{"id":264183,"date":"2025-07-13T04:41:13","date_gmt":"2025-07-13T04:41:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264183\/"},"modified":"2025-07-13T04:41:13","modified_gmt":"2025-07-13T04:41:13","slug":"bremer-stahlwerk-in-den-roten-zahlen-5-grafiken-erklaeren-die-misere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264183\/","title":{"rendered":"Bremer Stahlwerk in den roten Zahlen: 5 Grafiken erkl\u00e4ren die Misere"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nInfografik<\/p>\n<p>Standdatum: 13. Juli 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nKristian Kloo\u00df<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/arcelor-mittal-100~_v-800x450_c-1732638237971.jpg\" data-gallery-entry-for=\"arcelormittal-zahlen-grafiken-100\" data-size=\"2560x1440\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Ein Mitarbeiter der ArcelorMittal GmbH steht im Warmwalzwerk und schaut auf einen Ofen. \" title=\"Bild: dpa | Thomas Trutschel\" data-image-owner=\"dpa | Thomas Trutschel\" data-image-title=\"Ein Mitarbeiter der ArcelorMittal GmbH steht im Warmwalzwerk und schaut auf einen Ofen. \" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/arcelor-mittal-100~_v-800x450_c-1732638237971.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/arcelor-mittal-100~_v-640x360_c-1732638237971.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>ArcelorMittal-Mitarbeiter im Warmwalzwerk, wo Stahlbl\u00f6cke (Brammen) unter anderem zu Flachstahl ausgewaltz werden.<\/p>\n<p>Bild: dpa | Thomas Trutschel<\/p>\n<p class=\"article-intro\">ArcelorMittals Stahlproduktion leidet nicht nur in Bremen, auch im Rest Europas schmelzen die Gewinne. Doch wie ist es dazu gekommen? Diese Zahlen zeigen den Niedergang.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/stahlwerk-arcelormittal-bremen-100~_v-512x288_c-1728537665993.jpg\" data-gallery-entry-for=\"arcelormittal-zahlen-grafiken-100\" data-size=\"2560x1440\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Das Stahlwerk von &quot;ArcelorMittal Bremen&quot;. \" title=\"Bild: picture alliance\/dpa | Sina Schuldt\" data-image-owner=\"picture alliance\/dpa | Sina Schuldt\" data-image-title=\"Das Stahlwerk von &quot;ArcelorMittal Bremen&quot;. \" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/stahlwerk-arcelormittal-bremen-100~_v-512x288_c-1728537665993.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/stahlwerk-arcelormittal-bremen-100~_v-640x360_c-1728537665993.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Seit zwei Jahren schreibt das ArcelorMIttal-Werk in Bremen rote Zahlen.<\/p>\n<p>Bild: picture alliance\/dpa | Sina Schuldt<\/p>\n<p>Der Bremer Standort von ArcelorMittal schreibt seit zwei Jahren rote Zahlen. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Gr\u00fcnde. Wobei Bremens Wirtschafts- und F\u00f6rderpolitik dabei nur eine Nebenrolle spielt. Denn es sind vor allem volkswirtschaftliche Entwicklungen, die den europ\u00e4ischen Stahlmarkt zuletzt gepr\u00e4gt haben: Pandemie, Zollschranken, Billigimporte, Energiekrise und der wirtschaftliche Stillstand Deutschlands.<\/p>\n<p>Wie die europ\u00e4ische Stahlbranche und mit ihr das Bremer Werk in die Krise geraten sind, zeigen diese f\u00fcnf Grafiken.<\/p>\n<p>1 Entwicklung des Stahlverbrauchs in der EU<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video\u2026) von Datawrapper anzeigen lassen<\/p>\n<p class=\"embed-desc\">Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.<br \/><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/info\/datenschutz\/datenschutz-embeds100.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos zum Thema Datenschutz.<\/a><\/p>\n<p>Die Entwicklung des Stahlverbrauchs in der Europ\u00e4ischen Union ist seit einigen Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. Nach dem Einbruch in der Pandemie, als Baustellen, Autowerke und Fabriken geschlossen blieben, gab es zwar einen kurzfristigen Boom \u2013 der baute aber auf Nachholeffekten. Die 152,7 Millionen Tonnen Stahl, die vor der Pandemie im Jahr 2018 in der EU verbaut worden waren, wurden seither nicht mehr erreicht. 2024 waren es stattdessen nur noch 128,7 Millionen Tonnen.<\/p>\n<p>Dem Branchenverband Eurofer zufolge ist der Stahlverbrauch allein 2024 um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. F\u00fcr 2025 erwartet der Verband nochmals ein Minus von 3,3 Prozent. Fr\u00fchestens 2026 rechnet die Branche mit einer leichten Erholung \u2013 und auch nur dann, wenn Risiken wie hohe US-Z\u00f6lle die Nachfrage nicht erneut ausbremsen.<\/p>\n<p>2 EU-Exporte und -Importe fertiger Stahlprodukte<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video\u2026) von Datawrapper anzeigen lassen<\/p>\n<p class=\"embed-desc\">Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.