{"id":264048,"date":"2025-07-13T03:23:12","date_gmt":"2025-07-13T03:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264048\/"},"modified":"2025-07-13T03:23:12","modified_gmt":"2025-07-13T03:23:12","slug":"wo-bleibt-die-abschaffung-der-waffenverbotszone-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264048\/","title":{"rendered":"Wo bleibt die Abschaffung der Waffenverbotszone? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am 25. Juni er\u00f6ffnete der Polizeiposten in der Eisenbahnstra\u00dfe als Au\u00dfenstelle der Polizeidirektion Leipzig-Zentrum. Die Polizei hatte jahrelang nach einem Standort f\u00fcr diesen Posten gesucht. Die Einrichtung eines Polizeipostens ist \u2013 so sehen es jedenfalls Sachsens Innenminister \u2013 die zentrale Bedingung daf\u00fcr, dass die Waffenverbotszone im Leipziger Osten abgeschafft werden kann. Obwohl gerade die Waffenverbotszone gezeigt hat, dass solche Kontrollzonen \u00fcberhaupt nichts zur L\u00f6sung lokaler Konflikte beitragen.<\/p>\n<p>Aber wenn konservative Politiker ratlos sind, dann denken sie immer wieder in Law-and-Order-Schablonen. So wie es Deutschland gerade mit den Grenzkontrollen erlebt, die Innenminister Dobrindt angeordnet hat. Teuer, ineffektiv. Letztlich reine Symbolpolitik, bei der die Bundespolizei Millionen \u00dcberstunden sammelt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/96d59e92a00c468c890fae7a177170a8.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/07\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Nicht besser war die Idee einer Waffenverbotszone rund um die Eisenbahnstra\u00dfe. Die erste Schlappe erlebte <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/sachsen\/2017\/02\/Sachsens-Innenminister-traeumt-von-Waffenverbotszonen-in-Dresden-und-Leipzig-167625\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diese 2017 vom damaligen Innenminister Markus Ulbig initiierte Sonderzone<\/a> schon 2021, als ein<a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2021\/03\/polizeiverordnung-zur-waffenverbotszone-unwirksam-nur-das-mitfuehren-richtiger-waffen-bleibt-verboten-381266\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (Az.: 6 C 22\/19 vom 24. M\u00e4rz 2021)<\/a> ein Prinzip dieser Verordnung, welcher das Mitf\u00fchren \u201egef\u00e4hrlicher Gegenst\u00e4nde\u201c verbot, au\u00dfer Kraft setzte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2021\/06\/evaluierung-der-waffenverbotszone-in-der-eisenbahnstrasse-keine-positiven-auswirkungen-also-behalten-wir-das-ding-394886\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Evaluierung durch Innenministerium, Universit\u00e4t und Stadt Leipzig kam zur selben Zeit zum Schluss<\/a>, dass die Sonderkontrollzone das Kriminalit\u00e4tsaufkommen nicht senkte und das Sicherheitsgef\u00fchl der Anwohner\/-innen nicht verbesserte.<\/p>\n<p>Eigentlich eine Lehrstunde f\u00fcr Sachsens konservative Politiker, dass man elementare Konflikte nicht mit Polizeikontrollen l\u00f6sen kann. Auch der Polizeiposten wird daran nicht viel \u00e4ndern. Der Umbau der Immobilie kostete fast eine Million Euro, <a href=\"http:\/\/edas.landtag.sachsen.de\/redas\/#\/details?dokument_id=39128\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie eine Landtagsanfrage der Leipziger Landtagsabgeordneten Juliane Nagel (Die Linke) ergab<\/a>, monatlich schlagen Kosten von etwa 2.400 Euro zu Buche. Die Linke hatte sowohl die Waffenverbotszone als auch die Etablierung eines Polizeipostens als vermeintliche Alternative immer kritisiert.