachlicher Anerkennung Opfer einer Schmutzkampagne wird, die haltlos ist\u201c, teilte der Erste Parlamentarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SPD, Dirk Wiese, mit. \u201eDas Problem heute ist, dass die Unionsf\u00fchrung die n\u00f6tige Mehrheit in ihren eigenen Reihen nicht sicherstellen konnte. Die Unionsf\u00fchrung war schon Wochen vorher \u00fcber unsere Vorschl\u00e4ge informiert und hatte Zustimmung signalisiert.\u201c<\/p>\n<p>Nach der Absage der Wahl hatte Wiese in seiner Wortmeldung bereits gesagt, dass Brosius-Gersdorf aufgrund der \u201eHetzkampagne\u201c Morddrohungen in den sozialen Netzen erhalten habe.    <\/p>\n<p>12:38 Uhr \u2013 60 Unions-Abgeordneten waren dagegen<\/p>\n<p>Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen rund 60 Unionsabgeordnete gedroht haben, gegen die SPD-Kandidatin zu stimmen. Dies h\u00e4tte zur Folge gehabt, dass die SPD wiederum Spinner die Unterst\u00fctzung entzogen h\u00e4tte. Im schlimmsten Fall h\u00e4tte dies dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass der CDU-Kandidat nur mit den Stimmen der AfD zum Verfassungsrichter gew\u00e4hlt worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>12.27 Uhr \u2013 AfD reklamiert abgesagte Richterwahl f\u00fcr sich<\/p>\n<p>AfD-Fraktionsvizechefin Beatrix von Storch sagt WELT im Bundestag zur abgesagten Richterwahl: \u201eDas war ein ganz gro\u00dfer Erfolg der AfD. Wir haben verhindert, dass diese drei Richter gew\u00e4hlt werden. Wir haben den Finger in die Wunde gelegt. Es kann nicht sein, dass die SPD mit ihren 13 Prozent zwei Verfassungsrichter stellt.\u201c<\/p>\n<p>Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel sagt vor Journalisten: \u201eDas kommt dabei raus, wenn man unter dem Deckm\u00e4ntelchen des Schweigens knallhart Richter durchbringen m\u00f6chte. Unsere Gewaltenteilung lebt davon, dass die B\u00fcrger Vertrauen in Institutionen haben. Dieses Vertrauen wurde ersch\u00fcttert. Es zeigt sich einmal mehr, dass wir es mit einer instabilen Koalition zu tun haben.\u201c<\/p>\n<p>12:05 Uhr \u2013 Bundestag verschiebt Wahl der Richter<\/p>\n<p>Der Bundestag hat die f\u00fcr heute angesetzten Wahlen von drei Richtern f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht vertagt. Das Plenum fasste einen entsprechenden Beschluss mit den Stimmen von Linken, Gr\u00fcnen, SPD und Union. Die AfD stimmte dagegen.<\/p>\n<p>12:04 Uhr \u2013 Plagiatsj\u00e4ger distanziert sich von der Union<\/p>\n<p>12:03 Uhr \u2013 Auch Linke kritisiert Spahn <\/p>\n<p>\u201eWir sind absolut fassungslos\u201c, sagte die Linken-Vorsitzende Heidi Reichinnek. \u201eEs w\u00e4re gar kein Problem gewesen, die drei Kandidaten heute hier zu w\u00e4hlen.\u201c Zudem warf sie der Union vor, sich rechte Argumente zu eigen gemacht zu haben. Immer wieder werden die Abgeordneten dazu angehalten, nur zur Gesch\u00e4ftsordnung zu sprechen und nicht \u00fcber die Kandidaten.<\/p>\n<p>11:59 Uhr \u2013 Gr\u00fcne erneuern Kritik an Merz und Spahn<\/p>\n<p>\u201eHeute ist ein schlechter Tag f\u00fcr das Parlament, die Demokratie und das Bundesverfassungsgericht\u201c, sagte die Gr\u00fcnen-Ko-Fraktionsvorsitzende. \u201eEs ist eine unverantwortliche Situation, in die uns Jens Spahn gebracht hat.