{"id":262684,"date":"2025-07-12T14:22:14","date_gmt":"2025-07-12T14:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/262684\/"},"modified":"2025-07-12T14:22:14","modified_gmt":"2025-07-12T14:22:14","slug":"deutschland-hat-mit-bayerns-maerchenschloessern-neues-welterbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/262684\/","title":{"rendered":"Deutschland hat mit Bayerns M\u00e4rchenschl\u00f6ssern neues Welterbe"},"content":{"rendered":"<p>Schwangau\/Paris (dpa) &#8211; F\u00fcr Bayern wird mit der Entscheidung der UN-Kulturorganisation Unesco in Paris ein Traum wahr: Die imposanten M\u00e4rchenschl\u00f6sser von K\u00f6nig Ludwig II. sind zum Welterbe ernannt worden. Die langersehnte Auszeichnung attestiert den ber\u00fchmten Schl\u00f6ssern eine internationale Bedeutung, wof\u00fcr die hohe Zahl von Besuchern aus dem In- und Ausland schon lange spricht.<\/p>\n<p>\u00abDie Aufnahme der Schl\u00f6sser in die Welterbeliste ist eine herausragende W\u00fcrdigung dieser eindrucksvollen Orte\u00bb, sagte die Pr\u00e4sidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria B\u00f6hmer. \u00abSie sind allesamt architektonische Meisterwerke und zeugen von der k\u00fcnstlerischen Vorstellungskraft, aber auch der Exzentrik des M\u00e4rchenk\u00f6nigs.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>M\u00e4rchenschl\u00f6sser locken Millionenpublikum<\/p>\n<p>Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation verlieh das begehrte Welterbesiegel wie erwartet f\u00fcr Schloss Neuschwanstein im Allg\u00e4u sowie die Schl\u00f6sser Herrenchiemsee und Linderhof in Oberbayern. Die drei Prunkbauten von Ludwig II. (1845-1886) geh\u00f6ren zu den bekanntesten touristischen Attraktionen im Freistaat. Im vergangenen Jahr kamen weit mehr als 1,7 Millionen Besucher. Au\u00dferdem wurde das Welterbepr\u00e4dikat f\u00fcr das kleinere und weniger bekannte K\u00f6nigshaus am Berg Schachen bei Garmisch-Partenkirchen verliehen.<\/p>\n<p>Die Auszeichnung ist nicht mit einer finanziellen F\u00f6rderung verbunden, erh\u00f6ht aber die sowieso hohe Bekanntheit, was dem Tourismus zugutekommen d\u00fcrfte. F\u00fcr den Staat beinhaltet die Auszeichnung die von der Bayerischen Schl\u00f6sserverwaltung ohnehin wahrgenommene Pflicht, die Welterbest\u00e4tten langfristig zu erhalten und zu sch\u00fctzen. Hohe Millionensumme flossen in den vergangenen Jahren in Sanierung und Unterhalt.<\/p>\n<p>Ein Vierteljahrhundert Vorarbeit\u00a0<\/p>\n<p>Etwa ein Vierteljahrhundert Vorbereitungen waren in Bayern der angestrebten Ernennung zum Welterbe vorangegangen &#8211; vom Beschluss des Landtags, eine Bewerbung zu pr\u00fcfen, \u00fcber einen B\u00fcrgerentscheid in Schwangau und bis zur Aufnahme auf die deutsche Anw\u00e4rterliste durch die Kultusministerkonferenz. \u00abJetzt wird es endlich Zeit\u00bb, sagte Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) k\u00fcrzlich.\u00a0<\/p>\n<p>Neben den H\u00fcrden des Verfahrens gab es vor Jahren m\u00f6glicherweise noch mehr Skepsis als jetzt, ob die Architektur der K\u00f6nigsschl\u00f6sser eigentlich des Welterbes w\u00fcrdig ist. Die sp\u00e4tromantische Kulissen-Architektur und die Absicht, eine andere Epoche zu imitieren, wurden oft als kitschig angesehen. Dabei sollten die in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts errichteten K\u00f6nigsschl\u00f6sser den Eindruck historischer Bauten erwecken und Mittelalter-Tr\u00e4ume und Fantasien wecken.