<\/p>\n<p>Eiertanz um die Abschaffung<\/p>\n<p>\u201eSeit \u00fcber vier Jahren schleppt sich das Drama um die Abschaffung der Waffenverbotszone nun hin. Ihre Bilanz ist \u00e4u\u00dferst karg\u201c, stellt die Leipziger Landtagsabgeordnete fest.<\/p>\n<p>\u201eSie hat nichts zur Sicherheit und zu einem guten Zusammenleben in den betreffenden Sozialr\u00e4umen beigetragen, vielmehr hat sie zur Stigmatisierung des Gebietes und zur weiteren Kriminalisierung von Menschen \u2013 vor allem jenen mit Migrationsgeschichte \u2013 gef\u00fchrt. Die Polizei \u00fcbte die ausufernden Kontrollbefugnisse durch anlasslose und verdachtsunabh\u00e4ngige Kontrollen und Durchsuchungen weiter aus, obwohl die Hinweisschilder entweder nicht mehr erkennbar sind oder g\u00e4nzlich fehlen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/edas.landtag.sachsen.de\/redas\/download?datei_id=42687\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einer aktuellen Kleinen Anfrage<\/a> fragte sie jetzt die Staatsregierung, ob die Waffenverbotszone inzwischen endlich Geschichte wird, denn das hatten das s\u00e4chsische Innenministerium und die Leipziger Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren mehrfach zugesagt.<\/p>\n<p>\u201eIn einer der Antworten hei\u00dft es, dass die Aufhebung der Waffenverbotszonenverordnung mit der Er\u00f6ffnung des Polizeipostens verbunden werden soll\u201c, sagt Juliane Nagel. \u201eNichtsdestotrotz stehen wir der Er\u00f6ffnung des Postens kritisch gegen\u00fcber: Er suggeriert Sicherheit in Stadtvierteln, die vielmehr soziale Garantien, Jugendarbeit, Dialog und Konfliktmoderation \u2013 sprich, Ressourcen f\u00fcr ein gutes, nachbarschaftliches Zusammenleben ohne Armut und Verdr\u00e4ngung durch Mietsteigerungen \u2013 brauchen.\u201c<\/p>\n<p>Aber von einer Abschaffung der Waffenverbotszone ist trotzdem noch keine Rede.<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde den Fokus n\u00e4mlich endlich auf das richten, was im Leipziger Osten tats\u00e4chlich passieren muss.<\/p>\n<p>\u201e<a href=\"https:\/\/www.leipzig.de\/buergerservice-und-verwaltung\/buergerbeteiligung-und-einflussnahme\/buergerumfrage\/sicherheitsumfrage#c105455\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der j\u00fcngste Ergebnisbericht der Umfrage zur Sicherheit<\/a> in Leipzig stellt fest, dass das Kriminalit\u00e4tsaufkommen laut Polizeilicher Kriminalstatistik \u201aseit Jahren in der Tendenz r\u00fcckl\u00e4ufig\u2018 ist. Diese Entwicklung spiegelt sich jedoch nicht im gleichen Ma\u00dfe im allgemeinen Sicherheitsgef\u00fchl der Leipzigerinnen und Leipziger wider\u201c, sagt dazu die Stadtr\u00e4tin der Linken Dr. Elisa Gerbsch.<\/p>\n<p>\u201eDie Einrichtung eines Polizeipostens trotz einer Verbesserung der Sicherheitslage in Neustadt-Neusch\u00f6nefeld und Volkmarsdorf reiht sich gewisserma\u00dfen in diese Logik ein. Gegen Unsicherheit und Entfremdung helfen Begegnungsorte \u2013 insbesondere dort, wo so unterschiedliche soziale Gruppen T\u00fcr an T\u00fcr leben wie in Neustadt-Neusch\u00f6nefeld und in Volkmarsdorf. Ob eine Polizeiwache ein Ort der Begegnung ist oder das Zusammenleben bef\u00f6rdert, bleibt f\u00fcr uns h\u00f6chst fraglich.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 25. Juni er\u00f6ffnete der Polizeiposten in der Eisenbahnstra\u00dfe als Au\u00dfenstelle der Polizeidirektion Leipzig-Zentrum. 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