<br \/><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/info\/datenschutz\/datenschutz-embeds100.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos zum Thema Datenschutz.<\/a><\/p>\n<p>Die zweite Grafik zeigt, dass EU-L\u00e4nder seit Jahren immer mehr Stahlprodukte wie zum Beispiel Bleche, Spulen (Coils), Stangen oder Dr\u00e4hte aus dem Nicht-EU-Ausland importieren. Der positive Handelsbilanz\u00fcberschuss bei fertigen Stahlprodukten von 11 Millionen Tonnen im Jahr 2013 ist so innerhalb eines Jahrzehnts im Jahr 2024 in ein Defizit von 10,7 Millionen Tonnen umgeschlagen.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Der ohnehin geringe Stahlverbrauch (siehe erste Grafik) wird durch einen hohen Importdruck (siehe zweite Grafik) noch versch\u00e4rft \u2013 durch billigeren und oft subventionierten Stahl aus L\u00e4ndern wie China, Indien oder der T\u00fcrkei. Das dr\u00fcckt auch die Preise f\u00fcr den Flachstahl aus europ\u00e4ischen Werken wie Bremen.<\/p>\n<p>3 Wirtschaftswachstum in Deutschland (in Prozent)<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video\u2026) von Datawrapper anzeigen lassen<\/p>\n<p class=\"embed-desc\">Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.<br \/><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/info\/datenschutz\/datenschutz-embeds100.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos zum Thema Datenschutz.<\/a><\/p>\n<p>Die in der Grafik oben dokumentierte Konjunkturflaute in Deutschland ist dabei keine Hilfe f\u00fcr das Bremer Werk. Denn kaum eine Branche ist so eng mit dem Wachstum einer Volkswirtschaft verkn\u00fcpft wie die Stahlindustrie. Sie h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von Auftr\u00e4gen aus dem Bausektor, dem Maschinenbau und der Autoindustrie ab.<\/p>\n<p>In Industriel\u00e4ndern wie Deutschland kommen verschiedene Studien der OECD, der World Steel Association und des Ifo-Institut zu dem Schluss, dass ein 1-Prozent-Wachstum des Bruttoinlandsprodukts die Stahlnachfrage um etwa 1,1 bis 1,3 Prozent wachsen l\u00e4sst. Bei Null-Wachstum hingegen stagniert diese Nachfrage oder schrumpft sogar. Diese Situation herrscht seit 2023 in Deutschland.<\/p>\n<p>4 Konzerngewinne (Ebitda) von ArcelorMittal<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video\u2026) von Datawrapper anzeigen lassen<\/p>\n<p class=\"embed-desc\">Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.<br \/><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/info\/datenschutz\/datenschutz-embeds100.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos zum Thema Datenschutz.<\/a><\/p>\n<p>Die Kombination aus diesen verschiedenen Entwicklungen trifft auch den, gemessen an der Rohstahlproduktion, nach China Baowu Steel zweitgr\u00f6\u00dften Stahlkonzern der Welt: ArcelorMittal.<\/p>\n<p>Nachdem durch Aufholeffekte im Anschluss der Corona-Pandemie ausgel\u00f6sten Boom im Jahr 2021 sind die weltweiten Gewinne des Konzerns kontinuierlich gesunken. Lag der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2021 noch bei 21,6 Milliarden US-Dollar (18,5 Mrd. Euro), sank er bis 2024 auf 7,1 Milliarden US-Dollar (6 Mrd. Euro).<\/p>\n<p>5 Gewinne (Ebitda) ArcelorMittals nach Weltregionen<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video\u2026) von Datawrapper anzeigen lassen<\/p>\n<p class=\"embed-desc\">Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.<br \/><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/info\/datenschutz\/datenschutz-embeds100.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos zum Thema Datenschutz.<\/a><\/p>\n<p>Wie kritisch die Situation im Europagesch\u00e4ft ist, zeigt jedoch erst der genauere Blick in die Bilanz. Denn in Europa macht ArcelorMittal Ums\u00e4tze, die fast dreimal so hoch sind wie jeweils in den zwei anderen Hauptregionen: Nordamerika und Brasilien. Im Boomjahr 2021 schlug sich dies auch im Gewinnanteil nieder. So trug Europa 2021 noch 6,7 Milliarden Dollar zum Ebitda bei \u2013 und lag damit vor Nordamerika (3,125 Mrd.) und Brasilien (4,15 Mrd.).<\/p>\n<p>Seither ist der Beitrag Europas jedoch stark geschrumpft. W\u00e4hrend Brasilien und Nordamerika 2024 jeweils rund 1,8 Milliarden Dollar Ebitda erwirtschafteten, lag der Beitrag Europas zuletzt nur noch bei 1,62 Milliarden Dollar (1,38 Mrd. Euro). Auch im ersten Quartal 2025 waren die Werke in Nord- und S\u00fcdamerika ertragreicher als die europ\u00e4ischen.<\/p>\n<p>Es ist dieser Niedergang des Europagesch\u00e4fts, der auch im Werk Bremen in den vergangenen zwei Jahren zu roten Zahlen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen, 4. Juli 2025, 19:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Infografik Standdatum: 13. Juli 2025. 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