{"id":264090,"date":"2025-07-13T03:45:13","date_gmt":"2025-07-13T03:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264090\/"},"modified":"2025-07-13T03:45:13","modified_gmt":"2025-07-13T03:45:13","slug":"spuren-eines-malermeisters-in-ritterhude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264090\/","title":{"rendered":"Spuren eines Malermeisters in Ritterhude"},"content":{"rendered":"<p> Als G\u00fcnter Pr\u00f6pping 1949 geboren wurde, lebte sein Opa bereits nicht mehr. Lange kannte der Ritterhuder seinen Gro\u00dfvater Adolph Ludwig Pr\u00f6pping daher nur aus den Erz\u00e4hlungen seines Vaters Carl. Noch mehr \u00fcber ihn erfuhr der Ritterhuder allerdings, nachdem sein Vater 2004 starb und er dessen Ahnenforschung selbst weiterf\u00fchrte. Heute sagt G\u00fcnter Pr\u00f6pping: &#8222;Aus meiner Sicht hat es sich gelohnt, da es vieles zu entdecken gab, was mir von meinem Vater nicht \u00fcbermittelt wurde und er selbst vielleicht auch gar nicht wusste.&#8220; Denn G\u00fcnter Pr\u00f6pping stie\u00df bei seiner Forschung auf Informationen, die nicht allein f\u00fcr seine Familie von Relevanz sind. Als Malermeister und Heimatmaler hat Adolph Pr\u00f6pping seine Spuren in Ritterhude hinterlassen.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-w=\"1200 1 Landscape\" alt=\"G\u00fcnter Pr\u00f6ppings Gro\u00dfvater war nicht nur Malermeister. Er verdiente sich auch als Kunstmaler ein Zubrot. Der Hudenhof war ein gefragtes Motiv.\" class=\"inline-gallery__image withsrc\" style=\"max-height:unset;aspect-ratio:16\/9\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Landscaperitterhude-g-nter-pr-pping-ritterhuder-hat-ein-buch-ber-seinen-gro-vater-einen-ritterhuder-.webp\"\/><\/p>\n<p>G\u00fcnter Pr\u00f6ppings Gro\u00dfvater war nicht nur Malermeister. Er verdiente sich auch als Kunstmaler ein Zubrot. Der Hudenhof war ein gefragtes Motiv. <\/p>\n<p>                    Foto:<br \/>\n     Christian Kosak <\/p>\n<p>Wo komme ich her? Wer waren meine Vorfahren? Diese Fragen lassen immer mehr Menschen zu Hobby-Historikern werden. J\u00fcngstes Beispiel unter Deutschlands Prominenten ist Hape Kerkeling. Er verwandelte seine Recherche unter dem Buchtitel &#8222;Gebt mir etwas Zeit&#8220; zu einem Bestseller. Dass er bei seinen Nachforschungen auf adelige Gene gesto\u00dfen ist, hat sicher auch zum Erfolg der Publikation beigetragen. Und tats\u00e4chlich hat auch G\u00fcnter Pr\u00f6pping bei seiner Recherche eine weitl\u00e4ufige Verbindung zum europ\u00e4ischen Adel entdeckt. \u00dcber die Tochter eines Bruders eines seiner Vorfahren. Mechthild Wei\u00df vom Kirchenbuchamt in G\u00f6ttingen war diesem Nebenzweig des Pr\u00f6ppischen Stammbaums auf die Spur gekommen.<\/p>\n<p>Wei\u00df ist nur eine von vielen \u2013 ob aus der Familie, Vereinen, Bibliotheken oder Archiven \u2013 die G\u00fcnter Pr\u00f6pping bei den Nachforschungen geholfen haben. &#8222;F\u00fcr diese Hilfe bin ich sehr dankbar&#8220;, sagt er. &#8222;Meine Familie kam von Braunschweig \u00fcber G\u00f6ttingen nach Grohn-Aumund&#8220;, wei\u00df G\u00fcnter Pr\u00f6pping inzwischen. Seinen Gro\u00dfvater Adolph Pr\u00f6pping habe es als Kind nach Ritterhude verschlagen. Die Mutter kurz nach der Geburt gestorben, der Vater nicht mehr in der Lage, seine Kinder zu versorgen, kam G\u00fcnter Pr\u00f6ppings Gro\u00dfvater zu dem Ritterhuder Malermeister P\u00f6hl. Der, so hat G\u00fcnter Pr\u00f6pping erfahren, wohnte in einem Haus an der Goethestra\u00dfe\/Ecke Windm\u00fchlenstra\u00dfe und nahm den Jungen in die Lehre.