{"id":264101,"date":"2025-07-13T03:51:09","date_gmt":"2025-07-13T03:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264101\/"},"modified":"2025-07-13T03:51:09","modified_gmt":"2025-07-13T03:51:09","slug":"konzert-vor-40-jahren-warum-viele-aethiopier-live-aid-heute-kritisch-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264101\/","title":{"rendered":"Konzert vor 40 Jahren: Warum viele \u00c4thiopier Live Aid heute kritisch sehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 13.07.2025 04:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Vor 40 Jahren brachte Bob Geldof bei Live Aid 16 Stunden lang internationale Stars auf die B\u00fchne. Das Ziel: Spenden sammeln f\u00fcr hungernde Menschen in \u00c4thiopien. Mittlerweile sehen viele die Aktion kritisch.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Julia Linn, ARD Nairobi\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs war das Konzert des Jahrzehnts &#8211; manche sagen sogar aller Zeiten. In London und Philadelphia stehen 16 Stunden lang internationale Stars auf der B\u00fchne. Bob Geldof hat sie bei Live Aid vor 40 Jahren f\u00fcr den guten Zweck zusammengebracht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFernsehbilder von der damaligen Hungersnot in \u00c4thiopien hatten ihn schockiert &#8211; Kinder mit Hungerb\u00e4uchen, Beinen so d\u00fcnn wie Streichh\u00f6lzer. Auch durch Live Aid gingen diese Bilder um die Welt, zu jedem Jubil\u00e4um wird an sie erinnert. Dabei ist es genau dieses Bild, das viele Menschen in \u00c4thiopien loswerden wollen.<\/p>\n<p>    \u00c4thiopier w\u00fcnschen sich anderen Blick aufs Land<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDawit Yifru ist einer der ber\u00fchmtesten K\u00fcnstler des Landes und Vorsitzender des \u00e4thiopischen Musikverbands und hat Live Aid 1985 verfolgt. Er w\u00fcnscht sich einen anderen Blick auf sein Land.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamals sei die Unterst\u00fctzung gut gewesen, aber \u00c4thiopien sollte nicht l\u00e4nger wie vor 40 Jahren dargestellt werden: &#8222;Es hat sich viel getan und das sollte gezeigt werden. Als Hungerland wollen wir nicht mehr wahrgenommen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Dawit Yifru ist einer der ber\u00fchmtesten K\u00fcnstler \u00c4thiopiens. Er kritisiert, dass Bob Geldof keinen seiner Landsleute in das Live-Aid-Projekt miteinbezogen hat. Yifru hatte mit seiner Band bereits zuvor ein \u00e4hnliches Projekt initiiert.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00c4thiopien gilt zwar immer noch als eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt und die Lage in vielen Regionen ist angespannt, aber es geht auch vorw\u00e4rts: Vor einigen Jahren geh\u00f6rte es zu den L\u00e4ndern mit dem h\u00f6chsten Wirtschaftswachstum weltweit, und die Wirtschaft w\u00e4chst auch heute noch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Lebenserwartung liegt heute bei knapp 68 Jahren. Als Live Aid vor 40 Jahren stattfand, war sie noch deutlich niedriger &#8211; bei 38 Jahren.<\/p>\n<p>    100 Millionen US-Dollar f\u00fcr Nahrungsmittel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass durch Live Aid ein zu negatives Bild von \u00c4thiopien gezeichnet wurde, ist nicht der einzige Kritikpunkt. Mehr als 100 Millionen US-Dollar Spenden brachten das Live-Aid-Konzert und die dazugeh\u00f6rigen TV-\u00dcbertragungen. Viel Geld, das vor allem f\u00fcr Nahrungsmittel eingesetzt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDavid de Waal, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der World Peace Foundation, kritisierte diese rein kurzfristige Hilfe damals. Er forscht zu Hungersn\u00f6ten weltweit: &#8222;Live Aid konzentrierte sich ausschlie\u00dflich auf das unmittelbare menschliche Leid und nicht auf die politisch-milit\u00e4rischen Ursachen der Hungersnot, n\u00e4mlich den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDennoch sei die sofortige Hilfe aus heutiger Sicht sehr wichtig gewesen, um Menschen das Leben zu retten, so de Waal. Mittlerweile funktioniere Entwicklungszusammenarbeit anders und es werde dort investiert, wo Ursachen bek\u00e4mpft w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n2010 berichtete dann die BBC: Nicht alle Spendengelder soll auch den Menschen in \u00c4thiopien zugutegekommen sein. Rebellen sollen sich Geld erschlichen und davon Waffen gekauft haben. Bob Geldof bestreitet das.