{"id":263501,"date":"2025-07-12T21:56:23","date_gmt":"2025-07-12T21:56:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/263501\/"},"modified":"2025-07-12T21:56:23","modified_gmt":"2025-07-12T21:56:23","slug":"regisseur-jazdi-sehnsucht-ist-eine-iranische-kernemotion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/263501\/","title":{"rendered":"Regisseur Jazdi: &#8222;Sehnsucht ist eine iranische Kernemotion&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/migrantenexpress-104.webp\" alt=\"Zwei umschlungene T\u00e4nzer stehen vor einem grauen Hintergrund\" title=\"Zwei umschlungene T\u00e4nzer stehen vor einem grauen Hintergrund | Lichthof Theater Sebastian Madej\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Regisseur von &#8222;Migrantenexpress&#8220;: &#8222;Sehnsucht ist iranische Kernemotion&#8220; (3 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 12.07.2025 12:18 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">&#8222;Migrantenexpress&#8220; vereint biografische, dokumentarische und fiktive Sequenzen, basierend auf Erfahrungen der beteiligten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler &#8211; viele von ihnen mit iranischen Wurzeln. Heute Abend ist Premiere im Lichthof Theater Hamburg.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/wir_ueber_uns\/peter-helling,peterhelling112.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Helling<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\nWie geht es der iranischen Community in Hamburg seit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran? Immerhin ist sie &#8211; nach London &#8211; mit etwa 30.000 Menschen die zweitgr\u00f6\u00dfte in Europa. Das St\u00fcck &#8222;Migrantenexpress&#8220; k\u00f6nnte Antworten geben.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/migrantenexpress-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/migrantenexpress-102.webp\" alt=\"Schauspieler stehen in einem Halbkreis und halten die H\u00e4nde an den Kopf\" title=\"Zahlreiche Interviews lieferten die Grundlage f\u00fcr das Theaterst\u00fcck &quot;Migrantenexpress&quot;. | Lichthof Theater Sebastian Madej\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Zahlreiche Interviews lieferten die Grundlage f\u00fcr das Theaterst\u00fcck &#8222;Migrantenexpress&#8220;.<\/p>\n<p class=\"\">\nEs zeigt Bilder von Verlust und Sehnsucht, von Panik und Trauer: Eine T\u00e4nzerin, deren Hand pl\u00f6tzlich zu zittern beginnt, was sie nicht verstecken kann &#8211; als w\u00e4re da etwas Unausgesprochenes. Ein Geheimnis? &#8222;Es gibt ein Zitat, das hei\u00dft: &#8218;Sehnsucht ist die Seele des persischen Volkes'&#8220;, sagt Regisseur Kian Jazdi. Sehnsucht sei in der iranischen Identit\u00e4t eine Kernemotion. &#8222;Und die Sehnsucht nach dem Zuhause ist, glaube ich, die Realit\u00e4t von Migration.&#8220; Kian Jazdi ist Halbiraner. &#8222;Das St\u00fcck baut auf Interviews auf, die ich 2023 mit Menschen aus verschiedenen Generationen gef\u00fchrt habe, die aus dem Iran gefl\u00fcchtet sind.&#8220;<\/p>\n<p>    Inspiration durch Geschichten aus dem realen Leben<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/migrantenexpress-106.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/migrantenexpress-106.webp\" alt=\"Schauspielerin betrachtet ihren Schatten. \" title=\"Das St\u00fcck wirft unter anderem \u00fcberkommene Geschlechterbilder um. Deshalb k\u00f6nnte es wohl auf B\u00fchnen im Iran nicht aufgef\u00fchrt werden. | Lichthof Theater Sebastian Madej\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Das St\u00fcck wirft unter anderem \u00fcberkommene Geschlechterbilder um. Deshalb k\u00f6nnte es wohl auf B\u00fchnen im Iran nicht aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p class=\"\">\nEine der Interviewpartnerinnen war Kimia Bani. Die Percussionistin hat den Iran 2018 verlassen. &#8222;Als Musikerin, als Frau, als Aktivistin &#8211; ich konnte nicht mehr frei leben oder meine Meinung sagen&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Ihre Interviews haben den Theaterabend mit inspiriert. Auf die Frage, wie es ihrer Familie in diesen Tagen und Wochen geht, entgegnet Kimia: &#8222;Die sind okay. Aber heutzutage ist es alles ein bisschen erdr\u00fcckend mit der Situation, mit dem Krieg. Zum Beispiel letzten Monat hatten wir f\u00fcr eine Woche keinen Kontakt. Das ist eine schwierige Erfahrung als Iranerin in der Diaspora.