{"id":263178,"date":"2025-07-12T18:53:15","date_gmt":"2025-07-12T18:53:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/263178\/"},"modified":"2025-07-12T18:53:15","modified_gmt":"2025-07-12T18:53:15","slug":"wie-der-klimawandel-badeseen-beeinflussen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/263178\/","title":{"rendered":"Wie der Klimawandel Badeseen beeinflussen kann"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nHintergrund<\/p>\n<p>Standdatum: 12. Juli 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nVerena Patel<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Sind die Zeiten des ungest\u00f6rten Badens in Bremer Seen vorbei? Warum die Wasserpest wohl nicht mehr verschwinden wird, es aber Grund zur Hoffnung gibt.<\/p>\n<p>Was hat der Klimawandel mit der wuchernden Wasserpest im Werdersee oder der Blaualgenbl\u00fcte im Unisee im Fr\u00fchjahr zu tun?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Unterscheiden muss man zun\u00e4chst, was sich im Wasser ausbreitet. Die Wasserpest ist eine invasive Pflanzenart. Das hei\u00dft, sie ist nicht heimisch, kann sich aber sehr gut anpassen und setzt sich daher auch au\u00dferhalb ihres heimischen Lebensraums durch. &#8222;Im Fall der Wasserpest wurde das Wachstum der Pflanze wahrscheinlich durch ein sehr sonniges Fr\u00fchjahr verst\u00e4rkt&#8220;, teilt eine Sprecherin des Bremer Umweltressorts auf Anfrage von buten un binnen mit. <\/p>\n<p>Sie wachse sehr schnell und mache ihrem Namen alle Ehre, weil man sie nur schwer wieder loswerde. &#8222;Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen invasive Arten vom Klimawandel profitieren, wenn sie besser an h\u00f6here Temperaturen angepasst sind als heimische Arten. In Bremen tritt neben der Wasserpest, die leider in vielen langsam flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern seit langer Zeit etabliert ist, auch das Nadelkraut auf&#8220;, schreibt die Sprecherin weiter. <\/p>\n<p>Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Sie k\u00f6nnen bei Verschlucken zum Beispiel zu Durchfall f\u00fchren, aber auch die Haut reizen. &#8222;Auch den Blaualgen wird nachgesagt, dass sie in ihrem Wachstum durch den Klimawandel beg\u00fcnstigt werden&#8220;, hei\u00dft es weiter aus dem Umweltressort. Klare Beweise gebe es daf\u00fcr aber noch nicht. Bei Blaualgen kommt es entscheidend auf einen weiteren Faktor an: den N\u00e4hrstoffgehalt im Wasser. &#8222;Bei Baggerseen, also k\u00fcnstlich angelegten Gew\u00e4ssern, zu denen auch der Werdersee und der Unisee geh\u00f6ren, ist der N\u00e4hrstoffgehalt zuerst niedrig und nimmt mit den Jahren zu. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Blaualgen&#8220;, sagt Thomas Klefoth. Er ist Professor f\u00fcr \u00d6kologie und Naturschutz an der Hochschule Bremen. Ein bestimmter N\u00e4hrstoffgehalt im Wasser, Sonneneinstrahlung und warme Temperaturen \u2013 diese Mischung sei wesentlich, damit es in Seen derart stark sprie\u00dft.<\/p>\n<p>Seeaufbau<\/p>\n<p>Litoral<br \/>\nUferzone<\/p>\n<p>Benthal<br \/>\nGesamter Bodenbereich<\/p>\n<p>Profundal<br \/>\nLichtarmer Bodenbereich<\/p>\n<p>Trophogene Zone\/Aufbauzone<br \/>\nOberste, lichtdurchflutete Zone, in der Photosynthese stattfindet und N\u00e4hrstoffe gebildet werden<\/p>\n<p>Tropholytische Zone\/Abbauzone<\/p>\n<p>Grafik in  Vollbildansicht \u00f6ffnen<\/p>\n<p>M\u00fcssen Bremerinnen und Bremer sich daran gew\u00f6hnen, dass es immer wieder Pflanzenwachstum oder Blaualgenbl\u00fcten gibt, die Schwimmen und Wassersport einschr\u00e4nken?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">&#8222;Die Situation in einem See wie dem Werdersee kann sich von einem aufs andere Jahr \u00e4ndern. Das ist unvorhersehbar&#8220;, sagt Thomas Klefoth von der Hochschule Bremen. &#8222;Im Fr\u00fchjahr zeigt sich meistens, ob es ein eher pflanzen- oder algendominiertes Jahr wird. Je h\u00f6her der N\u00e4hrstoffgehalt im Wasser, desto wahrscheinlicher, dass die Algen vorherrschen werden. Stehende Wasserpflanzen k\u00f6nnen auch bei niedrigerem N\u00e4hrstoffgehalt wachsen.