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        \u00c4thiopien hat sich ver\u00e4ndert, viele Menschen wollen nicht mehr mit dem Image von vor 40 Jahren in Verbindung gebracht werden.\n                    <\/p>\n<p>    Wurden \u00e4thiopische K\u00fcnstler ignoriert?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas viele Musiker in \u00c4thiopien bewegt: Bei Live Aid stand kein \u00e4thiopischer K\u00fcnstler auf der B\u00fchne. Auch beim gesamten Band-Aid-Projekt hat bis heute kein K\u00fcnstler des Landes mitgewirkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDawit Yifru hatte schon vor Live Aid ein \u00e4hnliches Projekt initiiert &#8211; mit seiner Band ein Album aufgenommen, von dessen Erl\u00f6sen eine Hilfsorganisation einen Lkw kaufen konnte, der Nahrungsmittel ins Hungergebiet brachte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon Bob Geldof habe er zum ersten Mal geh\u00f6rt, nach dem dieser mit dem Band-Aid-Projekt &#8222;Do They Know It\u2019s Christmas?&#8220; ver\u00f6ffentlicht hatte, erz\u00e4hlt Yifru. &#8222;Er ist nie auf uns zugekommen. Dabei w\u00e4re es gut gewesen, wenn er uns kontaktiert h\u00e4tte und wir vielleicht sogar zusammengearbeitet h\u00e4tten.&#8220; Dann h\u00e4tte auch die \u00e4thiopische Perspektive eine Rolle spielen k\u00f6nnen, so Yifru.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Bob Geldof beim Live-Aid-Konzert im Jahr 1985. Vorw\u00fcrfe, die \u00e4thiopische Perspektive sei zu wenig beachtet worden, wies er immer zur\u00fcck.\n                    <\/p>\n<p>    Geldof bestreitet Vorwurf vom &#8222;wei\u00dfen Retter&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls Bob Geldof damals nach \u00c4thiopien kam, gingen die Bilder davon um die Welt. Der Musiker l\u00e4uft durch Fl\u00fcchtlingslager, ist mit Kindern an der Hand zu sehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nImmer wieder wird Geldof vorgeworfen, er inszeniere sich als &#8222;wei\u00dfer Retter&#8220;. Der S\u00e4nger und Live Aid-Initiator wehrt diesen Vorwurf ab. In einem Radio-Interview sagte er im vergangenen Jahr: &#8222;Sind die einzigen Menschen, die auf eine Hungersnot in Afrika reagieren d\u00fcrfen, schwarze Menschen? Und wenn die Menschen gr\u00fcn sind, d\u00fcrfen dann nur Gr\u00fcne reagieren?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDen Menschen in \u00c4thiopien zuh\u00f6ren &#8211; das stereotype Bild \u00e4ndern. Das ist es, was Dawit Yifru und viele andere im Land fordern. Auch von Bob Geldof, der bis heute regelm\u00e4\u00dfig \u00c4thiopien besucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 13.07.2025 04:32 Uhr Vor 40 Jahren brachte Bob Geldof bei Live Aid 16 Stunden lang internationale Stars&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":264102,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[32813,29,214,30,3543,215],"class_list":{"0":"post-264101","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-aethiopien","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-live-aid","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114843895959099851","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264101"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264101\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}