&#8220;<\/p>\n<p>    St\u00fcck w\u00e4re nichts f\u00fcr B\u00fchnen im Iran<\/p>\n<p class=\"\">\nSo mischen sich in dem St\u00fcck choreografische Szenen mit biografischen Br\u00fcchen: Man sp\u00fcrt sie, ohne dass sie ausgesprochen oder illustriert werden. Das Ensemble schmiegt sich eng aneinander, in einer Schneckenbewegung, doch dann will einer ausbrechen, die anderen halten ihn fest. Ein junger Mann spricht ein Liebesgedicht auf Farsi, fl\u00fcstert es aber wie einen Hilfeschrei. Eine Frau nimmt einen Mann auf den R\u00fccken &#8211; sie dominiert ihn, wirft \u00fcberkommene Geschlechterbilder um, m\u00fchelos. Ob das St\u00fcck so im Iran zu zeigen w\u00e4re? &#8222;Ich kann leider nicht in den Iran reisen, das hei\u00dft, ich wei\u00df es nicht. Aber ich gehe fest davon aus, dass es so nicht zu zeigen w\u00e4re, ja&#8220;, sagt der Regisseur.<\/p>\n<p>    &#8222;Iraner sind sehr stark&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nEs entsteht eine Performance, die Reibungen und Abgr\u00fcnde zeigt, subtil andeutet, was Menschen mit Migrationsgeschichte bewegt. Der geb\u00fcrtige Teheraner Amin Bahremand etwa ist vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen: &#8222;Meiner Familie geht es gut, aber was hei\u00dft gut? Die Iraner sind sehr stark. Wir finden immer einen Weg, und das Leben ist immer gr\u00f6\u00dfer als die Einschr\u00e4nkungen. Ich sehe, dass die Menschen ihre St\u00e4rke wiederfinden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nDer junge Graphikdesigner ist heute stolzer Hamburger, wie er sagt. Er erz\u00e4hlt, wie es ihm in den vergangenenen Wochen w\u00e4hrend der Luftangriffe der israelischen Armee auf Teheran erging: &#8222;Ich wusste nicht, wie ich das ausdr\u00fccken soll. Ich hatte sogar eine Illustration gemacht mit der Stadt in meinem Kopf, die bombardiert wird, all meine Visionen, die so d\u00fcster waren. Ein Tag kann sich manchmal anf\u00fchlen wie ein Jahr.&#8220;<\/p>\n<p>    Das St\u00fcck soll emotionale Spuren legen<\/p>\n<p class=\"\">\nHinter der B\u00fchne flackern Videos auf, Bilder von Protesten im Iran &#8211; aber tagespolitisch will das St\u00fcck nicht sein, sondern emotionale Spuren legen, die f\u00fcr alle gelten. &#8222;Die aktuelle Politik im Iran ist immer pr\u00e4sent, seit Tag eins in dem Projekt&#8220;, sagt Regisseur Kian Jazdi, &#8222;und nat\u00fcrlich ist durch den Krieg zwischen Iran und Israel im Moment ein neuer Fokus auf den Iran. Aber das, was jetzt gerade passiert, ist der Vulkanausbruch, aber der Vulkan ist die ganze Zeit aktiv und brodelt die ganze Zeit.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nZwei M\u00e4nner stehen hintereinander, ber\u00fchren sich &#8211; der eine zittert wie in Panik, der andere schlie\u00dft ihn in die Arme. Beide K\u00f6rper beruhigen sich. Pl\u00f6tzlich herrscht Frieden.<\/p>\n<p class=\"\">Das St\u00fcck &#8222;Migrantenexpress&#8220; feiert am 12. Juli um 19 Uhr Premiere im Lichthof Theater Hamburg. Die zweite Vorstellug ist am 13. Juli.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Regisseur von &#8222;Migrantenexpress&#8220;: &#8222;Sehnsucht ist iranische Kernemotion&#8220; (3 Min) Stand: 12.07.2025 12:18 Uhr &#8222;Migrantenexpress&#8220; vereint biografische, dokumentarische&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":263502,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,8036,30,692,345,79700,79699,79698,382,94],"class_list":{"0":"post-263501","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-flucht","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-iran","13":"tag-iranische-migranten","14":"tag-lichthof-theater","15":"tag-migrantenexpress","16":"tag-migration","17":"tag-theater"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114842500264662573","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=263501"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263501\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/263502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=263501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=263501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=263501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}