<\/p>\n<p>Zwist mit dem Lehrmeister<\/p>\n<p>Als Geselle habe sein Gro\u00dfvater dann f\u00fcr den ortsans\u00e4ssigen Maler Block gearbeitet. &#8222;Der hat damals fast alle Auftr\u00e4ge der Gemeinde gekriegt&#8220;, sagt G\u00fcnter Pr\u00f6pping. Aber als sein Gro\u00dfvater nach dem Ersten Weltkrieg Malermeister wurde und sich selbstst\u00e4ndig machte, verschlechterte sich die Beziehung zum ehemaligen Chef. Denn Adolph Pr\u00f6pping hatte 1909 ein Jahr lang die staatlich-st\u00e4dtische Handwerker- und Kunstgewerbe Schule in Hildesheim besucht. Dort lernte er Techniken, die nicht jeder Malermeister beherrschte. Auch Block nicht. Wegen dieser F\u00e4higkeiten h\u00e4tten die Gebr\u00fcder Ries beim Bau ihrer Geb\u00e4ude Auftr\u00e4ge an seinen Gro\u00dfvater vergeben.<\/p>\n<p>&#8222;Er war bitterb\u00f6se dar\u00fcber, dass die jungen Maler auch Auftr\u00e4ge erhielten&#8220;, sagt G\u00fcnter Pr\u00f6pping. Block habe sich in der Osterholz-Scharmbecker Zeitung Luft gemacht. In einem Leserbrief bezeichnete er die anderen von Ries beauftragten Maler als &#8222;Schmutzkonkurrenz&#8220;, die die Preise dr\u00fcckten. Gemeint waren offenbar Adolph Pr\u00f6pping und ein weiterer Malermeister, die ihrerseits mit einem Leserbrief reagierten. &#8222;Die haben sich im Kreisblatt bekriegt&#8220;, sagt der Enkel. &#8222;Block zog den K\u00fcrzeren und mein Gro\u00dfvater bekam beim Bau des Rathauses, der Riesschule, des Pfarrhauses und f\u00fcr die Gestaltung des Innenraums der St. Johannes Kirche Auftr\u00e4ge.&#8220; Auch das Ausmalen der &#8222;repr\u00e4sentativen R\u00e4ume&#8220; sei ihm \u00fcbertragen worden.<\/p>\n<p>Malerarbeiten in Riesgeb\u00e4uden <\/p>\n<p>&#8222;In Ritterhude ist vieles von meinem Gro\u00dfvater noch zu sehen.&#8220; Wer heute beispielsweise die Eingangshalle des Rathauses betritt, sieht \u00fcber sich an der Decke das von Adolph Pr\u00f6pping entworfene Rankmotiv. Bei der Sanierung wurde es nachgestrichen. In der St. Johannes Kirche sind nach der Wiederherstellung der Sternenhimmel an der Altarstirnwand so wie andere Details zu sehen, die von Pr\u00f6pping stammen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Baus der Riesgeb\u00e4ude habe sein Gro\u00dfvater sehr viel zu tun gehabt. &#8222;Aber danach wurde es schlechter&#8220;, sagt G\u00fcnter Pr\u00f6pping. Er habe dann als Berufsschullehrer die Ausbildung des Maler-Nachwuchses \u00fcbernommen. Als die Weltwirtschaftskrise ausbrach, habe sein Gro\u00dfvater sich als Heimatmaler ein Zubrot verdient, machte Tauschgesch\u00e4fte mit Auftragsbildern. Statt Geld gab es Lebensmittel.<\/p>\n<p>Besonders gefragt seien damals Bilder vom Hudenhof gewesen. Der wurde von der Kirche als Pfarrhaus genutzt. Der Hudenhof, so erz\u00e4hlt G\u00fcnter Pr\u00f6pping, sei ein Zentrum d\u00f6rflichen Lebens gewesen. Ein Treffpunkt. Dann wurde er von den Gebr\u00fcdern Ries gekauft und abgerissen. Im Gegenzug stifteten sie der Kirche ein neues Pfarrhaus. &#8222;Viele Ritterhuder wollten eine Erinnerung an den Hudenhof haben&#8220;, erkl\u00e4rt Pr\u00f6pping die zahlreichen Bilder vom Hof.<\/p>\n<p>Mit knapp 58 Jahren starb Adolph Pr\u00f6pping 1943. G\u00fcnter Pr\u00f6pping hat die Geschichte seines Gro\u00dfvaters nun publiziert. Das Buch enth\u00e4lt viele Bilder sowie Kopien von Urkunden und erz\u00e4hlt nicht nur Adolph Pr\u00f6ppings, sondern auch Ritterhuder Geschichte. Deshalb hat sein Enkel sowohl dem Osterholzer Kreisarchiv als auch der Gemeindeb\u00fccherei Ritterhude und dem Heimat- und B\u00fcrgerverein Ritterhude je ein Exemplar zur Einsicht f\u00fcr B\u00fcrger \u00fcberlassen, zu kaufen gibt es sein Werk nicht.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc814p9493u08igcm193y\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/landkreis-osterholz\/gemeinde-ritterhude\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als G\u00fcnter Pr\u00f6pping 1949 geboren wurde, lebte sein Opa bereits nicht mehr. 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