\u201c Einen solchen Vorgang wie diesen, habe es noch nie im Parlament gegeben.  Den Schaden h\u00e4tten der Unions-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu verantworten.<\/p>\n<p>11:57 Uhr \u2013 Union wehrt Kritik ab<\/p>\n<p>\u201eDie Debatte hat jegliches Ma\u00df verloren\u201c, sagte der Abgeordnete Steffen Bilger f\u00fcr die CDU\/CSU-Fraktion unter zahlreichen Zwischenrufen. \u201eWir w\u00e4ren bereit gewesen, die beiden anderen Verfassungsrichter zu w\u00e4hlen.\u201c Dies sei leider nicht m\u00f6glich. <\/p>\n<p>11:55 Uhr \u2013 AfD attackiert Regierung<\/p>\n<p>\u201eWas wir heute sehen, ist die absolute Instabilit\u00e4t dieser Regierung\u201c, sagte der AfD-Abgeordnete Bernd Baumann in seiner Wortmeldung. <\/p>\n<p>11:52 Uhr \u2013 SPD sieht \u201eHetze\u201c in der Debatte  <\/p>\n<p>\u201eHeute ist ein verdammt schlechter Tag f\u00fcr die Demokratie\u201c, sagte der SPD-Abgeordnete Dirk Wiese in einer Wortmeldung. Brosius-Gersdorf sei \u201eeine Staatsrechtslehrerin, die \u00fcber jeden Zweifel erhaben sei\u201c.<\/p>\n<p>11:39 Uhr \u2013 Union und SPD sagen Richterwahl f\u00fcr heute komplett ab<\/p>\n<p>Dem SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh zufolge sind die Wahlen f\u00fcr die Verfassungsrichter abgesagt. \u201eHeute wird nicht mehr gew\u00e4hlt\u201c, sagte er nach einer Sonderfraktionssitzung der SPD vor Reportern. Die Fraktionsvorsitzenden der schwarz-roten Koalition h\u00e4tten sich darauf verst\u00e4ndigt. Zuvor hatten \u201eSpiegel\u201c und \u201eBild\u201c \u00fcbereinstimmend berichtet.<\/p>\n<p>11.34 Uhr: Ob heutige Wahl stattfindet, ist noch offen 11:12 Uhr \u2013 Wie geht es jetzt weiter?<\/p>\n<p>Nach Informationen von \u201ePolitico\u201c soll die Bundestagssitzung um 11.30 Uhr wieder starten.<\/p>\n<p>10:50 Uhr \u2013 Gr\u00fcne stellen Eignung von Spahn infrage <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen machen den Unions-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU) f\u00fcr die Eskalation in der Debatte um Brosius-Gersdorf verantwortlich: \u201eIch bezweifle, dass jemand wie Jens Spahn in der Lage ist, seine Funktion als Fraktionsvorsitzender wahrzunehmen, wenn wir mit einer solchen Situation wie heute konfrontiert sind\u201c, sagte die Gr\u00fcnen-Ko-Fraktionsvorsitzende Britta Ha\u00dfelmann in einem Statement. \u201eDass die CDU, CSU und mit ihr der Vorsitzende sich ausgerechnet jetzt nicht in der Lage gesehen haben und sich verweigert haben, mit den Linken zu sprechen, halten wir f\u00fcr einen gravierenden Fehler.\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dferdem frage sie sich, wie \u201eSpahn die Wahlen zum Bundesverfassungsgericht mit seinen drei Wahlvorschl\u00e4gen vorbereitet\u201c habe. \u201eHier scheint jemand die Ernsthaftigkeit der Lage nicht eingesch\u00e4tzt und erkannt zu haben.