&#8220; N\u00e4hrstoffeinfl\u00fcsse, die man anders als zum Beispiel bei Wasser aus einer Leitung nicht klar zuordnen kann, nennen Wissenschaftler &#8222;diffuse N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge&#8220;. <\/p>\n<p>Davon gibt es verschiedene. &#8222;Studien haben gezeigt, dass G\u00e4nse hohe N\u00e4hrstoffdosen beitragen k\u00f6nnen. Es gibt aber auch noch andere Faktoren, zum Beispiel Ausscheidungen von Menschen und ged\u00fcngte Erde, die bei Regen von Feldern abgesp\u00fclt wird und so auch in Gew\u00e4sser gelangt. In jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt in Deutschland sind n\u00e4hrstoffreiche Seen ein Thema&#8220;, sagt Klefoth. <\/p>\n<p>Beim Bremer Umweltressort ist man \u00fcberzeugt, dass die Wasserpest auch bleiben werde. Mit dem Innen- und Sportressort stehe man im engen Austausch und suche nach Wegen, mit den sich ver\u00e4ndernden Bedingungen bei Badegew\u00e4ssern umzugehen. &#8222;Sofern die Sicherheit der Wassersportlerinnen und \u2013sportler gef\u00e4hrdet ist, werden auch k\u00fcnftig beh\u00f6rdenseitig Ma\u00dfnahmen notwendig sein.&#8220;<\/p>\n<p>Was kann man tun, damit auch in Zukunft in den Badeseen das Schwimmen m\u00f6glich ist?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">&#8222;Mit M\u00e4hbooten die Wasserpest abzum\u00e4hen hilft f\u00fcr ein paar Wochen, dann ist sie wieder nachgewachsen und muss erneut gem\u00e4ht werden&#8220;, sagt der Biologe Klefoth. Invasive Arten wie die Wasserpest h\u00e4tten die Eigenschaft, sehr dominant zu sein und auch gen\u00fcgsam, wenn man versuche, ihre Lebensbedingungen zu erschweren. <\/p>\n<p>&#8222;Die Wasserpest w\u00e4chst bis zu 20 Zentimeter pro Tag und ist sehr konkurrenzstark. Wichtig ist auch zu beachten, dass sich die Pflanze bei jeder Aktion der Entfernung oder Mahd weiter verbreiten kann \u2013 in dem gleichen Gew\u00e4sser oder auch in andere, bisher nicht befallene Gew\u00e4sser&#8220;, teilt die Umweltbeh\u00f6rde mit. Dort rechnet man damit, dass sich die Pflanze auch im aktuell abgem\u00e4hten Teil des Werdersees, der zum Schwimmen freigegeben ist, wieder ansiedeln wird. <\/p>\n<p>Auch Thomas Klefoth geht davon aus, dass man die Pflanze akzeptieren muss. &#8222;Einem See N\u00e4hrstoffe im gro\u00dfen Stil zu entziehen, w\u00e4re sehr aufwendig und teuer&#8220;, gibt Klefoth zu bedenken. &#8222;Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re, den See auszubaggern. Gleichzeitig muss man aber auch sicherstellen, dass der Zufluss von N\u00e4hrstoffen gestoppt wird.&#8220;<\/p>\n<p>Worauf sollte man achten, wenn man in Bremen baden gehen will?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Der Bakteriengehalt in den Bremer Badegew\u00e4ssern wird regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert, um Erkrankungen wie Durchfall bei Schwimmerinnen und Schwimmern zu vermeiden. So sieht es die Badegew\u00e4sser-Richtlinie vor. Danach entscheidet sich auch, ob ein Gew\u00e4sser zum Baden freigegeben ist. Allerdings bedeutet eine gute Badegew\u00e4sserqualit\u00e4t nicht unbedingt die Badetauglichkeit, wie man am aktuellen Beispiel des Werdersees sieht. <\/p>\n<p>Dort ist nur in den Bereichen das Schwimmen erlaubt, wo die Wasserpest abgem\u00e4ht wurde. Das Umweltressort empfiehlt daher, sich vor dem Schwimmen auch einen Eindruck vor Ort zu verschaffen und sich zu fragen, ob das Gew\u00e4sser so aussieht, als k\u00f6nne man darin gut schwimmen oder ob schon mit blo\u00dfem Auge Gefahrenquellen erkennbar seien.<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen, 12. Juli 2025, 19:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hintergrund Standdatum: 12. Juli 2025. 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