<\/p>\n<p>Schl\u00f6sser sind \u00abgebaute Tr\u00e4ume\u00bb<\/p>\n<p>Schloss Neuschwanstein etwa wurde wie eine mittelalterliche Ritterburg erbaut und Schloss Herrenchiemsee nach dem Vorbild von Versailles errichtet. Tats\u00e4chlich handelt es sich bei den imposanten Schl\u00f6ssern aber um f\u00fcr ihre Zeit moderne Bauwerke. \u00abGebaute Tr\u00e4ume\u00bb betitelte die Bayerische Schl\u00f6sserverwaltung die Welterbe-Bewerbung.\u00a0<\/p>\n<p>Egal ob Kitsch oder Kultur &#8211; das Kino und Walt Disney lie\u00dfen sich von den bayerischen M\u00e4rchenschl\u00f6ssern schon vor Jahren inspirieren. So wurde der britische Fantasyfilm \u00abTschitti Tschitti B\u00e4ng B\u00e4ng\u00bb von 1968 teils in Schloss Neuschwanstein gedreht. Au\u00dferdem soll das Schloss f\u00fcr den US-amerikanischen Zeichentrick-Unternehmer Walt Disney die Inspiration f\u00fcr das \u00abCinderella-Castle\u00bb in seinem US-Freizeitpark geliefert haben. Das Schloss hat auch \u00c4hnlichkeit mit dem Schloss von Dornr\u00f6schen im Disneyland Paris.<\/p>\n<p>Massentourismus in Kritik<\/p>\n<p>Und wie geht es mit den Schl\u00f6ssern nach der Aufnahme ins Welterbe nun weiter? Dass mit dem neuen Pr\u00e4dikat die Werbetrommel ger\u00fchrt wird, um noch mehr Touristen anzulocken, ist wenig wahrscheinlich. Denn schon jetzt steht der Massentourismus insbesondere rund um Neuschwanstein in der Kritik, auch wenn er f\u00fcr die angrenzenden Kommunen ein Wirtschaftsfaktor ist.\u00a0<\/p>\n<p>Fr\u00fcher konnte Neuschwanstein j\u00e4hrlich teils mehr als 1,4 Millionen Menschen anlocken, doch w\u00e4hrend der j\u00fcngst abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wurden die Besucherzahlen gedeckelt. Nach dem Ende der Arbeiten sind in Neuschwanstein nun dauerhaft noch 45 Besucherinnen und Besucher pro Gruppe erlaubt. Damit soll sichergestellt werden, dass das Bauwerk nicht unter dem Ansturm leidet. Das bayerische Finanzministerium in M\u00fcnchen, das f\u00fcr die Schl\u00f6sser im Freistaat zust\u00e4ndig ist, betont, dass auch dar\u00fcber hinaus eine \u00dcberbelastung des Denkmals vermieden wird.\u00a0<\/p>\n<p>Und auch die Unesco hat einen kritischen Blick auf den Massentourismus. In der Beschlussvorlage wird empfohlen, eine weitergehende Strategie zum Besuchermanagement zu etablieren. Dadurch sollen negative Auswirkungen auf den au\u00dfergew\u00f6hnlichen universellen Wert der Schl\u00f6sser vermieden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schwangau\/Paris (dpa) &#8211; F\u00fcr Bayern wird mit der Entscheidung der UN-Kulturorganisation Unesco in Paris ein Traum wahr: Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":262685,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[772,3364,4567,29,156,30,402,8970,1209,2856],"class_list":{"0":"post-262684","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-denkmler","11":"tag-deutschland","12":"tag-frankreich","13":"tag-germany","14":"tag-kulturpolitik","15":"tag-muenster","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-unesco"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114840714798573246","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=262684"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262684\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/262685"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=262684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=262684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=262684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}