\u201c<\/p>\n<p>10:44 Uhr \u2013 Scharfe Kritik der Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>In der Debatte um die Wahl von Brosius-Gersdorf haben die Gr\u00fcnen Spahn (CDU) scharf attackiert: \u201eHier scheint jemand die Ernsthaftigkeit der Lage nicht eingesch\u00e4tzt und erkannt zu haben\u201c, sagte die Gr\u00fcnen-Ko-Faktionschefin Ha\u00dfelmann. Man frage sich, wie Spahn die Wahl vorbereitet habe und sei \u201eentsetzt \u00fcber so viel Dilettantismus und unverantwortliches Handeln\u201c.<\/p>\n<p>10:35 Uhr \u2013 Sitzung wird unterbrochen<\/p>\n<p> Vor der Wahl neuer Richter f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht hat der Bundestag seine Plenarsitzung unterbrochen. Dies geschehe auf Wunsch der SPD-Fraktion, teilte Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner (CDU) als Sitzungsleiterin mit. Es gebe den Wunsch nach einer Fraktionssitzung. Kurz nach 11 Uhr solle es weitergehen. Die SPD hatte ihre Sondersitzung bereits angek\u00fcndigt, auch die Gr\u00fcnen und Linken wollten zusammenkommen.<\/p>\n<p>10:22 Uhr \u2013 Demonstration vor dem Bundestag<\/p>\n<p>Angesicht der Debatte um die Wahl von Brosius-Gersorf demonstrieren vor dem Bundestag Abtreibungsgegner des Vereins \u201eAktion Lebensrecht f\u00fcr Alle\u201c (ALfA e.V.). <\/p>\n<p>10:17 Uhr \u2013 Gr\u00fcnen-Fraktionschefin wirft Merz Versagen vor<\/p>\n<p> Die Gr\u00fcnen im Bundestag haben der Unionsf\u00fchrung schwere Fehler bei der Organisation der Wahl neuer Verfassungsrichter vorgeworfen. \u201eMit dem Bundesverfassungsgericht spielt man kein Roulette\u201c, schrieb die Ko-Fraktionsvorsitzende Britta Ha\u00dfelmann auf X. Sie warf sowohl Unionsfraktionschef Jens Spahn als auch Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) \u201eVersagen\u201c vor.<\/p>\n<p>09:58 \u2013 Sonderfraktionssitzung auch bei den Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcnen wollen sich vor der Wahl der Richter f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht noch einmal beraten und haben zu einer Sondersitzung der Fraktion eingeladen. Man rechne mit einer Unterbrechung der Bundestagssitzung vor der f\u00fcr 10:10 Uhr geplanten Wahl des von der Union nominierten Kandidaten G\u00fcnter Spinner, sagte eine Sprecherin der Fraktion der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. F\u00fcr diesen Fall solle die Fraktion zusammenkommen.<\/p>\n<p>09:47 Uhr \u2013 Folgen f\u00fcr die Wahl der anderen Kandidaten  <\/p>\n<p>Eigentlich sollte die Wahl der beiden anderen Kandidaten stattfinden. Nominiert ist auch G\u00fcnter Spinner, der seit Jahren als Richter f\u00fcr das Bundesarbeitsgericht in Erfurt ist. Der 1972 in Oppenau geborene Jurist befasst sich dabei vor allem mit Schadenersatz und Entsch\u00e4digungen.<\/p>\n<p>09:30 Uhr \u2013 Einige Linke-Abgeordnete f\u00fcr Spinner<\/p>\n<p>Einige Linken-Abgeordnete wollen bei der Wahl von Richtern f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht im Bundestag f\u00fcr den von der Union nominierten Kandidaten Spinner stimmen, um ihm eine Mehrheit ohne die AfD zu sichern. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Fraktionskreisen. Zuvor hatte die Linke in einer Sondersitzung ihrer Fraktion ihre Linie abgestimmt. <\/p>\n<p>Zugleich ist die Linke gegen die von der Union gew\u00fcnschte Absetzung der Abstimmung \u00fcber Brosius-Gersdorf. Einer entsprechenden Tagesordnungs\u00e4nderung werde man nicht zustimmen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>09:25 Uhr \u2013 SPD ber\u00e4t sich ebenfalls<\/p>\n<p>Aus SPD-Kreisen hei\u00dft es gegen\u00fcber WELT: Eine Entscheidung bez\u00fcglich einer Absetzung der Wahl sei \u201enoch offen, Gespr\u00e4che laufen\u201c. Um 10.30 Uhr will die Fraktion zu einer Sondersitzung zusammenkommen.<\/p>\n<p>08:56 Uhr \u2013 Union droht SPD mit Enthaltung<\/p>\n<p>Im Ringen um die Neubesetzung dreier Richterstellen am Bundesverfassungsgericht droht die Union dem Koalitionspartner SPD mit Enthaltung \u2013 sollte die Abstimmung \u00fcber die in der Union besonders umstrittenen Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf nicht abgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Wahl der beiden anderen Bewerber f\u00fcr die Richterstellen beim Bundesverfassungsgericht, Ann-Katrin Kaufhold und G\u00fcnter Spinner, solle weiter stattfinden.<\/p>\n<p>08:47 Uhr \u2013\u00a0Union will Brosius-Gersdorf-Wahl absetzen<\/p>\n<p>Die Unionsfraktion hat in einer Sondersitzung entschieden, dass die Wahl der umstrittenen Kandidatin Brosius-Gersdorf von der Tagesordnung des Bundestags genommen werden soll. Die Union will nach erheblichen internen Differenzen die Wahl von Brosius-Gersdorf nicht mittragen. Als Grund daf\u00fcr wird allerdings nicht die Haltung der Juristin unter anderem zum Abtreibungsrecht genannt, sondern Plagiatsvorw\u00fcrfe. <\/p>\n<p>Der Fraktionsvorstand und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) h\u00e4tten der SPD mitgeteilt, dass der Plagiatsverdacht die fachliche Expertise in Zweifel ziehe, hie\u00df es in Fraktionskreisen w\u00e4hrend der laufenden Sitzung. Die sei aber zentrales Argument f\u00fcr die Wahl der Kandidatin gewesen. Eine angehende Verfassungsrichterin m\u00fcsse \u00fcber jeden Zweifel erhaben sein.<\/p>\n<p>08:27 Uhr \u2013 Imageschaden f\u00fcr das Gericht bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des ehemaligen Richters an dem Karlsruher Gericht, Peter M. Huber, k\u00f6nnte die Wahl von Brosius-Gersdorf dem Ansehen der Institution schaden \u201eEin derma\u00dfen polarisierender Personalvorschlag ist f\u00fcr das Ansehen des Gerichts ein Risiko\u201c, sagte Huber dem Magazin \u201eFocus\u201c. \u201eDie Frau Brosius-Gersdorf vorgehaltenen und hitzig diskutierten Positionen sind in der Gesellschaft wie unter Verfassungsrechtlern nicht mehrheitsf\u00e4hig\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Huber \u00fcbte scharfe Kritik an der Diskussion um Brosius-Gersdorf in den vergangenen Tagen. \u201eKarlsruhe stand immer f\u00fcr Ausgewogenheit und Verl\u00e4sslichkeit \u2013 auch bei der Auswahl der Verfassungsrichter\u201c, sagte er. Im Gegensatz zu den USA seien Richterwahlen in Deutschland \u201enie so personalisiert gewesen, sodass das Bundesverfassungsgericht in der Regel als Einheit wahrgenommen wird\u201c. Die Debatte der vergangenen Tage k\u00f6nne das beeintr\u00e4chtigen, sagte Huber dem \u201eFocus\u201c.<\/p>\n<p>08:15 Uhr \u2013 So sollte die Wahl ablaufen<\/p>\n<p>Um kurz nach 10 Uhr sollen die Abgeordneten zun\u00e4chst \u00fcber den Kandidaten der Union, G\u00fcnter Spinner, entscheiden. Die Abstimmungen \u00fcber die beiden SPD-Kandidatinnen Ann-Katrin Kaufhold und Frauke Brosius-Gersdorf sind f\u00fcr mittags geplant. \u00dcber sie soll getrennt voneinander abgestimmt werden. <\/p>\n<p>08:03 Uhr \u2013 Linke fordert Wahl der SPD-Kandidatinnen<\/p>\n<p>Die Linken-Fraktion im Bundestag hat die Abgeordneten von CDU und CSU aufgerufen, bei der Wahl nicht mit Stimmen der AfD zu rechnen. \u201eIch hoffe, dass sie sich endlich f\u00fcr eine demokratische Mehrheit f\u00fcr alle Kandidatinnen und Kandidaten einsetzen wird und nicht mit den Stimmen der AfD kalkuliert\u201c, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Clara B\u00fcnger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.<\/p>\n<p>08:00 Uhr \u2013 Die Stimmen der AfD werden gebraucht<\/p>\n<p>Wenn alle Fraktionen gem\u00e4\u00df ihrer relativen St\u00e4rke vertreten sind, reichen die Stimmen der drei Regierungsparteien CDU, CSU und SPD sowie der Gr\u00fcnen nicht aus f\u00fcr eine Zweidrittelmehrheit. Es br\u00e4uchte dann noch Stimmen der AfD oder der Linken. Die CDU\/CSU-Fraktion lehnt eine Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch der AfD ab.<\/p>\n<p>Die AfD-Fraktionsspitze jedenfalls hat ihren Mitgliedern empfohlen, f\u00fcr den Unionskandidaten Spinner zu stimmen. Die beiden SPD-Kandidatinnen hingegen lehnt AfD-Fraktionschefin Alice Weidel ab.<\/p>\n<p>07:55 Uhr \u2013Kl\u00f6ckner hofft auf Wahl \u201eohne Beanstandung\u201c<\/p>\n<p>Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner ruft die Bundestagsfraktionen auf, die Neubesetzung von drei Richterstellen am Bundesverfassungsgericht ohne Komplikationen \u00fcber die B\u00fchne zu bringen. \u201eDiese Erwartung habe ich, dass [\u2026] der Ablauf ohne Beanstandung ist\u201c, sagte die CDU-Politikerin im \u201ePlaybook Podcast\u201c von \u201ePolitico\u201c.<\/p>\n<p>Sie mahnte zugleich, die Entscheidung nicht dem Bundesrat zu \u00fcberlassen. \u201eEin Parlament muss wissen, was seine Bedeutung ist. Und wenn man ureigenste Zust\u00e4ndigkeiten abgibt, dann ist das keine St\u00e4rkung eines Parlamentes\u201c, sagte sie. Sollte der Bundestag an diesem Freitag keine Entscheidung f\u00e4llen, geht das Wahlrecht an die L\u00e4nder \u00fcber.<\/p>\n<p>07:50 Uhr \u2013 CSU-Politiker unterst\u00fctzt Brosius-Gersdorf<\/p>\n<p>CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat erneut zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr Brosius-Gersdorf, aufgerufen. \u201eFrau Brosius-Gersdorf ist keine Kandidatin der Union, aber eine respektable Kandidatin der SPD \u2013 und ganz sicher keine linksradikale Aktivistin\u201c, sagte Hoffmann der \u201eFrankfurter Allgemeinen Zeitung\u201c. Deren Wahl sei auch \u201ekein Angriff auf den Schutz des ungeborenen Lebens\u201c. Sie habe in verschiedenen juristischen Schriften klargestellt, dass das Grundrecht auf Leben nicht erst ab Geburt gilt, sondern bereits dem Embryo zustehe. <\/p>\n<p>dpa\/AFP\/kami\/do\/s\u00e4d\/nw\/saha<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Abstimmung im Bundestag \u00fcber die Verfassungsrichter ist gescheitert. 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